Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  3. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  6. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  7. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  8. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  11. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  12. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  13. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  14. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  15. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘

Faßmann: Religionsunterricht hat fixen Platz an Schulen

30. September 2018 in Österreich, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bildungsminister beim "Tag der Religionslehrer" im Stephansdom: "Religionsunterricht wird es auch in Zukunft geben, mit oder ohne Staatsvertrag" - Schönborn: Große Fragen der Menschheit nicht dem politichen Mainstream oder der Wirtschaft überlassen


Wien (kath.net/KAP) Bildungsminister Heinz Faßmann räumt dem konfessionellen Religionsunterricht einen fixen Platz in Österreichs Bildungslandschaft und an Schulen ein. Es sei notwendig, der Gesellschaft eine ethische Fundierung zu geben und Glaubensgrundsätze weiterzuvermitteln, sagte Faßmann am Mittwoch beim ersten "Tag der ReligionslehrerInnen" vor 1.200 Fachkräften aus ganz Österreich im Wiener Stephansdom. "Religionsunterricht wird es auch in Zukunft geben, mit oder ohne Staatsvertrag." Denn "das Transzendente" habe einen Platz im Bildungssystem gefunden und werde ihn auch immer wieder finden.
An der im Regierungsprogramm festgeschriebenen Einführung eines verpflichtenden alternativen Ethikunterrichts halte er nach wie vor fest, im Moment werde über ihre Finanzierung diskutiert. Dessen geplante Einführung sei nur eine von 136 Maßnahmen des Regierungsprogramms im Bildungsbereich und Maßnahmen, die Geld kosteten, seien immer schwieriger umzusetzen, räumte der Minister ein. Österreich sei allerdings eine pluralistische Zuwanderungsgesellschaft, "wir haben plötzlich eine Religionsthematik, die wir gemeinsam klären müssen".
Ein Konkurrenzprojekt zum Religionsunterricht wolle er damit aber sicher nicht etablieren, sondern "eine Alternative zum Kaffeehaus". "Ich will das nicht gegeneinander ausspielen, sondern verstehe es als eine komplementäre Ergänzung", so Faßmann. Er könne sich sogar vorstellen, dass der Ethikunterricht zu weniger Abmeldungen vom Religionsunterricht führen könnte, indem die Beschäftigung mit dem Transzendenten im Ethikunterricht den Schülern als "Appetizer" diene.


Schönborn: Gesellschaft braucht Religionsunterricht

Dass die Gesellschaft den Religionsunterricht braucht, betonte auch Kardinal Christoph Schönborn. Die großen Fragen der Menschheit dürften nicht dem politischen Mainstream oder der Wirtschaft überlassen werden. Wenn Generationen heranwachsen ohne eine Spur von Religionsunterricht, "wäre das eine Katastrophe für die Gesellschaft". Er sei froh darum, "dass wir diesen Stachel in unserem Gesellschaftssystem eingebaut haben und diese Fragen ihren Platz in unserem Bildungssystem haben".
Schönborn hatte bei der Gesprächsrunde ebenfalls für ein Pflichtfach Ethik geworben. Die derzeitige Möglichkeit, sich vom Religionsunterricht abzumelden, sei zwar in der Religionsfreiheit begründet. "Aber es stellt sich schon die Frage, ob diese Rahmenbedingungen wirklich Naturgegebenheiten sind - das sind sie nicht." Grundsätzlich zeigte sich Schönborn mit der Rolle der Religion im Bildungsbereich in Österreich zufrieden. Über das Konkordat seien "die großen Fragen der Religion" vom Kindergarten bis zu den Universitäten verankert, die Religionslehrer seien hier "Platzhalter der Transzendenz".

Einen wichtigen Unterschied zwischen Ethik- und Religionsunterricht strich die Schulamtsleiterin der Erzdiözese Wien, Andrea Pinz, heraus. Das "Besondere am Religionsunterricht sind die Personen, die authentisch von der Sache betroffen sind und die als ganze Person für das stehen, was sie unterrichten".
Konfessionen arbeiten zusammen
Pinz warb auch für eine stärkere Zusammenarbeit der Religionen an Schulen. Denn die religiöse Landschaft werde dort immer pluraler und auch die Zahl jener Schüler, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, sei im Steigen begriffen. Sie verwies auf ein gemeinsames Projekt mit der evangelischen und orthodoxen Kirche, das sich gerade im Versuch befinde und in dessen Rahmen Lehrer der Konfessionen stärker zusammenarbeiten und den Unterricht gemeinsam gestalten. Ein "zukunftsfähiges" Modell, wie Pinz meint, denn es bilde die Gesellschaft ab, stelle das Gemeinsame der christlichen Konfessionen in den Mittelpunkt, leugne aber auch die Unterschiede nicht, sondern ermögliche, ein Miteinander zu erlernen.
Für die Wiener Pastoraltheologin Andrea Lehner-Hartmann ist Religionsunterricht u.a. jener Ort, "wo Kinder lernen, Fragen nach Endlichkeit, Gott oder den Sinn des Lebens zu stellen". Schließlich gehe es in einer immer pluraler werdenden Gesellschaft aber auch darum, zu lernen, "wie es uns gelingt, in so einer Gesellschaft friedvoll zusammen zu leben". Schule müsse einen Ort für solche Fragen bereitstellen, "ansonsten fehlt der Bildung selber auch ein wichtiger Aspekt". Es könne nicht alles mathematisch aufgelöst werden, insofern spiele Religion hier eine bestimmte Sichtweise ein, die nicht durch andere ersetzbar sei.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Religionsunterricht

  1. Lehrermangel – Ende des römisch-katholischen Religionsunterrichts in Österreich?
  2. Australien: Maßregelung für Kritik an LGBT-freundlichem Lehrplan
  3. Faßmann: Ab 2020 Ethikunterricht ab der 9. Schulstufe
  4. Plädoyer für Paradigmenwechsel im schulischen Religionsunterricht
  5. Ein Plädoyer für den Religionsunterricht
  6. Grüner Vorstoß: Religionsunterricht Christen, Juden, Muslime
  7. „Symbol“ Auferstehung: Religionslehrerin kritisiert Religionsschulbuch
  8. Regierungsparteien brechen Lanze für Religionsunterricht
  9. Religionsunterricht vernebelt den Glauben
  10. Faßmann: Religiöse Bildung ist ‘wichtige Grundlage der Erziehung’






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  3. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  4. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  5. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  6. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  7. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  8. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  9. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  10. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  11. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  12. Rückflug des Papstes von Teneriffa nach Rom um mehrere Stunden verzögert
  13. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  14. Nach Störung einer Messe in Osnabrücker Kirche: Drei Personen stellen sich der Polizei
  15. 'Ein Akt der Hoffnung': US-Bischöfe weihen die USA dem Heiligsten Herzen Jesu

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz