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Wurzeln und Flügel

28. April 2022 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Franziskus: prophetische Stimmen – Brücken für eine neue Ära. Das Tragische der Schemata des Krieges. Es ist der existenzielle ‚Kainismus’. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Wurzeln und Flügel – Prophetische Stimmen“: so lautet das Thema des Sechsten Nationalen Katholischen Kongress für hispanische Pastoral, der in Washington, DC, vom 26. – 30. April 2022 stattfindet. Dabei handelt es sich in einer Zeit der kulturellen Umbrüche und Globalisierung um ein für die katholische Kirche in den USA wichtiges und auch entscheidendes Ereignis.

Auch der „hispanische“ Papst Franziskus wollte den Kongress würdigen und wandte sich mit einerVideobotschaft an die Teilnehmer. Immer öfter hatte der Papst in der Vergangenheit, verstärkt in der Zeit der Pandemie, diese Art der Kommunikation genutzt, um den Gläubigen die stärkende Nähe des Nachfolgers des Apostels Patrus zum Ausdruck zu bringen.


Videobotschaft des Heiligen Vaters an den Sechsten Nationalen Katholischen Kongress für hispanische Pastoral „Roots and Wings“, 26. April 2022:

Ich begrüße herzlich die Teilnehmer des Nationalen Katholischen Rates für den Dienst an der hispanischen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten, der den sechsten Nationalen Katholischen Führungskongress für den Dienst an der hispanischen Bevölkerung, Roots and Wings 2022, in Washington unter dem Thema „Prophetische Stimmen – Brücken für eine neue Ära“ einberufen hat.

Das Thema ist wichtig. Auch wenn es ein wenig üppig erscheint, haben Sie ein gutes Thema gewählt, in dieser absurden Zeit, in der wir, ohne uns von einer Pandemie zu erholen, die die ganze Menschheit mit Leid und Traurigkeit überzogen hat, mitten im Leid und der Tragödie des Krieges stehen. Jeder Krieg hat seinen Ursprung in der Ungerechtigkeit, auch die Kriege, die manchmal in unseren Familien und Gemeinschaften geführt werden, die im Stillen ausgetragen werden, haben ihren Ursprung ebenfalls in der Ungerechtigkeit. Es ist traurig zu sehen, dass die Menschheit nicht in der Lage ist, mit Plänen und Projekten des Friedens zu denken. Wir alle denken in Schemata des Krieges. Es ist der existenzielle „Kainismus“. Die Brüderlichkeit aller - sie gehört allen - verwirklicht sich nicht in Plänen, die das Leben von Familien, Gemeinschaften, Völkern, Nationen und der Welt verändern.

Ich lade Sie ein, darüber nachzudenken, dass wir Christen sein müssen, die Strukturen verändern und in allen Bereichen der Gesellschaft Brücken bauen können, die das Denken erhellen und zu Handlungen führen, die Frieden und Einheit auf allen Ebenen bringen können, angefangen in unseren Familien und Gemeinschaften. Ich brauche Frieden, du brauchst Frieden, die Welt braucht Frieden, Frieden zu atmen ist gesund. Wir brauchen konkrete Zeichen des Friedens. Die Christen müssen mit gutem Beispiel vorangehen.

Ich bitte Sie, Brücken zu sein, Brücken zu bauen, für den Frieden zu beten und zu arbeiten. Und vergessen Sie nicht, für mich zu beten.

Ich wünsche Ihnen alles Gute und gebe Ihnen meinen Apostolischen Segen: im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.

 


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Lesermeinungen

 Adamo 30. April 2022 
 

Die Meinung des Kremls zum Kriegsursprung in der Ukraine ist:

Eine reine Täter-Opfer-Umkehr. Nicht Russland ist schuld am Krieg sondern die Ukraine.

Das ist doch ein ganz klares Charakteristikum des Durcheinanderwerfers!


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 modernchrist 29. April 2022 
 

modernchrist

Der Satz des Papstes, der Sie zu Recht stutzig gemacht hat, Herr Fleischer, ist für mich ein Fall von päpstlichem pastoralem Geschwurbel: Denn, was ist denn Ungerechtigkeit? Welche ist gemeint? Die Sündhaftigkeit, dh. mangelndes "Gerecht-Sein" des Menschen, also mangelnde Gerechtigkeit des Einzelnen (im Gegensatz zu Josef, der gerecht war), ja, dann würde der Satz des Papstes wohl stimmen. Der normale Zuhörer aber vesteht unter Ungerechtigkeit etwas völlig anderes! Er exkulpiert nämlich z.T. sogar den "Krieg". Das aber ist fatal. Gerade in der Familie kann oft gar nicht die "Gerechtigkeit" das oberste Ziel sein. Das oberste Ziel von Christen ist die Liebe. Liebe aber fehlt in jedem Krieg völlig. Auch in jedem Schisma, das brutal die Liebe zur Kirche verweigert und für nichts erachtet.


0
 
 Stefan Fleischer 29. April 2022 

Jeder Krieg hat seinen Ursprung in der Ungerechtigkeit. (2)

Doch wenn ich es mir gründlicher überlege, so stimmt diese Aussage eben nur sehr bedingt. Wie viele Kriege wurden schon geführt, wie viel Frieden verhindert auf Grund der Haltung: «Es gibt keinen Frieden ohne Gerechtigkeit!» Vielleicht sollte man viel mehr sagen: «Es gibt keinen Frieden ohne Zufriedenheit.» Sicher, Gerechtigkeit sollte eigentlich Zufriedenheit schaffen. Dem steht allerdings entgegen, dass menschliche Gerechtigkeit praktisch nie wirklich vollkommen ist einerseits, und dass andererseits Sünde und Schuld oft dazu führen, selbst dann noch unzufrieden zu sein, wenn uns Gerechtigkeit widerfahren ist.
Im Übrigen, Gerechtigkeit mir gegenüber kann ich meist nur fordern, nicht selbst schaffen. Zufriedenheit aber ist eine Tugend, welche sich selbst dann noch üben lässt, wenn mir Unrecht widerfahren ist. Christus, der Herr, nahm das ungerechte Urteil auf sich - aus Liebe zu uns, um uns zu erlösen. Dankbarkeit dafür würde uns schnell zur wahren Zufriedenheit führen.


0
 
 Stefan Fleischer 28. April 2022 

Jeder Krieg hat seinen Ursprung in der Ungerechtigkeit.

Menschlich, d.h. vordergründig gessehen, ja. Der wahre, tiefe Grund dafür aber ist die Sünde, der Unfriede mit Gott.
"Wir sind also Gesandte an Christi statt, und Gott ist es, der durch uns mahnt. Wir bitten an Christi statt: Lasst euch mit Gott versöhnen!" 2.Kor 5,20


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