Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  4. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  5. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  6. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  7. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  8. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  11. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  12. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  13. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  14. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  15. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert

160 € Kirchensteuergeld fließen direkt in Pro-Abtreibungs-Kundgebung

3. Dezember 2013 in Deutschland, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


kath.net liegt ein Sitzungsprotokoll des Bündnisses für Sexuelle Selbstbestimmung vor. Es offenbart die erste Verwendung des Preisgeldes, das die Preisträgerin des Katholischen Medienpreises, Lara Fritzsche, von der DBK erhalten hatte


Berlin (kath.net) 5.000 Euro Preisgeld hatte die Journalistin Lara Fritzsche von der Deutschen Bischofskonferenz erhalten, als sie zur Preisträgerin des Katholischen Medienpreises 2013 ernannt wurde. In ihrer Dankesrede direkt nach der Preisverleihung durch Bischof Gebhard Fürst kündigte Fritzsche an, dass sie die 5.000 Euro an das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ (Berlin) spenden werde. Das kath.net vorliegende Sitzungsprotokoll des Treffens des „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ am 31.10.2013 im Berliner Familienplanungszentrum BALANCE gibt jetzt genaueren Einblick in diese skandalösen Verwendung von DBK-verwalteten Kirchensteuergeldern.

Im Sitzungsprotokoll wird unter Punkt 1 „Finanzierung der Aktivitäten September 2013, Ideen zum Fundraising und Spendenaufrufe“ wörtlich festgehalten:

„Die Kosten für die Kundgebung am Brandenburger Tor beliefen sich für das Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung auf 1000 EUR, von denen

- 500 EUR von der Senatsverwaltung von Berlin (ÖA, Kultur),
- 61,50 EUR von der LINKEN Berlin (Ballongas) und -
- 278,50 EUR durch Spendeneinnahmen

refinanziert wurden. Es ergab sich ein Defizit von 160 EUR. Dieses wird aus der Großspende von Laura Katharina Fritzsch (Journalistin, die Preisgeld für Katholischen Medienpreis vom 28.10.2013 in Höhe von 5.000 EUR an das Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung spendete) finanziert.“ [Anm. der Red.: Die Falschschreibung des Nachnamens von Fritzsche entspricht dem Original]


Die hier erwähnte „Kundgebung am Brandenburger Tor“, zu der das Bündnis für Sexuelle Selbstbestimmung aufgerufen hatte, war die direkte Gegendemonstration zum diesjährigen Marsch für das Leben, der am 21.9.2013 stattgefunden hatte. Etwa 200 Gegendemonstranten hatten sich eingefunden, um den Schweigemarsch zu stören. Teilweise musste die Polizei gegen die Pro-Choice-Aktivisten hart durchgreifen, kath.net hat berichtet.

Dem Marsch für das Leben hatte Papst Franziskus zuvor seinen ausdrücklichen Dank zukommen lassen: „Gerne verbindet sich Seine Heiligkeit mit den Teilnehmern am Marsch für das Leben im Gebet und bittet Gott, alle Bemühungen zur Förderung des uneingeschränkten Schutzes des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen mit seinem Segen zu begleiten“, kath.net hat berichtet.

Zahlreiche katholische und evangelische Verantwortungsträger hatten in Grußworten den Marsch für das Leben ausdrücklich begrüßt. Aufmerksame Katholiken kritisierten allerdings, dass kein einziger katholischer Bischof bei der Pro-Life-Kundgebung persönlich anwesend gewesen war, dass auch jene Bischöfe gefehlt hatten, deren Anreiseweg im (kirchensteuerfinanzierten) Dienstwagen überschaubar kurz gewesen wäre. International ist die Teilnahme von katholischen Bischöfen an solchen Pro-Life-Kundgebungen weithin Standard.

Gemäß Selbstbeschreibung soll der Preis „dazu beitragen, Journalistinnen und Journalisten zu qualitäts- und werteorientiertem Journalismus zu motivieren. Ausgezeichnet werden Beiträge, die die Orientierung an christlichen Werten sowie das Verständnis für Menschen und gesellschaftliche Zusammenhänge fördern“. In seiner Stellungnahme hatte Matthias Kopp, Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, gegenüber kath.net gesagt: „Was eine Preisträgerin mit dem Preisgeld macht oder welches spontane und uns vorher nicht bekannte Dankwort sie während der Preisverleihung spricht, liegt nicht in unserem Einflussbereich.“

Die Preisträgerin des katholischen Medienpreises, Lara Fritzsche, erhält gemäß Protokoll ein Dankeschön in Form des Buches „Die Radikalität der Abtreibungsgegner_innen im (inter)nationalen Raum“ (Hrsg: Familienplanungszentrum BALANCE) für ihre Spende. Das Dankeschön zeigt auf, wie man beim Bündnisses für Sexuelle Selbstbestimmung die Unterstützung durch Kirchensteuergeld verstanden hat. Das Titelbild des Buches zeigt ein Foto von Lebensrechtlern mit ihren typischen weißen Kreuzen während einer Pro-Life-Kundgebung. Gemäß Klappentext wollen die Autoren des Buches aufzeigen, „wie sich Aktivist_innen und betroffene Berufsgruppen“ gegen die „Aktivitäten“ der angeblich „radikalen“ Abtreibungsgegner_innen „zur Wehr setzen“ können. Das Buch scheint gemäß Verkaufsrang-Angabe von Amazon allerdings ein Ladenhüter zu sein.

Unter den praktizierenden Katholiken hatte sich viel Unmut über diese Preisverleihung geregt. Es waren bereits Stimmen zu hören, die in Überlegung brachten, wegen der offenen Verwendung von Kirchensteuergeldern für Abtreibungsinteressen aus der Kirche auszutreten. Außerdem hatte der Blogger Felix Honekamp in einer Satire darauf hingeweisen, dass die Deutsche Bischofskonferenz jederzeit die Möglichkeit habe, die skandalöse Fehlentscheidung bei der Verleihung des Preises an Lara Fritzsche zurückzunehmen: „Kurze Falschmeldung zum Katholischen Medienpreis“.

Seite 1 des oben zitierten Protokolls vom 31.10.2013


Marsch für das Leben in Berlin 21.09.2013 - Schweigemarsch durch die Innenstadt – ab Sekunde 7 sieht man, wie zwei der weißen Kreuze von Gegendemonstranten mutwillig zerstört werden


Marsch für das Leben 2013 in Berlin (by AIAC-Gebete für das Leben)


Foto (c) Deutsche Bischofskonferenz/Katholischer Medienpreis


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Deutsche Bischofskon

  1. Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ wird neuer Bischof von Münster
  2. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  3. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  4. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  5. „Garant der Einheit in der Liebe ist der Hirte der Universalkirche, derzeit der Hl. Vater Leo XIV.“
  6. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  7. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  8. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  9. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  10. Auch Bischof em. Hanke/Eichstätt erhebt Einwände gegen DBK-Papier zur sexuellen Vielfalt







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Thérèse von Lisieux und die ‚Süßigkeit‘ eines Buches über die Apokalypse
  3. Gesetzesvorschlag zum Verbot von Konversionstherapien in Nordirland ist ‚gefährlich‘
  4. 'Jesus macht alles und ich nichts'
  5. UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza
  6. Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
  7. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  8. Reliquien der Kinder von Fatima kommen nach Berlin!
  9. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  10. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  11. Frankreich und das Zeichen der Wiedergeburt
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Verletzter Priester: "Wir vergeben!"
  14. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'
  15. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz