Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  5. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  6. Voll in die Falle getappt
  7. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  8. Die große Täuschung
  9. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  10. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  15. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung

"Nun musste sich mit Benedikt XVI. einer der Genannten 'entschuldigen'"

14. Februar 2022 in Aktuelles, 11 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Thomas Fischer kritisiert im "Spiegel" die Heuchelei beim Thema "Missbrauch" - "Wer will, dass sich Missbrauch und Erniedrigung von Kindern nicht wiederholen, muss in die Flüchtlingslager und Elendsviertel der Welt gehen und nicht auf den Petersplatz


München (kath.net)
"Gern vergessen werden gute Nachrichten: Sexualstraftaten durch katholische Kleriker dürften in den letzten 25 Jahren nicht häufiger geschehen sein als Sexualstraftaten durch Mediziner oder Sozialarbeiter, Sportlehrer oder Polizeibeamte. Die Wahrscheinlichkeit, von einem schwulen Kleriker begrapscht zu werden, mag größer sein als die, Opfer eines Eisenbahnunglücks zu werden, ist aber nicht annähernd so hoch wie die, im Automobil oder an Krebs zu sterben." Dies betont Thomas Fischer im "Spiegel" in einer kritischen Würdigung des Münchner Missbrauchs-Gutachten. Der Rechts­wissenschaftler war von 2000 bis 2017 Richter im 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs. Er erläutert, dass nicht einmal klar sei, ob die in dem Bericht als solche gezählten Personen allesamt Täter oder nur Verdächtige waren, und ob alle Opfer auch tatsächlich solche waren. Der Jurist verweist auch darauf, dass fast alle Taten, die im neuen oder in alten Gutachten erwähnt wurden, inzwischen strafrechtlich erledigt seien. Täter wurden abgeurteilt, Beschuldigte verstorben, mutmaßliche Taten seien verjährt. Wenn man die Presseberichte darüber liest, kann man es bezweifeln, ob dies von der Öffentlichkeit zur Kenntnis genommen wird. " Da scheint es oft, als müssten die inzwischen senilen Kaplane von 1960 und die psychisch auffälligen Dorfpfarrer aus den frühen Siebzigern nun aus Gräbern und Pflegeheimen vor Gericht geschleppt werden, auf dass Tribunale aus Beauftragten, Begutachtern, Hobbypsychiatern und Fernsehansagern entscheiden, ob sie in der Hölle der »Bild«-Seite eins braten müssen, bis der Tod eintritt."


Fischer kritisiert auch die Reaktion der Öffentlichkeit auf die Entschuldigung von Benedikt und erinnert daran, dass es seit 1945 in München sieben Erzbischöfe und in der Weltkirche 7 Päpste gab. "Nun musste sich einer der Genannten »entschuldigen«. Er ist bald 95 Jahre alt und hat sich, wie er sagt, beim Bestreiten einer Teilnahme an einer Sitzung vor 42 Jahren geirrt. Das hat ihm erwartungsgemäß nichts genützt. Er soll sich gefälligst noch einmal entschuldigen, und noch einmal, und dann noch einmal. Und zwar richtig!" Der Jurist erinnert daran, dass auch der derzeitige Erzbischof von München sich geirrt habe und sogar der Bundeskanzler sich gelegentlich irre und sich seiner Meinung schätzungsweise fast ein Prozent aller Menschen sich schon einmal geirrt habe. Er frage sich, warum man nur an den Gewändern der Bischöfe ab 1980 und von Päpsten ab 2005 nach Spuren verdächtigen Vergessens suche.

Die Erschüttertheit über die berichteten Fälle klerikalen Missbrauchs sei laut Fischer zu einem erheblichen Teil vorgetäuscht. "Selbstverständlich wurden sexuell motivierte Grenzüberschreitungen und Gewalthandlungen in der katholischen Kirche zulasten der Tatopfer vertuscht, diese vielfach gedemütigt, missachtet und zusätzlich ausgegrenzt. Genauso wie in der evangelischen Kirche, den anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften, den Schulen, Kindergärten, Vereinen. Und ganz besonders den Familien. Gewiss: Eine Menge Vertuscher und Verleugner sitzen und saßen in frommen Heuchelgremien. Die bei Weitem meisten saßen allerdings seit jeher daheim auf dem Sofa und schwadronierten über die Verderbtheit der jeweils anderen."

Er frage sich, warum für Millionen von Euro Wahrheiten von vor 30 oder 50 Jahren enthüllt werden, die jeder schon kennte. "Wer will, dass sich Missbrauch und Erniedrigung von Kindern nicht wiederholen, muss in die Flüchtlingslager und Elendsviertel der Welt gehen und nicht auf den Petersplatz."

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Benedikt XVI.

  1. Il Giornale: Benedikt XVI. hatte ‚große Besorgnis‘ wegen des Synodalen Wegs
  2. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  3. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  4. Kardinal Kasper erinnert sich wertschätzend an Benedikt XVI./Ratzinger - „Kennen uns seit 1963“
  5. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  6. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  7. Papst Leo verlieh Ratzingerpreis an den Stardirigenten Riccardo Muti
  8. "Unsere Liebe Frau von Guadalupe" ist "Mutter und Stern der Evangelisierung in Amerika"
  9. „Was Benedikt XVI. uns über Israel lehrte – und warum es heute von Bedeutung ist“
  10. Benedikt XVI.: "Das Kommen des Herrn ist einmalig"






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Voll in die Falle getappt
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  7. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  8. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  9. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  10. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  11. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  12. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  13. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  14. Die große Täuschung
  15. Niederösterreich: Pfarrer während Messfeier verstorben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz