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Streit um Kirchengebäude auf der Krim

19. März 2014 in Weltkirche, 6 Lesermeinungen
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Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim sehen sich Minderheitenkirchen zunehmend bedroht


Kiew/Simferopol (kath.net/KNA) Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim sehen sich Minderheitenkirchen zunehmend bedroht. Der Erzbischof des orthodoxen Kiewer Patriarchates auf der Krim, Kliment, sagte am Dienstagabend im ukrainischen Fernsehen, ein Priester des orthodoxen Moskauer Patriarchates habe gemeinsam mit bewaffneten Aktivisten die Übernahme eines Gotteshauses der Minderheitenkirche in Perewalne angekündigt. Der Schritt solle nach Abzug der ukrainischen Soldaten von dem Militärstützpunkt in dem Dorf erfolgen.

In der Ukraine gibt es sowohl eine dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. unterstehende Kirche als auch die 1992 von ihr abgespaltene ukrainisch-orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchates. Anlass der Gründung war der Wunsch nach Unabhängigkeit von Moskau.

In den vergangenen Tagen waren Priester des Kiewer Patriarchates und der mit Rom verbundenen griechisch-katholischen Kirche von Bewaffneten verschleppt worden. Mehrere Geistliche flohen bereits ins Landesinnere der Ukraine. In der Krim-Hauptstadt Simferopol sollen Unbekannte am Sonntag in einer orthodoxen Kirche des Kiewer Patriarchates einen Schaden von geschätzt 70.000 Euro angerichtet haben.

Die ukrainische Regierung hatte Übergriffe auf Priester und Gotteshäuser auf der Krim scharf verurteilt. Der neue Regierungsbeauftragte für religiöse und ethnische Angelegenheiten, Wolodimir Juschkewitsch, warf Separatisten und «russischen Besatzungstruppen» am Dienstag «Verletzung der Religionsfreiheit» und der «Unantastbarkeit von Personen» vor. Der «Terror» müsse gestoppt und Rechte und Freiheiten geachtet werden. Juschkewitsch rief internationale Organisationen und die Öffentlichkeit auf, Geistlichen und Gläubigen «zum Schutz vor Verfolgung zu verhelfen».

Unterdessen bereitet man sich im Westen der Ukraine offenbar auf eine Aufnahme von Flüchtlingen von der Krim vor. «Alle ukrainetreuen Familien werden die Halbinsel verlassen, weil sie sich unsicher fühlen», sagte griechisch-katholische Bischofsvikar Mykhailo Klapkiv aus der Universitätsstadt Iwano-Frankiwsk dem Portal «katholisch.de». Einstweilen wolle die Kirche mit einer Ambulanz für kostenlose Behandlung sorgen und übergangsweise ein Hotel für Flüchtlinge bereitstellen.

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

 Labrador 19. März 2014 
 

Lieber Jollek

"Die katholische Seite wäre sehr gur beraten, diesen Sachverhalt unverzüglich anzuerkennen, durch aus im wohlverstandenen Eigeninteresse."

Das liest sich für mich wie eine Drohung. War das Ihre Absicht?


5
 
 Marcus, der mit dem C 19. März 2014 
 

Die katholische Seite wäre gut beraten...

genau jenes überhaupt nicht anzuerkennen! Im Verbreitungsgebiet des lateinischen Ritus der katholischen Kirche erheben wir ja auch keinen Alleinvertretungsanspruch und verbieten den Bau von orthodoxen nicht-unierten Kirchen. Aber das Moskauer Patriarchat hat die Aktion Renovabis und andere als Proselytenmacherei bezeichnet. Ebenso wollen sie ehemals katholische Kirchen, die vom kommunistischem Regime enteignet wurden nicht an die Katholiken zurückgegeben wissen. Dazu wurde extra erlaubt, daß orthodoxe Priester öffentliche Ämter annehmen dürfen um solches zu verhindern. Es gibt KEIN "kanonisches Territorium"!


6
 
 SCHLEGL 19. März 2014 
 

@ Gandalf

Ja,wenn man als ukrainisch griech.kath. Seelsorger auf die verbrecherische Politik Putins u. der Russen um ihn hinweist,bekommt man beleidigende E Mails unter einem "zeitungsartigen Pseudonym" !Russland habe,so las ich dort,schliesslich "Pussy riot" verurteilt u.sei Homosexuellen scharf entgegengetreten!Rechtfertigt das die sonstigen Verbrechen Putins?? Im Forum wurde von einem User die ukr. Regierung als "NAZIS" bezeichnet,ohne,dass eine Massregelung erfolgte.Hier besteht Handlungsbedarf! Msgr. Franz Schlegl rit.lat./ rit.byz.ukr.


6
 
 Gandalf 19. März 2014 

Diese Abstimmung ist eine Farce

Ein demokratisch gesinnter Mensch kann dies niemals gutheißen. So ähnlich läuft es auch in Nordkorea ab. Putin hat hier Russland einen Bärendienst erwiesen.


6
 
 luzerner 19. März 2014 
 

Diese "Volksbefragung" war nicht legitim

Das Stimmvolk konnte nur Ja, aber nicht Nein sagen.

Ausserdem scheint der neue Staat völkerrechtlich noch nicht anerkannt zu sein.


4
 
 Jollek 19. März 2014 

Kanonisches Territorium

Es ist selbstverständlich, daß die Krim (nach orthodoxem Verständnis) zum russischen kanonischen Territorium gehört und daß dort ukrainische (orthodoxe) Kirchen keinerlei Jurisdiktion mehr ausüben können. Selbstverständlich respektiert die orthodoxe Kirche römisch-katholische Kirchen in dieser Region. Die katholische Seite wäre sehr gur beraten, diesen Sachverhalt unverzüglich anzuerkennen, durch aus im wohlverstandenen Eigeninteresse.


4
 

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