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Faßmann kündigt Ethikunterricht für Schuljahr 2021/22 an

29. Februar 2020 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Österreichischer Bildungsminister: Zielgruppe sind "Religionsabmelder" und Konfessionslose der Sekundarstufe II, "weil diese Jugendlichen ... keine Möglichkeit zur gezielten Befassung mit Grundfragen des Lebens ... haben"


Wien (kath.net/KAP) Die schon von der ÖVP-FPÖ-Regierung geplante Einführung eines Ethikunterrichtes für "Religionsabmelder" und Konfessionslose soll unter Türkis-Grün "aufsteigend ab dem Schuljahr 2021/22" und somit ein Jahr später als ursprünglich geplant erfolgen. Das geht aus der ausführlichen Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage zur "Umsetzung des Ethikunterrichts" durch Bildungsminister Heinz Faßmann hervor, die die SPÖ im Dezember an seine Amtsvorgängerin Iris Rauskala gestellt hatte. Als Ziel nannte Faßmann, der Ethikunterricht solle Schüler "zu selbstständiger Reflexion im Hinblick auf Wege gelingender Lebensgestaltung befähigen, ihnen Orientierungshilfen geben und sie zur fundierten Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Lebens anleiten".
Aus der auf der Parlaments-Website www.parlament.gv.at veröffentlichten Beantwortung geht weiter hervor, dass das Bildungsministerium von rund 105.000 Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II ausgeht, die den Ethikunterricht besuchen werden. Diese Zahl sei freilich nur eine Schätzung, "da die jährlichen Abmeldungen vom Religionsunterricht nur schwer prognostiziert werden können". In den bisherigen Berechnungen sei immer auch die geschätzte Anzahl von bekenntnislosen Schülern berücksichtigt, hieß es weiter. Die generelle Einrichtung eines Gegenstandes Ethik auch für Volks- und Unterstufenschüler "ist derzeit nicht geplant", teilte Faßmann mit.

Auch Theologen mit im Boot


Aus seinem Text geht hervor, dass sich derzeit 425 Studierende an allen österreichischen Pädagogischen Hochschulen für den Ethikunterricht qualifizieren. Auf die Frage, "Wie stellen Sie sicher, dass der dann angebotene Ethikunterricht unabhängig vom Religionsunterricht unterrichtet wird?" antwortete der Bildungsminister, grundsätzlich bestehe keine rechtliche Einschränkung, Religionslehrkräften das Unterrichten von Ethik zu verwehren. Schon in der Vergangenheit hätten zahlreiche Religionslehrer eine Lehrbefugnis auch in Ethik erworben. Aus den Schulversuchsberichten haben sich laut Faßmann "keine Anhaltspunkte ergeben, die auf zu problematisierende Haltungen von Religionslehrkräften, die Ethik unterrichten, schließen ließen".

Dass die Kompetenz von katholischen Theologen auch bei der Erstellung der Ethik-Lehrpläne genützt wird, geht aus einer weiteren Antwort Faßmanns hervor: In der "Lehrplanarbeitsgruppe Ethik Sekundarstufe II" sitzt neben fünf anderen Fachleuten auch der Salzburger Religionspädagogik-Ordinarius Prof. Anton B. Bucher, für die wissenschaftliche Begleitung sorgen neben Prof. Hans Schelkshorn vom Wiener Institut für Christliche Philosophie auch der Philosoph Prof. Konrad Paul Liessmann und weitere zwei Expertinnen.

Keine Angaben machte Faßmann zur budgetären Abdeckung des Ethikunterrichts, "da das entsprechende Bundesfinanzgesetz und der entsprechende Finanzrahmen sowie der entsprechende Personalplan nicht beschlossen sind".
Warum sollen von der Einführung des Ethikunterrichts nur Schüler profitieren, die sich vom Religionsunterricht abgemeldet haben? Darauf antwortete der Bildungsminister, Zielgruppe seien deshalb "Religionsabmelder" und auch Konfessionslose, "weil diese Jugendlichen im Unterschied zu allen, die den Religionsunterricht besuchen, keine Möglichkeit zur gezielten Befassung mit Grundfragen des Lebens sowie unterschiedlichen ethischen, religionsgeschichtlichen u.ä. Fragestellungen im Unterricht haben".
Jedenfalls solle der Ethikunterricht durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen philosophischen, weltanschaulichen, kulturellen und religiösen Traditionen und Menschenbildern "einen Beitrag zur individuellen Persönlichkeitsentwicklung leisten". Es gelte die Bereitschaft zu stärken, "Verantwortung für das eigene Leben und das Zusammenleben mit anderen in sozialen, ökologischen, ökonomischen, politischen und kulturellen Verhältnissen zu übernehmen".
Konkordat kein Hindernis für Pflichtfach Ethik

Die letzte SPÖ-Anfrage bezog sich auf das Konkordat zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Österreich und die Vereinbarkeit damit, ob der Ethikunterricht verpflichtend für alle angeboten würde, sofern das Fach Religion - mit Abmeldemöglichkeit - weiter an den Schulen unterrichtet wird. Faßmanns Antwort: Das Konkordat enthalte keine Bestimmung, die es untersagen würde, einen staatlichen Pflichtgegenstand Ethik für alle - unabhängig vom religiösen Bekenntnis der Schüler - einzurichten. "Allerdings erheben alle gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaft den Anspruch, ethische Werte und Fragestellungen in ihren Lehrplänen festgehalten zu haben und in ihrem Religionsunterricht zu vermitteln." Faßmann abschließend: "Die generelle Einrichtung eines Gegenstandes Ethik ist derzeit nicht geplant."

SPÖ-Bildungssprecherin Sonja Hammerschmid hielt als Standpunkt ihrer Partei fest, dass Ethikunterricht nicht als "Minderheitenprogramm" geführt werden solle. Sie plädierte für einen Pflichtgegenstand Ethik für alle Schüler ab der Sekundarstufe 1, also für alle Zehn- bis 14-Jährigen.

Im März 2019 hatten Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bildungsminister Faßmann die Einführung des alternativen Pflichtgegenstands Ethik im Rahmen eines Pressetermins im BG/BRG Pichelmayergasse (Wien-Favoriten) präsentiert. Das vorgestellte Modelle wurde in der Folge u.a. von der Österreichischen Bischofskonferenz begrüßt. Noch im November 2019 ging man im Ministerium (der damaligen Übergangsregierung) vom planmäßigen Start des Fachs Ethik in der neunten Schulstufe in AHS und polytechnischen Schulen ab 2020/21 und im Folgejahr an BHS aus. Die jetzt geplante Verschiebung um ein Jahr ist auch dadurch bedingt, dass es dafür noch kein im Parlament beschlossenes Gesetz gibt.

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Chris2 2. März 2020 
 

Ich hätte damals gerne Ethik gehabt,

als ich wegen meines letztes Lehrers aus dem Reliunterricht austreten musste. Und das, obwohl der Ethiklehrer ein Linker war, aber er war kein autoritärer linksatheistischer Ideologe wie ersterer (man müsste ständig alles "hinterfragen, nur er war unfehlbar). Aber erstens wäre das kein psychologisch verheerender, weil pseudokatholischer, Abrissbirnenunterricht gewesen und zweitens hätte ich gerne etwas über Philosophie erfahren. Kam leider nicht zustande.


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 Norbert Sch?necker 1. März 2020 

Eine gute Nachricht!

Es werden dadurch mehr Jugendliche in den Religionsunterricht gehen. Das ist auf jeden Fall gut.

Für uns Religionslehrer wird das Unterrichten dadurch aber wahrscheinlich schwieriger. In der Oberstufe hatten wir bisher nur Schüler mit einem Mindestmaß an Interesse. Nun werden auch wieder Schüler in der Klasse sitzen, die nur da sind, weil sie müssen und weil sie Reli für einfacher halten als Ethik. Dafür werden uns vielleicht Schüler abgehen, die echtes Interesse am Lernen haben und nach acht Jahren Reliunterricht nun etwas Neues kennenlernen wollen.

Aber wir Relilehrer stehen schließlich nicht zu unserem Vergnügen in der Klasse. Also: mutig ans Werk ab Herbst 2021!


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