19 September 2019, 15:50
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Die Spaltung innerhalb der katholischen Kirche ist da: Papst gegen Bischöfe, Bischöfe gegeneinander, Laien gegen Bischöfe. Synodaler Weg sei Dank! Ein kath.net-Kommentar von Dorothea Schmidt

München (kath.net)
Die Spaltung innerhalb der katholischen Kirche ist da: Papst gegen Bischöfe, Bischöfe gegeneinander, Laien gegen Bischöfe. Synodaler Weg sei Dank!

Mit der hitzigen Diskussion könnte Schluss sein, denn der Vatikan zeigte deutlich die rote Karte: In einem Brief an die deutschen Bischöfe heißt es, die Pläne des Synodalen Weges seien ekklesiologisch unzulässig.

Es ist aber nicht Schluss: Der Münchner Bischof und DBK-Vorsitzende Kardinal Reinhard Marx spricht von Missverständnissen, die er ausräumen wollte. Na klar doch…

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Schon im Juni gab Papst Franziskus zu bedenken, dass die „synodale Sichtweise” die bestehenden Probleme nicht lösen werde. Die Bischöfe sollten bitte die Einheit der Weltkirche wahren und Neuevangelisierung als wichtigsten Punkt aufgreifen.

Wollen sie aber nicht. Also versuchte es der Präfekt der Kongregation für die Bischofe, Kardinal Marc Quellet, nochmal. In dem besagten Brief ermahnte er Marx, „sich keine Entscheidungskompetenzen für Fragen anzumaßen, die allein auf weltkirchlicher Ebene entschieden werden könnten“.

Dieser aber kocht mit seiner DBK und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken ZdK offenbar sein eigenes Süppchen. Mit Unverständnis reagieren DBK und ZdK auf die Kritik von Papst und Amtskollegen. ZdK-Präsident Thomas Sternberg warf den Kritikern des Synodalen Weges vor, diesen mit Hilfe des Papstes ausbremsen zu wollen.

Dieser Witz ist echt gelungen, und ein Eigentor dazu: „Gegner mit Hilfe des Papstes“; wer bitte ist hier dann ein Gegner der Katholischen Kirche? Sternberg würde dies von sich weisen. Also dann der Papst selbst?

Ganz ehrlich; wo bleibt die Loyalität dem Papst gegenüber? Wenn die Stellvertreter Jesu nicht mehr papsttreu sind, sind sie keine Stellvertreter. Wir gehören zur römisch-katholischen Kirche, nicht zur deutsch-katholischen Teilkirche.

Misstrauen einiger Katholiken gegenüber der geplanten Synode kommt nicht von ungefähr. Wäre den Bischöfen der DBK die geistliche Erneuerung wirklich wichtig, wüssten sie, dass nicht bessere – was sind überhaupt bessere? – kirchliche Strukturen den Glauben wieder entflammen.

Hinter dem vermeintlichen Strukturproblem steckt in Wirklichkeit ein Glaubensproblem - und ein Beziehungsproblem. Die Beziehung zu Jesus Christus muss (wieder) zentral stehen. Evangelisierung könnte dazu ein Anfang sein, sie ist ein (synodaler?) Weg zum frohen und lebendigen Glauben. Statt über Strukturen zu sprechen, müssten die Bischöfe zuerst überlegen, wie man die Liebe Jesu in den Menschen entfachen könnte. Sie ist das Herz des Glaubens, das Herz der Kirche!

Die Kirche ist kein weltlicher Verein. Sie ist der lebendige Leib Christi. Darum kann (und soll!) man nicht weltliche Maßstäbe an die Kirche ansetzen. Beispiel Lateinamerika: Man wollte den Glauben durch eine liberale Protestantisierung neu entfachen. Fazit: Der Glaube schwindet trotzdem.
Was es braucht, sind drei Dinge: 1. Eine schonungslose Analyse „des sexuellen Missbrauchs in der Katholischen Kirche”, wie es der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki und der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer in einem alternativen Entwurf zum synodalen Weg fordern, „sowie die Suche nach Lösungen, um weitere Verbrechen zu verhindern”. 2. Eine gründliche Kenntnis der Lehre der Kirche – viele kennen nicht einmal mehr die Grundgebete, geschweige denn die Bedeutung wichtiger Feste wie Weihnachten und Ostern. Und 3. vor allem eine liebende Beziehung zu unserm Herrn Jesus Christus.

Darauf haben auch – Dank dafür! - Kardinal Woelki und Bischof Voderholzer hingewiesen. Sie haben ihren alternativen Entwurf zum synodalen Weg der DBK vorgelegt, einen, der den Maßgaben von Papst Franziskus entspricht. Schade nur: Die DBK lehnt den Entwurf mit 21:3 Stimmen ab. Traurig! Ja unglaublich! Wenn Bischöfe nicht mehr papsttreu sind, wie wollen sie dann mehr Gläubige für die katholische Kirche gewinnen? Das ist ein Widerspruch in sich.

Gott sei Dank gibt es noch kirchentreue Bischöfe, die sich jetzt auch zu Wort melden. Bischof Voderholzer wandte sich an seine Priesterkollegen: „Der Neuausrichtung auf Christus – und das ist der einzige Sinn der Reform in biblischer Perspektive – bedarf es immer.“ Ohne Evangelisierung und geistliche Erneuerung gibt es keine Kirche. Hoffentlich hören die Bischöfe endlich hin.

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