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Gerichtsverhandlung: Hatte Aachener Pfarrer zwei Buben missbraucht?

9. Jänner 2015 in Deutschland, 1 Lesermeinung
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Vorwurf: Katholischer Pfarrer habe seinen damals elfjährigen Patensohn in 23 Fällen, dessen achtjährigen Bruder dreimal sexuell missbraucht. Anklageschrift nennt Sexspielzeug, Alkohol, Marihuana - UPDATE: Bistumsstellungnahme


Krefeld (kath.net) „Schon die Zusammenfassung der Anklageschrift gegen den aus Willich stammenden Pfarrer Georg K. lässt den Atem stocken“, stellt die „Rheinische Post“ fest. Ein heute 56-Jähriger soll in seiner Zeit als Pfarrer der Pfarrei St. Sebastian in Lobberich (Bistum Aachen) seinen damals erst elfjährigen Patensohn in 23 Fällen sexuell missbraucht haben. Auch den achtjährigen Bruder seines Patenkindes soll er in drei Fällen sexuell missbraucht haben. In zwei Fällen soll der Priester mit seinem minderjährigen Patensohn Marihuana geraucht haben, in einem Fall soll der Elfjährige alkoholisiert gewesen sein. Außerdem spricht die Anklageschrift von Verwendung von Sexspielzeug und von pornografischen Bildern. Die „Rheinische Post“ zitiert den Pressesprecher des Amtsgerichtes Krefeld, Christian Tenhofen, mit der Aussage, dass Gegenstand der Verhandlung neben dem sexuellen Missbrauch von Kindern auch Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sein werden. Dem Priester drohe eine Haftstrafe von bis zu zehn Jahren. Die Verhandlung des Falles beginnt am 9. Januar.


Die mutmaßlichen Vorfälle datieren auf die Jahre 2001 bis 2006. 2007 war der Priester auf eigenen Wunsch nach Südafrika in die Nähe von Johannesburg versetzt worden. „Doch auch dort dauerte es nicht lange, bis sich Gerüchte verbreiteten: Teilnehmer einer Jugendfreizeit berichteten 2008, was sich im Schlafsaal zugetragen haben soll. Pfarrer K. habe sich zu ihnen in die Betten gedrängt, die Kinder hätten Angst bekommen und geweint und später fliehen wollen. Das habe der Pfarrer aber verhindert, hieß es damals“, berichtete die „Rheinische Post“. Daraufhin hatten mehrere Eltern Anzeige gegen Pfarrer K. erstattet, der Prozess in Johannesburg begann im Jahr 2010. Die südafrikanische Staatsanwaltschaft lies die Anklage wegen der dortigen Tatvorwürfe fallen mit dem Ziel, eine Auslieferung nach Deutschland zu ermöglichen, wo wegen der hiesigen Fälle eine härtere Strafe zu vermuten ist. Pfarrer K. war daraufhin von Südafrika nach Deutschland ausgeliefert worden, gegen ihn hatte ein internationaler Haftbefehl vorgelegen. 2010 hatte er bei der Staatsanwaltschaft Krefeld Selbstanzeige erstattet.

Das Bistum Aachen hat den Priester bereits vor geraumer Zeit von seinen Aufgaben suspendiert und die Unterlagen über sein Fehlverhalten an die römische Glaubenskongregation weitergeleitet. Bisher ist der Priester offenbar noch nicht laisiert.

UPDATE
Auszug aus einer Pressemeldung des Bistuma Aachen vom 9.1.2014:

„Wir hoffen, dass Pfarrer K. durch ein umfängliches Geständnis für ein zügiges Verfahren sorgt und auch vor Gericht zu seiner Selbstanzeige stehen und Verantwortung für seine Taten übernehmen wird“, so Stefan Wieland, Sprecher des Bistums Aachen. „Wir haben die Sorge, dass anderenfalls die Opfer, denen unser tiefes Mitgefühl gilt, noch einmal ihr Leid durchleben müssen“, so Wieland weiter.


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