Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  2. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  3. ‚Ein Doktor der Theologie hat keine Ahnung von der Auswirkung von Gruppeneffekten‘
  4. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  5. Bätzing gegen Papst Leo
  6. Der anderskatholische Papstkritiker
  7. Kirchenhistoriker Wolf: Erwarte von Leo XIV. in Sachen Kirchenreform nichts
  8. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  9. Scott Hahn: Die frühe Kirche war nicht protestantisch
  10. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  11. Musikerlegende Bob Dylan bei Papst Leo XIV. im Vatikan
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Drei Stunden im Fegefeuer
  14. „Das Leben mit Jesus muss zu hundert Prozent gelebt werden – sonst lohnt es sich nicht!“
  15. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist

Das Reich Gottes - um was muss es uns gehen?

11. November 2018 in Spirituelles, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben (Mt 6,33). Spirituelle Gedanken von Stefan Fleischer.


Grenchen (kath.net)
Vor nicht allzu langer Zeit habe ich wieder einmal eine Reich-Gottes-Predigt erlebt, in welcher es um ein Reich in dieser Welt ging, um eine Welt, in welcher Friede und Gerechtigkeit herrschen und diese Schöpfung nicht immer mehr zerstört wird. Ist das wirklich jenes Reich, welches diese Schrift-stelle meint? Wird dabei nicht schlicht überlesen, dass es auch um "SEINE Gerechtigkeit" gehen muss? Natürlich kann dieses "seine" beides bedeuten, die Gerechtigkeit dieses irdischen Reiches wie die Gerechtigkeit Gottes. Aber wenn es um unsere irdische, menschliche Gerechtigkeit gehen würde, wäre dann dieser Einschub nicht überflüssig? Und ist nicht auch schon dieses "SEIN Reich" eindeutig das Reich Gottes, und nicht ein Reich von uns Menschen?

Wenn wir die Schrift nach "Reich Gottes" durchsuchen, dann finden sich viele Stellen, welche eindeutig von jenem ewigen Reich sprechen, zu welchem wir hier auf Erden erst unterwegs sind. Es gibt aber auch Stellen, welche mit diesem Ausdruck klar etwas bezeichnen, welches sich in dieser Welt hier und jetzt ereignet, was schon angebrochen, zu uns gekommen ist.


Gemäss der erwähnten Predigt sollte es uns darum gehen, dieses Reich hier und jetzt aufzubauen, auch wenn wir wissen, dass dieses nie ganz, und schon gar nicht sofort realisierbar ist. Irgendwann und auf irgendeine Art und Weise wird es schlussendlich doch Realität werden. Im Verständnis der Prediger meiner Jugend musste es uns immer zuerst darum gehen, dieses im Himmel bereits existierende Reich zu suchen, unseren Weg durch diese Welt als unseren Weg zu dieser unserer ewigen Heimat zu verstehen, entsprechend zu gehen und nicht davon abzuweichen. Sollte dies aller Anstrengungen zum Trotz doch einmal passieren, müssten wir sofort wieder umzukehren um mit Blick auf Gott und an seiner Hand wieder neu zu beginnen. Etwas überspitzt ausgedrückt, die moderne Predigt wollte aus uns die Baumeister eines Reiches Gottes hier und jetzt machen, in der vorkonziliaren Sicht waren wir einfach Pilger unterwegs zu diesem Reich.

Um was muss es uns also gehen? Matthäus fährt fort: "Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage." In der Parallelstelle bei Lukas heisst es: "Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn euer Vater hat beschlossen, euch das Reich zu geben. Verkauft eure Habe und gebt den Erlös den Armen! … Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz." (Lk 12,33-34) Es geht also irgendwie um beides. Doch es gibt eine Reihenfolge. Zuerst muss es uns immer um das ewige Reich Gottes gehen. Dann werden wir auch bereit sein "unsere Habe zu verkaufen und den Erlös den Armen zu geben" damit unser Herz "droben" bei Gott sei. Je mehr wir aber in diesem Sinn und Geist leben, wird desto schneller und nachhaltiger wird auch diese Welt hier und jetzt besser, friedlicher, gerechter, desto weniger wird auch die Schöpfung zerstört werden.

Auch Christus, unser Bruder und Herr, ist nicht Mensch geworden, um eine bessere Welt hier und jetzt zu errichten. Dazu hätte er nicht im Stall geboren werden, und dann sein Leben hingeben müssen "um sein Volk aus seinen Sünden zu erlösen." (Ps 130,8 / Mt 1,21). Er ist gekommen, um den Willen seines Vaters zu erfüllen und uns am Kreuz den Weg in die ewige Heimat wieder zu erschliessen. Diesen Weg zu gehen, seine Jünger zu sein, unser Kreuz auf uns zu nehmen wo seine Nachfolge dies erfordert und das Kreuz unseres Nächsten tragen zu helfen, wo uns dies möglich ist, oder wie Papste Franziskus formulierte: "mit dem Kreuz Christi zu den Menschen gehen", das erwartet der Herr von uns. Und das gelingt uns umso besser, je entschiedener es uns um sein (Gottes) ewiges Reich geht. Denn dann wird der Herr uns jenen Frieden und jene Gerechtigkeit schenken, welche diese Welt nicht zu geben vermag, welche aber das wahre Heil unserer Welt bedeuten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Spiritualität

  1. „Auferstanden bin ich und bin nun immer bei Dir“
  2. Spiritualität verbessert Lebensqualität von Krebspatienten
  3. Gebetsgemeinschaft RSK hat aktuell 300.000 Mitglieder weltweit
  4. Gebetsnacht in Zürich
  5. Dank an und Ehre für die Muttergottes
  6. Kinder gestalteten Meditationen für Papst-Kreuzweg am Karfreitag
  7. Jeder soll sich fragen: Was will der Herr uns durch diese Zeichen sagen?
  8. Turnovszky: Pandemie-Geschehen ein moderner "Kreuzweg"
  9. "Den Weg Gottes finden"
  10. Er ist da – er, der König, der alles in seinen Händen hält.







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Tragödie in Florida: Pilot betete kurz vor Flugzeugabsturz das Vaterunser
  3. Schwindler feierte im Bistum Turin monatelang Messe und hörte Beichten
  4. Regensburger Bischof Voderholzer: „Jungen Menschen zuhören und Perspektiven aufzeigen“
  5. Die ersten US-Märtyrer für die Heiligkeit der Ehe: Seligsprechung der Märtyrer von Georgia
  6. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  7. Neuer Visitator für Medjugorje: Cavina folgt auf Cavalli
  8. Der Tod unter dem Horizont der Auferstehung und die Hoffnung auf das ewige Leben
  9. Der katholische Osten in der Analyse
  10. „Die Kirche gewinnt an Kraft dank eines Anstiegs bei den Konversionen zum Katholizismus“
  11. Manuel Ostermann: „Ich möchte hier widersprechen, liebes WDR“
  12. ‚Entschuldigung, aber … was?‘
  13. Sozialbeauftragter des Papstes bringt Spenden in die Ukraine
  14. IMABE: Sterbehilfe-Entwicklung in Belgien wirft Fragen auf
  15. Papst in Argentinien von Präsident Milei empfangen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz