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Eine Kirche, die die Welt liebt

14. März 2021 in Aktuelles, 22 Lesermeinungen
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Laetare: Messe anlässlich des 500. Jahrestages der Ankunft des Christentums auf den Philippinen. Verkündigung, kein Proselytismus. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Heilige Messe, zelebriert von Papst Franziskus in der Petersbasilika anlässlich des 500. Jahrestages der Ankunft des Christentums auf den Philippinen. In seiner Predigt zum Laetare-Sonntag ging der Papst vom Tagesevangelium aus (Joh 3, 14–21), um sich dann auf den besonderen Anlass der Christianisierung der Philippinen und deren Herausforderung heute zu konzentrieren.

„Je mehr man liebt, desto mehr wird man fähig zu geben. Dies ist auch der Schlüssel zum Verständnis unseres Lebens. Es ist schön, Menschen zu begegnen, die sich lieben und ihr Leben miteinander teilen. Wir können von ihnen wie von Gott sagen: sie lieben sich so sehr, dass sie ihr Leben geben. Was zählt, ist nicht nur, was wir produzieren oder verdienen können, sondern vor allem die Liebe, die wir zu geben wissen.“

„Das ist die Quelle der Freude! Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen Sohn gegeben hat. Daraus ergibt sich die Aufforderung der Kirche an diesem Sonntag: ‚Freue dich, Stadt Jerusalem! Seid fröhlich zusammen mit ihr, alle, die ihr traurig wart. Freut euch und trinkt euch satt an der Quelle göttlicher Tröstung’ (Eingangsantiphon; vgl. Jes 66,10-11). Ich denke zurück an das, was wir vor einer Woche im Irak erlebt haben: ein gemartertes Volk jubelte vor Freude. Gott sei Dank, seiner Barmherzigkeit“.


„Manchmal suchen wir Freude, wo es keine gibt, in Illusionen, die sich verflüchtigen, in Träumen von der eigenen Größe, in der scheinbaren Sicherheit materieller Dinge, in der Anbetung des eigenen Bildes. Aber die Erfahrung des Lebens lehrt uns, dass wahre Freude darin besteht, sich unentgeltlich geliebt zu fühlen, sich begleitet zu fühlen, jemanden zu haben, der unsere Träume teilt und der, wenn wir Schiffbruch erleiden, kommt, um uns zu retten und uns in einen sicheren Hafen zu führen.“

„Liebe Brüder und Schwestern, fünfhundert Jahre sind vergangen, seit die christliche Verkündigung erstmals auf die Philippinen kam. Ihr habt die Freude des Evangeliums empfangen: dass Gott uns so sehr geliebt hat, dass er seinen Sohn für uns gab. Und diese Freude kann man in deinem Volk sehen, man kann sie in deinen Augen, in deinen Gesichtern, in deinen Liedern und in deinen Gebeten sehen. Ich möchte mich bei euch für die Freude bedanken, die ihr der ganzen Welt und den christlichen Gemeinden bringt. Ich denke an so viele schöne Erlebnisse in römischen Familien – aber  es ist überall auf der Welt dasselbe – wo  eure diskrete und fleißige Anwesenheit auch zu einem Zeugnis des Glaubens geworden ist. Nach dem Vorbild von Maria und Josef: Gott liebt es, die Freude des Glaubens durch demütigen und verborgenen, mutigen und ausdauernden Dienst zu bringen.“

„An diesem Jahrestag, der für Gottes heiliges Volk auf den Philippinen so wichtig ist, möchte ich euch auch dringend bitten, nicht mit der Arbeit der Evangelisierung aufzuhören – die  kein Proselytismus ist. Die christliche Verkündigung, die ihr empfangen habt, soll immer zu den anderen gebracht werden. Das Evangelium von Gottes Nähe verlangt, dass es in der Liebe zu den Brüdern zum Ausdruck kommt. Gottes Wunsch, dass niemand verloren geht, verlangt von der Kirche, sich um die zu kümmern, die verwundet sind und am Rande leben. Wenn Gott so sehr liebt, dass er sich uns schenkt, dann hat auch die Kirche diesen Auftrag. Sie ist nicht gesandt, um zu richten, sondern um aufzunehmen. Nicht um aufzudrängen, sondern um zu säen. Nicht um zu verurteilen, sondern um Christus zu bringen, der das Heil ist“.

„Ich weiß, dass dies das pastorale Programm eurer Kirche ist: das missionarische Engagement, das alle einbezieht und alle erreicht. Lasst euch niemals entmutigen, wenn ihr diesen Weg beschreitet. Habt keine Angst, das Evangelium zu verkünden, zu dienen und zu lieben. Und mit eurer Freude werdet ihr dafür sorgen können, dass auch von der Kirche gesagt wird: sie hat die Welt so sehr geliebt! Eine Kirche, die die Welt liebt, ohne sie zu verurteilen, und die sich für die Welt hingibt, ist schön und attraktiv. Möge es so sein, auf den Philippinen und in jedem Teil der Welt.“

 


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