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Ruhelos in der Welt, doch ruhig in Christus

17. Oktober 2025 in Jugend, 6 Lesermeinungen
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Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder


Wien (kath.net

Schon als Jugendliche ließ mich das bekannte Zitat des Heiligen Augustinus nicht mehr los: „Unruhig ist unser Herz bis es Ruhe findet in dir.” Heute muss – oder darf –  ich diese Wahrheit immer wieder neu lernen – und zwar nicht als theoretische Wahrheit, sondern als gelebte Erfahrung dessen, was diese Aussage in allen Höhen und Tiefen, in allen Herausforderungen, Niederlagen und Siegen, zu bedeuten hat.

Ich denke gerade an ein unruhiges Meer, das hohe Wellen wirft. Diese Wellen können einen zurückwerfen oder umstürzen. Solch eine Bedrohung wie die Gewalt des Meeres, die einen in die Tiefen ziehen und alles rauben kann, ist die Welt für die Seele. Inmitten dieses gefährlichen Tobens braucht die Seele Halt, damit sie nicht in den Abgrund gezogen wird.

Wo ist dieser Halt?
Was ist dein Halt?
Wer ist dein Halt?

Ich muss zugeben, dass mein Halt viel zu oft nicht Christus ist – beziehungsweise das ich ihn anderweitig suche. Dabei ist nur er „der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Johg 14,6). Dass er das wirklich ist, wird mir besonders dann deutlich, wenn ich den Halt anderswo suche – wenn ich am stürmischen Meer verzweifelt nach einer kleinen Taschenlampe suche anstatt nach dem Leuchtturm Ausschau zu halten.


Dabei ist es eigentlich ganz einfach: In Christus liegt die einzig wahre Ruhe. Er beruhigt das Toben des Meeres. Er ist Halt, Sicherheit und Geborgenheit. Er hat alles im Griff. So wie wir es in Mt 8,23-27 in der Erfahrung der Jünger mit Jesus sehen – ihm gehorchen Winde und See.

Eigentlich ist es also ganz einfach: Wir sind von Gott geschaffen und für Gott geschaffen. Er ist die Quelle unseres Lebens. Er ist das Ziel unseres Lebens. Wie ein Säugling bei seiner Mutter zur Ruhe kommt, so wird unsere Seele natürlicherweise an der Quelle und dem Ziel unseres Lebens ruhig – nämlich bei Gott.

„Unruhig ist unser Herz bis es Ruhe findet in dir.“

Ich merke, wenn ich nicht bete, dann bin ich unruhig. Dann bin ich voll Sorgen und Schwere, voll von endlosen Gedanken, die mich plagen und irgendwann lass ich Christus immer mehr los, entferne ich mich von ihm.

Ich merke, wenn ich nicht an der Heiligen Messe teilnehme, dann bin ich leer, die Treue zu Christus nimmt ab und meine Standhaftigkeit im christlichen Leben gerät ins Wanken.

Ich merke, wenn ich meinen eigenen Willen suche und meinen Empfindungen folge, statt dem, was Christus von mir fordert, dann breitet sich Chaos aus – in mir und um mich.

Ich merke: Unruhig ist mein Herz, bis es in Christus Ruhe findet.

Fast täglich erkenne ich immer öfter: Mein Herz ist nicht für diese Welt geschaffen. Sobald es zu sehr an weltlichen Dingen verhaftet ist, führt das zu Sünde, Chaos, Ruhelosigkeit und Vernachlässigung des Willens Gottes. Ich erkenne immer deutlicher , dass es in dieser Welt keinen Trost gibt, der genug Antwort auf die Schwere und die Leere meines Herzens geben würde. Ebenso erkenne ich, dass das einen guten Grund hat – einen recht simplen, aber folgenschweren Grund: Mein Herz ist für Christus geschaffen. Nur in ihm liegt der Trost, den mein Herz ersehnt. Nur in ihm liegt das Leben, nach dem mir verlangt. Nur in ihm liegt die Geborgenheit, die ich mir wünsche. Nur in findet meine Seele die Ruhe, die diese Welt niemals geben kann.

Ich denke gerade an die Worte Jesu in Lk 9,58: „Die Füchse haben ihre Höhlen und die Vögel ihre Nester; der Menschensohn aber hat keinen Ort, wo er sein Haupt hinlegen kann.“

An dieser Heimatlosigkeit Jesu dürfen wir ein klein wenig Anteil haben – bedingt durch unser Sein in der Welt. Doch Christus, der selbst keinen Ort für sein Haupt hat, will uns einen Ort für unser Haupt – und unser Herz – geben: sich selbst.

Inmitten der Heimatlosigkeit in dieser Welt, der Ruhelosigkeit, der Verzagtheit und aller Stürme will er der Ort für unsere Ruhe sein. An ihm sollen wir uns festhalten, nur sein Name soll immerfort in unserem Herzen erklingen.

Christus – er soll alles sein.


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