Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vertrauenskrise in der Kirche
  2. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  3. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  4. „Ut unum sint“ - Wahrheit, Tradition und sichtbare Communio
  5. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  6. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  7. Sacrosanctum Concilium: Die Liturgie und das Geheimnis Christi
  8. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  9. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  10. Vatikan veröffentlicht die Leitlinien für den Umsetzungsweg der Synode über die Synodalität
  11. Yoga-Kongress am Geburtsort des heiligen Franz Xaver
  12. Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 ‚beunruhigend‘ und ‚verblüffend‘
  13. Nach Gipfelkreuzschändung: 18-Jähriger stellt neues selbstgebautes Kreuz auf
  14. Trend unter jungen New Yorkern: Gemeinsam zur Sonntagsmesse gehen
  15. „Synodenbericht präsentiert einen toxischen ‚Paradigmenwechsel‘“

Faßmann: Religiöse Bildung ist ‘wichtige Grundlage der Erziehung’

3. Februar 2018 in Deutschland, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bildungsminister in "Furche"-Interview: Bin "keiner, der Religion aus Kindergärten und Schulen verbannen will" - Überlegung, eine Unterrichtsstunde Religion an Fach Ethik abzugeben.


Wien (kath.net/ KAP)
Ein Bekenntnis zur religiösen Bildung als "wichtige Grundlage der Erziehung" hat Bildungsminister Heinz Faßmann abgelegt. "Zu wissen, was moralisch gesehen richtig und was falsch ist", sei bedeutsam für die ethische Fundierung und Persönlichkeitsentwicklung Heranwachsender, sagte er in einem Interview für die aktuelle Ausgabe der Wochenzeitung "Die Furche" (1. Februar). Er sei deshalb "auch keiner, der Religion aus Kindergärten und Schulen verbannen will", so Faßmann. Er habe immer gesagt: "Österreich ist ein religionsfreundliches Land. Aber Österreich ist auch ein religionsneutrales Land." Mit diesem Weg sei man in Österreich gut gefahren, und, wie der Minister hinzufügte, "das stimmt auch mit meinem persönlichen Weltbild überein".

Zu dem im Regierungsprogramm festgehaltenen Vorhaben, "Modelle eines kooperativen und dialogischen Religionsunterrichts weiterzuführen", erklärte Faßmann: Es sei wichtig, dass sich Kinder im Religionsunterricht - unabhängig von ihrem eigenen Glauben - auch mit den Inhalten anderer Religionen auseinandersetzen. Es reiche nicht aus, bloß zu wissen, dass es fünf Weltreligionen gibt. "Hier gibt es sicher auch im Islam zu wenig aufklärerische Momente."


Faßmann plädierte in diesem Zusammenhang für mehr Angebote für islamische Religionspädagogik an den Unis wie jenem an der Universität Wien, die mit der Implementierung eines islamisch-theologischen Bachelorstudiums eine Vorreiterrolle einnehme. Voraussetzung dafür seien freilich entsprechend qualifizierte islamische Theologen.

Ethikunterricht mit Vorbehalten

Zurückhaltend äußerte sich der Minister zum schulpolitischen "Dauerbrenner" Ethikunterricht. Dieses als Schulversuch in der Sekundarstufe II laufende Unterrichtsfach auf alle Schulstufen auszuweiten, würde in Zeiten großen Spardrucks "eine signifikante finanzielle Herausforderung darstellen". Den Hinweis der "Furche", Ethikunterricht sei seit 20 Jahren ausdiskutiert und evaluiert, und die darin ausgebildeten Lehrkräfte würden ebenso lange auf eine rechtliche Verankerung ihrer Tätigkeit warten, beantwortete Faßmann mit einer Gegenfrage: "Was raten Sie mir also?" Darauf die "Furche"-Interviewer Otto Friedrich und Doris Helmberger: "Umsetzen! Schließlich ist es problematisch, wenn immer mehr Schüler keine religiöse und ethische Bildung erhalten."

Faßmann "sehe das genauso", wie er sagte. Zugleich gab er zu bedenken, dass angesichts eines "bekenntnisorientierten Unterrichts" wie dem Fach Religion zu diskutieren sei, "ob man diesem auch eine Stunde wegnehmen und zur Ethik geben soll". Faßmann: "Die Frage ist, wie sich die Kirchen dazu verhalten. Das ist nicht einfach."

Mehr politische Bildung notwendig

Zur NS-Liedgut-Affäre um den FPÖ-Politiker Udo Landbauer merkte Faßmann an: "Wo bleiben die Lehren aus der Geschichte? Warum wird das alles so wenig reflektiert?" Nach einem offenen Brief von rund 200 Universitätsangehörigen gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus, den auch mehrere Theologen unterzeichneten, habe er mit den Rektoren und einigen Professoren gesprochen und "ihnen auch versprochen, weiter wachsam zu sein".

Rekrutierungsversuche von Pennäler-Burschenschaften an Schulen, durch die Jugendliche womöglich mit neonazistischem Gedankengut in Kontakt kommen, könne er als Bildungsminister nicht verhindern. "Wenn es um einen Verstoß gegen das Verbotsgesetz geht, ist der Fall klar", wies Faßmann hin. "Aber ansonsten kann ich hier keine Zensurbehörde sein." Es gebe ja auch politische Vorfeldorganisationen am anderen Ende des politischen Spektrums. In der Schule brauche es "umso dringlicher politische Bildung - und zwar eine ausgewogene, die die jungen Menschen nicht manipuliert".

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Religionsunterricht

  1. Lehrermangel – Ende des römisch-katholischen Religionsunterrichts in Österreich?
  2. Australien: Maßregelung für Kritik an LGBT-freundlichem Lehrplan
  3. Faßmann: Ab 2020 Ethikunterricht ab der 9. Schulstufe
  4. Plädoyer für Paradigmenwechsel im schulischen Religionsunterricht
  5. Ein Plädoyer für den Religionsunterricht
  6. Grüner Vorstoß: Religionsunterricht Christen, Juden, Muslime
  7. „Symbol“ Auferstehung: Religionslehrerin kritisiert Religionsschulbuch
  8. Faßmann: Religionsunterricht hat fixen Platz an Schulen
  9. Regierungsparteien brechen Lanze für Religionsunterricht
  10. Religionsunterricht vernebelt den Glauben






Top-15

meist-gelesen

  1. „Leo macht Schluss mit ‚Doppelstandards‘: Warum der deutsche Synodale Weg ins Stocken gerät“
  2. „Puff für alle“: Entsetztes Kopfschütteln über Sexualkunde-Aufgabe an katholisch geprägtem Gymnasium
  3. Vertrauenskrise in der Kirche
  4. Vatikan korrigiert argentinische Bischöfe: Gläubige dürfen kniend und auf die Zunge kommunizieren
  5. Kardinal Eijk: Synodenbericht der Arbeitsgruppe 9 muss zurückgewiesen werden
  6. 'Gut' gebrüllt, Löwe?
  7. Komm, o Geist der Heiligkeit! Aus des Himmels Herrlichkeit!
  8. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  9. 'Ich denke, dass Gott der Größte ist! Er kann alle Türen für uns öffnen'
  10. Rom und die orientalisch-orthodoxen Kirchen seit Fiducia supplicans
  11. Nach Gipfelkreuzschändung: 18-Jähriger stellt neues selbstgebautes Kreuz auf
  12. Trend unter jungen New Yorkern: Gemeinsam zur Sonntagsmesse gehen
  13. „Synodenbericht präsentiert einen toxischen ‚Paradigmenwechsel‘“
  14. „Die Genderideologie ist zutiefst reaktionär“
  15. Unternehmer Guido Quelle: „Ich bin aus der evangelischen Kirchengemeinschaft ausgetreten“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz