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Aachener Blutzeuge und seine Ehefrau erhalten Stolpersteine

5. November 2025 in Chronik, 1 Lesermeinung
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Das katholische Ehepaar Wilhelm und Karoline Jansen hatte in der NS-Zeit einer jüdischen Familie zur Flucht in die Niederlande verholfen sowie die Anti-Euthanasie-Predigt von Bischof von Galen verbreitet.


Hildesheim (kath.net) Am Montag verlegte die Stadt Aachen auch zwei Stolpersteine, die auf die Initiative eines engagierten Hildesheimers zurückgehen, der mit seiner Schwester Hildesheimer Rosen am neuen Gedenkort niederlegten. Der Aachener Bischof Dr. Dieser segnete die Steine in Anwesenheit der Niedersachsen und rund 50 weiterer Personen. Dem Kirchenoberhaupt der Diözese Aachen war es ein Herzensanliegen an der Verlegung der Erinnerungssteine teilzunehmen, da Wilhelm Jansen von der katholischen Kirche inzwischen als Blutzeuge anerkannt ist. 

Der Hildesheimer Elmar Lübbers-Paal (siehe Link) war bei seiner Recherche über verfolgte Geistliche im Dritten Reich auch auf das Ehepaar Wilhelm und Karoline Jansen gestoßen. Das Paar hatte in der NS-Zeit einer jüdischen Familie zur Flucht in die Niederlande verholfen und damit ihr eigenes Leben riskiert. Außerdem hatte der Buchdrucker Jansen nachts Flugblätter gedruckt und verbreitet, die die Anti-Euthanasie-Predigt des Münsteraner Bischof Clemens August Graf von Galen von 1941 enthielten. 


Diese nächtliche Widerstandsarbeit wurde von der Tochter eines Mitarbeiters bei der Gestapo verraten, worauf Hausdurchsuchung, Beschlagnahmung und Verhaftung des Paares folgten. 

Das Ehepaar Jansen saß zunächst ein halbes Jahr getrennt im Aachener Gefängnis, ehe Wilhelm Jansen ins KZ Dachau deportiert wurde und seine Frau in das Frauen-KZ Ravensbrück kam. Nach nur zwei Monaten KZ-Haft starb Wilhelm Jansen als Märtyrer. Seine Frau überlebte die Befreiung durch die Russen. Bevor sie sich aber wieder nach Aachen aufmachte, pflegte sie eine todkranke Mitgefangene, bis diese starb. 

Obwohl Frau Jansen mehrfach die verantwortliche junge Frau traf, die sie und ihren Mann verraten hatte, zeigte sie sie nicht an. 

Aufgrund dieses Glaubensbeispiels angesprochen beantragte Lübbers-Paal bei der Stadt Aachen die Verlegung der beiden Stolpersteine, die er mit etlichen Unterlagen, wie den Totenscheinen und den noch vorhandenen KZ-Unterlagen, einreichte. Gut ein Jahr später war es nun soweit und Lübbers-Paal konnte mit seiner Schwester, Marion Liebmann, an der Verlegungszeremonie teilnehmen und mitgestalten.

Fotos (c) kath.net - Foto unmittelbar nach der Verlegung: Antje Thul (VHS Aachen), Bischof Dr. Dieser, Elmar Lübbers-Paal 


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