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Der Herr gibt zur rechten Zeit

5. August 2020 in Jugend, 2 Lesermeinungen
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Lass dich nicht in den Sog der Sorgen ziehen, denn sie sind es nicht wert. Doch der Herr ist es wert, ihm Deine Zeit zu widmen – Du wirst einen Vorgeschmack auf den Himmel erleben - Die Jugendkolumne von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)

„Herr, Du gibst zur rechten Zeit.“, immer wieder murmle ich diese Worte vor mich hin oder wiederhole sie in Gedanken. Sie sollen mein Herz an die Güte Gottes erinnern und mich davor bewahren, mich in den Sorgen des Alltags zu verlieren.

 

Vor ein paar Tagen habe ich die bekannte Perikope von Maria und Marta betrachtet. Maria sitzt dem Herrn zu Füßen, lauscht seinem Wort. Der Herr ist alles, was für sie in diesem Moment zählt. Sie ist bereit den Tadel ihrer Schwester zu erdulden, wenn sie nur dem Herrn zuhören darf. Marta hingegen, sie dient. Dienen ist wertvoll und dienen ist gut. Doch Marta verliert sich darin, sie eilt umher, will ihrem Gast das höchste Maß an Gastfreundlichkeit schenken. Wie wunderbar – eigentlich. Doch Marta verliert ihren Gast dabei aus den Augen. Die Worte Jesu an sie trafen mich mitten ins Herz: „Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat den guten Teil gewählt, der wird ihr nicht genommen werden.“ (Lk 10, 41f)


 

Marta schenkt dem Herrn viele Mühen, aber sie schenkt ihm nicht ihre Gegenwart. In Tat und Gedanken ist sie voll Sorgen, sie ruht nicht bei Jesus. Dabei ist es das, was notwendig ist, denn danach sehnt sich das Herz Jesu: Unsere Gegenwart bei ihm, von Herz zu Herz.

 

Wer mich kennt, weiß, dass ich dazu neige, eine Marta zu sein. Doch Anfang des Jahres habe ich begonnen mein Innerstes zu trainieren: „Herr, Du gibst zur rechten Zeit.“ Dieser Satz wurde für mich zu einem meditativen Gebet und dieses Gebet habe ich begonnen als eine unerfüllte Sehnsucht mir die Leichtigkeit im Alltag nahm. Und heute möchte ich auch Dir sagen: Der Herr gibt zur rechten Zeit und was er gibt, ist gut! Erlaube Dir am Herzen Jesu zu ruhen, zu seinen Füßen Ruhe zu finden, denn Du darfst gewiss sein: Lebst Du für ihn, wird alles in Deinem Leben zum Guten geführt. Vielleicht sieht dieses Gute nicht immer so aus, wie wir uns das vorstellen, doch der Herr weiß, was rechtens ist und wann die rechte Zeit ist.

 

Meine Sehnsucht, die mich zu diesem Gebet geführt hat, hat der Herr inzwischen beantwortet und ich sehe, warum es gut war, dass es einige Monate dauerte. Der Herr gibt zur rechten Zeit und nur eines ist notwendig: Unsere Gegenwart bei ihm.

 

Vielleicht fragst Du dich, wie Du das im alltäglichen Leben umsetzen kannst – bei ihm zu ruhen inmitten von Arbeit, Stress, Familie, Sorgen, …? Dazu möchte ich dir ein Erlebnis schildern, das sich vor vielen Jahren ereignet hat. Dazumal bat ich Jesus täglich, dass er mich an seinem Herzen ruhen lässt. Dieses Gebet hat viel Frieden in meinen Alltag gebracht. Eines Tages nahm ich an einem Gebetsabend teil, eine Frau, die mir komplett fremd war, kam auf mich zu und fragte, ob sie für mich beten dürfe. Ich bejahte. Kurz darauf sah sie mich an und sagte nur Folgendes: „Ich habe den Eindruck, dass Du am Herzen Jesu ruhst.“ Das war ein Moment, den ich wohl nie vergessen werde. Worum ich täglich bat, sah diese Frau erfüllt, ganz ohne mich oder mein Gebet zu kennen.

 

Was ich Dir mit dieser Erfahrung sagen möchte: Diese kleinen Gebete mitten im Alltag sind wertvoll und Gott hört sie. Gott sehnt sich nach Deiner Gegenwart und wenn Du darum bittest, in allem bei ihm sein zu dürfen, dann schlägt er Dir die Bitte nicht ab. Erinnere Dich: Der Herr gibt zur rechten Zeit. Nutze Du die dir gegebene Zeit, um ganz bei ihm zu ruhen. Setz Dich ihm zu Füßen – das kannst Du sogar in Deinem Herzen tun. Der Herr freut sich über Dich und Deine Gegenwart und zur rechten Zeit wird er auf deine Gebete antworten. Lass dich nicht in den Sog der Sorgen ziehen, denn sie sind es nicht wert. Doch der Herr ist es wert, ihm Deine Zeit zu widmen – Du wirst einen Vorgeschmack auf den Himmel erleben. Gönn ihn Dir! Sag Ja zur Gegenwart Jesu in all Deinem Tun, sag Nein zu den Sorgen, die Dich den Herrn aus den Augen verlieren lassen. Er ist es wert und Du bist es wert bei ihm zu ruhen. Setz Dich ihm zu Füßen, ob in der Anbetung oder mitten im Alltag in der Kammer Deines Herzens.


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