Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  2. Freikirche oder katholische Kirche? Überlegungen eines Konvertiten
  3. Bischof Wilmer: "Wir wollen keinen deutschen Sonderweg"
  4. Wie wird das „pro multis“ im neuen Messbuch übersetzt werden?
  5. „Brot für die Vögel?“ – Können Protestanten zur Hl. Kommunion zugelassen werden?
  6. Bätzing gegen Papst Leo
  7. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  8. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  9. Kardinal Fernández räumt geringes Interesse an seinem Dokument über Mission ein
  10. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  11. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  12. Revision des Messbuchs geht in nächste Phase - Erprobung 2027 geplant
  13. „Wir werden erwartet“
  14. Auf zu den Friedhöfen! Wir bitten für unsere Verstorbenen um Gottes Gnade!
  15. ‚Entschuldigung, aber … was?‘

Österreichischer Gesundheitsminister muss Prozess-Kosten an Lebensschützer bezahlen

11. Jänner 2023 in Prolife, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ein österreichisches Höchtsgericht stellt fest, dass es sich beim Post-Abortion-Syndrom um eine posttraumatische Belastungsstörung handelt - Ein Gastkommentar von Josef Preßlmayer


Wien (kath.net)

Vor mehr als 10 Jahren, am 23. November 2012, erstattete die „Aktion Leben“, die „klassische“ Schwangerenberatung der Kirche, gegen mich Anzeige wegen fehlender Vertrauenswürdigkeit. Daraufhin wurde mir der Titel „Gesundheitspsychologe“, den ich zusätzlich zur Absolvierung des Hauptfach-Studiums in Psychologie als Dr. phil. erworben hatte, aberkannt.

Der Verfassungsgerichtshof fasst in seinem Erkenntnis E 2545/2022–16 vom 29. 11. 2022 die Vorwürfe der „Aktion Leben“ und des Gesundheitsministeriums folgend zusammen: „Wegen seiner umfassenden Beratungstätigkeiten und publizistischen sowie sozialarbeiterischen Aktivitäten rund um die Themen Schwangerschaftsabbruch und Lebensschutz verstoße der Beschwerdeführer gegen die Berufspflichten als Gesundheitspsychologe, was zu einer mangelnden Vertrauenswürdigkeit führe. [...] Die vorliegende massive Berufspflichtverletzung lasse auf ein Persönlichkeitsbild des Beschwerdeführers schließen, das mit den Patientenschutzinteressen nicht vereinbar sei.“


Der Verfassungsgerichtshof kommt zum Schluss: „Die gesamte Verfahrensdauer beträgt somit knapp über 9 Jahre und 3 Monate. Diese ungewöhnlich lange Dauer des Verwaltungsverfahrens ist allein auf Versäumnisse staatlicher Organe zurückzuführen. Der Beschwerdeführer ist daher in seinem durch Art. 6 Abs. 1 EMRK verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht auf Entscheidung innerhalb angemessener Frist verletzt worden.“ [...] „Der Bund (Bundesminister für Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz) ist schuldig, dem Beschwerdeführer, zu Handen seines Rechtsvertreters die mit € 2.856,– bestimmten Prozesskosten binnen 14 Tagen bei sonstiger Exekution zu ersetzen.“

Der Verfassungsgerichtshof entscheidet nur, was gegen die Verfassung verstößt, inhaltlich tritt er das Verfahren an den Verwaltungsgerichtshof ab. Er hat fünf Monate für seine Entscheidung gebraucht. Wie lange wird die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshof dauern? Langlebigkeit ist in Österreich mitunter ein Faktor für den abgeschlossenen Rechtsweg.

Eines muss man dem LVwG NÖ mit seinem Erkenntnis vom 9. August 2022, Z LVwG-AV-986/001-2015, welches der Verfassungsgerichtshof als Menschenrechtsverletzung wertet, zu Gute halten. Das Gericht erklärt: „Nach Rechtsansicht des LVwG NÖ erscheint die Kritik an der derzeitigen Praxis, dass die (verpflichtend vorgeschriebene) Beratung zum Thema Abtreibung vom Arzt, der die Abtreibung vornimmt, durchgeführt werden kann, berechtigt. Derjenige, der am Eingriff verdient, führt die Beratung durch, Eine derartige Regelung ist geeignet, den Anschein der Befangenheit des beratenden Arztes hervorzurufen.“

Dies ist eine bahnbrechende Erkenntnis, die von einem österreichischen Gericht über die Fristenregelung ausgesprochen wird und stellt das juristische und ethische Fundament der Fristenlösung in Frage, dem der Rechtsstaat Rechnung tragen muss und eine rasche Änderung der Fristenregelung erfordert, die seit bald 50 Jahren erlaubt, dass der abtreibende Arzt zugleich der beratende Arzt sein darf, was dazu führt, dass die Überlebensrate einer solchen Beratung gleich Null ist und daher rund 3 Millionen männliche und weibliche Opfer mit unumkehrbaren Folgen für die demografische Entwicklung zu beklagen sind. Diese Erklärung des Gerichtes ist äußerst mutig. Es hätte diese schwerwiegende Erklärung aus freien Stücken nicht aussprechen müssen.

Im selben Erkenntnis stellt das Gericht fest: „handelt es sich beim Post-Abortion-Syndrom um eine posttraumatische Belastungsstörung“. Die „Aktion Leben“ behauptet aber, dass das „Post-Abortion Syndrom“ eine „Erfindung radikaler Gruppierungen“ ist. Sie stellt also damit die posttraumatische Belastungsstörung durch Abtreibung in Frage und bezichtigt damit das Gericht, selbst eine „radikale Gruppierung“ zu sein. Eine „klassische“ also eine „zeitlose“, „meisterhafte“, „mustergültige“ Schwangeren-Beratung der Kirche sieht anders aus.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Leo XIV. drängt auf internationale Regeln für Künstliche Intelligenz
  3. Papst baut Sekretariat der weltweiten Synode um
  4. Papst dankt Mercedes für "100 Jahre Papamobil"
  5. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  6. Vatikan warnt vor ‚Extremismus‘ und ‚Spaltung‘ durch Knien beim Kommunionempfang
  7. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  8. „Die ‚Irish Times‘ hat den 3293. Artikel von jemandem veröffentlicht, der nicht mehr zur Messe geht“
  9. Ulf Poschardt warnt vor Islamismus: Erst sind die Synagogen dran, dann die Christen
  10. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  11. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  12. Papst Leo beantragte Briefwahl-Unterlagen für die Midterms - Papst hat tatsächlich gewählt!
  13. „Mit der Unterstützung meiner Schwiegereltern verließ ich eine nicht-sakramentale Beziehung“
  14. Erzbischof von Vilnius als CCEE-Präsident wiedergewählt
  15. Warum ausgerechnet ein Augustiner-Pater Patron der armen Seelen ist

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz