Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  2. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  3. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  4. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  5. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  6. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  7. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  8. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  9. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  10. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  11. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  12. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  13. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. „Pinocchio“ Friedrich Merz

Moskauer Patriarchat errichtet neue Diözesen in Afrika

2. Jänner 2022 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Russisch-orthodoxe Kirche geht damit auf direkte Konfrontation mit dem Patriarchat von Alexandrien, weil dieses im Kirchenkonflikt um die Ukraine auf der Seite Konstantinopels steht.


Moskau (kath.net/ KAP)

Die Heilige Synode des Moskauer Patriarchats hat am Mittwoch eine Resolution zur Schaffung von zwei Diözesen und einem Exarchat in Afrika verabschiedet. Zusätzlich wurden "102 Kleriker des Patriarchats von Alexandrien aus acht afrikanischen Ländern" in die eigene russisch-orthodoxe Zuständigkeit aufgenommen. Moskau geht damit auf offenen Konfrontationskurs zum Patriarchat von Alexandrien, dessen Jurisdiktionsbereich sich auf ganz Afrika erstreckt, weil sich Patriarch Theodoros von Alexandrien im innerorthodoxen Kirchenkonflikt um die Ukraine auf die Seite Konstantinopels gestellt und die Orthodoxe Kirche der Ukraine offiziell anerkannt hat,

In der Ukraine gibt es zwei miteinander konkurrierende orthodoxe Kirchen. Die Orthodoxe Kirche der Ukraine (OKU), die Anfang 2019 von Patriarch Bartholomaios die Unabhängigkeit (Autokephalie) verliehen bekam, und die Ukrainische Orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats, die innerhalb der Russisch-orthodoxen Kirche autonomen Status hat, letztlich aber Teil des Moskauer Patriarchats ist. Moskau hat nach der Gewährung der Autokephalie an die OKU die Kirchengemeinschaft mit dem Ökumenischen Patriarchat ausgesetzt. Die OKU wurde bisher neben dem Ökumenischen Patriarchat nur von der Griechisch-orthodoxen Kirche Griechenlands, dem Patriarchat von Alexandrien und der Orthodoxen Kirche Zyperns anerkannt. Alle anderen orthodoxen Kirche stehen im Konflikt eher aufseiten Moskaus oder bemühen sich um Neutralität.


Schon bei der Sitzung des Moskauer Synods am 23./24. September wurde beschlossen, die Gründung eigener afrikanischer Kirchenstrukturen zu prüfen. Offizieller Anlass dafür waren zahlreichen Appelle von Geistlichen der Orthodoxen Kirche von Alexandrien an den Moskauer Patriarchen Kyrill, sie aufzunehmen. Sie würden es "nicht ertragen, mit den Schismatikern der OKU in Gemeinschaft zu stehen". Erzbischof Leonid von Vladikavkaz und Alania wurde vom Moskauer Synod beauftragt, dem Gremium nach sorgfältiger Prüfung der eingegangenen Appelle Vorschläge für die weitere Vorgangsweise zu unterbreiten.

 

Moskau legt Zurückhaltung ab

Erste Appelle von Geistlichen aus Afrika an Moskau gab es schon 2020. Zunächst reagierte die Russische Orthodoxe Kirche zurückhaltend auf die Bitten, in der Hoffnung, dass Patriarch Theodoros seine Entscheidung ändern würde und die Bischöfe der Kirche von Alexandria die Legalisierung des ukrainischen Schismas nicht unterstützen würden.

Zuvor hatte schon im November 2019 der Patriarch von Alexandrien mit zwei Hierarchen der OKU im Phanar in Konstantinopel konzelebriert. Am 13. August 2021 konzelebrierte Theodoros schließlich mit Patriarch Bartholomaios und Metropolit Epiphanius, dem Oberhaupt der OKU, auf der türkischen Insel Imbros und sicherte der neuen Autokephalkirche seine volle Unterstützung zu. Die Konzelebration und Kommemorierung des Namen des Kirchenoberhaupts im Gottesdienst sind in der Orthodoxie die öffentlichen Zeichen für die Anerkennung einer anderen selbstständigen (autokephalen) Kirche.

Moskau kritisierte infolge nicht nur die Konzelebration, sondern auch, dass kein einziger Hierarch des Patriarchats von Alexandrien seine Ablehnung der Entscheidung des Patriarchen zum Ausdruck gebracht habe, mit der OKU in Gemeinschaft zu treten. Kyrill I. hörte auf, während seiner Gottesdienste des Patriarchen Theodoros zu gedenken.

 

"Ukrainische Schismatiker"

Die Töne wurden immer schärfer: Im Oktober sagte Metropolit Hilarion Alfejew von Volokolamsk in seiner regelmäßigen Fernsehsendung "Kirche und Welt" im Sender "Russia-24", dass die  Russische Orthodoxe Kirche keinen Grund mehr habe, die Appelle der Kleriker des alexandrinischen Patriarchats abzulehnen", nachdem der alexandrinische Patriarch mit "ukrainischen Schismatikern" konzelebriere. Denn: "Wenn ein Hierarch mit einem Schismatiker konzelebriert, fällt er selbst ins Schisma. (...) Leider lassen die kirchlichen Vorschriften keine andere Auslegung zu."

Die Entscheidung der Synode kam also alles andere als unerwartet, wird aber auch von so manchen grundsätzlichen Unterstützern Moskaus kritisch gesehen. Der Schritt nach Afrika würde das wesentliche Argument gegen das Vorgehen Konstantinopels in der Ukraine untergraben. Denn letztlich stelle es auch nichts anderes als ein Eindringen in den Jurisdiktionsbereich einer anderen autokephalen Kirche dar, also genau das, was Moskau dem Ökumenischen Patriarchat vorwirft.

 

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Orthodoxie

  1. Papst Leo XIV. wirbt für engere Zusammenarbeit mit Ostkirchen
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Ökumenisches Patriarchat weist Vorwürfe Russlands zurück
  4. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  5. „Mit den beiden Lungenflügeln atmen“, singen und beten
  6. Der Augenblick Gottes: Die Begegnung von Papst Paul VI. und Patriarch Athenagoras
  7. Die Ost- und Westkirche – „Schwesterkirchen“ - Die Brüder Andreas und Petrus treffen sich

Ukraine

  1. Nuntius in Kiew ermutigt zur Unterstützung der Ukrainer
  2. Ukraine: Sophienkathedrale als Leuchtturm der Hoffnung
  3. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  4. Ukrainische Katholiken erhalten katholische Kirche für 50 Jahre zurück
  5. Die menschenverachtenden Angriffe auf die Ukraine durch Russland gehen täglich weiter!
  6. Papst Leo XIV. plant Ukraine-Besuch!
  7. Friedensappell für Ukraine von Kardinal Woelki und Weihbischof Hrutsa aus Lwiw







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Bischof Heiner Wilmer ist neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
  3. "Bevor es zu spät ist!" – Kardinal Sarah warnt Piusbruderschaft vor Schisma
  4. Deutsche Bischofskonferenz beschließt: Man will in Rom um Erlaubnis für Laienpredigt bitten
  5. Die Deutsche Bischofskonferenz nimmt die Satzung für die künftige Synodalkonferenz an
  6. Die Wahl von Bischof Heiner Wilmer zum DBK-Vorsitzenden „ist ein echtes Hoffnungszeichen“
  7. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  8. "Deutsche Kirchen" ersetzen spirituelle Dimension der Fastenzeit durch weltanschauliche Agitation
  9. Bischof Erik Varden bei Fastenexerzitien im Vatikan: „Tausende fallen“
  10. „Es ist verlockend aber zweifelhaft zu glauben, wir müssten mit den Moden der Welt Schritt halten“
  11. Mexiko in Angst: Priester spenden auf einem Dach eucharistischen Segen
  12. 'Ein Katholizismus ohne Beichte ist wie ein Krankenhaus ohne Medikamente'
  13. Burger: „Kurzum, wie hältst Du es mit Religion und Kirche? Wie geht das mit dem Glauben?“
  14. „Gemeinnutz vor Eigennutz“: Bischof erntet Kritik für NS-Vergleich in Richtung AfD
  15. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz