Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  3. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Voll in die Falle getappt
  6. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  7. Die große Täuschung
  8. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  9. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  10. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  11. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  12. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  13. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  14. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung
  15. Islamismusforscherin Schröter: „Tja, liebe Freunde, was glaubt ihr eigentlich, was die Scharia ist?“

Christus in unserer Mitte

10. Jänner 2023 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Otti's Optik: Ein persönlicher Blick auf Joseph Ratzinger - Von Franz Norbert Otterbeck


Rom (kath.net)

Zum Heimgang unseres geliebten Papstes Benedikt ist vielleicht schon alles gesagt worden, aber noch nicht von allen. Sogar ein Babbelbischof Bätzing versuchte, einige "angemessene" Wortspenden zu drechseln. Die klerikalen Karrieristen dieser Generation haben ja vom ersten Studiensemester an die wahlweise betroffene, zumeist aber "menschenfreundliche" Mimik einstudiert. In den Interviews mit ARD und ZDF schimmerte dennoch permanent durch, wie frei und gelöst der DBK-Feldherr angesichts dieses lang erwarteten Todesfalls empfindet: Endlich können wir den, der uns deutschen Christen immer wieder Stolpersteine in den Weg legte, der "Barmherzigkeit Gottes" empfehlen. Das Organ, das unter haeretisch.de aufzufinden ist, vermeldete folgerichtig vom Rande des Requiems, dass B.B. keinerlei "Stoppschild" mehr seitens Papst Franziskus wider den Synodalen Orkus sieht, in den Bätzing, Marx + Co. die Kirche stürzen wollen. Zugleich meldet dasselbe Parteiorgan, dass Bätzing sich gegen eine sofortige Seligsprechung Ratzingers ausspreche. Ich bin auch gegen eine sofortige Seligsprechung Bätzings. Wer von uns wird mehr Recht behalten? Anteilnahme jedenfalls sieht anders aus als es die wohlfeilen Kommentare so mancher Klerikalklempner suggerieren, von den üblichen, medienbekannten Benedetto-Feinden mal ganz zu schweigen.

Mir hat Joseph Ratzinger den katholischen Glauben gerettet, weil ich 17-jährig seine "Einführung" las, 1984 in der Osterwoche, im Skiurlaub in Livigno (Italien). Das Buch war aus dem Nachlass eines Onkels an uns gelangt. Die Eltern lasen Ratzinger nicht, wie wohl die meisten deutschen Bischöfe meiner Generation, die allmählich die deutschen Diözesen erobern - und zerstören. Ratzinger legte eine moderne Theologie vor, aber zugunsten einer Modernität "in" der Kirche. Mit seinem Konzept hat der Theologenpapst vermutlich die Leitidee der hl. Konzilspäpste Johannes und Paul besser ergriffen als diese selber: Die heilige Kirche, die immer dieselbe ist, prüft alles und integriert das Gute der Neuerungen in ihre Sendung. Es gibt Fortschritte, Schritt für Schritt, aber nicht "der Fortschritt" diktiert der Kirche den Weg durch die Zeit, sondern Wort und Weisung des Herrn.


Christus lebt in unserer Mitte. Das ist die "Botschaft des Konzils", sie ist radikal christozentrisch und nur um Seinetwillen auch relativ "anthropozentrisch". Im Blick auf Ihn sind wir Seine Kirche. Die "Veränderung der Kirche" kann also für die Milliarde Ratzingerfreunde auf diesem Planeten nur Thema sein, soweit diese zu Ihm zu führen vermag; und uns nicht in eine "autonome" (= zeitgeistig heteronome) Moderne entrückt. Ohne Kirche stirbt die Stadt. Diese Einsicht verdanke ich Ratzinger und sie hat sich mir schon vor fast 40 Jahren unverrückbar mitgeteilt. Alle Folgekonflikte, bis hin zu dem Hass, der mir auch wegen meiner Mitarbeit an kath.net zuteil wird, ergaben sich aus der Entscheidung, dass ich dem Satz zustimme: "wir" sind die wahre Religion, um Jesus Christus versammelt. Bedeutung oder Profil im deutschen Kirchenwesen zu erlangen muss stets hinter diese Entscheidung zurücktreten, wenn deutsche Kirchenleute einfordern, Christus zu relativieren. Bei einem Murxkardinal, einem Bischof Schwätzing oder Weihbischof Windbeutel vermag ich keine Christusbeziehung mehr zu erkennen. Aber wer wäre ich zu urteilen? Diese Herren der deutschen Kirche empfehlen wir - durchaus auch selbstkritisch - der gerechten Barmherzigkeit Gottes an.

Im September 1987 versammelten sich in Kevelaer viele Marienverehrer mit Joseph Ratzinger zu einem Pontifikalamt. Ich durfte als Ministrant dabei sein. Die Predigt ist mir noch im Ohr: Es gehe darum, dass heute Gottesgeburt für uns sei. (Immer noch, immer mehr.) Am Vorabend gab es eine kurze, persönliche Begegnung. Dem "letzten Spross" einer Schusterfamilie von der Ruhr fielen die schicken Schuhe des Kardinals auf. Ich gab ihm die Hand, während zwei andere Praktikanten im "Priesterhaus" auf die Knie fielen und den Bischofsring küssen wollten. Das war ihm unangenehm, wie es auch viele Bilder aus seiner Zeit als Papst zeigen. Ich habe etliche Veranstaltungen mit Papst Benedikt XVI. miterlebt, in Rom, Deutschland und anderswo, ohne dass je wieder eine Begegnung aus der Nähe angesagt war. Anfang 2009 sah ich dann bei einem Nachrichtensender die Meldung laufen: "Benedikt XVI. rehabilitiert Holocaustleugner." Das war ebenso falsch wie wirksam. Ich wusste sofort, dass sein Programm für Deutschland damit erledigt war. In meinem Umfeld, auch auf kath.net, versuchte ich mit bescheidenen Mitteln gegenzusteuern, vergebens. Die "Ohrfeige" der Bundeskanzlerin für den gar nicht so deutschen Papst vom 3. Februar 2009 gab ihm "den Rest". Seither befindet sich der Nationalkatholizismus in diesem unglückseligen Vaterland im freien Fall. Die Lemuren, die hier das Sagen haben, wollen jetzt das Tempo noch erhöhen. Sie nennen ihr Harakiri sogar stolz "Reform". Da sei Gott vor - und Papst Franziskus.

Bischof Genn beklagte neulich in einer Predigt, ein Kritiker habe ihm "einen Strick" geschickt, damit er sich aufhänge wie Judas. Ein kluger Bischof hätte so eine widerwärtige Aktion nicht öffentlich gemacht. Die narzisstische Kränkbarkeit heutiger Bischöfe verrät viel mehr über ihr Sinnen und Trachten als ihre bisweilen wenig erleuchteten Predigten je wiedergutmachen könnten. Leider, leider hat die mittelbare oder unmittelbare Nähe zu Benedikt XVI. auch manchen zu Pfründen verholfen, die dann 2013 sofort den Schulterschluss mit den deutschnationalen Amtsbrüdern suchten. Zu Peter Seewald, nicht zu verwechseln mit der Mickymaus in Münster, sagte der Emeritus noch, er habe seiner Heimat mit "Personalentscheidungen" geholfen. Hier irrte der nahezu Unfehlbare. Ansonsten habe ich, als niederrheinischer Außenseiter der hiesigen Katho GmbH & Co, unserem Papst der Ermutigung 'zu Christus hin' nichts vorzuhalten, insbesondere nicht, dass zum Missbrauch "Fragen offen" geblieben seien. Die Meute versteht den Wink und alles tobt: Missbrauch, Missbrauch, Missbrauch. Polizeistatistisch entfallen vielleicht 0,5 % der Taten auf das kirchliche Milieu. Das bedeutet: Selbst die restlose Ausrottung des Christentums in Deutschland würde an den Opferzahlen fast nichts ändern. So ehrlich muss man sein. Ich sehe in Benedikt XVI. einen Märtyrerpapst. Beihilfe geleistet hat die deutsche Theologie - von Christus und allen guten Geistern verlassen. Beten wir also für eine "benedettinische" Wende. Hilf, Maria. Es ist Zeit: Consolatrix afflictorum, ora pro nobis.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Otti's Optik

  1. Salzburg '23: Die "letzte" Hochschulwoche?
  2. Kein Himmel mehr voller Geigen
  3. Anmache oder Mache oder beides - kreuz und queer?
  4. "Veni Sancte Spiritus"
  5. "Die nächste Messe? Am Sonntag!"
  6. "Wo bleibt das Fleisch?"
  7. "Der Lauf der Welt"
  8. Hirtensorge und Selbstmästung
  9. 'Klappe zu, Affe tot!'
  10. Ein gutes Zeugnis für Papst Benedikt






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Voll in die Falle getappt
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  7. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  8. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  9. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  10. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  11. Die große Täuschung
  12. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  13. Niederösterreich: Pfarrer während Messfeier verstorben
  14. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  15. „Im Namen Jesu, lass das Messer fallen!“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz