Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  4. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  5. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  6. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  7. US-Katholiken mehrheitlich für die Todesstrafe
  8. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  9. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?
  10. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  11. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  12. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  13. Griechisch-orthodoxe Bischöfe üben scharfe Kritik an EU-Plänen zu Abtreibungsfonds
  14. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  15. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung

Sri Lanka: Kardinal mahnt Christen zu Ruhe und Vergebung

23. April 2019 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Erzbischof Ranjith im "Vatican News"-Interview nach Terror-Anschlägen: Aufruf zu Besonnenheit, "sodass keiner Selbstjustiz übt und die Beerdigungen in Ruhe stattfinden können" - Regierung gefordert, Hintergründe genau und "korrekt" zu untersuchen


Colombo-Vatikanstadt (kath.net/KAP) Der Erzbischof von Colombo, Kardinal Albert Malcolm Ranjith, hat nach der tödlichen Anschlagsserie auf Kirchen und Hotels die Christen zur Besonnenheit aufgerufen. Im Gespräch mit "Vatican News" sagte der Kardinal am Ostermontag auch, die Terrorakte hätten ihn überrascht, die Spannungen zwischen Muslimen, Buddhisten und Christen auf Sri Lanka seien seit Jahren verhältnismäßig gering gewesen.

Er habe noch am Sonntag die Kirche in Colombo aufgesucht, in der eine Bombe rund 50 Menschen mit in den Tod gerissen hatte. Danach habe er die Gläubigen auf Sri Lanka zur Besonnenheit gemahnt, "sodass keiner Selbstjustiz übt und die Beerdigungen in Ruhe stattfinden können", sagte der Kardinal: "Ich habe an die Katholiken appelliert, dass sie dem Beispiel Jesu Christi folgen, der am Kreuz jenen vergeben hat, die ihn kreuzigten."

Bei der Anschlagsserie auf Kirchen und Hotels in verschiedenen Orten auf Sri Lanka starben nach vorläufiger Bilanz fast 300 Menschen. Aus Sicht des Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Sri Lanka waren die Terrorakte nicht vorherzusehen. "Nein, wir waren überrascht, denn seit zehn Jahren gab es kein solches Ereignis hier", sagte der Kardinal. Und er fügte hinzu: "Die Lage war alles in allem eher friedlich, und die Touristen kamen gerade zurück ins Land, die Wirtschaft erholte sich, wir hatten viele Hoffnungen."


Das Attentat sei "merkwürdig" gewesen, unterstrich der Erzbischof. "Es gab zwar einige Spannungen zwischen der islamischen Gemeinschaft und der (buddhistischen) Mehrheit, aber ich hätte nicht gedacht, dass die Lage so dramatisch sei, um ein Attentat von dieser Art zu haben."

Die Regierung müsse die Hintergründe genau und "korrekt" untersuchen, forderte der Kardinal. Er deutete an, dass internationale Verbindungen hinter der Terrorserie stehen könnten, hielt zugleich aber fest, dass lokale Gruppen sie ausführten. "Man kann nicht den Finger auf eine bestimmte Gemeinschaft richten, wir müssen intelligent sein", so der Erzbischof von Colombo: "Wenn die Regierung ihre Autorität ausübt und den Fall gründlich untersucht, kann sie diese Zellen finden, es sind kleine Gruppen. Und wenn sie sie findet und neutralisiert, wird die Lage wieder zur Normalität zurückkehren."

Die Regierung Sri Lankas machte indessen eine einheimische radikal-islamische Gruppe für die Anschläge verantwortlich. Demnach soll die Gruppe National Thowheeth Jama'ath die Selbstmordattentate verübt haben. Außerdem erklärte ein Regierungssprecher, die Attentäter hätten Unterstützung von einem internationalen Netzwerk gehabt.

Kardinal Ranjith vertraut eigenen Aussagen zufolge auf die Zusammenarbeit zwischen den Religionen. "Zwischen der islamischen und den anderen Gemeinschaften besteht hinreichend Frieden und Eintracht. Wir können diese Situation noch mehr entwickeln." Die internationale Gemeinschaft solle nach den Attentaten die Regierung und die lokalen Religionsführer dabei unterstützen, eine Lösung zu finden, aber ohne sich in innere Angelegenheiten des Landes einzumischen.

Noch am Ostermontag wollte Ranjith Krankenhäuser aufsuchen, die nach den Attentaten Verwundete behandeln. "Leider haben einige Familien alle verloren: Vater, Mutter, Kinder. Alle beim selben Attentat gestorben. Diese Dinge sind wirklich sehr, sehr traurig. Man weiß nicht, was wir diesen Menschen sagen können, denn sie waren zum Gebet gegangen, zum Herrn." Unter den Christen herrsche derzeit "viel Angst und Unsicherheit".

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto Kardinal Ranjith (c) Wikipedia/Janaka Pradeep /CC BY-SA 3.0


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sri Lanka

  1. Keine Ministrantinnen im Erzbistum Colombo (Sri Lanka)
  2. Muslim in Sri Lanka nicht von Christen ermordet
  3. Sri Lankas Kirche öffnet nach Anschlägen Schulen und Kirchen
  4. Beten für Sri Lanka mit „Kirche in Not“
  5. Nach zwei Wochen wieder Sonntags-Messen in Sri Lanka
  6. Vermummungsverbot nach Terroranschlag in Sri Lanka erlassen
  7. Dramatisches Echo auf Terrorakte in Sri Lanka auch in Ostkirchen
  8. Kirche in Sri Lanka kritisiert Versäumnisse im Sicherheitsapparat
  9. Sri Lanka: „Das ganze Land steht unter Schock“
  10. Die Bombe explodierte in der Gebetsstille nach der Hl. Kommunion






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  4. Australischer Forscher Andrew Lowenthal analysiert Zensur in Deutschland
  5. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  6. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  7. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  8. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  9. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  10. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  11. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  12. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  13. Papst Leo XIV: Meinungsfreiheit auch im Westen beschränkt
  14. 'Exportweltmeister in Moral, ansonsten Beobachter an der Seitenlinie. Beschämend'
  15. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz