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Der Skandal des Glaubens - ein Glaube des Fleisches - Liebesopfer für den Vater

vor 6 Tagen in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Franziskus in Triest: Jesus versteckte sich nicht hinter Zweideutigkeit. Er hat aus seinem Leben ein Liebesopfer für den Vater gemacht


Rom (kath.net) An diesem Sonntag begab sich Papst Franziskus zu einem Pastoralbesuch nach Triest. Der Anlass war die 50- Sozialwoche der italienischen Katholiken. Nach der Begegnung mit den Kongressteilnehmern im Kongresszentrum stand der Papst einer heiligen Messe auf der Piazza Unità d’Italia (Platz der Einheit Italiens) vor. An der Messe nahmen 98 Bischöfe und 260 Priester zusammen mit rund 8.500 Gläubigen teil. Ebenfalls anwesend waren Bischöfe und Priester/Pastoren der serbisch-orthodoxen, griechisch-orthodoxen und lutherischen Kirche. Vor der Feier der heiligen Messe traf der Papst Frau Maria, eine 111-jährige Einwohnerin von Triest, mit der er einen kurzen Gruß austauschte. Der Papst schenkte ihr einen Rosenkranz und segnete sie.

In seiner Predigt betrachtete Franziskus das Evangelium vom 14. Sonntag im Jahreskreis (Mk 6, 1b–6): „Da sagte Jesus zu ihnen: Nirgends ist ein Prophet ohne Ansehen außer in seiner Heimat, bei seinen Verwandten und in seiner Familie. Und er konnte dort keine Machttat tun; nur einigen Kranken legte er die Hände auf und heilte sie. Und er wunderte sich über ihren Unglauben. Jesus zog durch die benachbarten Dörfer und lehrte“.


„Wie kann sich Gott, der Allmächtige, in der Schwachheit eines Menschen offenbaren? Wie kann sich ein allmächtiger und starker Gott, der die Erde erschaffen, sein Volk aus der Sklaverei befreit hat, so schwach machen und so weit gehen, dass er in Menschengestalt kommt und sich herabbeugt, um den Jüngern die Füße zu waschen?“: vor dieser Frage stünden die Menschen.

Die Menschen nähmen „Anstoß“ an Jesus, da er sich als „Stolperstein“ zeige, als einHindernis, eine Hemmnis. Franziskus stellte sich die Frage, worin das Hindernis bestehe, das davon abhalte, an Jesus zu glauben. Dieses bestehe für seine Landsleute in der Tatsache, dass Jesus Mensch ist. Das sei der Skandal: ein Glaube, der sich auf einen menschlichen Gott gründe. Auf einen Gott, der sich zur Menschheit herabbeuge, sich ihrer annehme, „schwach“ sei,  der aus Liebe am Kreuz sterbe und auch auffordere, jeden Egoismus zu überwinden und das Leben für das Heil der Welt anzubieten. Dies sei ein „unbequemer Gott“.

Genau diesen „Skandal“ aber bräuchten wir heute, den „Skandal des Glaubens“: Nicht eine in sich selbst verschlossene Religiosität, die den Blick zum Himmel hebe, ohne sich darum zu kümmern, was auf der Erde geschehe, die Liturgien im Tempel feiere und dabei den Staub vergesse, der auf unseren Straßen liege.

Dagegen bräuchten wir den „Skandal des Glaubens“: eines Glaubens, der in dem Gott wurde, der Mensch geworden sei, und der daher ein menschlicher Glaube, ein Glaube des Fleisches sei, ein Glaube, der in die Geschichte eintrete und so zum Sauerteig der Hoffnung und Samen einer neuen Welt werde.

Es sei dies ein unruhiger Glaube, der von Herz zu Herz gehe, der uns helfe, die Mittelmäßigkeit und Trägheit der Herzen zu überwinden und das Kalkül menschlicher Egoismen durchkreuze, das Böse anprangerte, mit dem Finger auf die Ungerechtigkeiten zeige. Der Papst warnte eindringlich vor den Gefahren des Konsumdenkens.

Gott verberge sich in den dunklen Winkeln des Lebens und unserer Städte. Seine Gegenwart offenbare sich gerade in den vom Leid gezeichneten Gesichtern, in denen der Verfall zu triumphieren scheine. Das Unendliche Gottes sei im menschlichen Elend verborgen, der Herr wirke und mache sich gerade im verwundeten Fleisch der Letzten, der Vergessenen und Ausgestoßenen zu einer freundlichen Gegenwart.

Jesus sei abgelehnt und verurteilt worden, doch er sei seiner Sendung treu geblieben: „Er versteckte sich nicht hinter der Zweideutigkeit, er hat mit der Logik der politischen und religiösen Macht keinen Kompromiss eingegangen. Er hat aus seinem Leben ein Liebesopfer für den Vater gemacht“. So ist es für Franziskus möglich, den Traum einer neuen Zivilisation der Geschwisterlichkeit zu verwirklichen.

 


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Lesermeinungen

 SalvatoreMio vor 5 Tagen 
 

Katholischer Glaube - allumfassend!

Danke @ Herr Fleischer: Gott, allmächtig und schwach; gerecht und barmherzig; Gott und Mensch; geheimnisvoll und unbegreiflich, und doch erkennbar in der Materie, in allem was lebt!


1
 
 Stefan Fleischer vor 6 Tagen 

Der Skandal des Glaubens (1)

Bei der Lektüre dieses Artikels stellte sich mir plötzlich die Frage von einer ganz anderen Seite. Was ist eigentlich der Skandal unseres Glaubens? «Christus, wahrer Gott UND wahrer Mensch» ist für einen normal denkenden und an Gott glaubenden Menschen doch kein Skandal. Gott ist allmächtig. Also ist bei ihm auch dieser «Widerspruch» absolut möglich, ja im Grunde genommen nur ein Aspekt seiner ganzen, unbegreiflichen Grösse. Diese Aussage wird erst zum Skandal, wenn wir sie einseitig sehen und verkünden, wenn wir zum Beispiel Christus auf seine Gottheit reduzieren, so dass wir seine Menschheit verdrängen, oder dann seine Menschheit derart betonen, dass sie Gottheit nebensächlich oder gar geleugnet wird. Unser Glaube aber will katholisch, allumfassen sein. Unsere Beziehung zu ihm muss beides umfassen, seine Menschheit wie seine Gottheit, unsere Sorge um das irdische Heil aller Menschen wie unser Bemühen das Ziel unseres Lebens zu erreichen, das ewige Leben bei Gott.


3
 
 Stefan Fleischer vor 6 Tagen 

Der Skandal des Glaubens (2)

Ähnliches ist auch von Gottes Gerechtigkeit und Gottes Barmherzigkeit zu sagen. Für uns Menschen ist es unmöglich jederzeit gerecht und barmherzig zugleich zu sein. Bei Gott sind dies nur zwei verschiedene, sich ergänzende Aspekte seiner Allwissenheit und seiner Allmacht. Deshalb ist es ein Skandal, ob wir nun Gottes Barmherzigkeit überbetonen, (wie es heute gerne getan wird), oder (wie früher oft) seine Gerechtigkeit derart in den Vordergrund rücken, dass dabei seine Barmherzigkeit vergessen geht. Nur der ganze Glaube ist der wahre Glaube. Nur der ganze Glaube ist ein gesunder Glaube. Und nur die Verkündigung des ganzen, allumfassenden, katholischen Glaubens entspricht dem Auftrag den unser Herrn seinen Aposteln erteilt hat.


3
 
 Hängematte vor 6 Tagen 
 

Wer aber versteckt sich hinter Zweideutigkeiten?

Wer wohl?


2
 

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