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Es gibt nur einen Vater: Gottvater!

11. August 2012 in Buchtipp, keine Lesermeinung
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Tatsache ist, dass es nur einen Weg gibt, unsere 'Vaterwunden' zu heilen, indem wir Gottvater als unseren Vater annehmen – Leseprobe jeden Samstagabend auf kath.net aus 'Männer sind anders' von Larry Richards


Pittsburgh (kath.net) Bei meinen Evangelisationseinsätzen kommen ständig Menschen zu mir und sagen: „Herr Pfarrer, ich komme aus einer zerrütteten Familie.“ Wirklich? Dann gehörst zu der Mehrheit. Fast jeder kommt aus einer zerrütteten Familie.

Bedenke: Eines Tages werde ich – oder ein anderer Priester – mit euren Kindern konfrontiert werden und diese werden auch behaupten: „Herr Pfarrer, ich komme aus einer zerrütteten Familie.“ Ja, auch deine Kinder werden dies eines Tages von deiner Familie sagen. Warum?

Weil niemand von uns vollkommen ist. Es gab nur zwei vollkommene Menschen – Jesus und seine Mutter Maria. Wir sind nicht vollkommen. Jeder kommt aus einer auf irgendeine Art und Weise zerrütteten Familie. Es liegt an uns, sich mit dieser Tatsache auseinanderzusetzen und darüber hinwegzukommen.

Wir dürfen uns nicht von unseren Wunden niederdrücken lassen. Wir müssen den Entschluss fassen aufzuhören, in der Vergangenheit zu leben und die Vergangenheit als Entschuldigung für die eigenen Mängel und Probleme zu verwenden. Du musst deiner Vergangenheit ins Auge sehen und dann beginnen, in eine Zukunft voller Hoffnung zu blicken. „Denn ich, ich kenne meine Pläne, die ich für euch habe – Spruch des Herrn –, Pläne des Heils und nicht des Unheils, denn ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben“ (Jer 29,11). Lass nicht zu, dass deine Vergangenheit über deine Zukunft bestimmt!


Christus hatte diese „Vaterwunde“ selbstverständlich nicht, weil er einen ausgezeichneten Vater hatte. Christus hatte den besten Menschen als Vater und das beste Vorbild in der Person des hl. Josef. Der hl. Josef war ein gerechter Mann. Jesus schleppte keine offene innere Wunde mit sich herum. Wir sind jedoch nicht vollkommen und wir haben Wunden. Tatsache ist, dass es nur einen Weg gibt, unsere „Vaterwunden“ zu heilen, indem wir Gottvater als unseren Vater annehmen.

Wir müssen wissen, wer unser richtiger Vater ist. Als Jesus Christus sagte: „Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen“ (Mt 23,9), meinte er damit nicht die Priester. Manche Menschen rasten bei diesen Worten völlig aus und sagen: „Wenn Sie ein Priester sind, dann werde ich es nicht wagen, Sie ‚Father‘ (bedeutet auf Englisch zugleich „Vater“ und „Herr Pfarrer“, Anm. d. Übers.) zu nennen, weil es im Wort Gottes heißt: „Nenne niemanden Vater.“ Das hat keinen Zusammenhang damit. Zur damaligen Zeit wurden Priester nicht mit „Father“ angesprochen. Als Jesus dies sagte, meinte er nicht, dass du niemand auf Erden „Vater“ nennen dürftest. Er meinte damit, dass du den Mann, der dich gezeugt hat, nicht als deinen wahren Vater betrachten sollst. Es gibt nur einen Vater: Gottvater! Der Mensch, zu dem du „Papa“ sagst, ist das Instrument für die Vaterschaft, aber er ist nicht dein wahrer Vater.

Wenn wir über unsere Väter sprechen – ob wir einen guten oder einen schlechten Vater hatten, einen uns nahe stehenden Vater, der uns unterstützte, oder einen uns fern stehenden, der uns nicht unterstützte, ja den wir vielleicht nicht einmal kannten –, es spielt keine große Rolle, da wir in Wirklichkeit alle den gleichen Vater im Himmel haben. Dieser Vater möchte uns heilen.

Das Hauptproblem ist, dass die meisten von uns unseren wahren Vater nie kennen gelernt haben. Wir haben nie wahrgenommen, wie uns Gottvater anschaut und zu uns sagt: „Du bist mein geliebter Sohn.“ Diese Wahrheit hat uns noch nie etwas bedeutet. Die meisten nähern sich Gott aus dem Gefühl der Angst oder weil sie gute Menschen sein wollen. Sie führen ihr Leben auf ähnliche Art wie die Pharisäer. Wenn wir auch so leben, werden wir zu Menschen, die einfach einige Regeln einhalten, anstatt zu Menschen, die alles aus Liebe zu unserem Vater tun.

Als ich im Alter von siebzehn Jahren mit dem Seminar begann, tat ich das aus Angst vor dem Tod. Als ich genau diese Erfahrung machte, erkannte ich, dass es Gott wirklich gibt. Damals sagte ich: „Alles, was du, mein Gott, von mir willst, werde ich tun.“ Zu der Zeit wusste ich immer noch nicht, dass er mich liebte. Ich wusste nur, dass es ihn gibt – dass es Gottvater gibt.

Ich dachte mir: Also gut, wenn ich den Willen Gottes erfülle, dann wird er mich am Leben erhalten. Wenn ich ihn nicht erfülle, dann wird er sich nicht um mich kümmern. Meine Mentalität entsprach der eines Siebzehnjährigen, der denkt: Da Gott existiert und ich ewig leben möchte, werde ich ihm gehorchen. Ich trat ins Priesterseminar ein und versuchte, Gott zu gehorchen, weil ich Angst hatte, in die Hölle zu kommen. Das reichte für den Beginn, aber nicht für den Rest meines Lebens.


Larry Richards
Männer sind anders
Die Bibel gibt Auskunft.
(Originaltitel: Be a man! - Becoming the man God created you to be)
Verlag Media Maria, 2012
239 Seiten
ISBN 978-3-9814444-1-4
€ 16,40

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