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Hohe Sicherheitsvorkehrungen in Rom vor Papstaudienz für Erdogan

2. Februar 2018 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Türkischer Staatschef kommt am Montag in den Vatikan


Rom-Vatikanstadt (kath.net/KAP) Vor dem Besuch des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan erhöht Italiens Hauptstadt Rom die Sicherheitsvorkehrungen. Von Sonntag bis Montagabend werden das historische Stadtzentrum und der Bereich rund um den Vatikan verstärkt abgesichert, wie italienische Medien am Donnerstag berichteten. Mehr als 3.000 Sicherheitskräfte sind demnach zwischen Vatikan und Quirinalspalast sowie der Via Veneto, wo sich Erdogans Hotel befindet, im Einsatz. In diesem Bereich soll auch ein Demonstrationsverbot gelten. Italienische Kurden haben in Rom Protestaktionen angekündigt.


Erdogan wird am Sonntagabend in der italienischen Hauptstadt erwartet. Am Montag wird er zunächst von Papst Franziskus im Vatikan empfangen; im Anschluss trifft sich der türkische Staatschef mit Italiens Präsident Sergio Mattarella und Regierungschef Paolo Gentiloni.

Erdogan hatte im Dezember mit dem Papst telefoniert und ihm seine Besorgnis über die Israel-Politik von US-Präsident Donald Trump dargelegt. Laut der regierungsnahen türkischen Zeitung "Sabah" ging es in dem Gespräch um den Erhalt des Sonderstatus Jerusalems. Dieser sei ein Schlüssel zur Stabilität in der Region, so dass keine falschen Schritte unternommen werden dürften, gab "Sabah" Quellen aus dem Präsidialamt wieder.

Eine Vatikan-Sprecherin bestätigte damals, das Telefonat habe auf Initiative Erdogans stattgefunden. Zu den Inhalten machte sie keine Angaben. Über Themen des privaten Gesprächs mit dem Papst am Montag wurde bisher nichts bekannt. Neben der Jerusalem-Frage könnte es auch um Migration gehen. Bei Menschenrechtlern steht die Türkei aktuell auch wegen ihrer militärischen Offensive in Nordsyrien in der Kritik.

Papst Franziskus war von Erdogan bei seinem Türkei-Besuch 2014 in Ankara empfangen worden. Nun treffen die beiden erstmals im Vatikan zusammen. Der Heilige Stuhl und die Türkei nahmen 1960 unter Papst Johannes XXIII. (1958-1963) volle diplomatische Beziehungen auf. Diese wurden zuletzt getrübt, als Franziskus 2015 die Massaker an den Armeniern öffentlich als "Völkermord" bezeichnete. Ankara zog zwischenzeitlich seinen Vertreter beim Heiligen Stuhl ab. Erst 2016 kehrte Botschafter Mehmet Pacaci nach Rom zurück.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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