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Sterbeforscher: "Gläubigen Menschen fällt es leichter zu sterben"

8. März 2020 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Leiter des Viktor-Frankl-Instituts, Batthyany: Beste Vorbereitung auf Tod beginnt im Alltag bei Einsicht, dass Leben begrenzt und "einmaliges Geschenk" ist


Linz (kath.net/KAP) Gläubigen Menschen fällt es am Ende ihres Lebens leichter zu sterben, weil sie sich eingebettet fühlen: Darauf hat der Sterbeforscher und Leiter des Viktor-Frankl-Instituts in Wien, Alexander Batthyany, im Interview mit der Kirchenzeitungs-Kooperationsredaktion (aktuelle Ausgabe) hingewiesen. "Sie fallen nicht ins Bodenlose, sondern in die Hände Gottes zurück", meinte der Kognitionswissenschaftler. So hoffe der religiöse Mensch bereits zu Lebzeiten, dass "sein Tun in einer gewissen Barmherzigkeit aufgehoben und dass er vom ersten bis zum letzten Augenblick gewollt ist", erklärte Batthyany, der u.a. an der Universität Wien lehrt und forscht.


Die beste Vorbereitung auf den Tod beginne - egal ob gläubig oder nicht - aber bereits im Alltag und der Einsicht, dass das Leben begrenzt und ein "einmaliges Geschenk" sei. Im Alltag würden Menschen jedoch eher dazu neigen, den Tod zu verdrängen und so leben, "als wäre jeder Tag korrigierbar", so der Autor zahlreicher Publikationen über Sterbeforschung.

Am Ende des Lebens wollten aber alle Sterbende auf ein gutes Leben zurückzublicken. Dazu gehörten auch Sinnfragen, wie "Wozu war ich da?" oder "War es gut, was ich gemacht habe?". Es gehe dabei weniger um ein gemütliches oder bequemes Leben, sondern die Frage nach den "ureingensten Fußspuren, die wir hinterlassen", erklärte Batthyany, der derzeit u.a. zu einem Hospizprojekt in Moskau forscht.
Einsicht bis zuletzt möglich

Der Kognitionswissenschaftler bezeichnete es als "das letzte Geschenk an das Leben, Schuldgefühle zuzulassen und zumindest innerlich ein anderer zu werden"; so würden die meisten Sterbenden gar mit Reue auf Dinge zurückblicken, die sie verabsäumt haben. Wachstumsprozesse seien bis zum letzten Atemzug möglich, betonte Batthyany. So sei ein Mensch durch das Einsehen seines falschen Handelns "damit weiser geworden als der, der damals falsch gehandelt hat".

Schon vor dem Tod sei es wichtig sich vor Augen zu führen, was alles "nicht schiefging, sondern gelungen ist, anstatt nur auf das zu schauen, was man gerne hätte oder glaubt, haben zu müssen". Dann werde einem bewusst, wie "beschenkt wir sind", so Batthyany. Und weiter: "Wir verarmen geistig und seelisch weniger durch das, was wir nicht bekommen, als durch das, was wir nicht geben - Liebe, Wohlwollen, Freundlichkeit, Dankbarkeit."

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Symbolbild


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Lesermeinungen

 girsberg74 9. März 2020 
 

Das hätte von jedem guten Priester sein können!

Nicht unbedingt durch Worte, sondern auch durch eigene Haltung, eigenes Beispiel.


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