Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. ADIOS!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  5. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  6. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  7. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  8. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  9. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  10. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  11. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  12. „Catholic Herald“: „Irlands schwindende Familien“
  13. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  14. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“
  15. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!

Beleidigtsein ist die neue Wahrheit

30. August 2019 in Kommentar, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Ich möchte den Spieß umdrehen und bekennen: Auch ich fühle mich durch viele kirchliche Stellungnahmen beleidigt.“ Kommentar von Sebastian Moll


Linz (kath.net/sm) Beleidigtsein ist die neue Wahrheit. Fakten und Logik sind als Argumente augenblicklich entkräftet, sobald sich jemand durch diese beleidigt fühlt. Das gilt leider auch in theologischen Debatten. Bei der Verlautbarung kirchlicher Lehrentscheidungen lautet die erste Frage stets: Wie fühlen sich die Betroffenen dabei? Mir persönlich ist nicht bekannt, dass sich Jesus oder Paulus jemals eine solche Frage gestellt hätten. Vielleicht ist es den Anhängern des Offendismus (persönliche Wortneuschöpfung) nicht klar, aber der Grund, warum Jesus ans Kreuz geschlagen wurde, war eben die Tatsache, dass sein Auftreten und seine Predigt für viele Juden jener Zeit beleidigend waren. Die Wahrheit, so sprach unser Herr, würde sie frei machen. Von einer Komfortzone war nicht die Rede.


Immer wieder habe ich versucht, diesen Mechanismus zu durchbrechen, leider ohne Erfolg. Ich möchte daher heute den Spieß umdrehen und bekennen: Auch ich fühle mich durch viele kirchliche Stellungnahmen beleidigt. Hier eine Auswahl:

1. Die Bibel ist für mich Heilige Schrift, und zwar im eigentlichen Wortsinne. Daher bin ich zutiefst in meinen religiösen Gefühlen verletzt, wenn Kirchenvertreter diese heiligen Texte nach eigenem Gutdünken umschreiben und eine Version in (selbst-)gerechter Sprache herausgeben, die mit sechsstelligen Beträgen aus Kirchensteuermitteln finanziert wurde.

2. Die Bibel mag einige schwer verständliche Abschnitte enthalten, aber in der Mehrzahl der Fälle ist ihre Botschaft klar und einfach. Deshalb fühle ich mich in meiner Intelligenz beleidigt, wenn mir Kirchenvertreter beispielsweise einreden wollen, bei der negativen Bewertung homosexueller Praxis durch Paulus ginge es in Wirklichkeit um etwas völlig anderes und man müsse diese Stellen daher „anders lesen“. Man kann jedoch nur lesen, was geschrieben steht. Wem das Geschriebene nicht passt, sollte nicht versuchte, es umzuschreiben, sondern sich lieber ein anderes Buch suchen.

3. „Wir suchen und fragen dann gemeinsam mit anderen, welcher Lifestyle und welche Werte dem Willen Gottes entsprechen. Auch mit denen jenseits unserer Filterblase. Wir sehen wo Gott in der Welt wirkt – durch die Leute von Sea-Watch, SOS Méditerranée und Sea-Eye, durch Greta Thunberg und die Schülerinnen und Schüler, durch so viele andere – und dabei machen wir mit.“ Diese Sätze waren Bestandteil der Abschlusspredigt des diesjährigen Evangelischen Kirchentages. Ich kann sie nicht lesen, ohne innerlich zu kochen. Nicht nur, dass hier ein göttliches Gütesiegel für gesellschaftliche Entwicklungen ausgestellt wird und somit alle, die diesen Entwicklungen skeptisch gegenüberstehen, zu Gotteslästerern erklärt werden. Die Sprecherin ist nicht einmal intelligent genug, ihren eigenen Widerspruch zu erkennen. Einerseits fordert sie ein gemeinsames Suchen mit Menschen unterschiedlicher Ansichten, gibt dann aber ihre eigene politischen Haltung als die einzig gottgewollte aus.

Wie gesagt, durch diese und andere kirchliche Stellungnahmen fühle ich mich beleidigt. Könnten diese also jetzt bitte widerrufen werden?

Archivfoto Dr. Sebastian Moll (c) Sebastian Moll


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  4. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  7. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  8. Meinungsfreiheit auf katholisch
  9. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“
  10. US-Erzbischof gibt Anweisung, politische Botschaft an Weihnachtskrippe sofort zu entfernen






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. ADIOS!
  4. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  5. "Entsprechend klein ist die Lücke, die er hinterlässt"
  6. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  7. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  8. Synodaler Weg führte zu Streit und Verwerfung
  9. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  10. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  11. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  12. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  13. Hat der Synodale Weg „die katholische Kirche in Deutschland in Machtspiel und Kampfzone verwandelt“?
  14. Sterilisationen, schlechte Lebensbedingungen: Grönländer kritisieren dänische Herrschaft
  15. Entfremdung und Annäherung – Für einen Katholiken in Deutschland gibt es doch immer noch Rom

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz