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Irakischer Erzbischof kritisiert Waffenhandel

24. Mai 2017 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Erzbischof Sleiman von Bagdad appelliert an OSZE und internationale Staatengemeinschaft, die Kriege zu beenden und Waffenlieferungen zu verurteilen


Wien (kath.net/Missio): „Wir müssen die Kriege absolut beenden. Man kann nicht sagen, dass man den Krieg bekämpft, aber gleichzeitig Waffen verkaufen. Der Krieg ist immer ein Übel und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, appellierte Jean Benjamin Sleiman, Erzbischof von Bagdad an die OSZE und die internationale Staatengemeinschaft bei einer Pressekonferenz am Dienstag, den 23. Mai im Missio-Haus. Stattdessen solle man das Geld, das für den skandalösen Waffenhandel und den Krieg ausgegeben wird, in den Wiederaufbau des Irak stecken, so der Erzbischof weiter. „Es ist wichtig, dass die Christen in den vom IS befreiten Norden des Irak zurückkehren, aber sie haben Angst. In ihren Häusern leben nun muslimische Familien. Niemand weiß, was in diesen Gebieten, um die sich mehrere Volksgruppen streiten, nach dem IS passiert“, berichtet Sleiman. Die Welt müsse helfen, im Irak einen wirksamen Rechtsstaat und eine wirkliche „Modernität“ aufzubauen, eine Kultur der Vernunft.


Einsatz für verfolgte Christen

Anwesend waren bei der Pressekonferenz Pater Karl Wallner, Nationaldirektor von Missio-Österreich, Herbert Rechberger, Nationaldirektor von „Kirche in Not-Österreich“ und Dr. Gudrun Kugler, Wiener Gemeinderatsabgeordnete. Sie setzen sich gemeinsam für den Schutz der verfolgten Christen im Nahen Osten ein: „In einigen Ländern des Nahen Ostens, auch im Irak, gibt es systematische Verfolgungen, Vertreibungen und Exekutionen von Christen, die vom europäischen Parlament als Völkermord eingestuft werden“, berichtete Kugler.
Schätzungen Zufolge wird der Wiederaufbau der christlichen Dörfer in der Ninive-Ebene an die 250 Millionen Dollar kosten. Kirche in Not hilft bereits mit 450.000 Euro.

Erzbischof Sleiman auf Reise durch Österreich

Erzbischof Sleiman wird diese Woche mit Missio durch Österreich reisen. „Das wird vor allem ein geistliches Programm sein“, erklärt Wallner. „Wir wollen gemeinsam für die Christen im Irak beten und auf die Lage der verfolgten Christen aufmerksam machen.“ Am Dienstag ist noch ein Termin bei dem OSZE-Vorsitzenden und Außenminister Sebastian Kurz geplant. Am Donnerstag, am Fest von Christi Himmelfahrt, wird der Erzbischof von Bagdad gemeinsam mit Kardinal Christoph Schönborn im Stephansdom das Hochamt feiern. Am Freitag, den 26. Mai wird ein Gebetsabend für die Christen im Irak im Stephansdom stattfinden. Weitere Gebetsveranstaltungen gibt es in Graz, Linz und Mariazell mit Bischof Krautwaschl und Bischof Scheuer.


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