Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  6. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  7. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  8. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  9. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  10. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  11. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  12. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  13. Wir machen da was mit Medien
  14. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  15. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier

'Bis zum Tod blieb sie ihrem Ruf einer bösen, verstockten Frau treu'

9. Mai 2016 in Chronik, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Margot Honecker war die meistgehasste SED-Funktionärin nach Stasi-Chef Mielke – Bei Trauerfeier mit Angehörigen, chilenischen Kommunisten und „Ewiggestrigen mit DDR-Fahnen“ sei der Sarg mit christlichen Symbolen geschmückt gewesen


Berlin/Santiago de Chile (kath.net/idea) Die am 6. Mai im Alter von 89 Jahren in Chile gestorbene Margot Honecker (Archivfoto aus dem Jahr 1986) gehört zu den wenigen Menschen, „bei deren Tod einem partout nichts Positives einfallen will“. Diese Ansicht vertritt der Direktor der Stasi-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe, in der „Bild am Sonntag“. Margot Honecker – dritte Ehefrau des DDR-Staatschefs Erich Honecker (1912–1994) – war von 1963 bis 1989 Volksbildungsministerin. Knabe: „Was so harmlos klingt, war in Wirklichkeit eine Schlüsselposition im SED-System. Denn die Kommunisten hingen der Vorstellung an, sie müssten einen ‚neuen Menschen‘ kreieren.“ Das zentral gelenkte Schulsystem sei zum wichtigsten Instrument zur Erziehung „sozialistischer Persönlichkeiten“ geworden. Millionen DDR-Bürger hätten unter dieser „Rotlichtbestrahlung“ leiden müssen. Wer sich dieser Art staatlicher Inanspruchnahme entzogen habe, dem sei es schlecht ergangen: „In der Regel durfte er kein Abitur machen, geschweige denn studieren.“ Davon betroffen waren auch viele Christen, denen so berufliche Chancen genommen wurden. Wer sich dem SED-Regime offen widersetzte stand, so Knabe, sogar in Gefahr, in einem der berüchtigten Jugendwerkhöfe zu landen. In diese Arbeitslager seien jährlich rund 2.000 Jugendliche eingewiesen worden. Viele litten bis heute unter den Folgen der brutalen Umerziehung. Knabe: „Margot Honecker hat all dies stets verteidigt.“ Einem Strafverfahren habe sie sich durch ihre Flucht nach Chile entzogen. 26 Jahre habe sie eine auskömmliche Rente aus Deutschland erhalten, die sie selbst als „unverschämt niedrig“ bezeichnete. Knabe: „Es war diese Impertinenz, die sie in der DDR zur meistgehassten Funktionärin nach Stasi-Chef Erich Mielke machte. Bis zu ihrem Tod blieb sie ihrem Ruf einer bösen, verstockten Frau treu.“


1990 hatte das Ehepaar Honecker Asyl bei Pfarrer Holmer erhalten

An der Trauerfeier für Margot Honecker nahmen in Santiago de Chile rund 50 Personen teil. Darunter waren laut Medienberichten Familienangehörige, Mitglieder der Kommunistischen Partei Chiles und „Ewiggestrige mit DDR-Fahnen“. Der Sarg sei mit christlichen Symbolen geschmückt gewesen. Am 9. Mai soll der Leichnam von Margot Honecker eingeäschert werden. Anfang 1990 hatte das Ehepaar Honecker zehn Wochen Asyl im Pfarrhaus von Uwe Holmer und seiner Familie im brandenburgischen Lobetal erhalten, nachdem es obdachlos geworden war. „Wir konnten doch nicht das Vaterunser beten und dann sagen, wir vergeben allen, bloß den Honeckers nicht“, begründete Holmer seine Haltung. Die DDR-Behörden verwehrten acht seiner zehn Kinder trotz bester Zeugnisse den Besuch der Oberschule – aus ideologischen Gründen. Die verantwortliche Bildungsministerin war Margot Honecker.

Archivfoto Honecker im Jahr 1986 © Wikipedia/Bundesarchiv Bild/CC BY-SA 3.0 de


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kommunismus

  1. Der Tod ist ein Kommunist
  2. China: Wie es der regimetreuen und der Untergrund-Kirche zwei Jahre nach dem Abkommen ergeht
  3. Stalin wollte Beziehungen mit dem Heiligen Stuhl aufnehmen
  4. Mit Marxscher Blindheit geschlagen
  5. Münchner Erzbischof würdigt den Theoretiker des Kommunismus
  6. Prag: Kardinal sieht Überstellung Berans als Demokratie-Mahnung
  7. Das Seufzen der 90 Millionen Toten
  8. „Christenverfolgung von Kaliningrad bis zum Pazifik“
  9. Marx' Gespenster spuken weiter!
  10. Über 20 Jahre Christen bespitzelt: Wolfgang Schnur gestorben







Top-15

meist-gelesen

  1. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  2. Fatima-Tag in Berlin
  3. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  4. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  5. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  6. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  7. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  8. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  9. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  10. Im Licht der Liebe
  11. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  12. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  13. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  14. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein
  15. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz