Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  2. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  3. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  4. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  5. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  6. Papst will für 2033 Treffen aller Kirchen in Jerusalem
  7. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  8. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  9. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  10. "Hassprediger und Hofnarr"
  11. R.I.P. Martin Lohmann
  12. Salzburg: Die drei Goldensteiner Ordensfrauen dürfen im Kloster bleiben, ABER...
  13. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  14. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  15. Drei Brücken zum Licht. Vom Zion zum Bosporus: Erneuerung der Einheit

Diplomat Eduard Habsburg: Papst versteht ungarische Migrationspolitik

23. Juni 2020 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Budapests Botschafter beim Heiligen Stuhl im Kathpress-Interview: Franziskus verurteile das Errichten von Mauen und Zäunen, fordere aber auch, "dass Migranten und Flüchtlinge die Werte des Aufnahmelandes respektieren sollen"


Rom (kath.net/KAP) Die Auffassungen Ungarns und des Papstes zum Umgang mit Flüchtlingen liegen nach Aussage von Budapests Botschafter beim Heiligen Stuhl, Eduard Habsburg, nicht so weit auseinander wie oft dargestellt. Er sehe bei Franziskus "Aussagen, die ein bisschen querstehen zu Elementen der ungarischen Migrationspolitik. Und ich sehe Aussagen, die sehr auf Ungarns Linie sind", sagte Habsburg am Montag in einem Interview der Nachrichtenagentur Kathpress. Insgesamt sei beim Papst "durchaus Verständnis sichtbar für verschiedene Ansätze in der Migrationspolitik".

 

Zwar verurteile Franziskus das Errichten von Mauen und Zäunen, aber er fordere auch, "dass Migranten und Flüchtlinge die Werte des Aufnahmelandes respektieren sollen". Vor Botschaftern habe Papst gesagt, "ein Land müsse gut überlegen, ob es Migranten aufnehmen kann, ob dies von der Kultur her überhaupt möglich ist", erinnerte Habsburg: "Die Visegrad-Staaten haben so gut wie keine muslimischen Bevölkerungsteile. Wie gut also kann man dort große Mengen muslimischer Migranten aufnehmen und integrieren?", sagte der Botschafter. Er verwies auf Ungarns Engagement in Staaten des Nahen Ostens oder in Nigeria, "damit Menschen ihr Land gar nicht erst verlassen müssen".


 

Hoffen auf Papstbesuch

 

Nächstes Jahr findet in Budapest der internationale Eucharistische Weltkongress (NEK) der katholischen Kirche statt. Das Großevent musste wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr auf September 2021 verschoben werden - und vor Ort gibt es nach wie vor große Hoffnung, dass Papst Franziskus aus diesem Anlass nach Ungarn reisen wird, wie Botschafter Habsburg im Kathpress-Interview verdeutlichte. "Wir sind voller Hoffnung, dass er kommt, und glauben, entsprechende Signale gesehen zu haben", sagte der Diplomat. Es gelte aber abzuwarten, bis der Vatikan dazu etwas sagt.

 

Papst polarisiert

 

Habsburg ist seit 2015 Botschafter Ungarns beim Heiligen Stuhl. Zuvor war er u.a. von 2009 bis 2014 Mediensprecher des damaligen St. Pöltner Bischofs Klaus Küng. Anders als die meisten Vatikan-Diplomaten ist er auf der Social-Media-Plattform Twitter sehr aktiv.

"Ein Papst wie Franziskus, der klare politische Positionen vertritt, wird immer polarisieren. Trifft das auf eine stark polarisierte Social-Media-Welt, haben Sie einen Riesen-Streit", ordnete Habsburg im Kathpress-Interview die in Sozialen Medien teils heftig geführten Auseinandersetzungen um Papst Franziskus und seine Art, die Kirche zu leiten, ein. Franziskus habe "sich entschieden, klare Positionen zu vertreten", so Habsburg. "Das spaltet, polarisiert. Aber deswegen nimmt er sich nicht zurück. Das ist gut so", sagte er.

 

Die meisten Menschen seien sich noch gar nicht klar darüber, wie sehr ihr Denken und ihre Meinung von den Social Media beeinflusst werden, gab der Diplomat zu bedenken. Plattformen wie Twitter hätten die Tendenz, schnell in unterschiedliche Lager zu spalten, "eine ganz gefährliche Angelegenheit", warnte Habsburg. Er selbst "ertappe" sich jeden Morgen dabei, als erstes Twitter anzumachen, so der Botschafter: "Nach fünf Minuten bin ich taub, weil ich etwa den katholischen Diskussionen in Amerika folge, die derzeit stark den Diskurs prägen. Die amerikanische katholische Twitter-Welt von Progressiveren hin zu Konservativen ist laut, präsent - und prügelt sich."

 

Papst Franziskus mit Studenten aus Ländern der Christenverfolgung, mit ungarischer Flagge + dem ungarischen Botschafter am Hl. Stuhl, Eduard Habsburg

 

Copyright 2020 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto Botschafter Habsburg (c) Eduard Habsburg

Mehr dazu auf kathtube:


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ungarn

  1. Beobachtungsstelle: Tausende christenfeindliche Straftaten in Europa
  2. Papst Leo XIV. empfing Ungarns Ministerpräsident Orban
  3. Kardinal Erdö: Das Leben nicht von Spaltung und Hass prägen lassen
  4. Dieses Jahr keine LGBT-‚Pride‘ Parade in Budapest
  5. Ungarn: Bischof für Kultur der Lebensbejahung statt Sterbehilfe
  6. Kein Segen für Paare in einer nichtehelichen Partnerschaft oder gleichgeschlechtlichen Beziehung
  7. Ungarischer Ministerpräsident Viktor Orban übernimmt die Kriegslügen von Putin
  8. Die Realität aufzeigen
  9. Erdö vor Papstbesuch: Budapest eine Brücke zwischen Ost und West
  10. Bischof Veres: Kirche auch in Ungarn in radikalem Wandel






Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  11. "Hassprediger und Hofnarr"
  12. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  13. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  14. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"
  15. Papst ordnet Diözese Rom neu und hebt Reform des Vorgängers Papst Franziskus auf

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz