Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  4. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  8. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  9. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  10. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  11. „Das Ende von Maria 2.0“
  12. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  13. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  14. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  15. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein

Bischöfe fordern Gedenkstätten für in der NS-Zeit ermordete Roma

13. November 2016 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


KZ-Transporte vor 75 Jahren "dunkelstes Kapitel einer jahrhundertelangen Diskriminierung und Ausgrenzung", weiteres Schweigen darüber schaffe bloß "weiteres Unrecht"


Eisenstadt (kath.net/KAP) Österreichs Bischöfe haben ein würdiges Gedenken an jene Roma und Sinti gefordert, die Opfer der Zeit des Nationalsozialismus (1938-1945) wurden. Zurecht würde die jetzige Generation der seit 1993 anerkannten Volksgruppe fragen, wo die verschollenen und ermordeten Eltern, Großeltern und Familienangehörigen sind, betonten die Bischöfe am Freitag zum Abschluss ihrer Herbstversammlung in Eisenstadt. Erst die Erinnerung an die Opfer erlaube jene "Reinigung des Gedächtnisses, die für ein respektvolles und friedliches Zusammenleben notwendig ist". Jeder Mensch habe Anspruch auf eine Grabstätte, "zumindest aber auf eine Gedenkstätte", hieß es in der Erklärung.

Vor genau 75 Jahren habe mit den ersten Transporten in die NS-Vernichtungslager das "dunkelste Kapitel in einer jahrhundertelangen Geschichte der Diskriminierung und Ausgrenzung von Roma und Sinti" begonnen, erinnerten die Bischöfe. Nur zehn Projekt der rund 11.000 Roma und Sinti, die 1938 in Österreich lebten - 8.000 von ihnen allein im Burgenland - hätten die "systematische Verfolgung und geplante Vernichtung" überlebt. Wie die Bischöfe betonten, sei selbst nach Kriegsende die Politik der Ausgrenzung lange fortgesetzt worden. Nur am Stadt- bzw. Ortsrand seien Siedlungen von Roma und Sinti erlaubt gewesen.


Eindringlich warnten die österreichischen Bischöfe vor einem Schweigen über diese Ereignisse, welches bloß ein "neues Unrecht" gegenüber den Roma und Sinti schaffen würde. Aus kirchlicher Sicht sei das von Papst Franziskus ausgerufene "Jahr der Barmherzigkeit" Anlass, hier aktiv zu werden: Das "Siebente Werk der leiblichen Barmherzigkeit" - nämlich die Bestattung von Toten - sei "so zu fassen, dass zumindest ein würdevolles Gedenken für jene möglich wird, die Opfer der NS-Vernichtungspolitik wurden und deren Leichname namenlos verschollen sind".

Auch in der katholischen Kirche in Österreich habe es hinsichtlich der Roma und Sinti "Jahrhunderte der Versäumnisse" gegeben, bekannten die Bischöfe. Erst in den letzten Jahrzehnten habe man mit einer spezifischen seelsorglichen Begleitung dieser Gruppe begonnen. Wichtige Schritte seien dabei 1992 die Einsetzung eines österreichweit verantwortlichen Seelsorgers durch die Bischofskonferenz gewesen, sowie 1995 die zusätzliche Betrauung eines Bischofs für diese Aufgabe. Worauf es dabei ankomme, sei genauso die konkrete Hilfe in den spezifischen Lebenssituationen von Roma und Sinti wie auch die "Weitergabe des Glaubens in Wertschätzung ihrer Geschichte und Kultur".

Archivvideo: Papst Franziskus empfängt Sinti und Roma zur Audienz /2015)


Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Minderheiten

  1. Scheuer bei Roma-Wallfahrt: Gegenseitiges Misstrauen überwinden
  2. Pakistan: Christensprecher Bhatti fordert Minderheitenminister







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Initiative Pro Fide Ecclesiae richtet dringenden Appell an deutsche Bischöfe
  3. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“
  4. „Das Ende von Maria 2.0“
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. „Die katholische Kirche ruht auf zwei Säulen ihrer sichtbaren Einheit: Petrusamt und Eucharistie“
  7. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  10. Papst: Sexueller Missbrauch in erster Linie ein menschliches Problem
  11. Europas Zukunft im Licht des Evangeliums
  12. Europa kann nur aus seinem Gedächtnis Zukunft gewinnen
  13. Grenzen überwinden, ohne die Wahrheit zu verlieren
  14. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  15. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz