Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  2. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  3. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  4. Kirche im Verfall
  5. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  6. Die „Synodalkonferenz“ der deutschen Funktionäre
  7. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  8. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  9. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  10. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  11. THESE: Warum die UNO weg muss!
  12. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  13. Klinisch tot nach Herzstillstand: Hirnaktivität noch Minuten, sogar Stunden messbar
  14. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  15. Das Ende einer Amtszeit voller Streit und Spaltung

Wenn der Papst die Kardinäle ruft

14. November 2025 in Kommentar, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Kaum jemandem ist bekannt, dass jährlich zumindest ein Ordentliches Konsistorium ohne Kardinalskreierungen im Apostolischen Palast des Vatikans abgehalten wird.“ Von Ulrich Nersinger


Vatikan (kath.net) Für den 7. bis 8. Jänner 2026 beabsichtigt der Heilige Vater die Kardinäle zu einer Außerordentlichen Versammlung in den Vatikan einzuberufen. 

Von dem Kirchenlehrer Petrus Damiani (1006–1072) stammt die Forderung, die katholische Kirche müsse in ihrer Verwaltung die antike Kurie der Römer nachahmen. Sie hat dies getan – und tut es noch heute. So wie das römische Recht die Senatoren des kaiserlichen Rom als „pars corporis imperatoris – Teil des kaiserlichen Leibes“ ansah, so werden die Kardinäle als „pars corporis papae – Teil des päpstlichen Leibes“ betrachtet. In antiken Gesetzestexten findet sich für den kaiserlichen Senat eine Bezeichnung, die in den Sprachgebrauch der Kirche überging: „consistorium“. 

Im 12. Jahrhundert trat das Kardinalskollegium als Senat des Papstes in Erscheinung. Ursprünglich waren die wichtigsten kirchlichen Belange nur bei den Konzilien beraten und entschieden worden. Im Pontifikat Papst Innozenz' II. (1130–1143) trat jedoch eine Änderung ein. In der Auseinandersetzung um die Lehre des Kanonikers Abaelard legte der Papst die Prüfung, Diskussion und Entscheidung hierüber in die Kompetenz eines Konsistoriums. Mit Papst Alexander III. (1159–1181) begann dann die Zeit, in der für die Kirche bedeutsame Beschlüsse immer mehr in Konsistorien gefasst wurden. Vor jeder wichtigen Entscheidung stellte der Papst die Frage: „Quid vobis videtur – Was meint Ihr hierzu?“ 


Mit der im 16. Jahrhundert erfolgten großen Kurienreform Papst Sixtus' V. (1585–1590), die zur Verwaltung der Gesamtkirche die Kongregationen einrichtete, wurde das Konsistorium „nur noch ein feierlicher zeremonieller Akt, welcher beibehalten wurde, um das Bild des früheren kurialen Lebens vor den Augen der Gegenwart lebendig darzustellen“ (Nikolaus Hilling). Was früher von den Kardinälen in dieser Versammlung debattiert und beschlossen wurde, wurde jetzt an anderer Stelle entschieden und erfuhr in einem Konsistorium nur noch seine feierliche Promulgation. Allein die Erwählung neuer Mitglieder des Kollegiums der Kardinäle und die Heiligsprechungen blieben in gewissem Sinne in die Entscheidung dieser Versammlung gelegt, wenn auch zunehmend nur mehr mit beratendem Charakter. 

Die bis in die jüngere Zeit übliche Einteilung der Konsistorien in „Geheime“, „Halböffentliche“ und „Öffentliche“ wurde nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) aufgegeben. Mit dem Erscheinen des Codex Iuris Canonici von 1983 erhielten die Konsistorien eine neue rechtliche Ordnung, die im Canon 353 formuliert wird. So setzt das kirchliche Gesetzbuch fest: „Die Kardinäle helfen dem obersten Hirten der Kirche auf kollegiale Weise hauptsächlich in den Konsistorien, zu denen sie sich auf Anordnung des Papstes und unter seinem Vorsitz versammeln; Konsistorien gibt es als Ordentliche oder Außerordentliche“ (§ 1). Ein Ordentliches Konsistorium findet „zur Beratung gewisser schwerwiegender Angelegenheiten, die jedoch regelmäßiger anstehen, oder zur Durchführung gewisser besonders feierlicher Akte“ (§ 2); zur Teilnahme an ihm sind alle in Rom anwesenden Kardinäle angehalten. 

Zu einem Außerordentlichen Konsistorium wird das gesamte Kardinalskollegium eingeladen, und zwar dann, „wenn besondere Erfordernisse der Kirche oder die Behandlung schwerwiegenderer Angelegenheiten dies ratsam erscheinen lassen“ (§ 3)

Die meisten Katholiken verbinden das Konsistorium mit der Kreierung von Kardinälen, der Berufung neuer Purpurträger in den Senat des Papstes, was aber nicht zwingend gegeben sein muss. Kaum jemandem ist bekannt, dass jährlich zumindest ein Ordentliches Konsistorium ohne Kardinalskreierungen im Apostolischen Palast des Vatikans abgehalten wird. Es behandelt in der Regel anstehende Heiligsprechungen und findet im Rahmen einer Hore des Stundengebetes, der mittäglichen Sext, statt. 

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kardinäle

  1. Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“
  2. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  3. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  4. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  5. Papst Leo eröffnet das Konsistorium: „Einheit zieht an, Spaltung zerstreut“
  6. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  7. Papst Leo empfängt chinakritischen Kardinal Zen aus Hongkong
  8. „Synoden sind gute, nützliche Instrumente zur Entwicklung praktischer pastoraler Strategien, aber…“
  9. Papst Leo würdigt Duka: "im Glauben gestählter und unerschrockener Verkünder des Evangeliums"
  10. Kardinal Duka gestorben - Requiem am 15. November im Veitsdom







Top-15

meist-gelesen

  1. Einmal im Leben nach ISLAND - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Die Piusbruderschaft und ihre Einheit mit der Kirche
  3. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Piusbrüder lehnen Dialog mit Rom ab und beharren auf Bischofsweihe
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Zwei (renommierte und namentlich bekannte) Missbrauchsopfer „blitzen mit ihren Protesten ab“
  7. Offener Brief an Kardinal Marc Ouellet
  8. Die Kardinäle Ghirlanda und Ouellet denken gleich wie die Piusbruderschaft
  9. Kirche im Verfall
  10. Donald Trump und Keir Starmer grüßen Christen am Aschermittwoch, Merz und Van der Bellen die Muslime
  11. 'Man kann mit der Begründung, man verteidige die Demokratie, die Demokratie nämlich auch abschaffen'
  12. „Warum bin ich noch in der Kirche?“, fragte der Theologe Joseph Ratzinger bereits 1970
  13. 'Reiner Bullshit': Macron sorgt mit Attacke auf Meinungsfreiheit für Entsetzen
  14. Kritik an Kanzler Merz nach Ramadan-Grüßen
  15. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz