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Die Liebe Gottes als Vorbild für das Liebesleben

15. Mai 2021 in Familie, 5 Lesermeinungen
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Die Theologie des Leibes als Blog - Von C. Klaus - Achtzehnter Blog-Beitrag


Wien (kath.net) 

Unser Herz ist für eine Liebe geschaffen, die der Liebe Gottes ähnlich ist. Und nur eine Liebe, die der Liebe Gottes ähnlich ist, kann unser Herz erfüllen. Welche Eigenschaften zeichnen die Liebe Gottes aus? Sie hat vier grundlegende Eigenschaften. Die Liebe Gottes ist frei, bedingungslos, treu und lebensspendend. Ehe und Familie sind eine Berufung, die Liebe Gottes widerzuspiegeln. 

Jesus sagte vor seinem Leiden, dass ihm niemand sein Leben entreißt, sondern dass er es aus freiem Willen hingibt (Joh 10,18). Die Liebe Gottes zu uns ist ein freies Geschenk. Auch die Entscheidung zu heiraten muss durch eine freie Wahl getroffen werden. Eine zu frühe sexuelle Vereinigung in einer Liebesbeziehung bindet an den Partner. Wirklich frei für die Ehe kann man sich nur entscheiden, wenn man mit der Sexualität auf die Ehe wartet. Wahre Liebe ist nur möglich, wenn ich mich dem anderen durch eine reife und gut überlegte Entscheidung - und nicht nur aufgrund von momentanen Schmetterlingen im Bauch - frei schenke und wenn dieses Geschenk angenommen wird. Wenn Jugendlichen von der Gesellschaft und der Sexualerziehung signalisiert wird, dass sie die Sexualität ausleben müssen, werden sie Sklaven der Sünde und sind nicht mehr frei. Wenn man „Nein“ sagen kann zum Mainstream, weil man sich für die Gebote Gottes entscheidet, wird man wirklich frei.

Gott liebt uns wie wir sind. Die Liebe Gottes ist bedingungslos. Für Gott sind wir immer liebenswert. Denken wir an das Gleichnis vom verlorenen Sohn, der seinen Vater durch sein Verhalten sehr enttäuscht hat. Trotzdem nimmt ihn dieser nach seiner Rückkehr freudestrahlend in die Arme. Bei der Einstellung, dass eine Beziehung jederzeit durch „Schluss machen“ beendet werdet kann, bleibt immer eine Hintertür offen. Denn dann will man nicht bedingungslos „Ja“ sagen zueinander. Liebe sucht aber nicht das eigene Glück, sondern das Glück des anderen. Und den macht es bestimmt nicht glücklich, wenn man ihn verlässt, weil man etwas „Besseres“ gefunden hat. In einer Ehe fällt es oft schwer über Jahrzehnte hinweg den anderen immer bedingungslos zu lieben. Manche Eheleute beten lieber, dass sich der andere wieder mehr in Richtung von ihrem Traumpartner verändert. Oder sie versuchen ihn „umzuerziehen“. Angesichts der hohen Scheidungsrate ist das nicht die beste Methode. Nehmen wir uns lieber ein Beispiel an der bedingungslosen Liebe Gottes, indem wir jeden Tag versuchen, den anderen so anzunehmen wie er ist.

Im Alten Testament können wir die Geschichte Israels, des Volkes Gottes, verfolgen. Gott hatte einen Bund mit ihm geschlossen. Im Laufe der Geschichte hat sich aber dieses Volk immer wieder von Gott abgewandt und fremde Götter angebetet. Gott bleibt seinem Volk trotzdem treu. Jesus verspricht uns, alle Tage bis zum Ende der Welt bei uns zu bleiben (Mt 28,20). Die Liebe Gottes ist treu, auch unter den schwierigsten Umständen. Aus der Sicht unserer Gesellschaft muss die Treue nur so lange bestehen, so lange man „zusammen“ ist. In Beziehungen, in denen man jeden Tag „Schluss machen“ kann, ist das aber ein schwaches Band der Treue. Darum ist ein Treueversprechen „bis dass der Tod uns scheidet“ für die wahre Treue notwendig.

Die ganze herrliche Schöpfung und das ganze Leben auf der Erde ist durch die Liebe Gottes entstanden. Wo Gott am Werk ist, ist Leben in Fülle.  Das gilt nicht nur für die Schöpfung. Christus sagte: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10). Die Liebe Gottes ist lebensspendend. Wenn Gott einem Liebespaar ein Kind schenkt, lässt er sie an seiner schöpferischen Liebe teilhaben. Durch die Schöpfungsordnung steckt in jeder sexuellen Vereinigung die unausgesprochene Frage: Willst du, dass wir ein gemeinsames Kind haben? Durch die Verhütung werden jedoch Liebe und Fruchtbarkeit, die beide durch die Schöpfungsordnung in unseren Leib eingeprägt sind, voneinander getrennt. Dadurch verliert die Liebe ihre lebensspendende Eigenschaft. Bei der natürlichen Empfängnisregelung wird die Fruchtbarkeit nicht als Gefahr gesehen, sondern es wird mit Verantwortung mit ihr umgegangen. Fruchtbarkeit ist eine Gabe und eine Aufgabe. Wir sind dazu berufen Gott ähnlich zu werden und daher in unserem Liebesleben die Eigenschaften seiner Liebe zu verwirklichen.

Nun endet mein Blog. Ich danke allen Lesern ganz herzlich für Ihr Interesse!

Die deutsche Übersetzung der Katechesen über die „Theologie des Leibes“ von Johannes Paul II. findet sich in „Die menschliche Liebe im göttlichen Heilsplan. Eine Theologie des Leibes“, Herausgeber Norbert und Renate Martin, Fe-Medienverlag, 2017 (5. Auflage).

Als weitere Literatur kann ich empfehlen:

  • „Eine Vision von Liebe“ von Birgit und Corbin Gams, Fe-Medienverlag, 2015 (2. Auflage).
  • Amor – Der Leib und seine Sprache“, Be&Be-Verlag Heiligenkreuz, Herausgeber Corbin Gams, 2019.
  • „Amor - Als Abbild Gottes schuf er ihn“, Be&Be-Verlag Heiligenkreuz, Herausgeber Corbin Gams, 2020.
  • „Liturgie der Liebe“ von Corbin Gams, St. Grignion-Verlag, 2015.
  • „Der Olivenbaum des Odysseus oder die Architektur der Familie“ von José Granados, Be&Be-Verlag Heiligenkreuz, 2018.
  • „Zärtlichkeit – Weg zur glücklichen Ehe“ von Carlo Rocchetta, Lumen Cordium Gmbh, 2019.
  • „Liebe und Verantwortung“ von Karol Wojtyła, Verlag St. Josef, 2010 (2., neu durchgesehene Auflage).
  • „Zur Liebe berufen“ von Carl A. Anderson und José Granados, Fe-Medienverlag, 2014.

Der beste Weg die Theologie des Leibes tiefgründig kennen zu lernen ist der Studiengang in Heiligenkreuz. Weitere Informationen dazu unter theologiedesleibes.org


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