Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht mehr ernst zu nehmen
  2. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  3. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  4. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  5. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  6. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  7. Papst äußert sich skeptisch zu fundamentalen Risiken der KI
  8. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  9. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  10. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  11. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  12. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  13. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  14. US-Diözese errichtet Pfarre, die dem Märtyrer Matthew Ayariga geweiht ist
  15. Wenn die Erinnerung bleibt, aber der Glaube schwindet

Papst-Interview zum Russland-Ukraine-Krieg schlägt Wellen

5. Mai 2022 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kurienkardinal Czerny: Äußerungen von Franziskus zeugen von der "Kontinuitätslinie zwischen allem, was der Papst seit Beginn dieses Konflikts gesagt und getan hat


Rom (kath.net/KAP) Das Interview von Papst Franziskus zum russischen Angriffskrieg in der Ukraine sorgt weiter für Gesprächsstoff. Im "Corriere della Sera" (Dienstag) hatte Franziskus seine Bereitschaft erklärt, nach Moskau zu fahren, um Präsident Wladimir Putin zu treffen. Zugleich betonte er seinen an beide Kriegsparteien gerichteten Friedensappell und erklärte die Absage des Treffens mit Russlands Patriarch Kyrill I.

Er fand aber auch deutliche und kritische Worte für die Haltung der NATO gegenüber Russland. Es gehe in allen Konflikten stets um "internationale Interessen", so Franziskus. Aus Sicht von Kardinal Michael Czerny, Interimsleiter der Entwicklungsbehörde, zeugen die Äußerungen von der "Kontinuitätslinie zwischen allem, was der Papst seit Beginn dieses Konflikts gesagt und getan hat".

Für Moskaus Botschafter beim Vatikan, Alexander Awdejew, ist "in jeder internationalen Situation" der Dialog mit dem Papst wichtig. In Moskau sei der Papst "immer ein willkommener und gewünschter Gesprächspartner", sagte Awdejew dem "Corriere". Kiews Botschafter am Vatikan, Andrij Jurasch, reagierte etwas verhaltener auf das Papst-Interview: "Die Botschaft des Heiligen Vaters ist bedeutsam. Es ist jedoch eine Schande, dass Putin nicht nur für Bergoglios edle Bitte taub ist, sondern auch für die Stimme seines eigenen Gewissens", zitierte ihn die Zeitung.


Kardinal Czerny, den Franziskus als Vertrauten mehrfach in die Ukraine und das Grenzgebiet gesandt hatte, betonte im Interview mit "Il Messaggero" (Mittwoch), dass der Papst eine "sehr klare Sicht der Dinge" habe. "Franziskus hat seit den ersten Tagen der Invasion immer wieder betont, dass er bereit ist, alles Menschenmögliche zu tun, um diesen Krieg zu beenden, um die Parteien an den Verhandlungstisch zurückzubringen, um die Bemühungen auf ein Terrain zu lenken, das nicht mehr militärisch ist", so Czerny. Des Pontifex' fester Wille sei ein Kriegsende und da scheine die Reise nach Russland vorrangig.

Franziskus hatte in dem Gespräch mit dem "Corriere" berichtet, im März habe er Putin seine Bereitschaft mitgeteilt, nach Moskau kommen zu wollen, "aber ich fürchte, dass Putin diese Begegnung im Moment weder machen kann noch will", so der Papst weiter. Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. kann aus päpstlicher Sicht nicht als "Türöffner" fungieren. Ein ursprünglich für den 14. Juni geplantes Treffen mit Kyrill in Jerusalem wurde abgesagt. Derzeit seien beide sich einig, dass dies ein ambivalentes Zeichen wäre, so Franziskus.

Für Czerny ist diese Absage "keineswegs ein ökumenischer Bruch". Der Dialog sei schwierig und das angedachte Treffen hätte wohl nicht die erhofften Früchte getragen. "Aber wir müssen die Versuche fortsetzen, die Fäden des Dialogs in Zukunft wieder aufzunehmen", so Czerny. Zur Papst-Äußerung, dass es vielleicht die NATO gewesen sei, "die vor Russlands Tor bellt" und damit ein Faktor gewesen sei, der Putin mit zur Invasion getrieben habe, wollte Czernzy indes nichts sagen.

Für den Präsidenten der katholischen Bewegung Sant'Egidio, Marco Impagliazzo, zeugt der päpstliche Wille, nach Russland zu reisen "von großem Mut, Großzügigkeit und auch großem Realismus". Der Papst müsse "Putins Herz" berühren, so Impagliazzo im Gespräch mit "Avvenire" (Mittwoch). Dass Franziskus nicht erst Kyrill treffe, sei aus seiner Sicht von Vorteil für die Orthodoxe Kirche. Es bewahre sie vor dem Eindruck einer "übermäßigen Abhängigkeit" von der Kreml-Logik. Religiöse Führer müssten für den "Frieden und nicht für den Sieg" beten. Er hoffe, so Impagliazzo, dass Putin Franziskus anhöre.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto: Papst Franziskus zeigt eine Ukraine-Flagge aus einer umkämpften Region


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 




Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Russland: Autobiografie von Papst Franziskus zensiert
  4. Vatikan-Außenminister zieht positive Bilanz seiner Moskau-Reise
  5. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  6. Matthäi am Letzten will Bischof Feige nicht mehr
  7. Die umstrittene Synodalkonferenz der Kirche in Deutschland wurde leise abgesagt
  8. Polen - Erzbischof Galbas: „Es gehört auch zum Auftrag der Kirche zu sagen: ‚Du darfst nicht‘“
  9. „Synodalität wird den Katholizismus zerstören“
  10. Jüngerschaft in Wien und darüber hinaus
  11. ‚Wir steuern auf eine Katastrophe zu‘: Warnung vor gescheiterter Integration in Deutschland
  12. Polizei in Papst-Städtchen auf E-Bikes im Einsatz
  13. ‚Tritt hinter mich!’ Der Weg des Messias führte über das Kreuz
  14. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  15. Papst erlässt neues Verfahren zu Absetzung ostkirchlicher Patriarchen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz