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Streitfall Organspende: Was passiert mit Organspendern?

6. November 2012 in Aktuelles, 9 Lesermeinungen
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Was passiert im Krankenhaus mit Patienten, die potentielle Organspender sind? „Kein Gesetz schützt sie oder ihre Angehörigen“, schreibt Alard von Kittlitz in der „FAZ“.


Frankfurt (kath.net/pl) Was passiert im Krankenhaus mit Patienten, die potentielle Organspender sind? Darüber machte sich Alard von Kittlitz in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ Gedanken. „Wer kritische Fragen“ über die Organspende aufwerfe, bemerkt er zunächst einmal grundsätzlich, „hat - scheinbar - die Moral schon gegen sich. Auf diese Weise werden Kontrolle und Transparenz von vornherein unter Verdacht gestellt. Es entsteht ein abgekapseltes, teils blickdichtes System. Das Transplantationssystem.“

Wer schwerkrank auf der Intensivstation liegt und wessen Angehörige eine erste Bereitschaft zur Organspende signalisiert haben, wird von da an möglicherweise schon anders therapiert, nämlich weniger oder nicht mehr „patientenorientiert“, sondern „spendeorientiert“ – und es besteht keine Pflicht, die Angehörigen über Veränderungen der Therapie und ihre Gefahren für den potentiellen Spender aufzuklären. Der Arzt kann sogar eine Hirntoddiagnose veranlassen, ohne die Angehörigen zuvor darüber zu informieren. Doch „die Hirntoddiagnose ist für keinen Körper ein Spaziergang, sie kann sogar sehr schädlich sein“. Beispielsweise wird die künstliche Beatmung eingestellt, um zu beobachten, ob der Schwerkranke wieder mit selbständiger Atmung einsetzt. „Der brasilianische Neurologe Cicero Coimbra schreibt, der Test könne zu einem Kollaps der Blutzirkulation im Hirn, auch zum Herzstillstand führen. Potentielle Folge sei ein unwiderruflicher Hirnschaden. Dennoch, die Ärzte müssen niemanden um Erlaubnis zu diesem Test fragen, obwohl sie davor noch nicht wissen können“, ob der Patient „wirklich hirntot ist“.


Kittlitz fordert, dass deshalb Angehörige in Zukunft über die Hirntoddiagnostik aufgeklärt werden. Allerdings zitiert er dazu den Staatsrechtler Wolfram Höfling, wonach unklar sei, wer nach einer solchen Aufklärung noch die Zustimmung zur Organspende geben würde.

Überdies steht die „Deutsche Stiftung Organtransplantation“ (DSO) offen dazu, dass sie die Gespräche mit den Angehörigen über die Organspendebereitschaft nicht ergebnissoffen führe. Dies wird auch dadurch weiter belegt, dass bei den Angehörigengesprächen oft „Organspendebeauftragte“ direkt anwesend sind bzw. auch „die rhetorische Ausbildung der Ärzte in den Angehörigengesprächen eine massive Rolle spielt“.

Kittlitz bemerkt dazu: „Die DSO verfolgt ein Ziel: Sie will die Angehörigen, die soeben erfahren haben, dass der Verwandte gestorben ist, davon überzeugen, dass die Spende richtig sei. ‚Ich frage mich, ob der vom Bundestag beschlossene politische Wille hier nicht einfach umgedreht wird‘, sagt dazu die Linken-Abgeordnete Kathrin Vogler. Das wird er, zweifellos. ‚Die Bundesregierung hält es mit der Intention des Transplantationsgesetzes für nicht vereinbar, wenn Angehörigengespräche zielgerichtet daraufhin geführt werden, eine Zustimmung zur Organspende zu erhalten‘, schrieb das Bundesgesundheitsministerium in seiner Antwort auf die Grünen-Anfrage. Und zwar ausdrücklich zu Kirstes Aussage, man führe die Gespräche nicht ergebnisoffen. Die Regierung weiß also, dass die DSO gegen den Willen des Gesetzgebers handelt, sie lehnt das expressis verbis ab - und unternimmt nichts dagegen.“

Auch nach Einschätzung einiger Bundestagsabgeordneter sollte neu über den Hirntod diskutieren werden. Denn zahlreiche Wissenschaftler vertreten inzwischen, dass ein Mensch mit Hirntoddiagnose nicht richtig tot sei. Und der Medizinethiker und Anästhesist Robert Truog von der Universität Harvard spreche bei dem, was während der Organentnahme gemacht werde, sogar von „justified killing“, von „gerechtfertigter Tötung“.

Zum vollständigen Artikel in der FAZ: “Organspende- Hirntod“


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Lesermeinungen

 Aloisius 7. November 2012 
 

@ louisms
Dass der „Hirntod“ nicht eindeutig der Tod des Menschen ist, dürfte inzwischen vielfach bewiesen sein. Es ist ein Konstrukt um Menschen straffrei bei lebendigem Leibe Organe zu entnehmen. Anschließend ist der Mensch dann wirklich tot. Ein höchst fragwürdiges Unterfangen, an dem wirklich nichts Gutes ist. Das Argument „mehrere Menschen können unter Umständen gerettet werden“ ist irreführend und soll den Menschen, die nicht bereit sind, sich ausschlachten zu lassen, ein schlechtes Gewissen machen. Man kann ein Menschenleben nicht gegen andere Menschenleben ausspielen. Mit „Wunder“ und „Verbesserung der Welt hat das nichts zu tun – im Gegenteil. Es werden Ansprüche und Erwartungen geweckt, welche ausschließlich dem Profit dienen und nicht den Menschen.


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 louisms 7. November 2012 

trotz möglichem Missbrauch

gibt es viele Fälle, die eindeutig sind (klassische Motorradunfälle mit Kopfverletzungen z. B.) und neue Hilfsmöglichkeiten für die Menschen eröffnen. Mehrere Leben können unter Umständen gerettet werden. Die Menschen haben von der Schöpfung her den Auftrag, an der Gestaltung und Verbesserung der Welt mitzuarbeiten. Jesus hat vorausgesagt, dass seine Jünger größere Wunder vollbringen werden. Das Spitalswesen ging weitgehend aus den christlichen Hospizen hervor.
Missbräuche sind immer möglich und nach Kräften zu verhindern. Aber das soll uns nicht vom möglichen Guten abhalten.


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 Konrad Georg 7. November 2012 
 

Erst wenn die Medizin mit den Organen von normal

Verstorbenen etwas anfangen kann, bin ich bereit, neu über \"Organspende\" nachzudenken.
Das werde ich sicher nicht erleben und wenn ich 100 Jahre alt werden sollte, also noch 30 Jahre.
Kann mir jemand weismachen, daß Leute, die nichts gegen Abtreibung haben, mit dem Leben anderer Menschen sorgfältiger umgehen, wenn es ums Geschäft geht?


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 PPQR 6. November 2012 

Wann beginnt das Sterben?

Die Feststellung des Hirntods ist das sicherste Zeichen für das irreversible Erlöschen des \"Gehirns\", eingedenk der Tatsache, dass es auf dieser Welt nichts hundertprozentiges gibt. Man kann diese Definition, die das Herztod-Kriterium abgelöst hat, durchaus anzweifeln.

Andererseits scheint es aber so zu sein, dass - gestützt auf viele seriöse Berichte über Nahtod-Erlebnisse - die Seele den Körper schon verläßt, BEVOR alle physiologischen Funktionen
erloschen sind. Die \"Maschine\" Körper funktioniert in wesentlichen Teilen noch, aber die Seele ist nicht mehr in ihm. Sonst wäre es ja unmöglich, dass die Seele in den gleichen Körper zurückkehren kann.

Die Zustimmung zur Organspende (Entscheidungslösung), wie sie seit 1.11.12 in D gilt, läßt jedem die freie Entscheidung, die im Abstand von 2 Jahren erneuert wird.

Übrigens: bis zu seiner Wahl besaß Kard. Ratzinger einen Organspendeausweis!


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 la gioia 6. November 2012 
 

@caminanda
sehr gut Ihre Gedankengänge, vor alllem auch - unter christlicher Sicht - der erste davon!


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 Llokab 6. November 2012 
 

Die Letzten schlachten die Vorletzten, und verkaufen deren Fleisch, damit die Fete nicht unterbrochen werden muß.


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 caminanda 6. November 2012 
 

Mich wundert schon seit langem,

dass die Kirche nichts zu der Tatsache sagt, dass der Todeszeitpunkt von Organspendern nicht von Gott, sondern von einem Arzt bestimmt wird. Und es wundert mich schon seit langem, dass offiziell immer von der \"Organspende nach dem Tod\" gesprochen wird, obwohl jeder weiß, dass verwertbare Organe nur vor dem Tod entnommen werden können. Und warum ist man seit einiger Zeit dazu übergegangen, Organe nur noch unter Anästhesie des Spenders zu entnehmen, wenn das Gehirn doch angeblich eh schon sooo tot ist???


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 Wenzel 6. November 2012 
 

@SpatzInDerHand

Natürlich, Organtransplantation ist ein riesen Geschäft, wo es richtig Geld zu verdienen gibt. Wenn man wüsste, wann der Tod tatsächlich eintritt bzw. an welchem Punkt die Seele den Körper verlässt wären Transplantationen wahrscheinlich unmöglich. Vielleicht sollten wir wieder mehr etwas Pflegen, was es uns ermöglicht in Frieden zu sterben, den Tod als das Ende des Lebens anzunehmen. Sicherlich medizinische Versorgung und Therapie - aber bis zu welchem Punkt ist etwas noch Therapie zum besseren hin und ab wann auch Leidensverlängerung. Auch nach einer Transplantation ist der Empfänger nicht plötzlich gesund, sondern bedarf intensiver medizinischer Betreuung, auch hier dann wieder - leider - der Gedanke, daß der wirtschaftliche Verdienst im Vordergrund steht.


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 SpatzInDerHand 6. November 2012 

...uff. Ich habe den Eindruck, wir werden da gezielt hinter das Licht geführt.


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