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Von Domspatzen und Donaubrücken

16. November 2022 in Kommentar, 6 Lesermeinungen
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Otti's Optik: Deutschland, Deine Diözesen. Teil 4: Regensburg + Co. - Ein Kommentar von Von F.N. Otterbeck


Köln (kath.net)

Wer von Wien aus mit viel Geduld flussaufwärts paddelt, der erreicht auf der schönen blauen Donau irgendwann eine Steinerne Brücke, in Regensburg. Die alte Freie Reichsstadt stand durchaus unter Habsburger Einfluss, allein schon wegen des Immerwährenden Reichstags, der dort im Rathaus seit dem 17. Jh. tagte. Regensburg ist also mitnichten bayerische Oberpfalz, wenn auch der Bezirk von dort aus regiert wird. Den kleineren "Kölner Dom" (eine gotische Kathedrale mit zwei Spitztürmen) dort erblickte ich erstmals während einer Bahnreise nach Wien 1988 und habe mich seither jedes Mal über ein Wiedersehen gefreut.

Die gute Nachricht: Es gibt sie noch, katholische Diözesen in Deutschland. Das gilt nicht allein für Regensburg, aber dort kennt sich der Kommentator am besten aus. Außer einigen Reisen verbinden mich mit der romantischen Stadt an der Donau zwei Semester im Jurastudium. Ich wohnte in der Nähe des Fernsehsenders Ziegetsdorf, lernte also auch den kleinen Friedhof kennen, auf dem die Familie Ratzinger in Frieden ruht, unweit des Papsthauses in Pentling. Von meinem Fenster aus konnte ich bis zur Walhalla blicken. Heute ist der damalige Blick, hinweg über die moderne Campus-Uni, durch hochgewachsene Bäume verstellt. Ich kenne das Auditorium also aus eigenem Erleben, in dem Papst Benedikt XVI. eine seiner besten Reden auf Reisen hielt, im September 2006. Damals war ich allerdings nicht in Regensburg dabei, sondern bei der Papstmesse in München, als Gast der "Ciellini" aus Köln.

Regensburg hatte oft Glück mit seinen Bischöfen. Unvergessen ist auch Rudolf Graber, der den Mut zu einer vorsichtigeren, also nachhaltigeren "Umsetzung des Konzils" fand. Als einer der wenigen diagnostizierte er richtig, dass die Antrittsenzyklika des Konzilspapstes von 1964 ("Ecclesiam Suam") den Kampf der Kirche wider den Modernismus keineswegs preisgeben wollte, sondern im Dialog eine andere Methode mit mehr Überzeugungskraft aufrufen wollte. So auch das ganze Zweite Vatikanum. Stattdessen orderten hochmütige Bischöfe vielerorts die Abrissbirnen, propagierten den Bruch mit der Tradition als "Erneuerung". 

Für lange Zeit war der Domkapellmeister Georg Ratzinger der berühmtere der beiden Brüder, weil die Domspatzen als Knabenchor unter seiner Leitung weltweite Geltung erlangten. Unübertroffen. Seinetwegen wurde Regensburg auch zur Wahlheimat des Professors Ratzinger, der aber schon bald 1977 in bischöfliche und dann weltkirchliche Dienste gerufen wurde. Zu seiner Zeit war auch das Erzbistum München und Freising noch katholisch, wiewohl Joseph Ratzinger in seiner kurzen Amtszeit zu wenig Gelegenheit hatte, Fehler aus der stürmischen Ära Döpfner abzustellen. So ergibt sich aber folgerichtig, dass in Regensburg das geistliche Erbe des gar nicht so "deutschen" Papstes Benedikt XVI. besonders sorgsam gepflegt wird. Ein  Anstoß dazu, von vielen, war die Herausgabe der 'Gesammelten Schriften' durch den späteren Kardinal Gerhard Ludwig Müller (von Papst Franziskus ernannt!), um die sich auch Ratzinger-Preisträger Christian Schaller bleibende Verdienste erworben hat. Manche Wünsche blieben offen. Ich hätte gern einmal an einer katholischen Veranstaltung der Fürstin Gloria teilgenommen. Aber Ehre wem Ehre gebührt: Da lasse ich gern größeren Geistern den Vortritt.

Auch wenn in jüngster Zeit viel Irrsinn aus den deutschen Diözesen zu verarbeiten  war, so soll "Otti's Optik" nicht nur eine Mecker-Ecke auf kath.net werden. Wir werden uns also zukünftig auch immer mal wieder guten Nachrichten bewusst zuwenden, nicht nur aus Bayern. Zu den anderen bayerischen und fränkischen Bistümern kann ich allerdings nur wenig vermelden, mangels eines persönlichen Bezugs. Man hört aber auch von woanders her noch oft Erfreuliches, aus Augsburg, aus Passau, manchmal noch aus Eichstätt mit seiner KU. Einer echt katholischen Universität - oder zumindest Theologenfakultät - wäre allerdings auch außerhalb des erst gut hundertjährigen Freistaats eine gute Zukunft zu erhoffen.

Regensburg ist wahrscheinlich die älteste durchgehend besiedelte deutsche Stadt. Die alte Donaubrücke dort ist daher nicht nur für mich immer noch ein schönes Sinnbild dafür, was der Dienst eines Pontifex, eines Brückenbauers ist: 'aus dieser Welt zur anderen ...' Aus der Zeit in die Ewigkeit! Das zeigt sie schöner als selbst die viel modernere Hohenzollernbrücke in Köln am Rhein. Man könnte erstere also dereinst "Papst-Benedikt-Brücke" nennen.


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Lesermeinungen

 ThomasR 17. November 2022 
 

@Wynfried junge Generation von Priestern

junge Generation von Priestern dringendst gefragt

Momentan scheinen die jungen Bewerber v.A.in den Priestersemianren der Tradition sich zu melden
-alte Messe ist momnetan die Jugendmesse von heute

Den Entscheidungsträgern(2022 Würzburg und Passau)ist es sogar lieber diözesane Priestersemianre (mit Geschichte von über 300 Jahren, davon über 200 Jahre alte Messe) zu schließen als für die Ausbildung in beiden Ordnungen des RR zu öffnen

Dazu noch kommt daß man in manchen Bistümern die däpfnerische Personalpolitik fortgeführt hat und selbst die in neuen Messe beheimatete Kandidaten (z.B. vom Lande) die als zu fromm bzw zu tief in der Volksfrömmigkeit beihematete Bewerber im Erstgespräch mit dem zuständigen Regens aufgefallen sind, einfach abgewiesen hat (da solche Fälle über Mundpropaganda bekannt geworden, melden sich einfach viele Bewerber einfach nicht mehr)- soviel zur Rolle eines Regens als "doorkeeper" und Verteidiger der döpfnerischen Personalpolitik (wenig Priester, viele Laien)


1
 
 Wynfried 17. November 2022 

Im Bistum Regensburg

ist sicher Vieles noch traditionell katholischer geprägt als in anderen Bistümern, aber auch dort ist leider nicht alles Gold, was glänzt.
So weht in weiten Teilen des Bischöflichen Ordinariats, unter den hauptamtlichen Laienfunktionären und an der Theologischen Fakultät noch immer der liberale Zeitgeist aus der Bischof-Manfred-Müller-Ära. Auch viele Kleriker sind noch immer von dieser Zeit geprägt.
Leider hat da auch der gute Bischof Voderholzer zu wenig Handlungsmöglichkeiten, um das katholische Profil zu schärfen. Hoffnung allein macht die jüngere Priestergeneration, die wieder deutlich traditioneller profiliert ist.


1
 
 ThomasR 16. November 2022 
 

Versuche* Ära KArd Döpfner in München durch KArd Ratzinger

zu beenden sind in München auch erkennbar bis heute
(* und konkrete MAßnahmen)
1968 hat KArd Döpfner das Priesterseminar in Freising (kurz nach Generalsanierung) aufgelöst (unter Vorwand der Verlegung nach München- zu diesem Zeitpunkt verfügte EB über kein geeignetes Gebäude in München und Semianristen wurden über mehrere Häuser verteilt)
Erst Kard Ratzinger ließ ein Priesterseminargebäude in München bauen (geweiht durch Kard Wetter)
Kard Döpfner hat erste Pastoralassitenten und-assistentinen für EB München ernannt und etsendet (bei den Pastoralassitenten und-assistentinen war auch kein Widerstaand bei dem "plattmachen der Litrugie " zu erwarten - viele Priester in München hielten sich zu diesem Zeitpunkt an die Vorgaben der alten Liturgie z.B. zur Form der Kommunionspendung- es konnte u.A. Sankt Peter (Stadtpfarrkirche von München) vor der Einrichtung von einem zweiten Altar (sog.Volksaltar) gerettet werden- hier wird in München weiterhin bis heute Mundkommunion kniend gespendet


2
 
 physicus 16. November 2022 
 

"Regensburg hatte oft Glück mit seinen Bischöfen"

... auch mit dem aktuellen, Bischof Voderholzer!


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 Weißer Helge 16. November 2022 
 

Typich Linke. Die Fehler von Döpfner sieht man nicht dafür wird haufenweise Schmutz auf den Pästlichen Ehrenprälaten Georg Ratzinger wegen angeblichem Mißbrauch geworfen.


4
 
 ThomasR 16. November 2022 
 

Fehler aus der stürmischen Ära Döpfner

werden weiterhin in München nicht als Fehler angesehen und ausgerechnet dies ist sehr problematisch.

Die faulen Früchte (und Prämissen) der Ära Döpfner reichen bis heute.


4
 

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