Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  3. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  4. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  5. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  6. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  7. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  8. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  9. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  10. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  11. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  12. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  13. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  14. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  15. Leere der kirchlichen Lehre

Der Skandal des Glaubens - ein Glaube des Fleisches - Liebesopfer für den Vater

7. Juli 2024 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus in Triest: Jesus versteckte sich nicht hinter Zweideutigkeit. Er hat aus seinem Leben ein Liebesopfer für den Vater gemacht


Rom (kath.net) An diesem Sonntag begab sich Papst Franziskus zu einem Pastoralbesuch nach Triest. Der Anlass war die 50- Sozialwoche der italienischen Katholiken. Nach der Begegnung mit den Kongressteilnehmern im Kongresszentrum stand der Papst einer heiligen Messe auf der Piazza Unità d’Italia (Platz der Einheit Italiens) vor. An der Messe nahmen 98 Bischöfe und 260 Priester zusammen mit rund 8.500 Gläubigen teil. Ebenfalls anwesend waren Bischöfe und Priester/Pastoren der serbisch-orthodoxen, griechisch-orthodoxen und lutherischen Kirche. Vor der Feier der heiligen Messe traf der Papst Frau Maria, eine 111-jährige Einwohnerin von Triest, mit der er einen kurzen Gruß austauschte. Der Papst schenkte ihr einen Rosenkranz und segnete sie.

In seiner Predigt betrachtete Franziskus das Evangelium vom 14. Sonntag im Jahreskreis (Mk 6, 1b–6): „Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort keine Machttat tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte“.


„Wie kann sich Gott, der Allmächtige, in der Schwachheit eines Menschen offenbaren? Wie kann sich ein allmächtiger und starker Gott, der die Erde erschaffen, sein Volk aus der Sklaverei befreit hat, so schwach machen und so weit gehen, dass er in Menschengestalt kommt und sich herabbeugt, um den Jüngern die Füße zu waschen?“: vor dieser Frage stünden die Menschen.

Die Menschen nähmen „Anstoß“ an Jesus, da er sich als „Stolperstein“ zeige, als einHindernis, eine Hemmnis. Franziskus stellte sich die Frage, worin das Hindernis bestehe, das davon abhalte, an Jesus zu glauben. Dieses bestehe für seine Landsleute in der Tatsache, dass Jesus Mensch ist. Das sei der Skandal: ein Glaube, der sich auf einen menschlichen Gott gründe. Auf einen Gott, der sich zur Menschheit herabbeuge, sich ihrer annehme, „schwach“ sei,  der aus Liebe am Kreuz sterbe und auch auffordere, jeden Egoismus zu überwinden und das Leben für das Heil der Welt anzubieten. Dies sei ein „unbequemer Gott“.

Genau diesen „Skandal“ aber bräuchten wir heute, den „Skandal des Glaubens“: Nicht eine in sich selbst verschlossene Religiosität, die den Blick zum Himmel hebe, ohne sich darum zu kümmern, was auf der Erde geschehe, die Liturgien im Tempel feiere und dabei den Staub vergesse, der auf unseren Straßen liege.

Dagegen bräuchten wir den „Skandal des Glaubens“: eines Glaubens, der in dem Gott wurde, der Mensch geworden sei, und der daher ein menschlicher Glaube, ein Glaube des Fleisches sei, ein Glaube, der in die Geschichte eintrete und so zum Sauerteig der Hoffnung und Samen einer neuen Welt werde.

Es sei dies ein unruhiger Glaube, der von Herz zu Herz gehe, der uns helfe, die Mittelmäßigkeit und Trägheit der Herzen zu überwinden und das Kalkül menschlicher Egoismen durchkreuze, das Böse anprangerte, mit dem Finger auf die Ungerechtigkeiten zeige. Der Papst warnte eindringlich vor den Gefahren des Konsumdenkens.

Gott verberge sich in den dunklen Winkeln des Lebens und unserer Städte. Seine Gegenwart offenbare sich gerade in den vom Leid gezeichneten Gesichtern, in denen der Verfall zu triumphieren scheine. Das Unendliche Gottes sei im menschlichen Elend verborgen, der Herr wirke und mache sich gerade im verwundeten Fleisch der Letzten, der Vergessenen und Ausgestoßenen zu einer freundlichen Gegenwart.

Jesus sei abgelehnt und verurteilt worden, doch er sei seiner Sendung treu geblieben: „Er versteckte sich nicht hinter der Zweideutigkeit, er hat mit der Logik der politischen und religiösen Macht keinen Kompromiss eingegangen. Er hat aus seinem Leben ein Liebesopfer für den Vater gemacht“. So ist es für Franziskus möglich, den Traum einer neuen Zivilisation der Geschwisterlichkeit zu verwirklichen.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Primat in Synodalität – Synodalität in Communio
  4. Altabt bei Jugendfestival: Jesus als Vorbild für gelebte Liebe nehmen
  5. Leo XIV.: „Ihre Anwesenheit ist ein leuchtendes Zeugnis für die ungeschuldete Zuwendung Gottes“
  6. Neue Kirche "Heilig Kreuz" in Selfoss eingeweiht: Meilenstein für die katholische Kirche Islands
  7. Papst würdigt „berühmten Hymnus ‚Lead, Kindly Light‘ (Führ, liebes Licht)“ des hl. John Henry Newman
  8. Aus Finanzgründen vermietet Church of England ihre Kathedralen für moderne Musik- und Discoevents
  9. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  10. Maria, die Mutter des Friedens
  11. Leere der kirchlichen Lehre
  12. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  13. Debatte um (politischen) Islam: Österreichische Ministerin für Verbot von Muslimbruderschaft
  14. Erzbischof von Westminster: „Wir beten für eine Neuevangelisierung Englands“
  15. Zwei muslimische Feiertage könnten bald in Kalifornien staatlich anerkannt werden

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz