Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  3. Voll in die Falle getappt
  4. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  5. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  6. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  7. Die große Täuschung
  8. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  9. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  10. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  11. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  12. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  13. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  14. Wann sind wir zu Gottes Chefs geworden?
  15. Studie zur US-Spaltung: Nicht die Rechten, sondern die Linken rückten ab

Organspende: Nächstenliebe über den Tod hinaus?

4. März 2015 in Deutschland, 102 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Christliche Ethiker sind uneins über die Bedeutung des Hirntodes


Wetzlar (kath.net/idea) 864 Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr nach ihrem Tod ihre Organe gespendet. Das ist ein neuer Tiefstand, so die Deutsche Stiftung Organtransplantation (Frankfurt am Main). 2010 gab es noch 1.296 Spender. Dabei warten fast 15.000 schwer kranke Menschen auf ein Organ, um zu überleben oder die Lebensqualität deutlich zu verbessern. Eine Organspende ist nur zulässig, wenn der Tod des möglichen Organspenders festgestellt ist. Eine Mehrheit im Deutschen Ethikrat erklärte Ende Februar, dass der Hirntod – das unumkehrbare Erlöschen aller Hirnfunktionen – dafür ein geeignetes Kriterium sei. Sollten Christen auf dieser Grundlage ihre Organe spenden, fragte die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) evangelikale Ethiker.


Pro: Organspende ist eine zutiefst christliche Tat
Dafür ist Stephan Holthaus, Direktor des Instituts für Ethik und Werte an der Freien Theologischen Hochschule Gießen. „Seine Organe sterbenskranken Menschen zur Verfügung zu stellen, kann ein Inbegriff christlicher Nächstenliebe sein“, meint er. Dies sei eine zutiefst christliche Tat. Freilich sei die Frage, wann ein Mensch endgültig tot sei, immer umstritten gewesen. Es dauere Stunden, bis jedes Leben aus der letzten Zelle entwichen sei. Für wichtiger hält er die Frage, wann der Tod unumkehrbar eingetreten ist. Holthaus: „Hier ist der Hirntod eine begrenzte, aber die derzeit beste Todesdiagnose.“ Selbst die Kritiker der Hirntoddiagnostik hätten nichts gegen die Entnahme von Organen nach Hirntodfeststellung einzuwenden, wenn diese dem Willen des Spenders entspreche.

Voraussetzung für eine legitime Organspende sei, dass auf den Spender kein Druck ausgeübt werde, kein Geld fließe, mit dem Körper des Verstorbenen pietätvoll umgegangen und die Verteilung der Organe vor möglichem Missbrauch geschützt werde. Holthaus ist überzeugt, dass jeder Kritiker der Organspende umdenke, wenn er selber oder ein naher Angehöriger betroffen sei.

Kontra: Der „Hirntod“ ist nicht der Tod des Menschen

Anderer Ansicht ist der Dozent für Dogmatik und Ethik am Theologischen Seminar St. Chrischona (Bettingen bei Basel), Werner Neuer. Der Hirntod sei mit Sicherheit nicht der Tod des Menschen. Er werde in Deutschland diagnostiziert, wenn zwei Ärzte unabhängig voneinander das voraussichtlich Erlöschen aller Funktionen des Groß-, Klein- und Stammhirns feststellten. Neuer: „Damit ist zwar bei einer (leider nicht immer gegebenen!) richtigen Diagnose der Sterbeprozess eröffnet, aber noch keineswegs der Tod eingetreten.“ Der Körper des Hirntoten sei biologisch eindeutig noch am Leben: Denn mit Hilfe der Intensivmedizin seien etwa das Herz-Kreislauf-System, die Funktionen von Leber und Nieren sowie Wundheilung und Immunabwehr noch intakt. Selbst erfolgreiche Schwangerschaften seien nicht ausgeschlossen.

Aus diesen eindeutigen Lebenszeichen ergebe sich, dass der Hirntod als „Tod bei lebendigem Leib“ nicht der wirkliche Tod des Menschen sei. Der trete in der Transplantationsmedizin erst durch die Organentnahme ein. Sie müsse daher ethisch als Tötung bewertet werden, auch wenn sie mit Zustimmung des Patienten erfolge. Neuer: „Aus christlicher Sicht ist daher eine auf Hirntod beruhende Organtransplantation ethisch nicht zu bejahen.”


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Organspende

  1. Organspende - "Schweigen bedeutet keine Zustimmung"
  2. Staat greift aus Sicht der CDL selbstherrlich in Leben und Tod ein
  3. Nein zur Widerspruchslösung bei Organspende
  4. Papst wirbt für Organspende
  5. Mutter trägt todgeweihtes Baby aus: Für Organspende
  6. „Die ‚doppelte Widerspruchslösung‘ ist ein dreifacher Betrug“
  7. Organspende „berührt das Tötungstabu“
  8. Ablehnung der Organspende ist nicht weniger christlich als Zustimmung
  9. Der blinde Fleck in der Debatte um die Organspende
  10. Organspende - Dein Körper gehört mir?






Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Voll in die Falle getappt
  4. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  5. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  6. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  7. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  8. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  9. Die große Täuschung
  10. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  11. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  12. Islamismusforscherin Schröter: „Tja, liebe Freunde, was glaubt ihr eigentlich, was die Scharia ist?“
  13. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  14. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  15. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz