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Kardinal Zen: Papst Leo „ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!“

vor 24 Minuten in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Zen im Rückblick auf das Konsistorium: „Ich neige zu ‚Verschwörungstheorien‘ und vermute, dass dieses Treffen von Papst Franziskus’ ‚Gefolgsleuten‘ unterwandert wurde. Sie taten ihr Möglichstes, um die Kardinäle an der Meinungsäußerung zu hindern.“


Hongkong-Vatikan (kath.net) „Ich neige zu ‚Verschwörungstheorien‘ und vermute, dass dieses Treffen von Papst Franziskus’ ‚Gefolgsleuten‘ unterwandert wurde. Sie taten ihr Möglichstes, um die Kardinäle an der Meinungsäußerung zu hindern. Doch ist das nicht genau das Gegenteil dessen, wofür Papst Leo das Konsistorium einberufen hat?“ Schwere Kritik am Ablauf des Konsistoriums (7.-8.1.2026) äußert der emeritierte Erzbischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen Ze-kiun: u.a. kritisierte er, das Konsistorium sei zu kurz und die Redezeit viel zu begrenzt gewesen. Auch während des Konsistoriums hatte er Grundsatzkritik geäußert, von der er gewusst habe, „dass in den vergangenen Monaten einige Kardinäle ähnliche Ansichten wie ich geäußert hatten. Doch in der Sitzung sprachen nur sehr wenige, und selbst diejenigen, die sprachen, taten dies sehr ‚höflich‘. Leider wurde ich damit zum einzigen ‚Schwarzen Schaf‘“. Gleichzeitig sprach er Papst Leo sein volles Vertrauen aus. Michael Haynes veröffentlichte den vollen Text der Nachbetrachtung des 94-jährigen Kardinals, der als Kritiker des verstorbenen Papstes Franziskus und der derzeitigen China-zugewandten Politik gegenüber dem kommunistischen Regime gilt, in englischer Übersetzung auf dem Blog „Per Mariam“.

Wegen ihrer Wichtigkeit dokumentiert kath.net die Wortmeldung von Kardinal Zen in voller Länge in eigener Arbeitsübersetzung:

Ich bin zurück
Liebe Brüder und Schwestern,
ich bin seit einer Woche wieder in Hongkong, nachdem ich aus Rom zurückgekehrt bin. Ihr habt euch sicher gefragt, warum ich euch noch nicht online berichtet habe, wie ich die letzten zwei Wochen verbracht habe. Ihr habt geduldig gewartet; bitte verzeiht mir.

Die Woche in Rom war wirklich wunderbar.

Da mein Verhalten bei meinen beiden vorherigen Auslandsreisen als zufriedenstellend eingestuft wurde, verlangte die Polizei diesmal weder einen Bürgen noch eine Kaution. Sie stellten mir meinen Pass direkt aus. Welch ein Segen! Ich reiste am Abend des 4. [Januar] problemlos ab und kam am Mittag des 5. wohlbehalten in Rom an. Dort wurde ich natürlich von Pater Carlos Cheung begleitet. Ich wohnte in der Päpstlichen Salesianeruniversität, und die Gastfreundschaft des Rektors war in jeder Hinsicht vorbildlich.


Am Morgen des 6. Januar, dem Hochfest der Erscheinung des Herrn, zelebrierte ich die Messe in meiner Titelkirche, der Kirche Santa Maria Madre del Redentore. Dies gab mir das Gefühl, wirklich ein Pfarrer im Bistum des Papstes zu sein. Am Morgen des 7. Januar feierte ich die Messe im Petersdom und bat den Herrn um seinen Segen für das Treffen der Kardinäle, das am Nachmittag beginnen sollte.

Am Morgen des 7. Januar gewährte mir der Papst eine Privataudienz. Er war sehr herzlich und sprach eine halbe Stunde mit mir. Ich sprach viel, er hörte aufmerksam zu. Er ist wahrlich eine Leitungspersönlichkeit, die zuhören kann!

Das Konsistorium begann am Nachmittag des 7. Januar. Ursprünglich waren vier Themen vorgesehen:
(I) Evangelii Gaudium (das erste Apostolische Schreiben von Papst Franziskus)
(II) „Synodalität“
(III) Die Reform der Römischen Kurie (siehe Praedicate Evangelium)
(IV) Die Tridentinische Messe und die Messe nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil

In letzter Minute wurde aus Zeitmangel beschlossen, dass alle nur zwei Themen zur Diskussion auswählen und darüber abstimmen sollten. Schließlich wurden die Themen (I) und (II) gewählt. [Meiner Meinung nach wurde damit ein ganzer Nachmittag verschwendet.]

8. Januar
-    Vormittag: Konzelebration der Messe mit dem Papst
-    Diskussion über Thema (I)
-    Mittagessen mit dem Papst
-    Nachmittag: Diskussion über Thema (II)

Aus einem geplanten zweitägigen Treffen wurde eine eintägige Veranstaltung. Noch schlimmer: Der Ablauf des Treffens ähnelte der noch nicht lange zurückliegenden „Synode“. Alle saßen an runden Tischen und unterhielten sich. Die Diskussionszeit in der Plenarversammlung war sehr begrenzt – nur zwei Sitzungen à 45 Minuten, und jeweils hatten nur fünfzehn Personen die Gelegenheit, zu sprechen.

Obendrein hielt vor Beginn der Sitzung jener „Prediger“ der Synode den Kardinälen eine Homilie. Der Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre verteilte ebenfalls ein Dokument. Auch der Generalsekretär des Synodensekretariats ergriff das Wort. Obwohl Thema (IV) diesmal nicht zur Debatte stand, verteilte der Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst dennoch ein Dokument. Offenbar betrachteten einige Leute dieses Konsistorium als eine Fortsetzung der „Synode über die Synodalität“.

Ich neige zu „Verschwörungstheorien“ und vermute, dass dieses Treffen von Papst Franziskus’ „Gefolgsleuten“ unterwandert wurde. Sie taten ihr Möglichstes, um die Kardinäle an der Meinungsäußerung zu hindern. Doch ist das nicht genau das Gegenteil dessen, wofür Papst Leo das Konsistorium einberufen hat?

Nach dem Treffen bemerkten auch einige Kardinäle, dass es ernsthafte Probleme mit der Organisation gegeben habe. Anders als ich neigten sie jedoch nicht zu „Verschwörungstheorien“. Manche meinten, es läge vielleicht einfach daran, dass es zum Ende des Heiligen Jahres zu viele Veranstaltungen gab und Papst Leo daher die Vorbereitung des Konsistoriums nicht persönlich überwachen konnte.

Ich hatte einen Text vorbereitet, um zur Diskussion über Thema (I) beizutragen. Da jedoch jede Rede auf drei Minuten begrenzt war, konnte ich ihn nicht vollständig vorlesen und nur die Kernpunkte präsentieren. Anschließend gab ich den vollständigen Text mehreren Kardinälen, und er gelangte schnell in die Hände von Journalisten.

Der Papst ermutigte alle, offen zu sprechen. Ich kritisierte die „Synode“ und ihre sogenannten Maßnahmen zur „Umsetzungsphase“ mit recht scharfen Worten. [Den vollständigen Text finden Sie am Ende dieses Beitrags.]

Ich weiß, dass in den vergangenen Monaten einige Kardinäle ähnliche Ansichten wie ich geäußert hatten. Doch in der Sitzung sprachen nur sehr wenige, und selbst diejenigen, die sprachen, taten dies sehr „höflich“. Leider wurde ich damit zum einzigen „Schwarzen Schaf“ [the only „bad child“].

Nach meinem Beitrag schien es, als würden mich einige Leute missbilligend ansehen. Doch sowohl innerhalb als auch außerhalb der Sitzung brachten viele Brüder und Schwestern des „traditionellen Lagers“ ihre Anerkennung zum Ausdruck.

Ich habe nicht auf die Reaktion des Papstes geachtet. Aber ich weiß und glaube fest daran, dass er eine Leitungspersönlichkeit ist, der zuhören kann.

Was ist also mein Gesamteindruck von diesem Treffen? Tiefe Dankbarkeit.

Die Entscheidung des Papstes, ein Konsistorium einzuberufen, ist ein sehr willkommener „Durchbruch“. Unmittelbar danach kündigte er an, dass Ende Juni ein weiteres Konsistorium stattfinden wird; und dass von nun an jährlich eines abgehalten werden soll und es über einen längeren Zeitraum dauern soll. Die Prozeduren werden sicherlich verbessert, damit der Papst den loyalen Meinungen seiner Mitbrüder ausführlich Gehör schenken kann.

Der Herr segne Papst Leo XIV.

Warum habe ich nach meiner Rückkehr nach Hongkong bis heute gewartet, um Ihnen all dies mitzuteilen? Womit war ich so beschäftigt?

Abgesehen von der Erholung habe ich viele „Geburtstagsessen“ genossen. Viele Menschen haben mich aus Liebe eingeladen; und ich habe die Einladungen angenommen – halb widerwillig, halb zustimmend.

Ich war ein Jahr lang krank gewesen und habe zehn Kilogramm abgenommen. Nach und nach habe ich sieben Kilogramm wieder zugenommen, aber aus irgendeinem Grund stagniert mein Gewicht nun. Der Arzt möchte, dass ich weitere drei Kilogramm zunehme. Er sagte: „Schränken Sie Ihre Ernährung nicht ein – nehmen Sie erst einmal zu.“ Auf den Arzt zu hören, kann ja nicht so falsch sein, oder?

An dieser Stelle möchte ich allen Brüdern und Schwestern, die für mich gebetet haben, meinen tief empfundenen Dank aussprechen. (Gott sei Dank für die Gnaden, die Er mir in diesen 94 Jahren geschenkt hat. Möge der Herr mir meine Sünden und Fehler vergeben. Und die Tage, die er mir noch schenkt, werde ich nicht ablehnen – haha.)

Link zum kath.net-Beitrag: Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode - Der Text in voller Länge

Foto, von links nach rechts: Kardinal Zen, Papst Leo, Kardinalssekretär Pater Carlos Cheun (c) Vatican Media


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