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Radikal, rechtsradikal, extremistisch

16. Februar 2016 in Kommentar, 38 Lesermeinungen
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Anmerkungen zu einer giftigen Begriffsbrühe. Gastkommentar von Martin Lohmann


Bonn-Berlin (kath.net) Einzelfall? Oder vielleicht doch eine nicht ganz untypische Situation für heute üblichen Sprachmissbrauch? Manche Begegnung scheint mehr als nur ein zufälliges Schlaglicht zu sein. Und deshalb schildere ich sie, wobei der konkrete Name nicht so wichtig ist. Es geht um ein – leider – aktuelles Symptom. Also:

Der Kollege ist öffentlich-rechtlich und bewegt sich im politischen Journalismus. Mit ihm komme ich am Flughafen in ein Gespräch über journalistische Verantwortung, zu der ja wesentlich der Umgang mit Sprache gehört. Falsche Begriffe schaffen Falsches, richtige Begriffe Richtiges. Das weiß man. Eigentlich. Und so stellt sich die Frage, ob manche Vertreter der Zunft heute absichtlich oder aus purer Unwissenheit im Blick auf jene, die sich dem gerade geltenden Mainstream zu widersprechen trauen, Eindrücke zulassen, die verheerend sind und Böses schaffen. Ich halte es nämlich für bedenklich und gefährlich, dass etwa aus dem politisch linken Spektrum jeder, der sich - logischerweise von links gesehen - in der Mitte oder in der demokratischen rechten Mitte aufhält, sich allzu schnell in einem Topf geworfen sieht, in dem man Begriffe wie "rechts", "rechtsradikal", "fundamentalistisch", "radikal", "extremistisch" und „intolerant“ zu einer giftigen und jeden vergiftenden Brühe zusammenrührt. Warum das so gefährlich ist?

Keine Sorge, ich komme auf den Kollegen wieder zurück. Doch zunächst: Aus gutem Grunde wollen und sollten wir Deutschen nichts mehr mit der braunen und rechtsradikalen Ideologie der Menschenverachtung zu tun haben. Die verbale Waffe, die der Begriff "rechtsradikal" beinhaltet, muss scharf und eindeutig bleiben! Deshalb ist es fahrlässig und höchst unverantwortlich, dass man die oben genannten Begriffe alle in einen Topf wirft. Wer etwa Lebensschützer mit dieser Giftbrühe überziehen will oder wer die legitime und eindeutig demokratische Position der rechten Mitte, die es genau so gibt wie die linke Mitte, mit rechtsradikal oder radikal gleichsetzt, der ist nichts anderes als ein geistiger Brandstifter und Produzent von Radikalismus und Radikalisierung.

Und genau das ist alles andere als gut. Denn diese Propagandisten, die letztlich gegen alles, was ihrem eigenen Denken nicht hundertprozentig entspricht, entwerten die verbale Waffe gegen Rechtsradikalismus, indem sie den Eindruck zulassen, dass dieser ja eigentlich nichts Schlimmeres sei als "rechts". So schafft man das, wovor man warnt - und bestätigt schließlich sich selbst, mit der Warnung doch Recht gehabt zu haben. Ganz abgesehen davon, dass die Rechtsradikalen oder Braunen - Stichwort Lebensschutz - meines Wissens nicht gerade dadurch aufgefallen sind, dass sie einen unbedingten und konsequenten Respekt vor dem Lebensrecht eines jeden (!) Menschen hatten oder haben. Genau das aber zeichnet Lebensschützer aus: unbedingter Respekt vor dem Lebensrecht eines jeden Menschen.

Und jetzt zurück zu dem Kollegen, den ich an die Verantwortung von "uns Journalisten" erinnerte, die im Umgang mit Sprache schlummert und uns fordert, zu einer maßstabsgetreuen Differenzierung beizutragen. Ich war nicht schlecht überrascht, als er mir sagte, er nehme Menschen wie mich schon als radikal wahr. Nach der Begründung gefragt, meinte er, ich würde ja etwa in der Abtreibungsfrage auf meinem Standpunkt beharren und die Gegenposition nicht als ebenso gerechtfertigt ansehen. Ich staunte - und stockte. Weil ich also für das Leben bin, bin ich "radikal" - mit allem, was da in der Begrifflichkeit - siehe oben - mitschwingt? Ich hatte logische Schwierigkeiten, diesem Gedanken zu folgen.

Auf Nachfrage erklärt mir der Kollege der ARD, der uns immer wieder die Politik so schön erklärt, für ihn sei es radikal, wenn man nicht auch die Gegenseite genauso verstehe und ihr dieselbe Berechtigung zukommen lasse. Ich sei eben radikal, weil ich nicht wahrhaben wolle, dass die Abtreibung ein ganz normaler gesellschaftlich anerkannter Weg sei, den ich eben nicht zulassen wolle. Und das sei halt intolerant und radikal. Schließlich sei Abtreibung in Deutschland ja erlaubt und irgendwie ganz normal.

Ich stutzte erneut nicht schlecht. Denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass der kompetente Kollege tatsächlich nicht wissen sollte, dass Abtreibung in Deutschland grundsätzlich verboten ist und der Staat nur unter bestimmten Voraussetzungen von der Strafe absieht, auch wenn der Eindruck entstehehen kann, dies sei „ganz normal“. Doch das wusste er wirklich nicht. Erstaunlich. Und als ich ihm von dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes erzählte, das in den 90er Jahren darauf hingewiesen hat, dass der noch nicht geborene Mensch von Anfang an eine Würde habe und zu schützen sei, rutschte ihm gar heraus, dass er dieses Urteil gar nicht kenne.

Weil ich aber immer noch nicht verstanden hatte, dass man radikal sein soll, wenn man nicht ebenso das Gegenteil seiner eigenen Überzeugung für richtig hält, und weil mir der Kollege sagte, man müsse doch stets Kompromisse machen, fragte ich ihn, ob es zwischen Leben und Tod eine Mischform gebe. Er winkte daraufhin ab. Auf meine Frage, ob man wirklich ein - mit all dem Klang des Undemokratischen, der da mitschwingen soll - Radikaler sei, wenn man zum Beispiel entschieden gegen die Todesstrafe eintrete und es nicht gut finden könne, wenn jemand für die Todesstrafe votiere oder werbe, ob also auch er, wenn er - wie ich vermute - ein entschiedener Gegner der Todesstrafe sei, als Radikaler bezeichnet werden wolle, beendete er das Gespräch und zog "einen Schlussstrich" mit dem Hinweis: "Ich habe mich Ihnen nicht verständlich machen können."

So kann man es auch sagen. Denn wenn man seiner "Logik" folgen würde, dann wären ja auch - das sagte ich ihm - das Grundgesetz radikal, das Bundesverfassungsgericht radikal, Papst Franziskus ein Radikaler, unsere Staatsspitze Radikale und so weiter. Ja, selbst Jesus Christus würde heute wohl als Radikaler beschimpft. Aber auch Konrad Adenauer und Ludwig Erhard, den man zu Lebzeiten eher einen Linken zu nennen pflegte. Und auf den Wortstamm des lateinischen „radix“, also Wurzel, will ich erst gar nicht eingehen. Wichtig ist heute, welchen Klang das Wort „radikal“ hat oder welche Konnotation ihm angeheftet wird.

Seither denke ich darüber nach, was mir ein wenig erschreckend durch dieses Gespräch (noch) deutlich(er) geworden ist: Wie und was können wir, vor allem die Journalisten tun, um eine Begrifflichkeit zu ermöglichen, die sowohl der Logik als auch der freiheitlichen demokratischen Grundordnung entspricht und ihr dient. Denn der Leichtsinn - oder ist es bewusste Zerstörung? -, mit dem heute eine giftige Begriffssoße allenthalben gekocht und geradezu als Zwangsernährung angeboten wird, ist höchst gefährlich.

Diejenigen, die fahrlässig mit dem Stigma-Stempel "Radikal" hantieren und ihn jedem, der sich dem diktatorischen Mainstream des absolutistischen Relativismus mit guten Argumenten fair und tolerant zu widersetzen traut, brutal freundlich und "besorgt" aufdrücken, sägen an unserer Demokratie und Freiheit. Es sind geistige Brandstifter, die durch unterlassene Differenzierung das wirklich Radikale und Undemokratische erst salonfähig machen - und exakt das produzieren, wovor sie anscheinend edel warnen. Mir, einem überzeugten Europäer und Deutschen, der sich dem Grundgesetz und seinem Artikel Eins freudig verpflichtet weiß und den Einsatz für das unteilbare Lebensrecht eines jeden Menschen für das Normalste hält, bereitet die perfide Verleumdung und das Unterdrücken legitimer Überzeugungen Sorge. Es ist nicht gut, wenn Diskreditierungen und Diskriminierungen zur Normalität avancieren.

Es mag etwas abgedroschen und einfach klingen, ist aber dennoch vielleicht nicht falsch: Wir brauchen dringend aufgeklärte und wirklich gebildete Journalisten, Medienleute mit demokratischer und freiheitlicher Kompetenz zur Verantwortung im Umgang mit Sprache und Begrifflichkeit! Jedenfalls dann, wenn uns ein guter Journalismus und eine lebbare Freiheit noch etwas bedeuten und wir sie auch morgen noch als Realität haben wollen.

Papst Franziskus unterstützt Marsch für das Leben/Berlin: ´Es ist sehr, sehr wichtig, was Ihr da macht!´ - Franziskus segnet spontan den Plastikembryo, den ihm Martin Lohmann gab


Foto Lohmann © Lohmann Media


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Lesermeinungen

 Anno Rasso 22. Februar 2016 
 

Journalistenpflicht: Für das Leben - so BVerfG

Vielen Journalisten verletzten in der Berichterstattung zur Abtreibung klar die – bindenden – Vorgaben des Verfassungsgerichts. Das Bundesverfassungsgericht verpflichtet Journalisten, für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder einzutreten: „Öffentlich-rechtlicher wie privater Rundfunk sind bei Ausübung ihrer Rundfunkfreiheit (Art. 5 Abs. 1 GG) der Würde des Menschen verpflichtet … ihr Programm hat daher auch teil an der Schutzaufgabe gegenüber dem ungeborenen Leben“ (BVerfG, 28.05.1993). Statt also Herrn Lohmann Radikalismus vorzuwerfen, sollte der ungenannte Journalist, seine Verfassungstreue beweisen und für das Lebensrecht einstehen.


2
 
 Anno Rasso 22. Februar 2016 
 

BVerfG: Vorrang des Lebensrechts

Erschütternd ist die Unwissenheit vieler Journalisten beim Thema Abtreibung. Die klare Position des Bundesverfassungsgerichts (Recht auf Leben für die ungeborenen Kinder) wird ignoriert und ein Recht auf Abtreibung (freies Wahlrecht) erfunden oder unterstellt. Das Bundesverfassungsgericht hat ganz anders geurteilt. Es schreibt:
„Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, menschliches Leben, auch das ungeborene, zu schützen. Diese Schutzpflicht hat ihren Grund in Art. 1 Abs. 1 GG; ihr Gegenstand und - von ihm her - ihr Maß werden durch Art. 2 Abs. 2 GG näher bestimmt. Menschenwürde kommt schon dem ungeborenen menschlichen Leben zu. Die Rechtsordnung muß die rechtlichen Voraussetzungen seiner Entfaltung im Sinne eines eigenen Lebensrechts des Ungeborenen gewährleisten. Dieses Lebensrecht wird nicht erst durch die Annahme seitens der Mutter begründet. …
Rechtlicher Schutz gebührt dem Ungeborenen auch gegenüber seiner Mutter.“ (BVerfG, 28.05.1993, Az.: 2 BvF 2/90 u.a.)


2
 
 Anno Rasso 22. Februar 2016 
 

"Radikal" kein neutraler/positiver Begriff

Der Begriff „radikal“ ist in Deutschland klar negativ belegt und wird entsprechend verwendet. Wer eine Position als „radikal“ bezeichnet, stigmatisiert sie, auch wenn radikal auch anders verstanden werden mag. Regelmäßig wird Radikal im Zusammenhang mit Linksradikal oder Rechtsradikal gebracht, wobei die Begriffe als Synonyme für Links- oder Rechtsextremismus verwendet werden. Wenn also ein Journalist Herrn Lohmann als „radikal“ bezeichnet ist dies eine klare Abwertung. Damit wird der Lebensschutz als radikale Position bezeichnet, was im Sprachgebrauch als extremistisch zu verstehen ist und verstanden wird. Letztlich werden damit alle (christlichen und nichtchristlichen) Lebensschützer als Radikale/Extremisten bezeichnet, also Feinde der Demokratie und des Grundgesetzes. Wer so abqualifiziert ist, vor dem darf man in der öffentlichen Diskussion warnen, seine Argumente ignorieren. Dies widerspruchslos hinzunehmen ist gefährlich.


2
 
 Hoppe 18. Februar 2016 
 

Kompromisse

@Skepticael
Wie ich bereits geschrieben habe, lässt sich mit dem Argument "Kompromiss" Alles und Jedes rechtfertigen. Gutes wie schlechtes. In der Geschichte der Menscheit sind schon viele grausame Dinge mit dem Argument des Kompromisses begangen worden. Natürlich leben wir in einem demokratischen Rechtsstaat und Entscheidungen desselben sind zu akzeptieren. Deshalb aber dürfen Christen doch auf Veränderung hinwirken. Das ist ihr gutes Recht. Sie müssen bestimmte Dinge eben nicht hinnehmen und können genausogut Lobbyarbeit betreiben. Interessant finde ich Ihr Argument zum BVG-Urteil von 1975, dass die Strafbewehrung erst nach der Nidation greift. Wahr ist aber auch, dass nur 7% der Abtreibungen vor der 5 Schwangerschaftswoche und demnach 93% nach der 5. Schwangerschaftswoche vollzogen werden (Quelle: pro-leben) Demnach teilt das BVG die katholische Auffassung zu 93%. Nicht schlecht! Anders ausgedrück: Es wäre viel ereicht, gelänge die Reduzierung von 100.000 Abtreibungen auf 7.000.


3
 
 Kephas_de 18. Februar 2016 

XTreme Logic Fail

Ich weiß nicht, ob es den Mitkommentatoren schon aufgefallen ist: Aber ich amüsiere mich darüber, dass der ARD-Kollege Martin Lohmanns Standpunkt nicht mindestens für genauso berechtigt halten konnte wie seinen eigenen.


2
 
 Rolando 18. Februar 2016 
 

Skepticael

Meine Religion ist röm. katholisch, Sie verweisen auf die Gründe der Gefahren fürs Leben hin, z. B. Waffengebrauch, oder Rauchen und Alkohol bei Schwangeren. Jede Schwangere weiß um die Schädlichkeit, wenn sie trotzdem tut ist es Unvernunft, bei Waffengebrauch steht eine Gefahrabwendung oder Verteidigung des Lebens im Raum, doch was haben soeben empfangene Kinder verbrochen, um inkaufzunehmen das sie getötet werden? Befassen Sie sich mal mit Zeugnissen kranker schwangerer Frauen, die ihr Leben für ihr Kind hingaben, anstatt sie zu töten um evtl. selbst zu Leben, sie legten ihr Leben in Gottes Hand, anstatt Hand am Leben unter ihrem Herzen anzulegen und anlegen lassen.


4
 
  18. Februar 2016 
 

@Rolando

Was Sie schreiben, mögen Sie glauben, mag Ihre Religion sein. Aber es ist genauso wenig oder genausoviel relevant wie die Beschneidung der Vorhaut im Judentum und Islam oder die Rolle des Blutes bei den Zeugen Jehovas (nur als Beispiele).
Sie sagen, im Lebensschutz kann es keine Kompromisse geben ... dann darf kein Polizist, kein Soldat seine Waffe einsetzen, wenn auch nur der Hauch der Gefahr besteht, einen Unschuldigen zu töten. "Keine Kompromisse" ... das sind Ihre Worte ... man darf also nicht mit einem Flugkörper das Haus eines IS Kommandeurs sprengen, wenn sich dort seine schwangere Frau aufhalten könnte.

Aber man könnte ("keine Kompromisse") ja auch gerne über das Verbot der Abtreibung regulatorisch hinaus gehen, oder? Also auch noch verbieten, das Schwangere rauchen, oder Alkohol trinken, oder Sport treiben ... einfach alles verbieten, was dem wachsenden Leben schaden könnte. ... In Ihrer Welt: Wann genau wird die Mutter zum Brutkasten ohne Grundrechte?


2
 
 Nachgedacht 17. Februar 2016 
 

Teil 1

als Mainstream sofort verdächtig ist. Ich glaube aber, dass gerade in der derzeitigen gesellschaftlichen Situation ein stabiler Mainstream für die Bewältigung der Herausforderungen notwendig ist. Breit getragene Meinungen stabilisieren den Zusammenhalt. Und wenn man für die eigenen Meinungen (noch) keine Mehrheiten hat, dann sollte man sich dafür einsetzen. Aber ohne die Mehrheitsmeinung im negativen konnotieren als Mainstream abzuwerten. Das mag nicht immer leicht sein und gelegentlich zu Frustratio führen, wenn es nicht gelingt und ich gebe zu, dass ich selbst meine Schwierigkeiten haben werde, wenn manche Meinung und politischen Einschätzung plötzlich zur Mehrheitsmeinung werden sollte. Mainstream als neutraler Begriff kann ich ganz gut akzeptieren. Immerhin ist nach langen Kontroversen es auch Mainstream, dass die Erde eine Kugel ist. War ja auch nicht immer so :-). Jetzt habe ich mich weit aus dem Fenster gelehnt, seid gnädig und fair damit.


2
 
 Nachgedacht 17. Februar 2016 
 

Schwierige Argumentationsmuster

Ich habe noch einmal länger nachgedacht :-), was mich am hier in dieser Weise veröffentlichten Kommentar so stört. Es ist nicht der Inhalt an sich sondern das Argumentationsmuster, das es zu analysieren geht. Es beginnt schon mit der Überschrift, die suggeriert, dass automatisch radikal automatisch zu rechtsradikal und extremistisch gemacht wird. Dann schreibt man sich selbst in die Opferrolle, bezeichnet Falsches als Falsches (das sind die anderen) und Richtiges als Richtig (das ist man selbst). In Zusammenhang mit der eigenen Opferrolle lassen also anders argumentierende das Richtige überhaupt nicht zu. Gelingt dieser Schritt, dann braucht man überhaupt nicht mehr in Erwägung zu ziehen, dass die andere Seite sinnvolle und gute Argumente hat, mit denen man sich beschäftigen sollte, sondern man kann sie elegant als per se abzulehnenden Mainstream darstellen. damit kann man aber auch ohne Probleme den Wert einer gesellschaftlichen Mehrheitsentscheidung aushebeln, da Mehrheitsmeinung als


2
 
  17. Februar 2016 
 

Ich stimme hier @Nachgedacht voll zu! (T2)

Mir fehlt auch - und Herr Lohmann umgeht das mit einer kleinen Anmerkung - die wesentliche Unterscheidung zwischen "radikal" (Wurzel) und "extrem" (jenseits der Grenze); die m.E. im allgemeinen Sprachgebrauch doch intuitiv gemacht wird.

Man korrigiere mich, wenn ich falsch liege, aber die sowohl bezüglich der Todesstrafe als auch bezogen auf Abtreibung haben wir mit den gegenwärtigen Regelungen einen breiten, demokratischen und rechtlichen Konsens.
Um es mal so auszudrücken: In der Gesellschaft ist die Todesstrafe ebensowenig ein Thema wie der §218. ... Und das haben dann auch Katholiken zu akzeptieren ... ebenso wie Muslime das Verbot der Vielehe, gemischten Sportunterricht oder Verbote von Verschleierung zu akzeptieren haben.

Will sagen: Theisten mögen sich eine andere Regelung wünschen ... aber diese Meinungen sind soweit in der Minderheit, dass es keinen Grund gibt, die (in den Medien) breit zu treten.
Oder mal anders: Was ist mit Druiden oder Jedi-Rittern?


1
 
  17. Februar 2016 
 

Ich stimme hier @Nachgedacht voll zu! (T1)

Ich möchte u.a. hinzufügen, dass die Vermengung von "absolut" und "relativ" im Begriff "absolutistischer Relativismus" schon alleine sprachlich schwierig bzw. unglücklich. Wie fortschreitender Stillstand? Negatives Wachstum?

Aber auch inhaltlich: Herr Lohmann mahnt völlig richtig (ggü. seinem Journalistenkollegen) an, dass Abtreibung grundsätzlich verboten ist und verweist dabei auf ein (bzw. zwei, wenn man das Urteil von 1975 hinzuzählt) Urteil des Bundesverfassungsgericht.
ABER zur Wahrheit gehört dann auch anzuerkennen, dass Artikel Eins und damit die Strafbewehrung erst "nach Abschluß der Nidation" greift (A.I.2; Gründe, Satz 4) ... also etwa ab dem Ende der zweiten Schwangerschaftswoche. Mitnichten (und das seit mehr als 40 Jahren) teilt das Gericht im Lichte unseres GG die katholische Auffassung.

Insbesondere ab Satz 158ff. wird nämlich - Stichwort "Kompromiß" - breit dargelegt, dass sich die Grundrechte der Mutter nicht im schieren Überleben erschöpfen.


1
 
 Hoppe 17. Februar 2016 
 

Widersprüchlich

Sehr geehrter Herr Lohmann, das Gespräch zwischen Ihnen und dem Kollegen ist sehr instruktiv, da es das Denken vieler Journalisten der öffentlich-rechtlichen Medien widerspiegelt. In der Art, wie man Ihnen Radikalität vorwirft, hätten Sie Ihrem Kollegen auch Radikalität in Bezug auf den sogenannten Schießbefehl von Frau Petry vorwerfen können. Denn in der veröffentlichten Meinung wurde es radikal abgelehnt, auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden auf Flüchtlinge zu schießen. Offensichtlich ist Radikalität nur dann erlaubt, wenn sie von der richtigen Seite eingesetzt wird. Die Frage die dahinter steckt und vor der sich alle drücken ist: Warum sollte das Töten unschuldigen und ungeborenen Lebens durch Abtreibung legitim, das Töten von unschuldigen Flüchtlingen an der Grenze hingegen illegitim sein?


2
 
 Nachgedacht 17. Februar 2016 
 

@Thomas05: Es ist keine Scheinfrage,

sondern ich möchte es gerne verstehen. da bleibt mir kein anderes Mittel, weil ich eine andere Einschätzung habe. Ich habe den Eindruck, dass ich mich durch Mediennutzung sehr gut und vielseitig informieren kann, und das eben immer in dem Bewusstsein, dass Medien eine Auswahl treffen (müssen). Gerade die öffentlich rechtliche Sender erscheinen mir da umfangreich zu informieren, Spartenmedien ergänzen das und über das Internet kann man selbst ausländische Berichterstattung verfolgen. So nehme ich zumindest für mich in Anspruch, ein umfassendes Bild der Flüchtlingsfrage bekommen zu haben. Ich nehme die Berichterstattung auch nicht selektiv christenfeindlich und ideologisch proislamisch war. Ich würde sagen, ich habe gerade in den letzten Monaten von allem auch das Gegenteil gesehen. Deswegen bin ich von Aussagen wie hetzerischer Medienmacht meilenweit entfernt.


2
 
 Talitha kumi 17. Februar 2016 
 

Die ideologische Basis des „Durchmarsches durch die Instanzen“ – Teil 2

Extremistisch bedeutet, zusätzlich Gewalt anzuwenden, um dadurch noch schneller zu sein und strebt deshalb auch immer die Diktatur als effektivste und umfassendste Form der Gewalt an. Die Deutungshoheit, ja Meinungsdiktatur (bei den Hauptmedien und im ÖR – also auch der ARD) wurde bereits erreicht …
Die Drohung mit einem „empfindlichen Übel“ schwebt doch bereits permanent im Raum – zwar nicht bezüglich sexueller Forderungen durch einen Täter wie beim Sexualstrafrecht, jedoch hinsichtlich einer geforderten geistig-ideologischen Unterwerfung und Prostitution innerhalb mafiöser Schweigekartelle, welche dann z.B. Rotherham erst möglich gemacht haben.
Der Andersdenkende wird – neuerdings versteckt - als Nazi bezeichnet. Populistischer und radikaler (schnelle, maximale Erfolge) geht es gar nicht: die denkbar schlimmste Beleidigung wird unter der volksverhetzenden Relativierung von Auschwitz angewendet.


2
 
 Talitha kumi 17. Februar 2016 
 

Die ideologische Basis des „Durchmarsches durch die Instanzen“ – Teil 1

Man muß davon ausgehen, daß insbesondere die Journalistik erfolgreich vom „Durchmarsch durch die Instanzen“ betroffen ist. Im Ergebnis dessen haben wir (keinen Gottesstaat, aber)einen fundamentalen Esoterikstaat, mit dem Nihilismus als Staatsdoktrin. Nach diesem Nihilismus gibt es keine Wahrheit, sondern man kann sich bestenfalls eine geeignete „Lüge“ heraussuchen. Dies dient zunächst dazu, auch der dümmsten und abstrusesten Ansicht eine Berechtigung zu verschaffen (willkürliche Behauptungen der Gendertheorie, aber auch der Glaube an finanz- und wirtschaftspolitische Behauptungen bis hin zum funktionierenden Perpetuum mobile) aber auch dazu, Wahrheiten und Fakten einfach ignorieren zu können.
Anschließend glaubt man allerdings wie gehabt, daß man im alleinigen Besitz der am besten passenden, selig machenden „Lüge“ ist.
Und dies wird dann – wie gehabt – radikal durchgesetzt, wobei radikal bedeutet: so viel wie möglich in kürzester Zeit erreichen.


2
 
 Thomas05 16. Februar 2016 
 

@Nachgedacht: Ihre Ignoranz befremdet mich

"Welche Ideologie meinen Sie denn"?

Mit dieser spöttischen Scheinfrage zum treffenden Posting von @Charlene entlarven Sie Ihre Ignoranz, denn in Ihrem eigenen Folgesatz stellen Sie fest: "Medien treffen doch immer eine Auswahl von Bildern und Kommentaren".

Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, dass es den von uns finanzierten Anstalten ARD und ZDF in den letzten Monaten auch nur ansatzweise darum gegangen wäre, ein komplettes und ausgewogenes Bild in der Migrationskrise zu erzeugen.

Denken wir nur an die Martyrien, welche die Minderheit von christlichen Flüchtlingen nun bei uns in den Asylunterkünften erleiden muss.

Wenn Sie in dieser Auswahl der Nichtberichterstattung keine antichristliche und gleichzeitig proislamische Ideologie wahrzunehmen vermögen, dann ist Ihnen wirklich nicht zu helfen.

Ich denke, Charlene hat genau über die Ohnmacht gesprochen, diese hetzerische Medienmacht auch noch zwangsfinanzieren zu müssen. Wenn ich abschalte, ändert das daran überhaupt nichts.


2
 
 ilomego 16. Februar 2016 

Radikalität als Offenbarung der eigenen Unwissenheit?

Zitat: „Doch das wusste er wirklich nicht. Erstaunlich.“
Ein Journalist pro Abtreibung, aber keine Ahnung von den Fakten. Ist das eine Ausnahme? Oder leben viele J. in ihrer rot-grünen Welt und beschäftigen sich immer weniger mit den Fakten? Dadurch würde auch erklärbar, warum das Undenkbare als weltfremd und somit als radikal eingeschätzt wird.
Andreas Englisch schrieb im Buch über Joh. Paul II (S. 300), er „… hatte kein Zweifel, dass das vermeintliche Wunder von Fatima nie stattgefunden hatte.“ Auf S. 303 wird deutlich, dass er weder etwas vom Sonnenwunder wusste, noch von den Zeugenaussagen. Er hatte sich (damals) noch nie damit beschäftigt, „wusste“ nur, es kann nicht sein – was auch immer.
Heute sind viele Journalisten für die „Ehe für alle“, ohne Ahnung der Fakten. So geben Homosexuelle in Studien immer an: Bei denen, die über 4 J. zusammen leben, haben über 70% eine offene Beziehung (z.B. Quelle Bochow, S. 39 in www.aidshilfe.de/sites/default/files/Bochowstudie_2012_Web.pdf


1
 
 Nachgedacht 16. Februar 2016 
 

@borromeo: Jetzt muss ich doch noch einmal

der Wortwahl widersprechen: Ich würde nicht gelenkt verwenden, weil das eine aktive Steuerung unterstellt. Damit bekommt es so etwas Verschwörerisches. Einem 'seitig geprägten Journalismus könnte ich zustimmen, da er der Analyse der Focus-Artikels eher entspricht.


1
 
 Nachgedacht 16. Februar 2016 
 

@borromeo: Da sind wir nicht auseinander,

ich bin kein Befürworter von Denkverboten. Ich für einen Meinungspluralismus und ich schreibe und lese gerade deshalb auch hier mit. Vielen Dank für den Artikel, ich habe ihn aufmerksam gelesen. In ihm steht aber auch: Journalisten selbst sehen sich gern in einer Wächterrolle, die sie unabhängig, objektiv und nur der Wahrheit verpflichtet ausfüllen. Bei näherem Hinsehen bekommt das hehre Bild freilich Kratzer.....Nun haben sicher auch Journalisten das Recht auf eine eigene Meinung. Aber es wäre naiv zu glauben, dass sich ihre Vorlieben und Abneigungen nicht in der täglichen Arbeit spiegeln und auswirken würden."
Das war Teil meines ersten Posts zu diesem Kommentar, der nur zunächst so neutral Beschreibend und Mahnend daher kommt. Ich finde so geht das auch bei einem Herrn Lohmann in einem solchen Forum nicht. Dass dies 'in dieser Umgebung nicht die vorherrschende Meinung ist' mag ja sein.


2
 
 borromeo 16. Februar 2016 

@Nachgedacht (5)

Noch ein Zitat aus dem genannten FOCUS-Artikel:

"Journalisten selbst sehen sich gern in einer Wächterrolle, die sie unabhängig, objektiv und nur der Wahrheit verpflichtet ausfüllen. Bei näherem Hinsehen bekommt das hehre Bild freilich Kratzer. So förderte eine repräsentative Befragung von Journalisten nach ihren politischen Vorlieben Eindeutiges zu Tage: Rund 35 Prozent der Medienmacher sympathisieren mit den Grünen, 25 Prozent favorisieren die SPD. Der Union sahen sich dagegen gerade mal 7,6 Prozent verbunden. Nun haben sicher auch Journalisten das Recht auf eine eigene Meinung. Aber es wäre naiv zu glauben, dass sich ihre Vorlieben und Abneigungen nicht in der täglichen Arbeit spiegeln und auswirken würden."

Eine andere Umfrage, die ich selbst vor kurzem gelesen habe besagt, daß die Sympathisanten von SPD und Grünen unter den Journalisten zusammen sogar auf 65%, also ca. 2/3 kommen.

Und da soll die Vorstellung von einem einseitig gelenkten Journalismus so abwegig sein?


6
 
 Nachgedacht 16. Februar 2016 
 

@Charlene

Das schöne an unserem System ist: Man muss nicht anschauen was man nicht möchte. Internet, Kabel- und Sat-Fernsehen bieten doch so viele Möglichkeiten. Da muss man bei keiner ideologischen Propaganda (für die ich ARD mit den ganzen Dritten und ZDF lange nicht halte) mitmachen. Wie kommen Sie eigentlich darauf, dass es ideologische Propaganda ist? Welche Ideologie meinen Sie denn? Medien treffen doch immer eine Auswahl von Bildern und Kommentaren.


2
 
 Cyprianus 16. Februar 2016 

Was ist Radikalität?

Gestern habe ich im Evangelium (Mt.) gehört.

Nachdem also die Vorhersage der Ankunft der Wahrheit (Gottes, des Vaters) als Mensch bzw. „im Fleisch“ aus den alten Schriften nachgewiesen ist (die Jesus Christus später durch viele Wunder bekräftigen wird), der „Menschensohn“ aus einer Frau geboren, getauft, vom Teufel in Versuchung geführt und die ersten Jünger beruft, beginnt er selbst, mit Worten „das Reich“ zu verkünden.
Seine vernichtende Kritik bezieht sich im Wesentlichen auf zwei Komplexe, indem der erste, die Anklage der „Gesetzesgerechtigkeit“, auf den zweiten, nämlich die Anklage der verborgenen Anbetung des Teufels (Beelzebul) im „Hausvater“, vorbereiten soll.
Die Trägheit des Gesetzesdienstes kritisiert er durch Enthüllung der verborgenen höheren Forderungen des Gesetzes, um dann die mit dem Teufel verbundene Erkenntnis des Vaters „auszutreiben“, was notwendig die Christenverfolgung provoziert: „den Vater kennt niemand, nur der Sohn und der, dem der Sohn es offenbaren will“.


1
 
 borromeo 16. Februar 2016 

@Nachgedacht (4)

... Der Medientheoretiker Norbert Bolz spricht Klartext: Seit Jahrzehnten dominierten die Linksintellektuellen den Diskurs, sie hätten 'das ausgeprägt, was wir Political Correctness nennen'. Daher gebe es nicht nur in der Welt der Kultur, sondern vor allem in den Massenmedien – auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk – einen 'massiven, linksgeprägten Diskurs'."

Der Artikel ist in Gänze sehr lesenswert. Und er bestätigt, was ich tendenziell mit "lenkender Presse" ausdrücken will. Das ist keine Verallgemeinerung und ist keine Verunglimpfung. Das sind Tatsachen, vor denen wir nicht die Augen verschließen sollten.


8
 
 Charlene 16. Februar 2016 

Zwangsgebühren abschaffen

Wir müssen die Zwangsfinanzierung von ARD und ZDF abschaffen. Das bedeutet die Chance, aus dem GEZ-System auszutreten. Dann können wir entscheiden: Will ich das Publikum ideologischer Propaganda spielen? Habe ich Lust dazu, mit Bildern und versteckten Kommentaren manipuliert zu werden? Genieße ich es, wenn Christus, die Kirche und ihre Lehre verspottet und verhetzt werden?

Ich könnte in Ruhe über die Fragen nachdenken und zu dem Schluss kommen:

Nö Charli, das willst Du nicht!

Ich könnte dann die Entscheidung auch umsetzen und denen einen Brief schreiben:

Liebe Propagandabude, ich kündige. Pfiat Eaner. Hummel Hummel. Tschüss. Adé. Servus.

Die schreiben mir dann zurück: "Ooch, das ist aber schade."

Das wars.


11
 
 borromeo 16. Februar 2016 

@Nachgedacht (3)

Sie empfinden mein Wort von einer 'entsprechend lenkenden Presse' verallgemeinernd und verunglimpfend? Darauf kann ich gerne erwidern, daß das nicht nur mein Empfinden ist oder ohne Begründung von mir einfach so dahergesagt wird. Im der Online-Ausgabe des Nachrichtenmagazins FOCUS, das heute auch eher dem Mainstream folgt, erschien erst vor kurzem der Beitrag "
Political Correctness; Was darf man in Deutschland sagen – und was nicht?", der in diesem Zusammenhang sehr interessant ist (www.focus.de/finanzen/news/tid-29319/political-correctness-klappe-zu_aid_911015.html).

Zwei Zitate daraus:

1) "Was als die gerade vorherrschende Meinung wahrgenommen wird, bestimmen die jeweilige Umgebung – etwa Familie, Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen – und die Medien [Anm.: !!!]. Und ob eine abweichende Meinung richtig oder falsch ist, ist gar nicht entscheidend – weit wichtiger ist, ob sie als moralisch gut oder schlecht dasteht."

2)"Denkschablonen statt ergebnisoffener Debatten – ...


3
 
 Bernade 16. Februar 2016 
 

Wahrheit

Mit dem Abflachen des Bildungsniveaus ist auch etwas verloren gegangen, was für eine Demokratie lebensnotwendig ist: Die Freude am Diskutieren und damit auch am Lernen und Nachdenken. Ich fürchte, wir sind in unserer Gesellschaft längst an einem Punkt angelangt, an dem die herrschende Meinung als „ewige“ Wahrheit gilt, über die nicht mehr diskutiert werden kann. Sicher - wir können auch nicht über die Wahrheit Gottes diskutieren. Aber wir haben sie!


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 NSDD 16. Februar 2016 
 

Abschied von der Demokratie

Man darf bei all dem nicht vergessen, dass es bei der Herrschaft über die Begriffe um eine Machtfrage geht. Es ist eine subtile Methode, die Demokratie auszuhebeln, indem ich mittels der Herrschaft über die Begriffe all diejenigen mundtod zu machen versuche, die nicht meiner Meinung sind. Die Methode ist nicht neu, aber immer noch erfolgreich. Da offenbart sich dann auch, dass der moderne "Liberale" alles ertragen kann, nur nicht, wenn jemand anderer Meinung ist. So ist der Begriff "Toleranz" zu einem Paradebeispiel dafür geworden, wie mit begrifflicher Verwirrung politische Macht ausgeübt wird. Mit größter Selbstverständlichkeit erwarte ich Achtung vor meinem eigenen Standpunkt. Vertritt ein Anderer aber einen anderen Standpunkt, der meinem widerspricht, erkläre ich ihn als intolerant, gerade deshalb, weil er einen eigenen Standpunkt hat!


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 ASchell 16. Februar 2016 
 

Der Begriff "Lebensschutz"

Der Begriff "Lebensschutz" oder "Lebensschützer" ist allerdings auch unglücklich gewählt. Konsequenterweise müsste es "Menschenlebensschutz" bzw. "Menschenlebensschützer" heißen.
Vielleicht tue ich dem einen oder der anderen Unrecht, aber ich denke, die Schnittmenge derer, die sich beim Marsch für das Leben und zugleich beispielsweise gegen Massentierhaltung engagieren, ist eher klein.

@Martin Lohmann: Ihre Reaktion auf "Nachgedacht" ist nun doch äußerst wohlfeil. Man kann sich immer darauf versteifen, dass man doch nur beschrieben habe, aber damit erübrigt sich jede Diskussion über Sprachgebrauch. Gerade wenn ich eindeutig negativ konnotierte Begriffe wie "diktatorisch" oder "absolutistisch" verwende, muss ich mir die Behauptung gefallen lasse, dass ich eben nicht nur beschreibe, sondern auch bewerte. Und selbst wenn ich nur beschreibe, müsste ich doch belegen können, wo genau der Mainstream diktatorisch und der Relativismus absolutistisch ist.


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 Nachgedacht 16. Februar 2016 
 

@borromeo

Ich halte weder rechts noch links schon für rechts- oder linksradikal. Und wenn eine Sprachverwirrung besteht, dann ist es gut sie zu benennen. Da stimme ich Lohmann durchaus zu. Ich finde auch, dass er eine radikale Position zur Abtreibung bezieht. Dies steht ihm zu und ich finde, dass sie nicht als rechtsradikal zu bezeichnen ist. Ich empfinde auch nicht die Gleichsetzung, wie Sie sie wohl erleben. Wenn es so ist, dann ist es doch gut sprachlich zu differenzieren. Das können wir zum Glück hier, Ich bin bei Ihnen, dass andere nicht zu verunglimpfen sind, finde aber den Begriff `'diktatorischer Mainstream' bei Lohmann aber auch Ihren verallgemeinernden Begriff einer 'entsprechend lenkenden Presse' als so etwas. Deswegen bei deutlicher Widerspruch an solchen stellen.


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 Chris2 16. Februar 2016 
 

Vergelt's Gott, Herr Lohmann

Sie bringen auf den Punkt, warum die "Fascho-Keule" letztlich unsere freiheitliche Gesellschaft bedroht. Und im Übrigen: Wer zieht denn die meisten, ach so schlimmen, "NS-Vergleiche" als Joker gegen alles und jeden, was ihnen nicht passt - und stumpft damit die Sensibilität der Gesellschaft gegen diese menschenverachtende Ideologie ab? Die "heldenhaften Widerstandskämpfer" von Linksaußen...


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 borromeo 16. Februar 2016 

@Nachgedacht (2)

Und er begründet das gut - am Beispiel seines Journalistenkollegen, der genau diese Taktik benutzt, sie aber nicht konsequent verfolgen kann, weil ihm die Argumente ausgehen. Begriffe wie rechts, erzkonservativ, erzkatholisch etc. werden heute dank einer entsprechend lenkenden Presse sofort mit rechtsradikal, extremistisch, neonazistisch und dann weiter mit pauschalen Kampfbegriffen wie intolerant, "homophob", mittelalterlich und was es noch so alles gibt gleichgesetzt.

Von einem guten Journalisten allerdings erwarte ich, daß er differenzierend schreiben kann, daß er informiert ist über das was er schreibt (das ist offensichtlich im von Martin Lohmann geschilderten Fall überhaupt nicht so) und daß er seine öffentliche Wirkung nicht mißbraucht, um Andersdenkende zu verunglimpfen.

Vor diesem Hintergrund führt Lohmann das Beispiel des Lebensschutzes an, weil da vieles so läuft wie geschildert. Das ist keine Vermischung, sondern belegt zu 100% seine Aussage!

Also: Nachgedacht!


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 borromeo 16. Februar 2016 

@Nachgedacht (1)

Verehrter "Nachgedacht", ich denke auch nach, selbst wenn ich diese Tätigkeit nicht in meinem Pseudonym führe. Und ich komme dabei auf so ziemlich dieselben Ergebnisse, die Martin Lohmann hier so eindrücklich und deutlich schildert.
Es ist wirklich so: In der begrifflichen Darstellung ist Links weitestgehend identisch mit gut, Mitte auch noch, denn da wollen alle hin, Rechts ist schlecht und verabscheuenswert. So wird es dargestellt, mit voller Absicht und so falsch wie es ist. "Links" und "rechts" haben ihren Ursprung aus der Sitzordnung im Parlament und worden später als Synonym für die entsprechenden politischen Strömungen gesetzt. Extreme außerhalb des demokratischen Spektrums gab es damals auch schon - auf beiden Seiten. Heute aber wird "rechts" bereits mit rechtsextrem oder rechtsradikal gleichgesetzt, Martin Lohmann bezeichnet diese absichtliche Sprachverwirrung als "Giftbrühe". Und das zurecht, so vergiftet man das gesellschaftliche Klima!


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 Seramis 16. Februar 2016 
 

@Nachgedacht

Stimmt, der Rest des Absatzes ist auch nicht besser. Das begegnet einem hier häufiger, dass man anderen etwas vorwirft, was man selber praktiziert (vgl. "Fear" vs. "Kommunistenzombie").

"Radikal" finde ich übrigens durchaus positiv. Der Begriff ist leider durch seinen politischen Missbrauch überlagert worden, im Sinne von übertrieben, verbohrt, fanatisch bis hin zu gewalttätig. Radikal bedeutet aber eigentlich "von der Wurzel her", also urtümlich, oder sagen wir lieber: konsequent. Also gut.

Bin ich radikal? Ich hoffe es. Radikaler Christ sein bedeutet, Gottes Wort als Ausgang, Zentrum und Maßstab seines Lebens zu nehmen. Das schließt aber auch die für mich unbequehmen Seiten ein. Wer bei Abtreibung, HS, Zölibat auf der richtigen Seite steht, aber etwa in puncto Subsidiarität, Keuschheit oder beim Umgangston patzt, ist nicht radikal, sondern lau, im biblischen Sinne.


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 Amanda1975 16. Februar 2016 
 

@Nachgedacht: Hätten Sie das getan,

was Ihr Username sagt, dann würden Sie nicht "geistige Brandstiftung" beim Autor erkennen. Martin Lohmann ist vielmehr einer der wenigen in Deutschland, die genau davor warnen und das mit Recht tun. Auch mangelnde sprachliche Sensibilität kann man ihm nicht vorwerfen, ganz im Gegensatz zu manchen Schreiberlingen einst renommierter deutscher Tageszeitungen (wie z.B. die FAZ).
Lesen Sie, verstehen Sie... und ziehen Sie die Konsequenzen. Dann würde die Gesellschaft um einiges besser, gesünder und vor allen Dingen befreiter.


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 Antigone 16. Februar 2016 
 

@Nachgedacht

Ich kann Ihnen da jetzt echt nicht folgen. "Geistige Brandstiftung" finde ich da schon ein bisschen hochgegriffen. Freilich ist der vorletzte Absatz in seiner Absolutheit unzulässig apodiktisch, aber im Großen und Ganzen kann ich Herrn Lohmann zustimmen. Allerdings bin ich nicht der Meinung, dass sein konkretes Beispiel pars pro toto für den heutigen Journalismus steht.


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 Martin Lohmann 16. Februar 2016 
 

@Nachgedacht

Upps! Wenn habe ich denn da unbeabsichtigt getroffen? Liest sich aufschlussreich - auch wenn "Nachgedacht" im Unterschied zu mir anonym veröffentlicht. Aber: Danke für diese bemerkenswerte Bestätigung! Nicht jede maßstabsgerechte Beschreibung ist automatisch eine "Verunglimpfung", was mir fern liegt. Aber umgekehrt tarnt sich eben manche Verunglimpfung als Beschreibung, und wenn man das enttarnt, schreit mancher eben auf ....


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 Nachgedacht 16. Februar 2016 
 

Fast wäre ich Lohmann auf den Leim gegangen,

und ich hätte es geglaubt, dass er sich als "Journalist" für eine bessere Sprache einsetzt. Zwei Gründe, warum man auch er aus meiner Sicht aufpassen sollte: Er vermischt den zu Recht zu kritisierenden Sprachgebrauch sofort mit seinem Einsatz für den Lebensschutz. Ich finde, hier sollte ein Journalist zu mehr Distanzierung fähig sein. Vielmehr widerspricht er aber sich selbst, wenn er im vorletzten Absatz den "diktatorischen Mainstream des absolutistischen Relativismus" bemüht, dem man sich mit guten Argumenten widersetzen muss. Das ist aus meiner Sicht genau die Art von geistiger Brandstiftung, die Lohmann selbst anprangert. Die andere Seite mit Kampbegriffen zu verunglimpfen um damit sich selbst, die eigene Position darüber zustellen. So nicht. Auch diktatorisch ist ein Kampfbegriff, wie ich an anderer Stelle schon einmal ausgeführt habe. Radikal finde ich übrigens noch nicht so dramatisch, weder als Begriff noch in der Meinung. Man muss es sich dann halt auch sagen lassen...


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 Amanda1975 16. Februar 2016 
 

Lieber Herr Lohmann,

danke, danke, danke!!!


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