Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  2. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  3. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  4. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  5. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  6. Der integre Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz
  7. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  8. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  9. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  10. Der Glaube, der Gott nicht loslässt
  11. Ablehnung ökumenischer Konzile ist modernistisch
  12. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  13. "Satanisches Lachen" - US-Demokraten aus Massachusetts feiern Ermorden von Kindern bis zur Geburt!
  14. Frau, dein Glaube ist groß! Die Gnade, die Grenzen überschreitet
  15. Kardinal Aveline: „Der christliche Glaube hat heute viel mit Widerstand zu tun“

Papst: 'Habe in Moschee für Türkei und Frieden gebetet'

1. Dezember 2014 in Weltkirche, 28 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus stand Journalisten während Rückflug von Istanbul nach Rom bereitwillig Rede und Antwort


Istanbul-Rom (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat die Zeit des Rückflugs von seiner dreitägigen Türkeireise zu einem ausführlichen Gespräch mit Journalisten genutzt. Dabei nahm er u.a. Muslime vor pauschalen Verdächtigungen in Schutz: "Ich glaube aufrichtig, dass man nicht sagen kann, dass alle Muslime Terroristen sind", sagte er während des Fluges von Istanbul nach Rom. Dies sei ebenso falsch wie die Aussage, dass alle Christen Fundamentalisten seien. In allen Religionen gebe es terroristische Gruppen. Viele Muslime distanzierten sich von den Anschlägen islamistischer Terroristen.

Zugleich forderte der Papst eine "weltweite Verurteilung" islamistischen Terrors. Er habe dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan am Freitag gesagt, dass alle religiösen, politischen und intellektuellen Spitzenvertreter des Islam solche Akte einhellig verdammen müssten, weil "das der großen Mehrheit der Bevölkerung hilft".

"Habe in Moschee für Türkei und Frieden gebetet"

Zugleich antwortete Franziskus auf Spekulationen rund um das Gebet in der Istanbuler Blauen Moschee: Er habe dort "für die Türkei und den Frieden gebetet", so Franziskus. "Als ich in die Moschee ging, konnte ich nicht sagen, ich sei ein Tourist." Schließlich sei er aus einem religiösen Motiv, dem Besuch des Andreas-Festes der griechisch-orthodoxen Kirche, nach Istanbul gereist.


Er sei von der Schönheit der Moschee und den Erklärungen des Großmufti beeindruckt gewesen. "In diesem Moment habe ich das Bedürfnis verspürt zu beten", so Franziskus. Weiter sagte er: "Ich habe für die Türkei gebetet für den Frieden, den Mufti, für alle und für mich". Vor allem habe er jedoch für Frieden gebetet.

Papst Franziskus hatte am Samstag während seiner Türkei-Reise erstmals seit seinem Amtsantritt in Istanbul eine Moschee besucht. Vor der Gebetsnische hatte er neben dem Großmufti die Hände gefaltet, die Augen geschlossen und den Kopf gesenkt. Vatikansprecher Federico Lombardi hatte dies als "stille Anbetung" bezeichnet.

Wunsch nach Öffnung der armenisch-türkischen Grenze

Schließlich äußerte sich Franziskus auch zur politischen Frage rund um die geopolitische Problematik des türkisch-armenischen Verhältnisses. So wünsche er sich persönlich eine Öffnung der Grenze zwischen beiden Ländern. Dies liege ihm "sehr am Herzen", auch wenn er um die bestehenden Probleme und Hindernisse wisse. Die Türkei hatte die Grenze 1993 als Reaktion auf den Konflikt zwischen Armeniern und Aserbaidschan über die Region Bergkarabach geschlossen. Franziskus hatte am Sonntag eine dreitätige Türkei-Reise beendet.

Zugleich würdigte der Papst, dass die Regierung in Ankara im Streit über die Vertreibung der Armenier während des Ersten Weltkriegs zuletzt die "Hand ausgestreckt" habe. Er verwies auf einen Brief des damaligen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan vom April dieses Jahres, in dem dieser den Armeniern zum Gedenktag an diese Gräuel sein Beileid erklärte. Erdogan hatte damit als erster Regierungschef in der türkischen Geschichte offiziell der Massenmorde an den armenischen und syrisch-orthodoxen Christen gedacht. Eine Entschuldigung im Namen der Türkei war damit nicht verbunden.

Einige hätten diese Erklärung als "schwach" angesehen, so Franziskus. Er selbst wisse nicht, ob sie "stark oder schwach" sei. In jedem Fall bedeute sie jedoch eine "ein ausgestreckte Hand" der türkischen Regierung - "und das ist immer positiv". Der Papst antwortete damit auf die Frage einer italienischen Journalistin, warum er die Vertreibung, die die Türkei nicht als "Völkermord" anerkennt, nicht angesprochen habe. 2015 wird der 100. Jahrestag der Vertreibung begangen.

Türkischer Protest gegen Genozid-Äußerung

Im Juni 2013 hatte Franziskus die Vertreibung der Armenier in einer privaten Äußerung am Rande einer Audienz für den armenisch-katholischen Patriarchen Nerses Bedros XIX. Tarmouni als den "ersten Genozid des 20. Jahrhunderts" bezeichnet. Die Türkei hatte dagegen offiziell Protest eingelegt.

Am 24. April 1915 begann die Vertreibung der Armenier im Osmanischen Reich, dem Rechtsvorgänger der heutigen Türkischen Republik. Nach Überzeugung der Armenier und eines Großteils der internationalen Forschung handelte es sich bei den Massakern und Todesmärschen bis 1917 um einen Genozid mit dem Ziel, die Armenier als Volk auszulöschen. Bis zu 1,5 Millionen Menschen sollen damals umgekommen sein. Ankara weist den Genozid-Vorwurf zurück, spricht von einer kriegsbedingten Tragödie und setzt die Zahl der Opfer wesentlich niedriger an.

Auf dem Weg zum Flughafen von Istanbul hatte Franziskus am Sonntag kurzfristig den Patriarchen der Armenisch-Apostolischen Kirche in Konstantinopel, Mesrob II. (58), am Krankenbett besucht. Er ist aufgrund fortschreitender Krankheit amtsunfähig und wird in seinen Amtspflichten von einem Ko-Patriarchen vertreten.

Kurzvideo: Gebet in der Blauen Moschee


Copyright 2014 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus

  1. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  2. Basiert 'Traditionis Custodes' von Franziskus auf einer Lüge?
  3. Gemelli-Chefarzt: Papst Franziskus wäre fast gestorben
  4. "Nicht glücklich": Papst bedauert Äußerung zu Russland
  5. Papst tauft Kind in der Gemelli-Klinik
  6. Papst im Kongo eingetroffen
  7. Papst übt schwere Kritik am deutsch-synodalen Weg und spricht von 'schädlicher Ideologie!
  8. Erneut keine Fasten-Exerzitien mit Papst und Kurie in den Bergen
  9. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  10. Vatikan: Papst stellt Live-Gottesdienste ein






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. "Satanisches Lachen" - US-Demokraten aus Massachusetts feiern Ermorden von Kindern bis zur Geburt!
  3. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  4. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  5. Bistum Limburg: Franziskaner verlassen nach mehr als 150 Jahren Kloster Marienthal
  6. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  7. Kardinal Aveline: „Der christliche Glaube hat heute viel mit Widerstand zu tun“
  8. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  9. Ein Fall für den Staatsfunk: Wie Georg Restle Verschwörungsmythen als „Haltung“ verkauft
  10. Frankreich: Massenansturm auf Kartenreservierungen für die Papst Leo-Reise!
  11. Karekin II. – persönliche Erinnerungen und der Versuch einer nüchternen Bilanz
  12. Trauer im Bistum Hongkong: Ältester Trappist der Welt im Alter von 108 gestorben
  13. Jugendliche: Mladifest in Medjugorje "Tankstelle für den Glauben"
  14. Katholisches College erwirbt Freimaurertempel
  15. Generalstaatsanwalt von Texas: „Baby Gabriel verdient eine Chance auf Leben“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz