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Forderungen – ein Weg in eine bessere Welt?

3. Juni 2019 in Spirituelles, 5 Lesermeinungen
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"Fordern, demonstrieren und protestieren sind heute große Mode. Aber wenn ich die Schrift lese, so habe ich bisher keine Stelle gefunden, welche eine solche Haltung rechtfertigen würde." Spiritueller Impuls von Stefan Fleischer


Grenchen (kath.net/sf) Einer aus der Volksmenge bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht? Dann sagte er zu den Leuten: Gebt Acht, hütet euch vor jeder Art von Habgier. Denn der Sinn des Lebens besteht nicht darin, dass ein Mensch aufgrund seines großen Vermögens im Überfluss lebt. (Lk 12,13-15)

Fordern, demonstrieren und protestieren sind heute große Mode. Aber wenn ich die Schrift lese, so habe ich bisher keine Stelle gefunden, welche eine solche Haltung rechtfertigen würde. Christus hat keine, weder soziale noch politische, Forderungen an die Gesellschaft oder an bestimmte Gruppen von Menschen aufgestellt. Er hat nirgends zum Klassenkampf aufgerufen oder zu einer Revolution, und als man ihn zum – weltlichen - König ausrufen wollte, da zog er sich zurück (vgl. Joh 6,159). Er hat auch nie Unzufriedenheit geschürt oder gar Neid. Nie hat er uns auf eine bessere Welt hier und jetzt vertröstet. Er versprach, uns eine Wohnung beim Vater zu bereiten, ohne zu verschweigen, dass der Weg dorthin nicht immer leicht und mit vielerlei Mühe und Leid gespickt sein kann. Er selbst ist in Knechtsgestalt in dieser Welt erschienen und ging seinen Weg, zwar als geistiger, aber nie als weltlicher Führer. Und schlussendlich siegte er durch seine Ohnmacht am Kreuz, durch die Ohnmacht seiner Liebe. Er war gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.


Natürlich was es auch ein Ziel des Herrn diese Welt zu verbessern. Er wusste aber ganz genau, dass mit dem Kampf gegen all die "Bösen" dieser Welt, die Reichen und Mächtigen etc. (womit dann meist einfach die Reicheren und Mächtigeren gemeint sind) oft nur noch mehr Elend und Leid in diese Welt gebracht wird. Er führte den Kampf gegen das Böse und den Bösen, den Widersacher, gegen jenen, welcher mit seiner eigentlich herausragenden Stellung im ewigen Reich Gottes nicht zufrieden war und deshalb den Gehorsam verweigerte. Diesem waren unsere Stammeltern auf den Leim gekrochen. Diesen Ungehorsam von uns Menschen zu sühnen ist Christus Mensch geworden. Und dabei hat er unsere Freiheit nicht angetastet. So wie er aus freiem Willen dem Vater gehorsam war, so sollen nun auch wir mit seiner Hilfe, aus freiem Willen, aus Liebe zu Gott, ihm gehorsam sein. Je mehr Menschen sich zu einer solchen Liebe entscheiden, desto mehr nähert sich die Welt wieder jenem Zustand, den Gott in seinem Schöpfungsplan für sie vorgesehen hatte.

Das gilt dann natürlich auch, ja wahrscheinlich noch mehr, wenn es um unser direktes Verhältnis zum Nächsten geht. Auch hier schaden Forderungen meist mehr als sie nützen. Auch hier sollte es uns immer zuerst darum gehen, die Anforderungen Gottes an uns zu erfüllen, unseren Weg zu Gott zu gehen und auf seine Vorsehung zu vertrauen. In der Schrift findet sich dazu ein Wort des Herrn, das für unsere weltlichen Ohren – gelinde gesagt – seltsam erscheinen mag. Als zwei seiner Jünger die Ehrenplätze im Himmelreich forderten, antwortete er: "Ihr werdet meinen Kelch trinken; doch den Platz zu meiner Rechten und zu meiner Linken habe nicht ich zu vergeben; dort werden die sitzen, für die mein Vater diese Plätze bestimmt hat". (Mt 20,23) Zuvor hatte ihnen der Herr die Anforderung an diese Positionen aufgezeigt. Nachdem sie diese akzeptiert hatten, könnte man doch meinen, sie hätten nun ein Recht darauf. Das aber ist nicht die Logik Gottes. Es tönt vielleicht brutal, so gar nicht vereinbar mit der grenzenlosen Liebe Gottes.

Aber als seine Geschöpfe haben wir keine Ansprüche ihm gegenüber, sondern zuerst einmal Pflichten. Er erwartet, dass wir diese aus Liebe zu ihm erfüllen, nicht in Erwartung des Lohnes oder gar einer Sonderprämie, sondern im Wissen und Vertrauen darauf, dass es immer und überall das Beste ist, für uns, unsere Nächsten und die ganze Welt ist, wenn sein heiliger Wille geschieht.

kath.net Buchtipp
Gottesbeziehung heute
Gedanken und Erfahrungen
Von Stefan Fleischer
Paperback, 184 Seiten
2015 Books on Demand
ISBN 978-3-7392-0045-3
Preis 15.50 EUR

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Foto Stefan Fleischer



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Lesermeinungen

 Diadochus 4. Juni 2019 
 

Geistige Not

Das Demonstrieren für bessere Zustände gab es immer schon. Jesus sieht die Not. Er schafft Linderung. Deswegen ist Er aber nicht gekommen. "Gebt ihr ihnen zu essen." (Mt. 14,16) Er sieht die geistige Not. Jesus ist gekommen, um die Werke des Teufels zu zerstören, um den Willen dessen zu erfüllen, der Ihn gesandt hat. Wenn wir das auch tun würden, wenn wir auch versuchten, den Willen Gottes zu erfüllen, wenn wir jedem das zugestehen würden, was einem zusteht, dann wäre eine Protesthaltung unnötig.


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 Stefan Fleischer 4. Juni 2019 

Lieber Beobachter (Fortsetzung)

Zur anderen Frage. Auch hier könnte man ganze Bücher zu schreiben. Hier nur kurz:
Christus hat seine ganze Macht eingesetzt wo es im Sinn und Geist seines Auftrages nützliche und nötig war. Er hat aber auf diese seine Macht freiwillig verzichtet, wo es mit diesen nicht vereinbar war. Das ging so weit, dass er – wie wir in einem Hochgebet beten – "sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf." Das sollte eigentlich auch der Umgang von uns allem mit Macht sein, natürlich auch derjenige unserer Hirten. "Herr, sei uns armen Sündern gnädig!"


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 Stefan Fleischer 4. Juni 2019 

Lieber Beobachter

Sie haben Recht. In diesem Artikel müsste eigentlich noch vieles differenziert werden.
Um was es mir jedoch ging sind nicht die konkreten Anlässe zu fordern etc. Es ging mir um eine heute weit verbreitete Haltung, das Heil der Welt aus eigener Kraft schaffen zu wollen und dabei unseren in der Geschichte handelnden Gott auszuklammern. Natürlich müssen wir alles tun, was in unseren Kräften liegt, aber immer im Bewusstsein: "An Gottes Segen ist alles gelegen!" Dann werden wir uns auch bei allem überlegen ob wir das im Sinn haben, was Gott will, oder das was die Menschen wollen. (vgl. Mt 16,23) Dann werden wir auch mehr überlegen ob wir wirklich das Richtige, tun und dieses auch richtig tun? Dann werden wir auch wieder vermehrt an die Folgen unseres Tuns denken und an die Folgen der Folgen. Und nicht zuletzt werden nie vergessen die Ursachen, die wahren Ursachen, mit aller Kraft anzugehen, selbst dort, wo es gilt, zuerst einmal selber umzukehren.


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 Beobachter 3. Juni 2019 
 

Lieber Herr Fleischer,

Darf ich einige Fragen zu Ihrem Artikel stellen:
Wäre der Kampf der Sozialdemokratie um gerchte Entlohnung, menschliche Arbeitszeiten etc. besser unterblieben?
Hätten die Frauen nicht um politische Gleichberechtigung (z.B. um das Wahlrecht) kämpfen solllen?
Hätten die Menschen der Ostblockländer in den 1990er Jahren nicht um ihre Freiheit kämpfen sollen?
Darf man für Religionsfreiheit auf die Strasse gehen?
Ich glaube nicht, dass Sie alle diese politischen Kämpfe konkret verurteilen, aber dann müssten Sie Ihren Arrtike doch differenzierter formulieren.
Zum schluss noch eine Frage in eine andere Richtung:
Gibt es eine Stelle in der Schrift, die die Ausübung weltlicher Herrschaft durch die Nachfolger der Apostel rechtfertigt oder auch nur nahelegt?


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 Rolando 3. Juni 2019 
 

Genau deswegen ist aller Protest vom Teufel inspiriert.


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