Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  5. Der anderskatholische Papstkritiker
  6. Bätzing gegen Papst Leo
  7. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  8. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  11. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Drei Stunden im Fegefeuer
  14. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  15. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist

Kardinal Kasper: Franziskus ist ein prophetischer Papst

21. Februar 2018 in Weltkirche, 52 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Früherer Präsident des Einheitsrates: In der Ökumene "wäre theologisch mehr möglich als wir gegenwärtig tun" - Franziskus gehe es um "eine grundsätzliche Neuausrichtung am Evangelium" - Kasper: Priesterweihe für "viri probati" gegen Priestermangel


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der frühere Kurienkardinal Walter Kasper lobt die Amtsführung von Papst Franziskus und hat seiner Überzeugung Ausdruck verliehen, dass in der Ökumene "theologisch mehr möglich ist als wir gegenwärtig tun". Die Amtsführung des Papstes habe "etwas Prophetisches", so Kasper am Montag in einem Interview mit der katholischen Nachrichtenagentur "Kathpress". Franziskus sei der erste "nach-konstantinische Papst", weil er nicht aus dem Bereich des alten Römischen Reiches komme, sondern aus der südlichen Hemisphäre. Damit leite er eine neue Epoche der Kirche ein: eine Kirche, "im missionarischen Aufbruch, eine arme Kirche für die Armen".

Besonders gut komme das in seiner Sprache, seinen Gesten und seinem Amts- und Lebensstil zum Ausdruck, so Kasper. Franziskus gehe es um "eine grundsätzliche Neuausrichtung am Evangelium". "Wie alle Propheten und Jesus selbst" errege der Papst damit Anstoß und werde verkannt. Seine Reformen der Kurie und anderer Institutionen seien nicht sein Hauptanliegen, so Kasper. Das werde oft missverstanden.


Die Amtsführung des Papstes sei ein "Pontifikat großer prophetischer Perspektiven", die Franziskus selbst nicht alle werde zu Ende führen können. Kasper, der den Papst bereits als Erzbischof von Buenos Aires kennenlernte, hofft aber, "dass seine Impulse weit über dieses Pontifikat hinaus wirken". "Ich bin dankbar für dieses Pontifikat", sagte der Kardinal.

Kasper war von 1999 bis 2010 Leiter des Päpstlichen Ökumenerates und davor Bischof von Rottenburg-Stuttgart (1989-1999). Am 5. März feiert er seinen 85. Geburtstag.

In Ökumene mehr möglich

In der Ökumene sind nach Ansicht des Einheitsrats-Leiters mehr konkrete Schritte möglich. Nach dem Reformationsjahr 2017 komme es darauf an, dessen Früchte umzusetzen "in konkrete Vereinbarungen und Annäherungen, die Bestand haben. Sonst verfliegt alles wieder", meinte Kasper in dem Interview.

Gemäß dem Schritt-für-Schritt-Prinzip von Papst Franziskus sollten die Kirchen "jetzt die Schritte tun, die möglich sind", so der Kardinal. Seiner Ansicht nach "wäre theologisch mehr möglich als wir gegenwärtig tun". Mit der evangelisch-lutherischen Kirche etwa sei man "in der Eucharistie- und Amtslehre zwar nicht völlig einig, aber doch sehr, sehr nah". Viele theologische Arbeiten, auch im Dialog mit den Ostkirchen, verstaubten in Regalen, anstatt dass die Kirchen die Impulse wirklich aufgriffen.

Die Idee sogenannter "viri probati" - die Priesterweihe für lebenserfahrene, bewährte und verheiratete Männer - hält Kasper für eine Möglichkeit, dem Priestermangel zu begegnen. Man solle "gründlich und zeitig darüber nachdenken: Welche Leute für welche Situationen brauchen wir, wie soll deren Ausbildung aussehen?". Mit einzelnen ständigen Diakonen könne man "anfangen und mit ihnen modellhaft einen Weg ausprobieren". Entscheiden müssten das die Bischöfe. Die Regelform in der katholischen Kirche bleibe aber der zölibatäre Priester, so Kasper.

Copyright 2018 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kasper

  1. Kardinal Kasper erinnert sich wertschätzend an Benedikt XVI./Ratzinger - „Kennen uns seit 1963“
  2. Kasper erstaunt über Reaktion in Deutschland auf das Papstschreiben
  3. Kasper: „Deutschland nicht der allerlebendigste Teil der Weltkirche“
  4. „Warum schwärzt Kasper jetzt Müller quasi als 'Luther redivivus' an?“
  5. Kardinal Kasper sieht Ökumene in "Zwischenphase"
  6. Rudert Kardinal Kasper zurück?
  7. Zorniger Kardinal Kasper bläst zum Halali auf Vatikanmitarbeiter
  8. Kardinal Kaspers neues Büchlein ist „widersprüchlich“
  9. Kasper laut Medien: Schweigen von Franziskus bedeutet Zustimmung
  10. Kasper: Häresie-Vorwurf gegen Papst "völlig unangebracht"







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  3. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  4. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  5. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  6. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  7. ‚Lieber ein ‚Fanatiker‘ als ein Verräter für Kataris und Dschihadisten‘
  8. Benedikt XVI.: „Wir fragen uns jedoch: Warum empfinden wir Angst vor dem Tod?“
  9. Eine unzählbare Schar von Zeugen - Heiligkeit kennt keine Grenzen
  10. Der unbekannte Bekannte: St. Martin
  11. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  12. Allerheiligen oder Heilige für alle?
  13. Schmunzelnder Papst scherzt mit Basketballern seiner früheren Uni
  14. „Die Heiligen sind keine kleine Gruppe Auserwählter, sondern eine unzählige Schar“
  15. „Wenn Gott uns erschaffen hat, so bedeutet dies, dass Er einen Plan für unser Leben hat“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz