Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Lügt der Papst emeritus? - Zur medialen Hetze gegen Benedikt XVI.
  2. Es war ein Versehen und nicht aus böser Absicht heraus!
  3. Der Versuch einer orchestrierten Hinrichtung des Papa emeritus
  4. Kardinal Marx gibt Statement zum Gutachten – „Ich klebe nicht an meinem Amt“
  5. Papst Benedikt und der Missbrauchs-Zeitgeist: Eine Verteidigung
  6. Martin Werlen - Der unbarmherzige Propst aus der Schweiz
  7. Papst: Bei Missbrauch Kirchenrecht mit "Strenge" anwenden
  8. "Wieder eine Kirche Gottes und der Menschen zu werden, und nicht guter Partner des Staates!"
  9. Kritik eines Experten: Bei ihrer Krisen-PR und Pressearbeit macht unsere Kirche fast alles falsch
  10. Progressiver Journalist will alle Kinder vom Staat erziehen lassen
  11. Kardinal Müller stellt sich auf die Seite von Papst em. Benedikt XVI.
  12. Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. soll erlegt werden – Vernichtungsfeldzug gegen Person und Lebenswerk
  13. Tornielli: Benedikt XVI. war als erster Papst mit Missbrauchsopfern zusammengetroffen
  14. Kirche der Barmherzigkeit? - Kardinal von Wien feuert Polizeiseelsorger nach Demo-Auftritt
  15. Voderholzer: Missbrauch ist nicht die Kirchenkrise-Wurzel – Gewaltiger Erosionsprozess des Glaubens

'Hier haben Jesuitenpatres schwere Schuld auf sich geladen'

2. Februar 2010 in Deutschland, 75 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Versuch einzelner, für das abscheuliche Verhalten der Geistlichen wenigstens teilweise die Sexuallehre der Kirche verantwortlich machen zu wollen, ist ebenso abwegig wie unlauter - Ein Kommentar von Martin Lohmann / AEK


Berlin (kath.net)
Der am Jesuitengymnasium Canisiuskolleg in Berlin bekannt gewordene Missbrauchsskandal macht zutiefst traurig und ist empörend. Hier haben Jesuitenpatres schwere Schuld auf sich geladen und einen unglaublich großen Schaden angerichtet. Nicht nur die ihnen einst anvertrauten Jugendlichen haben sie zu Opfern gemacht und psychisch und physisch geschädigt. Sie haben auch für den Jesuitenorden und die Kirche insgesamt einen großen Schaden angerichtet.

Der Versuch einzelner, für das abscheuliche Verhalten der Geistlichen wenigstens teilweise die Sexuallehre der Kirche verantwortlich machen zu wollen, ist ebenso abwegig wie unlauter. Es wäre eine zusätzliche Verhöhnung der Opfer, nun Schuldige ausgerechnet in´Kirche zu suchen. Denn die Sexuallehre der Kirche hat den ganzen Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele im Blick. Hier geht es um Ehrfurcht und um die Erkenntnis, dass Gott den Menschen als Mann und Frau, die sich einander ergänzen, erschaffen hat. Die Kirche betont daher zu Recht die Kostbarkeit eines geordneten Sexuallebens, in dem Freiheit und Verantwortung gelebt werden. Jeder Missbrauch ist ein individueller schwerer Verstoß gegen die Unantastbarkeit der Menschenwürde – und eine individuelle Straftat.

Wer die wertvollen Hinweise der Sexuallehre der Kirche bekämpft, missversteht oder ablehnt und nicht begreift, dass gerade in der Sexualität eben nicht alles erlaubt sein kann, darf das daraus resultierende Fehlverhalten weniger Einzelner nicht der Kirche insgesamt und allgemein aus anderen Motiven anlasten. Missbrauch und Pädophilie sind insgesamt besorgniserregend wachsende und zunehmende Erscheinungen, die leider überall zu beklagen sind. Sie sind sicher kein Spezifikum der katholischen Kirche. Es kann jetzt nicht um political correctness gehen, sondern ausschließlich um Wahrhaftigkeit.

Es ist für viele betrüblich festzustellen, dass die von einzelnen Straftätern begangenen Missbrauchsdelikte inzwischen verjährt sind und allzu lange verschwiegen wurden. Wegen der Schwere der Schuld und weil die Verletzungen der Seele bei den Opfern keine Verjährungsfrist kennen, ist zu fordern, dass künftig derartige Straftaten keinen Schutz durch Verjährung bekommen. Im Sinne der Opfer ist der Gesetzgeber gefordert, gerade hier langfristige Strafverfolgung zu ermöglichen und entsprechende Regelungen zu treffen.

Martin Lohmann ist Sprecher des
Arbeitskreises Engagierter Katholiken (AEK)
für die CDU


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Lawhoudini 4. Februar 2010 

AEK und Aschenbecher

@ Nur Feststellen

Nein, da hast Du was falsch verstanden. Der AEK ist kein selbsternanntes Elitetrüppchen, das sich in Pressemeldungen feiert und die Überzeugungsarbeit den Kanalarbeitern vor Ort überläßt. Es ist eine echte Basisbewegung, die die CDU von unten nach oben verändern möchte. Er hält sich nicht für eine universale katholische Alleinvertretung, aber eine bisher schmerzlich vermisste Gruppe innerhalb der Union, die ihre Partei daran erinnern will, ein kostbares Erbe nicht zu verschleudern. Das tut bisher keine andere katholische Einrichtung. Wir wollen den Aschenbecher gerade leeren, nicht ein neues Auto kaufen...

Du hörst Dich sehr engagiert an. Könntest gut in den AEK passen. Schau doch mal rein auf www.aek-online.de!


1
 
 Nur Feststellen 4. Februar 2010 
 

Zu Heinz Werner Eggeling

Ich lasse mich gerne belehren. Auch möchte ich
keine Haarspalterei betreiben, weil ich weiss, dass
hierfür Nächstenliebe viel zu kostbar ist.
Doch mein Einwand, in Joh. 13,34 , sprach Jesus
direkt zu seinen Jüngern, und man sollte im
Kontex von Joh. 13,35 weiterlesen.


0
 
 Nur Feststellen 4. Februar 2010 
 

Zu Lawhoudini

Dazu ein einfaches Beispiel:
Der Aschenbecher im Auto ist voll. Ich kaufe ein neues, und hinterlasse das alte Auto, ohne das
Problem des vollen Aschenbechers zu lösen.
Genau das Gleiche, meine ich mit der AEK,
...eine neue Sau durchs Dorf treiben.
Anstatt sich der Probleme in den vorhandenen
katholischen Einrichtungen anzunehmen, wird ein
neuer Arbeitskreis, mit noch engagierteren
Katholiken gebildet !
Vielleicht sollte man es einmal mit quälender
Basisarbeit versuchen. Ich unterstelle Herrn
Lohmann einmal christliche Redlichkeit, und
dennoch bleibt der Eindruck des oben gesagten,
in Verbindungen mit dem was wir jeden Tag von
engagierten Politikern vorgeführt bekommen.
Es ist kein Zufall, dass die prozentualen
Beteiligungen an Wahlen und in den Kirchen, Hand
in Hand gehen. Politikverdruss und Kirchenresignation gehen nach dem alten
Volksspruch: \"Der Fisch stinkt immer vom Kopf\".


1
 
 Heinz Werner Eggeling 4. Februar 2010 
 

\"Ein neues Gebot gebe ich euch...\"

\"...daß ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander liebhabt. (Johannes 13,34)


0
 
 Karaschow 4. Februar 2010 
 

Ein Akt der Vernunft, die Kirche in jeder nur denkbaren Weise zu unterstützen

da kann ich Troppau nur Recht geben! Sehr gelungen finde ich in dem Zusammenhang, was P. Karl Wallner\" zu Protokoll gibt. Viele in der Kirche drehten sich \"masochistisch um Themen wie Zölibat und wiederverheiratete Geschiedene\". Er beklagt eine in den eigenen Reihen grassierende \"antirömische Neurose\".

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen...


1
 
 Lawhoudini 4. Februar 2010 

Eines wüßte ich gern noch...

von Nur Feststellen: wieso wird denn mit dem AEK eine \"neue Sau durchs Dorf getrieben\"? Wieso diese negative Konnotation? Bitte dies noch einmal zu erklären. Danke!


0
 
 Heinz Werner Eggeling 4. Februar 2010 
 

Nächstenliebe ist nicht an Kirche gebunden...

...aber an den Glauben. Denn es handelt sich um nichts geringeres als das 11. Gebot Gottes! Wenn Du dieses beherzigst, ist das schon mal ein sehr gutes Zeichen!


1
 
 Troppau 4. Februar 2010 

Von der großen Bedeutung in der Kirche zu sein!

Selbst ernstzunehmende Christen meinen, nicht mehr in die Kirche gehen zu müssen. Stattdessen sagen sie, wenn ich am Sonntag in den Wald gehe und das grüne Blätterdach sich wie eine Dom über mir wölbt, durch das die Sonne hindurchscheint, dann kann ich so recht an Gott glauben, ihn preisen und verherrlichen. Und diese Leute haben für sich genommen auch recht. Nur wenn wir alle am Sonntag in den Wald zum „Gottesdienst“ gingen , wären wir die letzte Generation, die etwas von dem dreifaltigen Gott wissen würden, denn es gäbe keine Institution mehr, wie die Kirche, die nachfolgenden Generationen unseren Gott vermitteln könnte.

Es ist deshalb geradezu ein Akt der Vernunft, die Kirche in jeder nur denkbaren Weise zu unterstützen. Deswegen verläßt man auch wegen des Pfarrers oder des Religionslehrers die Kirche nicht und die mächtige und allumfassende (d.h. katholische) Institution der Kirche jagt einem als überzeugten Demokraten auch keine Angst ein. Man zahlt weiter seine Kirchensteuern, wenn es einem nicht gleichgültig ist, ob Europa in 100 Jahren noch christlich ist und die Verherrlichung des dreifaltigen Gottes - ob seines gesamten Erlösungswerks - auch für unsere Urenkel noch selbstverständlich sein soll.


0
 
 Ja Ja-Nein Nein 4. Februar 2010 
 

@ Nur Feststellen/Nächstenliebe/Kirche

\"Es gibt viele draussen, die drinnen sind (in der Kirche drinnen) und viele drinnen, die draussen sind.\" - So ungefähr lautet eine bekannte Aeusserung, ich glaube von einem anerkannten Kirchenmann; leider weiss ich nicht mehr von wem. Denn es gibt ja auch die nicht sichtbare Kirche, die von und bei Gott, die nicht immer völlig deckungsgleich sein muss oder ist mit der sichtbaren Kircheninstitution auf unserer Erde.


0
 
 Nur Feststellen 4. Februar 2010 
 

Zu silas und Lawhoudini

Dank zuerst an kath.net. Sie müssen leider viel
ertragen, mit Menschen wie UNS, die das ganze
nicht begreifen.
Darum: \"Ich weiß, dass ich nichts weiß\".
Sokrates zugeschrieben auf dem Weg,
Scheinweissheit zu entlarven.
Und dennoch zum Abschluss an meine beiden
\"Mitstreiter\", seien Sie meines Wohlwollens
gewiss. Nächstenliebe ist nicht an Kirche gebunden.


0
 
 familiesonne 4. Februar 2010 
 

Die Kirche ist wie die Menschen...

@ Tadeusz

Dein Satz:\" In jedem Land ist die Kirche wie die Menschen in diesem Land\" hat mir gut gefallen.

Ja, die deutsche katholische Kirche ist was so manche ihrer Probleme betrifft eben in erster Linie eines: nämlich deutsch.

Und deshalb ärgert es uns so. Weil es uns selbst betrifft.

Lest mal, was die Therapeutin Alice Miller dazu schreibt. Sie hat auch eine Homepage, lässt sich ausgoogeln. Sie ist eine Schweizerin und war früher Psychoanalytikerin. Ich kann mich nicht mit allem anfreunden, manches erschreckt mich auch.

Aber Gewalt gegenüber Kindern (oder anderen Schwachen) hängt immer auch mit der eigenen Lebensgeschichte zusammen.


1
 
 Lawhoudini 3. Februar 2010 

Beten!

Sehr guter Gedanke! Leider bisweilen hier ein wenig in den Hintergrund getreten. Die Opfer benötigen unser Gebet. Die Sünder noch viel mehr...


2
 
 Ja Ja-Nein Nein 3. Februar 2010 
 

@Tadeusz

Danke für die Vorschläge. Ja, sicher, damit bin ich einverstanden. Diese Vorschläge sind sicher so möglich und wohl sinnvoll anzubringen; sie sind wie ich meine irgendwie in die Kategorie Verteidigung einzuordnen. Verteidigung hat ihren Platz, ja; ich suche aber zusätzlich nach etwas, das aus sich selbst, aus tiefem inneren Gehalt heraus stärker ist als diese Verletzungen. Es geht halt wohl in Richtung so etwa: die Liebe mit und durch Christus ist stärker als der Tod. Ob man so etwas gegebenenfalls formulieren, in Worte bringen kann., wie man heute sagt hinüber bringen kann?.. Ich vermute, es ist grundsätzlich nicht möglich mir eine Art \"passe partout\" Antwort zu geben. Auch gibt es ja nicht nur Versuchungen wo man oft fällt, sondern auch Prüfungen, die man bestehen kann und wenn alles nicht geht Vertrauen, erst recht. Aber es ist mir wirklich eine Sorge, glaubwürdig zu bleiben vor anderen und auch, dass meine Kirche glaubwürdig bleiben kann und darf. Vielleicht tendiert manches auch zunehmend zur sog.Märtyrerkirche? mit Angriffen von scheinbar innen?Man muss aber manchmal auch nicht gleich alles schon wissen. - Sei unser Heil oh Herr wenn wir wachen und unser Schutz wenn wir schlafen, damit wir wachen mit Christus und ruhen in Seinem Frieden (Komplet). In diesem Sinne, gute Nacht. JA JA


1
 
 Tadeusz 3. Februar 2010 

Yes Yes No No

@Ja Ja-Nein Nein „Darf ich fragen wie Sie gegenüber Freunden und z.B.Arbeitskollegen, von welchen Sie wissen, dass diese nicht oberflächlich gleichgültig sind, aber nicht (noch nicht?) in der Kirche geborgen sind, die mir in meinem Falle alles andere als gleichgültig sind, sich verhalten oder antworten wenn Sie auf dieses ich meine Verbrechen angesprochen werden?“

Klar ist es ein Problem. Hier kommt ein Vorschlag:

1. Hinweis auf „Menschlichkeit„ der Kirche und die Probleme, die damit möglich sind
2. Hinweis auf „gute Arbeit“ der Medien, die der katholischen Kirche bei solchen Skandalen unverhältnismäßig viel Platz einräumen, dies hilft nämlich unsere Kirche verhältnismäßig Sauber zu halten.
3. Hinweis auf die Prozentzahlen: 0,75% Probleme bei uns (auf Priesterzahl), 3-4% bei Protestanten, 13%-15% in normalen weltlichen Schulen (Analyse in USA)


1
 
 Ja Ja-Nein Nein 3. Februar 2010 
 

Theres v.Av.

Ich würde mich selbstverst.nicht trauen, diese grosse Heilige zu kritisieren. Diese Stelle und auch sonst kenne ich zu wenig über sie. Was Sie hier zitieren hat sicher Berechtigung. So hier allein stehend aber: damals waren vermutl.die Apostel noch am lernen. Heute sind wir selber auch Christen in seinem Auftrag und seiner Nachfolge. Die am Teich Liegenden können mir nicht gleichgültig sein. Dürfen wir es wagen, als Gefirmte, mit dem Hl.G., zumindest uns danach sehnen und trachten, das Wasser des Teiches, Siloah glaub ich, in Bewegung zu bringen, die Seelen zu Gott hin mit helfen lebendig werden zu lassen?(Entschuldigen Sie das Siezen, lassen Sie mir diese Freiheit, Sie dürfen mich wenn Sie wollen gerne Duzen, auch Ihre Freiheit, Nebensache. \"Cor ad Cor loquitur\", Hauptsache, Leitspruch des neuen Bischofs Eleganti, CH)


0
 
 silas 3. Februar 2010 

Zu „Nur Feststellen“

Was wollen Sie mit Ihrem Bekenntnis, dass Sie Agnostiker seinen feststellen und aussagen? Ist es Ihnen ein Anliegen zu demonstrieren, dass man eigentlich nicht sagen könne ob es eine gottgewollte Kirche gibt? Oder wollten Sie dem Leser mitteilen, dass Sie ein nicht Wissender bezüglich aller Gottesfragen sind, dem die Sinnhaftigkeit von Orden und kirchlichen Gemeinschaft, die sich allein auf Gott ausrichten unbekannt seien? Erlauben Sie mir eine letzte Frage, wollten Sie für alle Leser dokumentieren, dass es Ihnen schwer fällt angesichts der Sünden in der Kirche und ihrer Institutionen die Sinnhaftigkeit ihrer Gebote zu erkennen? Aber gerade die Realität und Macht der Sünde zeigen, wie wichtig die Gebote Gottes und seiner Kirche sind! Die Sünder und Verbrecher sind es, die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen müssen. Nicht aber die Kirche an sich. Die Kirche leidet fortwährend und unermesslich an den Schwächen ihrer Mitglieder. Jedes Fehlverhalten von Angehörigen der Kirche drohen die „Versammlung“ der Gotteskinder auseinander zu reißen. Christus, das Haupt der Kirche, wird so buchstäblich immer wieder ans Kreuz genagelt. Jedoch vom Kreuz herab und aus der geöffneten Seite, entspringen dann auch die Sakramente. Hier ist der Ort der Erlösung! Für die Täter genau dann, wenn sie sich ihrem Verbrechens stellen und Verantwortung dafür übernehmen! Für die Opfer indem sie den Schmerzensmann der Welt, Jesus Christus, begegnen. Christus wird ihr Leid niemals bagatellisieren, sondern Schändungen jeglicher Art dem Schmerz seines eigenen Leidens hinzufügen um ihnen schließlich, als Auferstandener, die Krone der ewigen Liebe überreichen zu können. – Freilich hier spreche ich von Dingen, die man nicht wissen kann, sehr wohl jedoch glauben darf. Dieses religiöse „Glauben“ jedoch ist nicht zu verwechseln mit vermuten! Glauben heiß hier vielmehr, die Wahrheiten, die Gott der Menschheit offenbart hat anzunehmen und zu bejahen!

Von der Theologie nun wieder zu Ihrem mitunter undurchsichtigen Beitrag. Inwiefern wird die AEK als „Sau“ durchs Dorf getrieben?

Recht haben Sie mit zwei (freien) Bibelzitaten: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“ Und „ein Herr, ein Glaube, eine Taufe.“ , wie es richtig heißen muss. Allerdings verstehe ich den Zusammenhang dieser Zitate nicht. Katechetisch würde ich sie bei unserer ernsten Thematik so einordnen: Das Festhalten am Taufglauben, das alle erlöst werden, die nach dem Bad der Taufe, die immer auf den einen dreifaltigen Gott gespendet wird, sich nicht totbringend besudeln; und die Erneuerung der Taufe für jene, die sich von der Taufgnade durch Sünden und Verbrechen distanzierten. Diese Erneuerung geschieht in der Beichte, die immer auch zur Verantwortung erziehen muss! Jene also, die aus ihrer Taufe-, Firm- und Weihegnade heraus leben, werden sich der christlichen Maxime der Gottes- und Nächstenliebe immer mehr annähern.
Wie entfernt nun die Täter davon sind, weiß allein Gott. Beten wir, dass sie sich (endlich) ihrer Verantwortung stellen und Buße tun.


2
 
 Ja Ja-Nein Nein 3. Februar 2010 
 

@ Tadeusz, JA JA

Sich bzw.mich schämen ist m.E., zumindest für mich aus meiner Sicht, keineswegs gegen die Liebe oder sie schmälernd; vielleicht wird das bei nochmaligem genauem Durchlesen ersichtlicher?( Und ob jemand liebt, das weiss meist der Betroffene doch selber am ehesten) Macht aber nichts wenn nicht. Immerhin haben Sie auf mein Schreiben Bezug genommen, danke. Darf ich fragen wie Sie gegenüber Freunden und z.B.Arbeitskollegen, von welchen Sie wissen, dass diese nicht oberflächlich gleichgültig sind, aber nicht (noch nicht?) in der Kirche geborgen sind, die mir in meinem Falle alles andere als gleichgültig sind, sich verhalten oder antworten wenn Sie auf dieses ich meine Verbrechen angesprochen werden? Ich weiss es für mich z.Zt.zumindest nicht.U.A.w.g., wenn möglich, ich wäre wirklich dankbar.


0
 
 Tadeusz 3. Februar 2010 

Otto Normalverbraucher

Ja-ja.Nein-nein \"liebe tatsächlich, will nicht nur, sondern liebe wirklich die Kirche; heute aber empfand ich zu meinem eigenen Erstaunen das mir neue Gefühl, dass ich mich schäme katholisch zu sein.\"

Also eher, nein-nein als ja-ja?
Und das nur aufgrund einer medialen Hetze?

Die große Liebe zur Kirche ist doch etwas peinlich klein geworden?

Und was ist, wenn der Bericht nur halbe Wahrheit erzählt?

Wird dann (wenn es sich so herausstellt) Deine Liebe zur Kirche wieder entflammen und groß werden?

Heilige Terese von Avila sagt: \"Doch wir wollen nicht mit diesen lahmen Seelen reden, die sich in argem Elend und großer Gefahr befinden, wenn nicht der Herr selber kommt und ihnen (wie jenem Manne, der dreißig Jahre neben dem Teich gelegen war) gebietet, sich zu erheben (...)\"

Recht hat sie, oder?


2
 
 Tadeusz 3. Februar 2010 

Das Jammern der Lämmer :)

Wie wäre es liebe Kollegen,
- sich zur Kirche mit sämtlichen Problemen zu bekennen?

Ja. es gibt auch hier Probleme, aber es ist unsere Kirche. Wir erwarten aber, dass Probleme beseitigt werden.

Sie werden aber irgendwann mal wieder kommen, vielleicht als Probleme einer anderen Art. Auch dann bekennen wir uns zu der Kirche (Ekklesiastes & consortes durfen zwischenzeitlig bereits draußen sein). Auch dann erwarten wir die Wiederherstellung der egrechten Zustände.

Bitte, wir sollen nicht vergessen. In jedem Land ist die Kirche, wie die Menchen des Landes.
Wollen wir, dass sich die Kirche verbessert? Dann fangen mit uns selbst an.

Ich bin Katholisch. Gott sein dank dafür.


2
 
 Ja Ja-Nein Nein 3. Februar 2010 
 

Ausweg? (Aporie?)

Es ist zwar nicht eigentlich (m)eine Meinung sondern eher eine Art Befindlichkeit, aber vielleicht geht es anderen hier auch so ähnlich? Ich liebe tatsächlich, will nicht nur, sondern liebe wirklich die Kirche; heute aber empfand ich zu meinem eigenen Erstaunen das mir neue Gefühl, dass ich mich schäme katholisch zu sein. - Die Kirche wie sie gemeint ist (analog dazu die Schrift von Kard.J.Meisner \"Sein wie Gott uns gemeint hat\"), das kann man/ich gut lieben, die Kirche wie sie sich hier zeigt und nicht gemeint ist, eher gemein ist, um das Wortspiel mir zu erlauben, ja, da stehe ich schon mit Scham vor meinen Freunden und überhaupt. Was können diejenigen, die sich verfehlt haben, beitragen um zu heilen und zu sühnen? - Ich hoffe, dieser sehr grosse Teppich, unter den immer wieder gekehrt wird, der wird nun endgültig weggezogen. Potentiell verzeihen sicher, vor solchen Priestern sich und alle schützen aber eben sicher auch.


0
 
 Lawhoudini 3. Februar 2010 

AEK

@Nur Feststellen
Sehr erfreulich, wenn hier auch Agnostiker mitdiskutieren. herzlich willkommen! Deine Aussagen fordern natürlich zum WIderspruch heraus.

1. \"Wie steht es in der Bibel: Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst\"
sehr richtig. Setzt zunächst voraus, das man sich selber liebt und angenommen hat. Das hat mit Klientelgeklüngel nix zu tun, sondern mit Selbstvergewisserung!

2. \"Hier stehen nicht einzelne bzw. die Jesuiten am Pranger, sondern dieses Konstrukt \"Kirche\".
und das ist gerade falsch! Der Fehler liegt nicht \"im System\", sondern es geht ganz normal um die Fehlbarkeit von Menschen. Diese Übergriffe gibt es überall. Nur bei den Katholiken werden sie immer besonders schön breitgetragen. Wer spricht von den vielen vielen Tausenden Priestern weltweit, die mit Stolz und Freude ihren Dienst im Weinstock des Herrn tun? Etwas ganz anderes ist die Frage, wie die Amtskirche mit dem Problem umgeht. Die Sünde bekämpfen, nicht den Sünder, darum geht es auch.

3. Nun zum Thema AEK:
Dieser will die katholische Stimme in der CDU erheben, nicht klüngeln. Deshalb gibt es dort auch keine Gremien und kein Geklüngel. Und Herr Lohmann hat einen klaren Standpunkt, der bei (zu) vielen Unionschristen nicht mehr so goutiert wird. Würden diese sich auf diese neue, klare, überaus moderne katholische Stimme einlassen, ginge es der Politik im Allgemeinen und der Partei im Besonderen wesentlich besser! Es ist nicht alles \"Geklüngel\", was Politik macht!


1
 
 Sänger 3. Februar 2010 
 

Evangelium

Mt 18,6-7: Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals im tiefen Meer versenkt würde. Wehe der Welt mit ihrer Verführung! Es muss zwar Verführung geben; doch wehe dem Menschen, der sie verschuldet.

Mk 9,42: Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.

Lk 17, 1-3a: Er sagte zu seinen Jüngern: Es ist unvermeidlich, daß Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet. Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass eer einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt. Sehr euch vor!


1
 
 Nur Feststellen 3. Februar 2010 
 

Zu Herrn Lohmann

Ich bin Agnostiker, der sehr Aufmerksam diese
Internet-Zeitung liest.
Dankbar bin ich dafür, dass Themen wie das jetzige,
nicht mehr wie im Mittelalter geleugnet werden !
Betrübt bin ich aber dahingehend, dass noch immer
Menschen wie Herr Lohmann anscheinend nicht
Begriffen haben, dass Klientelklüngelei im Glauben,
nichts zu suchen haben.
Wie steht es in der Bibel: Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst\" !
Hier stehen nicht einzelne bzw. die Jesuiten am
Pranger, sondern dieses Konstrukt \"Kirche\".
Und, zu AEK, wieder eine neue \"Sau\" die durchs
Dorf getrieben wird.
Ein Gott, ein Jesus, ein Glaube. Hier führen nicht
viele Wege nach Rom !


0
 
 dominique 3. Februar 2010 
 

@Troppau - Die Sünden der Jesuiten

Ja, dazu gibt es was zu sagen und zwar kommt das im Begriff des \"Wegschauens\" und \"Verschweigens\" zum Ausdruck.
Versetzen wir uns in die damaligen Zeiträume zurück. Ich zitierte schon Michel Foucault, das war 1975 - wir wissen, was lief: ein Riesenumbruch seit den 1960er Jahren und unzählige Institutionen, die für den neuen Geist kein Verständnis aufbringen konnten, sondern nur Teufelswerk und Gefahren wahrnehmen wollten.
Und genau das Erziehungsmodell jener Institutionen zu jener Zeit wurde immer desolater, noch anfälliger (als es ohnehin schon war) für einzelne, die es für ihre ganz persönlichen missbräuchlichen Machenschaften zweckentfremdeten. Und die verbliebenen Verantwortlchen (die sicher lauteren Charakters waren), tja, wollten sie nicht wahrhaben, was geschah? Wollten sie ihr Modell retten um fast jeden Preis? Auch um den Preis, die Opfer nicht zu schützen? Welche Schuld haben sie auf sich geladen? Die Schuld des verbohrten Nicht-Sehen-Wollens? Die Schwäche des Nicht-Sehen-Könnens? Denn ich unterstelle ihnen, dass sie nicht vorbereitet waren auf diese Phase des Degenerierens mit solchen abscheulichen Auswüchsen.


0
 
 Ekklesiastes 3. Februar 2010 
 

Die Kirche schadet sich selbst

@kreuz
Ach lasst doch dieses ewige Donnern gegen die weltliche Presse. Seltsamerweise kommen diese Instrumentalisierungsvorwürfe immer dann, wenn es zu Missbrauchsfällen kommt. Was soll denn die Presse Deiner Meinung nach tun? Einfach nicht darüber berichten und damit alles unter den Teppich kehren? Oder zart darauf hinweisen und darüber schreiben, dass das natürlich nur Einzelfälle sind, die in anderen Institutionen auch vorkommen? Den Anspruch der Kirche an sich selbst ausbleden? Den moralischen Anspruch der Kirche an ihre Schäfchen ausblenden?

Klar gibt es Teile der Presse, die nichts anderes im Schilde führen, als der Kirche zu schaden. Dummerweise schadet sich die Kirche aber selbst am meisten, solange sie diese Missbrauchsfälle nicht in den Griff kriegt.


0
 
 Troppau 3. Februar 2010 

Die Sünden der Jesuiten

Die Diskussion darf nicht von den eigentlich Schuldigen ablenken, denn Schuld ist immer etwas Persönliches. Und das heißt hier ganz klar: die Sünden der Jesuiten. Also nicht nur die der eigentlichen Täter, sondern auch derjenigen, die sie gedeckt haben. Daran krankt offensichtlich der ganze Orden. Und das muß bestraft werden. Ansonsten müssen wir uns wieder einmal auf unser Vertrauen auf Gott berufen, der, wenn er am Ende der Zeiten wiederkommt und Gericht halten wird, dort Gerechtigkeit herstellen wird, wo die irdische Gerechtigkeit versagt hat. Daß uns dabei Agnostiker und Atheisten auslachen, müssen wir aushalten.


0
 
 alexius 3. Februar 2010 

Ein Elternbrief dankt für neuen Umgang am Canisius-Kolleg

\"Wir sind froh, daß wir Elternvertreter diese erschütternden Informationen vorab durch unseren Rektor und nicht die Presse erfahren durften. Dies stärkt unser Vertrauen in die Offenheit und Transparenz, mit der Pater Mertes seine/unsere Schule leitet. Ebenso stärkt es unser Vertrauen in die Schule, daß uns Frau Raue als Ansprechpartnerin für sexuellen Mißbrauch schon seit mehr als 2 Jahren bekannt ist. Aus Sicht von uns Eltern ist offener Umgang der beste Schutz vor Übergriffen auf unsere Kinder. Wir beobachten, daß unsere Schule und ihre Lehrer die Kinder zu einer Kultur des Hinschauens erziehen und ermutigen. Das zeigt uns der Umgang mit diesem sensiblen Thema. Das zeigt uns auch die einfühlsame Art, mit der die Lehrer und unser Rektor unsere Kinder über die Mißbrauchsvorfälle der Vergangenheit informiert haben.\"

Sehr kantig hat sich der neue Leiter der deutschsprachigen Radio-Vatikan-Abteilung zu Wort gemeldet, wobei die Meldung offenbar bei Radio Vatikan gleich wieder verschwand? Er beklagte ein \"Kartell des Wegschauens\". Die Täter seien \"viel zu lange geschützt worden\", erklärte der Jesuitenpater am Dienstag in Rom. Hagenkord forderte die Umsetzung der 2002 von der Deutschen Bischofskonferenz eingeführten Regelungen im Umgang mit Mißbrauchsfällen. Diese sähen vor, \"daß man an die Öffentlichkeit geht und nicht den Ruf der Kirche über den Schutz der Opfer stellt\". Genau darum geht es in allen innerkirchlichen Mißbrauchsfällen, und deshalb ist das Geschimpfe auf Medien völlig sinnlos und hilft überhaupt nicht weiter.

Radio Vatikan läßt dann noch Prof. Dr. Klaus M. Beier von der Berliner Charité zu Wort kommen. Die pädophile Neigung komme in allen Berufsschichten vor, hält der Arzt fest. Pädophälie zeige sich ab dem frühen Erwachsenenalter und bleibe bis zum Lebensende bestehen. Beier: \"Es würde nichts nützen, wenn man sich einredet, daß eine solche Neigung – ich überspitze es jetzt ein bißchen – zum Beipiel durch besonders starken Glauben oder durch besonders starke Auseinandersetzung mit diesem Wunsch aufzulösen wäre. Von dieser Möglichkeit muß man sich trennen.“

Interessant ist jetzt noch die Frage der Sammelklage:

http://www.bz-berlin.de/aktuell/berlin/die-anwaeltin-der-missbrauchs-opfer-article721662.html

www.canisius.de/aktuelles/anhaenge/newsticker/anhaenge/elternbriefJan2010.pdf


2
 
 camino ignis 3. Februar 2010 

@Ekklesiastes

\"Mich würden die Gründe für das Fehlverhalten interessieren und mich würde es interessieren, wie die Kirche diese Probleme angeht und beseitigt.\"

Ihre Frustration ist mir ja im Grunde verständlich, aber sine ira et studio: das ist ja die Wurzel des Übels, dass man die Gründe nicht kennt, weil sie so unterschiedlicher und individueller Natur sind wie die Menschen selbst. Deshalb helfen da auch keine Richtlinien, psychologische Pauschalisierungen, generelle Weihezulassungsbeschränkungen oder rigide Aussiebetechniken, denn wer heute fromm und heterosexuell ist, kann es morgen durch irgendwelche Einflüsse (des Bösen) nicht mehr sein. Wir alle tragen unseren Schatz in sehr irdenen Gefäßen und grundsätzlich gilt: wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Die Kirche steht also immer in der Spannung zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Eine Patentlösung gibt es nicht. Das die kirchlichen Vertreter um Schadensbegrenzung bemüht sind und deshalb -u.a. auch weil sie den Schutz der Opfer im Blick haben müssen- gern \"unter den Teppich kehren\", wer will es ihnen angesichts der medialen Empörungsschlachten und kircheninternen Instrumentalisierungsversuche verdenken? Wir dürfen auch nicht vergessen, dass gerade diese jetzt bekannt gewordenen Fälle sich in einer Zeit ereigneten, als linksliberale Kräfte im Zuge der \"sexuellen Revolution\" die Strafgesetze zum Schutz von Minderjährigen als repressiv verunglimpften und deren Aufhebung ebenso forderten wie die Aufhebung der Paragraphen 175 und 218 des Strafgesetzbuches. Deshalb kann man es nicht oft genug betonen: Wenn es eine Wurzel dieses Übels gibt, dann ist es die Reduzierung menschlicher Sexualität auf die reine Triebbefriedigung. Die Kirche hat dies immer abgelehnt und wurde dafür von den \"Aufgeklärten\" verspottet, jetzt wird sie von selbigen verhöhnt und verklagt, weil sie als \"Kirche in der Zeit\" in ihren eigenen Reihen die bitteren Früchte der sexuellen Revolution ernten muss!


2
 
 dominique 3. Februar 2010 
 

@Ratio - \"Missbrauch durch Demütigung\"

Tja, damit legst Du den Finger in die nächste Wunde. Welches Erziehungsmodell wurde vielleicht in vielen Missbrauchsfällen missbräuchlich genutzt und ggfs. kompromittiert?
Ich glaube, Michel Foucault z. B. hat eine umfangreiche Analyse mit seinem Werk \"Surveiller et punir - Naissance de la prison\" (Überwachen und Strafen - Geburt des Gefängnisses) (1975) vorgenommen. Aufbau von Schuldgefühlen, allmächtiger Blick, Bestrafungsangst, Bestrafungsrituale, Verstummen usw. - eine riesige Panoplie der Einpferchung des Einzelnen in das Reich des kalten Gehorsams. Was nutzt uns aber ein \"willenloser\", aus Gehorsamsreflexen kontruierter Gehorsam? Und welche Qualität kann überhaupt noch ein \"reifer Gehorsam\" haben, wenn er auf solchen Grundlagen jahrelangen Einübens fußt?
Heute haben wir ein anderes Konzept: das partnerschaftliche Einwilligen von Kindheit an zugelassen, ja gefordert und gefördert. Auch das NEIN-Sagen (und nicht als hinderlichen \"Trotz\" weggewischt und unterdrückt). Gehorsam zwar weiterhin unabdingbar, aber ein wirklich durch unzählige Einsichts- und Zustimmungsakte erarbeiteter und gestützter Gehorsam.
Ich glaube, all diese Fälle des sexuellen Missbrauchs halten uns tatsächlich noch einmal den Spiegel dieser Epoche der Erziehung vor.
Aber was soll\'s. Auch die neuen Erziehungsmodelle sind vor Missbrauch und Manipulation nicht gefeit. Aus den Verstrickungen der Macht kommt man am besten raus, indem man sich erst gar nicht hineinbegibt.


0
 
 kreuz 3. Februar 2010 

selbstverständlich,

wird jeder Mißbrauchsfall in der Kirche von d weltl. Presse instrumentalisiert, wie hier wieder gegen den Zölibat. die Kirchenfeinde kennen das Wort \"Barmherzigkeit\" nicht, steht ja auch nicht in ihrem \"Programm\".
aber die Priester sollten das Wort kennen. wie richtig beschrieben wurde, kann man \"Macht\" nur einem Abhängigen, Schwächeren gegenüber ausüben.
es steht noch etwas hinter dieser Macht, und das ist die Angst.
die Angst kommt vom Gegenspieler Christi, und in diesen Tagen und Zeiten hat er unendliche Macht, über so viele Menschen und damit auch Priester.

es sind wenige, die noch danach leben dürfen nach den Worten Christi: \"Habt keine Angst!\", zumindest in unseren Breiten.

möge die Barmherzigkeit Jesu Christi noch vor Seiner Gerechtigkeit kommen, darum kann ich nur beten.

www.kathtube.com/player.php?id=12676


2
 
 Ratio 3. Februar 2010 
 

Am Problem vorbei diskutiert?

Einige Vorposter (u.a. anthony und sonni) weisen daraufhin, dass Kindesmissbrauch weniger ein sexuelles Bedürfnis des Täters befriedigt, sondern eher ein Bedürfnis nach Machtausübung und Unterwerfung. Damit ist die ganze Diskussion über Zölibat und homosexuelle Priester eigentlich nur eine Nebelkerze, die den Blick auf das tatsächliche Problem verstellt.

Das wahre Thema lautet \"Missbrauch durch Demütigung\".
Da wurden und (werden vielleicht immer noch) Schutzbefohlene systematisch gequält, durch Ausschließen aus einer Gruppe, durch Stigmatisierung, durch Verhöhnung, durch Essens- oder Freiheitsentzug, durch \"Kälte\"- oder \"Hitze\"-Behandlung, usw. usw. usw. Die Kreativität dieser Täter kennt keine Grenzen.

Das sich das Ganze auf den sexuellen Missbrauch konzentriert hängt damit zusammen,
dass hier kein Ermesssensspielraum in der Bewertung vorliegt und dass der Widerspruch zur katholischen Lehre das Thema für die Klatschpresse aufwertet.

Zurück zum wahren Problem: Sollten die \"Macht\"-Missbrauchsfälle an deutschen Kinderheimen der Nachkriegszeit doch noch aufgearbeitet werden, solange die Opfer noch leben, bricht ein Sturm über beide Kirchen herein, gegen den die aktuelle Diskussion noch nicht mal ein leises Lüftchen ist.

Da fragt man sich dann wirklich, ob solche \"Erziehungs\"-Maßnahmen vor dem damaligen Zeitverständnis wirklich \"normal\" waren.
Auch wenn in Anstalten kirchlicher Träger \"Macht\"-Missbrauch möglicherweise statistisch nicht häufiger war, war er dort sicherlich nicht signifikant seltener.
Und letztlich muss sich jeder Mitarbeiter in religiösen Anstalten fragen und fragen lassen, ob sein Tun weniger von der Demut vor dem Nächsten als von missionarischem Sendungsbewusstsein und Selbstüberhöhung bestimmt wird.


0
 
 Felix Steinbach 2. Februar 2010 
 

@sonni

[quote]sonni zur Sexualität
Die Sexualität wird in ihrer Wichtigkeit für die seelische Gesundheit maßlos überschätzt.[quote]

Richtig! Manche Menschen tun das, andere nicht.

[quote]Am wichtigsten ist immer noch Liebe, Geborgenheit und Verstandenwerden.[quote]

D\'accord!

[quote]Sex ohne Liebe macht auf Dauer seelisch krank.[quote]

Im katholischen Kulturkreis ja, in anderen ist das nicht so. Kommt drauf an, wie Sexualität bewertet wird und das ist überall anders.

[quote]Liebe ohne Sex auf Dauer aber nicht.[quote]

Liebe ohne Sex wäre ein bösartiger Verstoss gegen die katholische Ehemoral, eine sehr schwere Sünde. Paare die Kinder ausschliessen, sind nach katholischer Ehemoral gar nicht verheiratet, sondern leben in schwer sündhafter Unzucht. Liebe katholischer Paare ist immer an den Willen zum Kind gebunden. Und Kind ohne Sex geht nicht, zumindest nicht auf natürlichem Weg, der der einzig erlaubte ist. Alles andere, wie Insemination, Pränataldiagnostik etc. pp ist schwer sündhaft.

[quote]Der kurze Rausch des Leibes ist nichts gegen eine echte Heimat der Seele.[quote]

Beides zusammen macht den ganzen Menschen aus. Der Rausch der Liebe und die echte Heimat für die Seele. Fehlt eines, ist man nur ein halber Mensch.


0
 
 Ekklesiastes 2. Februar 2010 
 

Es ekelt mich an.

@camino ignis
Geschätzter camino ignis, mich ekelt in dieser Kirche etwas ganz anderes an. Mich ekelt es an, dass immer wieder schuldhaftes Vergehen vertuscht wird von einer Institution, die sich als von Christus gegründet versteht. Im Verhalten dieser sündhaften Priester wird Christus geohrfeigt. Im Verhalten der Diözesen, die dieses Verhalten der sündhaften Priester decken und vertuschen, wird Christus immer wieder ans Kreuz geschlagen. \"Was ihr dem geringsten meiner Brüder antut, das tut ihr mir an\", heißt es in der Bibel. Wenn sich sündhafte Priester an unschuldigen Kindern vergreifen, dann vergreifen sie sich an Christus selbst. Und wenn man mir hier Häme und Überheblichkeit vorwirft, weil ich seit Jahrzehnten sehe, dass sich in dieser Kirche nichts, nichts, nichts ändert und ich das nach einem jahrelangen Lernprozess nicht mehr verteidigen und mit unter den Teppich kehren will, dann soll es von mir aus hämisch sein. Ich sage nur eines: in meinem Namen kann diese Kirche nicht mehr handeln. Und ich wiederhole mich: Es ekelt mich an, wenn ich permanent nur um Entschuldigung heischende Vorgesetzte sehen, die Asche aufs Haupt streuen, wenn das Kind im Brunnen liegt. Ich habe noch von keiner kirchlichen Institution einen Vorschlag gehört, wie sich das Problem effektiv lösen ließe. Ich höre immer nur, was nicht an diesem Missstand schuld ist. Mich würden die Gründe für das Fehlverhalten interessieren und mich würde es interessieren, wie die Kirche diese Probleme angeht und beseitigt. Mehr nicht


1
 
 Ja Ja-Nein Nein 2. Februar 2010 
 

\"Vogel Strauss\"

Wenn solche Priester allein des Zoelibates wegen sexuellen Bedürfnissen nachgeben würden, dann wäre erstmal doch näherliegend, dass sie diese mit Frauen ausleben würden. - Homosexuelle und insbesondere Paedophile sind glaub ich sehr oft als Kind selber von Männern missbraucht worden. Also besteht vermutlich eine grössere Wahrscheinlichkeit, dass diesen Priestern das selbe widerfahren ist und den diesen Priestern vorangehenden Priestern wieder, etc. - Klingt grauslich, hat aber leider eine innere Logik. Man überlege wie vorallem früher in katholischen Schulen/Internaten diese Schüler \"gehalten\" wurden. Schlafsäle, nur Männer unter Männern bzw.Knaben, ältere eben sehr oft schon einschlägig geprägt, auch eben unter Bedingungen lebend wo es leichter war mit Knaben/Männern in Kontakt zu kommen als mit Frauen. Traurige Tradition und ungeschickte äussere Bedingungen. Beklemmend, schrecklich, aber vielleicht doch gesünder, das anzuschauen zu versuchen. Einzelfälle sind das nun wirklich bei weitem keineswegs, leider, eher tabuisierte pathologische Tradition- Man darf die Kirche trotzdem lieben, aber nicht als Vogel Strauss.


1
 
 camino ignis 2. Februar 2010 

Ach, Herr Ekklesiastes..

wie Sie sich mit Ihrer Empörtheit in den Skandalen suhlen und es Ihnen Freude macht, das Negative und menschlich-allzu menschliche in der Kirche zu generalisieren, wie Sie mit Hähme und voll Überheblichkeit über die Priester herziehen und den Zölibat unter Generalverdacht stellen, das ekelt einen einfach nur an. Dass Sie ein von der Kirche Frustrierter sind, glaube ich Ihnen auf\'s Wort!


2
 
 antony 2. Februar 2010 

Sublimierung, @Ekklesiastes, JonArason

Dass Freud Atheist war und Religion als Zwangsneurose sah, stimmt, disqualifiziert aber nicht seine Arbeit als solche (obgleich die Psychoanalyse sich seitdem in verschiedener Hinsicht weiter entwickelt hat und mittlerweile neben Libido und Todestrieb durchaus noch andere Motive im Menschen erkennt). \"Prüfet alles, das Gute behaltet\", egal, ob es von Atheisten oder sonstwem kommt.

Sublimierung funktioniert durchaus. Wer mal seine Aggression in einen Leserbrief (oder ein Posting bei kath.net) kanalisiert hat, hat damit Erfahrungen gemacht. Und der Bereich der Libido wird (u.a. in meiner Psychotherapieausbildung) immer wieder als klassisches Beispiel angeführt (die mittelalterlichen Mönche, die ihre Libido so sublimiert haben, dass wunderschöne Handschriften dabei herauskamen).

JonArason, inwiefern der Zölibat eine Negativauslese bewirkt, vermag ich nicht zu beurteilen. Dazu bräuchte man tragfähige statistische Untersuchungen, die beantworten, ob unter Zölibatären mehr Missbraucher sind als unter anderen. Ich möchte aber nochmals darauf verweisen, dass die meisten, die sich an Kindern vergreifen, nebenher erwachsene sexuelle Beziehungen unterhalten, und dass es bei Missbrauch eben nicht um verhinderte Sexualität, sondern um Machtausübung und Unterwerfung des Opfers geht.


2
 
 silas 2. Februar 2010 

Ecce homo

Es ist Jesus an dem sich vergangen wurde und der durch jede Sünde immer wieder gedemütigt wird. Unerhört ist, was Christus in der Karwoche angetan wurde. Jesus entschied sich jedoch freiwillig ein Leidender für die leidgeprüfte Menschheit zu werden; um das gefallene Menschengeschlecht zu erlösen.

Aber die kaum noch zu zählenden schwersten Verbrechen an Kinder, seien sie nun geboren oder ungeboren, sind unfreiwillig durch Verführung oder Vergewaltigung des Opfers geschehen und im Regelfall nie wieder gut zu machen. Dass Christus gerade für die, wie auch immer, Missbrauchten und seelisch oder körperlich Getöteten, gekreuzigt wurde, wird die Betroffenen schwerlich beruhigen eher einst erlösen. Sie schreien, zu Recht, nach Gerechtigkeit! Christus wird Richter sein und dereinst alles gut ordnen. Vorerst beauftragt Er seine Kirche schon jetzt das ihre für die Gerechtigkeit zu tun. Je öfter sie hier versagt, desto mehr wird ihr von außen der Spiegel vorgehalten werden ; der öffentliche Skandal ist dementsprechend groß. Insofern kann sie nicht anders als mit den Verbrechern aus ihren eigenen Reihen hart ins Gericht zu gehen: 1. Die Täter müssen sofort von all ihren Aufgaben suspendiert werden. 2. Die Täter sind davon zu überzeugt, dass sie sich selbst anzeigen müssen. Sollte dieses nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums geschehen müssten dies die kirchlichen Vorgesetzten übernehmen. 3. Den „Opfern“ ist zeitnah und angemessen zu begegnen… 4. Für „bekehrte“ Täter gilt natürlich auch das Angebot der Barmherzigkeit Gottes inklusiv der von Sünden lossprechenden Beichte. Ihnen muss jedoch klar gemacht werden, dass sie nicht mehr für einen direkten Dienst am Menschen eingesetzt werden können. Vielleicht ist im medialen Zeitalter nur noch ein Leben in einer Einsiedelei als Täter-Priester möglich – ein Bußleben des Stillen Gebetes …

Je mehr ich über die aktuell bekannt gewordenen Verbrechen nachdenke umso unwohler wird mir. Wie kommt ein Mensch dazu sich derart über einen Anderen zu erheben, dass er ihm derartige Gewalt antut? Es gibt doch, nicht nur für geistig lebende Personen, natürliche Grenzen! Je mehr sich einer versucht an den zehn Geboten zu halten, desto eher wird er doch erkenne können, dass es eine „Karriere“ des Sünders gibt. Darum muss man sich doch schon im Kleinen Einhalt gebieten und versuchen die Ursache zur Sünde zu meiden! - Zu Recht wurden bei den internationalen Priesterexerzitien in Ars auf die innere Reinheit hingewiesen und auf die Gefährdung durchs Internet und Fernsehen aufmerksam gemacht. - Versündige man sich dann im kleinen und größer werdenden gegen die Keuschheit, sollte einen doch das schlechte Gewissen in den Beichtstuhl (oder manchmal auch zu einer Therapie) treiben… Aber wie kann dann ein Übergriff auf den Mitmenschen und Schutzbefohlenen möglich werden? Doch nur dadurch, dass man nicht ernsthaft einen Weg mit Gott suchte!? Beten wir dafür, dass alle Priester und Gläubige eine lebendige Gottesbeziehung leben können!


2
 
 Lawhoudini 2. Februar 2010 

\"Theologie des Leibes\"

Diese wunderbaren Gedanken Lohmanns habe ich soeben bei kathnews gefunden. Er schreibt zur \"Theologie des Leibes\":

\"Sie ist wesentlich weiter als manche selbsternannten Kritiker der Kirche, die ihrerseits noch allzu sehr verklebt zu sein scheinen in einer säkularen Sexualleere (!), die sich mit Fleischeslust und allenthalben erlaubter Triebbefriedigung zu begnügen können glaubt und in niederer Erotik die Kostbarkeit wirklich verantwortlich gelebter Sexualität zu ertränken sucht. Das aber wird dem Anspruch des Menschen nicht gerecht, dem ein ebenso wertvolles wie zerbrechliches Gut im besten Sinne des Wortes anvertraut ist.\"

Mal ehrlich: wer hat einen von uns schon einmal so wunderbar über ein höchst verfängliches Thema schreiben sehen? Ich frage mich wirklich, wozu all diese Verklemmung beim herrlichsten Thema, das es überhaupt gibt?


0
 
 sonni 2. Februar 2010 
 

Macht

Ich denke, daß sexueller Mißbrauch über den reinen Sexualtrieb hinaus grundsätzlich mehr mit Macht und Gewalt zu tun hat. Das ist ja auch der vorrangige Aspekt.


2
 
 JonArason 2. Februar 2010 
 

\"katholischer Freudianismus\"

@antony

Da muss ich nun doch mal eingreifen. Die These, Libido sei sublimierbar (etwa durch Kreativität oder Sport), halte ich für völligen Quatsch. Ich nenne das gern \"katholischen Freudianismus\". Mit der psychophysischen Realität des Sexuellen hat das gar nichts zu tun. Hinterher kommt noch jemand und erzählt was von kalten Duschen oder Selleriesalat (oder von jenem Glibberzeug in der Suppe, das wir im Seminar \"Zölibatol\" nannten :-) ).

Im übrigen hat das ganze Thema sehr wohl mit dem Pflichtzölibat zu tun. Er wirkt an dieser Stelle leider als Negativauslese. Gestandene Männer, die glücklich verheiratet sind (und Kinder haben), bleiben kategorisch draußen. Während andere relativ problemlos durchrutschen, die seltsame Neigungen haben, mögen sie nun pädophil, homosexuell, internetvoyeuristisch oder sonst was sein.


0
 
 mystic 2. Februar 2010 
 

Leibfeindlichseligkeit: haha, die leibfeindseligste Religion, rate mal,

welche das ist?

Nein, meine Herren, falsch geraten, nicht die katholische, sondern die Buddhistische - alle körperlichen Bedürfnisse sind hinderlich für die Selbsterlösung, daher essen sie nicht einmal fleisch.

Und die Buddhistischen Mönchen leben natürlich zölibatär.


5
 
 mystic 2. Februar 2010 
 

es ist leider ein sogar unter Katholiken verbreitetes Vorurteil, daß

gerade unsere Kleriker vorwiegend Kinder mißbrauchen.

Nicht wahr: evangelische Kirche hat mehr sexuale Täter gegen Kinder.

Bitte lesen Sie mal den unter verlinkten Bericht von einer Versicherungsfirma (bei Anklage) in den U.S.A. (und wenn man in Suchmachine die Stichwörte Child abuse Protestant, wirft sie sehr interessante Daten aus). Es soll nicht dazu dienen, um unsere Schuld kleiner zu machen. Aber mindestens die anderen Gruppen, die ständig auf unseren Zölibat als Ursache aller Übel zeigen, müssen sich selber im Spiegel schauen.

www.insurancejournal.com/news/national/2007/06/18/80877.htm


6
 
 dominique 2. Februar 2010 
 

@antony

Ja, Du hast wohl Recht. Da war bei mir wohl der Wunsch, die Gefahr von den Kindern abzulenken, der Vater des Gedanken.


0
 
 Ekklesiastes 2. Februar 2010 
 

Freud

@antony
\"Libido ist sublimierbar (also in andere Kanäle, wie Kreativität und Sport umleitbar)\".

Diesen Begriff der Sublimierung hat Freud in die Psychologie eingeführt. Freud war Atheist und sah die Religion als Zwangsneurose und reine Fantasie. Und ich treffe relativ wenig zölibatär Lebende auf dem Sportplatz und ihre Kreativität lässt manchmal auch zu wünschen übrig.


1
 
 Ekklesiastes 2. Februar 2010 
 

Biologie

@antony
Aber ganz offensichtlich fühlen sich die Mißbraucher in einem zölibatären Umfeld wohl. Welcher Mittel bedienen sich dann jene, deren Libido aufgestaut ist? Oder sollte es sogar Menschen geben, die gar keine Libido besitzen? Ich bin da eher skeptisch - und die Biologie auch. Auf jeden Fall bliebe diesen zolibatär lebenden Menschen nichts anderes übrig, als gegen die katholische Sexualmoral zu verstoßen. Denn die sieht Sexualität außerhalb einer ehelichen Beziehung nicht vor.


1
 
 antony 2. Februar 2010 

nein Dominique,

die von Dir genannten Utensilien würden nicht genügen, da Machtmissbrauch sich auf Menschen und nicht auf Gegenstände richtet. Die technische Abfuhr von Libido hält den Täter nicht vom Missbrauch ab.

die ganze Diskussion, ob Missbrauch was mit Zölibat zu tun hat, stellt Sexualität auf die gleiche Ebene mit dem Nahrungstrieb. Aber da gibt es einen entscheidenden Unterschied: Libido ist sublimierbar (also in andere Kanäle, wie Kreativität und Sport umleitbar), Hunger nicht.


3
 
 antony 2. Februar 2010 

Die Ursache sexuellen Missbrauchs...

...liegt (gemäß weitgehendem Konsens in der psychotherapeutischen Forschung) nicht in aufgestauter Libido (also Zölibat), sondern im Wunsch, Macht über das Opfer auszuüben, es gewissermaßen zu bezwingen. Sexueller Missbrauch ist in erster Linie ein Machtmissbrauch, der sich sexueller Mittel bedient.
(@Janowitz: Freue mich, diese Darstellung auch in Deinem Link wiederzufinden).

Sexueller Missbrauch findet ganz überwiegend im familiären Umfeld statt, wird dort aber sehr selten öffentlich. Die Täter sind in der Regel eben nicht \"sexuell ausgehungert\", sondern Menschen, die durchaus erwachsene Sexualpartner haben.


2
 
 Katholik 2. Februar 2010 

Verjährung ist wichtig

Also ganz ohne Verjährungsklausel wird unser Rechtssystem nicht auskommen, sonst nimmt das - wie teilweise in den USA - verrückte Formen an, wenn jemand einen vor zwanzig Jahren Verstorbenen Priester anklagt, ihn vor 50 Jahren unsittlich berührt zu haben, und jetzt von der Diözese Schmerzensgeld haben will. Da muss auch einmal Schluss sein, nicht um Verbrecher zu schützen, sondern weil es nach zu langer Zeit sehr schwer ist, ein Verbrechen wirklich stichhaltig zu beweisen.


2
 
 Ekklesiastes 2. Februar 2010 
 

Frustriert

@sonni
So hab ich auch mal gedacht. Und dann kamen die Missbrauchsfälle. Und ich hielt meine Aufassung weiter hoch. Und dann kamen neue Missbrauchsfälle, Groer, St. Pölten, Boston, Irland. Ich wollte weiterhin nicht das glauben, was ich sah. Jetzt Berlin und St. Blasien - und jetzt ist endgültig genug! Ich bin mir überhaupt nicht mehr sicher, ob Gott will, dass sich einige \"echte\" Geistliche in einem \"Heer von Homosexuellen\" behaupten. Erstens habe ich nichts gegen schwule Priester. Die sind mir lieber als Priester, die sich in Ehen einmischen und auch nicht zurückschrecken, diese zu zerstören (ich kennen solche Fälle und ich weiß, wie eine Diözese damit umspringt). Zweitens kenne ich nur sehr wenige Priester, die gegen den Strom schwimmen und nicht beim kleinsten Gegenwind umkippen. Ich kenne aber Priester, die beständig jammern über die seelsorgerischen Strukturen, die sie zu verwalten haben. Und ich frage mich, weshalb Gott diese Priester, die seinem Geschmack entsprechen immer an diese Stellen setzt, an denen ich keinen Zugang zu ihnen hab. Tut mir Leid, aber ich bin absolut frustiert.


2
 
 sonni 2. Februar 2010 
 

echte Geistliche

Gott baut auf echte Geistliche, die ihren Auftrag verstehen und auch gegen den Strom schwimmen können. Und - die nicht beim kleinsten Gegenwind umkippen, sondern durch das stark bleiben, an das sie glauben! Und die können auch, umgeben von einem Heer von Homosexuellen, welches in die Kirchen eindringt, ihren rechten Dienst tun.


4
 
 Ekklesiastes 2. Februar 2010 
 

Es geht nicht um Homosexuelle

@dominique
Mir geht es hier nicht um die Homosexuellen. Mir geht es um die Pädophilen. Ich halte es aber für einen homosexuellen Priester durchaus für schwierig, die katholische Sexualmoral zu vertreten. Wir sollten mal ganz ernsthaft den Zölibat auf den Prüfstand stellen. Ganz ernsthaft! Dein Beispiel mit dem Bistum Essen verdeutlicht das Problem doch eindrücklich.

@familiensonne
Die Entschuldigungen, um die gebeten werden, werden schon längst nicht mehr angenommen. Die Katholische Kirche hat ihren Ruf weg. Da helfen selbst Weltjugendtage, päpstliches Charisma und tolle Heilige nichts mehr. Und da hilft\'s auch nimmer, dass der Papst gebetsmühlenhaft darauf hinweist, wie sehr ihn solche Fälle belasten. Er hat es in der Hand, die GANZE Kirche auf den Prüfstand zu stellen und diesen Sumpf endlich auszutrocknen.

@sonni
Dein Wort in Gottes Ohr. Die Sexualität wird in ihrer Wichtigkeit für die seelische Gesundheit vielleicht überschätzt - aber ganz offensichtlich ist sie für die seelische Gesundheit nicht ganz unwichtig. Dummerweise können die geweihten Geistlichen diesen von Gott gegebenen Trieb nicht so einfach ausknipsen und müssen im Zölibat damit leben. Ob man einen Trieb, und sei er noch so schwach, so einfach ausknipsen kann... Ich hab da meine Zweifel


1
 
 dominique 2. Februar 2010 
 

@sonni

Ich glaube, Du hast zutiefst Recht. Nur glaube ich auch, dass sich die Sexualität derzeit fürchterlich an uns (also unsere Zivilisation und Kultur) rächt.


1
 
 alexius 2. Februar 2010 

Bitte nicht naiv werden

@dominique: Bitte nicht realitätsfern und naiv argumentieren. Die Gefahr der homosexuellen Unterwanderung des katholischen Klerus ist nicht nur abgewendet, sondern absolut aktuell. Im Fall St. Pölten handelte es sich um homosexuell tendierende Personen verschiedener Altersklassen, vor allem um jüngere Herren (die sogar zu \"Buben\" herabgestuft wurden). Die Ehrlichkeit der in der Kirche auf die höheren Weihen Vorzubereitenden ist absolut mitgefordert, damit dieselben in Treue zu den geltenden Zulassungsbestimmungen abgewiesen und so eine homosexuelle Unterwanderung des katholischen Klerus zunehmend eingedämmt werde.

Ich wundere mich langsam auch, wie viele überrascht tun, als ob die in den USA und Irland zunächst bekannt gewordenen Fälle sexuellen Mißbrauchs unter 18 mit unseren Landen \"gar nichts zu tun\" gehabt hätten. Es war leider zu erwarten, daß die Mischung aus progressiver Leichtfertigkeit und konservativer Verdrängung zu nunmehr nach der Reihe auffliegenden Fällen sexuellen Mißbrauchs aller Schattierungen auch innerhalb der Kirche führen würde. Immerhin hat man das Leid der Heimkinder nun systematisch zu analysieren begonnen. Jetzt geht es aber auch darum, glaubwürdig zu werden und richtig zu reagieren, vor allem für ordentlichen (auch finanziellen) Schadensersatz gegenüber den Opfern zu sorgen.

www.kath.net/detail.php?id=8779


7
 
 Janowitz 2. Februar 2010 

Kampagnen ersetzen keine Argumente

Das, was camino ignis anfangs geschrieben hat, vermute ich mittlerweile auch. Diese Geschichte wird leider wieder gezielt instrumentalisiert.Man beachte auch den Artikel des unermüdlichen G.Facius gestern in Welt-Online, der - bar jeder logischen Stringenz - so ähnlich auch in kulturkämpferischen liberalen oder kommunistischen Wochenmagazinen vor 150 Jahren hätte erscheinen können. Eine entsprechende Karikatur hätte vielleicht noch hinzugefügt werden müssen.
Vielleicht könnte auch Rektor Klaus Mertes SJ (\"Meine Kirche leidet an Homophobie\") noch einmal schlüssig darlegen, in welcher Weise Homophilie die pädophile Mißbrauchsrate am Canisius-Kolleg verringern soll.


5
 
 Karl Rahner 2. Februar 2010 

Sexuallehre

Fakten: Die derzeitige katholische Sexuallehre gründet auf der Augustinischen Leibfeindlichkeit und stammt aus der Zeit eines bürgerlich ideallisierten Familienbildes. Auch im Vat II bleibt es bei der Zeichnung eines Ideals! von der Ehe als \"Kirche im Kleinen\" und der Jungfräulichkeit als \"Nachfolge der Lebensform Christi um des Himmelreiches willen\".
Meiner Meinung nach ist nicht die Sexuallehre der Kirche falsch, jedoch bedarf es dringenst einer Konkretisierung zu den Themen Homosexualität, Geschieden-wiederverheiratete, und auch Richtlinien zum praktischen Umgang mit Sexualität bei Geweihten sowie Sanktionen im Kirchenrecht für die Vergehen dieser \"praktischen Normen\". Da die Sexualität Teil der guten Schöpfung Gottes ist können wir uns das auch zumuten.


2
 
 sonni 2. Februar 2010 
 

Sexualität

Die Sexualität wird in ihrer Wichtigkeit für die seelische Gesundheit maßlos überschätzt. Am wichtigsten ist immer noch Liebe, Geborgenheit und Verstandenwerden. Sex ohne Liebe macht auf Dauer seelisch krank. Liebe ohne Sex auf Dauer aber nicht. Der kurze Rausch des Leibes ist nichts gegen eine echte Heimat der Seele.


5
 
 familiesonne 2. Februar 2010 
 

@ ekklesiastes

Was macht die Schule? Nichts! Die lassen alles so weiterlaufen, kehren es unter den Teppich. Ein Jahr später kommt einer der Patres dann nach St. Blasien und macht gerade so weiter wie in Berlin.

---> Genau !!! Den lieben Berliner Patres war es leider vollkommmen egal, dass durch die Versetzung NEUE, UNSCHULDIGE Kinder verletzt werden.
Nicht nur, dass weggeschaut wird, nein, es wird BILLIGEND IN KAUF GENOMMEN, dass weitere Missbräuche geschehen.

Mit anderen Worten: den Berliner Verantwortlichen war ihr eigenes Image wichtiger, die eigene Angst vor schlechter Presse war grösser, als die Angst.........letztlich vor Gott.

Ich wage gar nicht darüber nachzudenken, was solche Gottesleute über uns Menschen denken. Verachten die uns? Lachen die sich nachdem sie die Beichte gehört haben (wenn sie das noch tun) über meine im Vgl. winzigste Sünden kaputt?

Ist ihnen bewusst, welche unglaubliche Sünde sie auf sich geladen haben? Da wird \"sich entschuldigt\", als quasi entschuldigt man sich selbst. Toll, ich dachte, man muss darum bitten. Entschuldigen tut ja der andere.

Ich muss mich ausloggen für heute, mir ist schlecht....


3
 
 dominique 2. Februar 2010 
 

@Ekklesiastes

Nicht aufregen. Die Leute, die vielleicht das Zölibat als Versteck ihrer tatsächlichen sexuellen Orientierungen und Übergriffe genutzt haben mögen, die sind wir mittlerweile wohl los. Die jüngeren Kleriker sind kaum noch homosexuell orientiert. Und Homosexuelle haben ja jetzt auch andere gesellschaftliche Möglichkeiten, brauchen keine \"Tarnung\" mehr.
Insofern sind diese Fälle eher als historische Altlasten zu betrachten.
Jetzt aber kommt ein ganz anderes Problem auf uns zu: Ja, wer will denn noch den Zölibat auf sich nehmen? Die Nachwuchslage ist katastrophal, in meinem Bistum Essen wird derzeit überhaupt kein Priester mehr ausgebildet. Wir stehen am Rande des Abgrunds.


1
 
 familiesonne 2. Februar 2010 
 

Unertraegliche Schande

@mystic und dominique: Ja, darüber wundere ich mich auch: Pädophil ist ja nicht das gleiche wie homosexuell. Doch warum sind es bei Pädophilen doch mehr die Buben die Opfer?

Und warum trifft es so sehr unsere Kirche? Ich habe es satt, an der Arbeit ständig auf \"Was ist da los in Deiner Kirche?\" angesprochen zu werden!!!

Schmeisst die Täter raus! Entlasst sie unehrenhaft!!! Schützt die Opfer u. die nächsten Generationen Jugendlicher!

Interessant wäre rein wissenschaftl., ob evangelisch Getaufte, falls sie sich pädomässig entwickeln, dann eher Turnlehrer oder Bademeister werden. Denn bei der ev.Kirche kommt das selten vor (wenn auch gelegentlich, dann nur einzeln, nicht diese Deckung von oben).

Ich meine, diese Täter hier bei d. Jesuiten (oder Irland oder sonstwo) waren doch schon VOR der Priesterweihe/Ordenseintritt so veranlagt.

Die kath. Kirche mit Zölibat ist nur das BESSERE ALIBI für solche Menschen. Deshalb strenge Prüfung von Anfang an. Nicht die Kandidaten durchwinken nach dem Motto \"Wir brauchen Nachwuchs!\".
Nein !!! SOLCHEN Nachwuchs brauchen wir nicht !!!
Betet liebe Kath.net - Freunde für gute Priester!


2
 
 JonArason 2. Februar 2010 
 

Wie soll das gehen?

\"Keine Weihe von Homosexuellen\" - hört sich gut an, aber wie soll das praktisch durchführbar sein?
Es gibt keinen Weg, einem Menschen rein von \"außen\" Homosexualität zu attestieren. Eine Sache ist es, wenn man jemandem homosexuelle Handlungen in der Vergangenheit nachweisen kann. Eine andere aber, wenn dies nicht der Fall ist, wenn ein latent Homosexueller ganz normal seine Ausbildung durchläuft und sich schließlich weihen lässt. Er wird nicht so \"dumm\" sein, dies seinen Vorgesetzten auf die Nase zu binden.


1
 
 Ekklesiastes 2. Februar 2010 
 

Fassungslos

Tut mir Leid, aber mir platzt so langsam der Kragen. Es ist NATÜRLICH nicht die kirchliche Sexualmoral, die an solchen Geschehnissen mitschuld ist. Und es ist NATÜRLICH nicht der Zölibat, der zu solch Auswüchsen führt (weil es offensichtlich eine nicht unbedeutende Zahl von Männern gibt, die gerade die bewusste Ehelosigkeit dazu nutzen, ihre tatsächliche sexuelle Orientierung zu decken). Und es sind NATÜRLICH nur ein paar Wenige (hier Jesuiten), die die gesamte Kirche in Verruf bringen. Davon, dass wegen ähnlicher Vergehen sogar schon Kardinäle ihren Erzbischposten aufgeben mussten, in einem (ultrakonservativen) österreichischen Priesterseminar Dinge geschahen, die dort nicht geschehen sollten, amerikanische Diözesen vor dem Ruin stehen wegen Schadenersatzforderungen Gepeinigter und der Katholizismus in Irland gerade aus diesen unappetitlichen Gründen gerade vor einer inneren Zerreißprobe steht, sollte man geflissentlich nicht sprechen. Und man sollte diese Einzelfälle tunlichst in keinen Zusammenhang bringen. Nur, viele Einzelfälle werden nach und nach zu einem Massenphänomen.

Ich weiß jetzt, dass die Ursachen weder die katholische Sexualmoral noch der Zolibat liegen. Könnten mir die Stellen, die das verbreiten vielleicht auch einmal verraten, wo die wirklichen Ursachen dieser Verbrechen liegen. Denn erst wenn wir die kennen, können wir sie bekämpfen. Wieso bitte, halten sich so viele Mißbraucher gerade im kirchlichen Milieu auf, wieso sind sie gerade als Seelsorger unterwegs?

Und dann kommt so nach und nach heraus, dass es bereits 1981 Hinweise darauf gegeben hat, dass sich einer der Patres an die Schüler ranmacht. Was macht die Schule? Nichts! Die lassen alles so weiterlaufen, kehren es unter den Teppich. Ein Jahr später kommt einer der Patres dann nach St. Blasien und macht gerade so weiter wie in Berlin.

Schockierend ist vor allem das Verhalten der kirchlichen Stellen. Da kommt unter der Hand was raus und anstatt die Strafverfolgungsbehörden zu benachrichtigen, werden die Täter versetzt. Das war in Irland so, das war in den USA so, das ist in Deutschland so. Das ist eine Schande für unsere Kirche. Und dann im Nachhinein zu kommen und darauf hinzweisen, dass das alles Einzelfälle seien und dass sowas auch in anderen Institutionen vorkommt, ist unglaublich. Wir haben es hier mit Pfarrern zu tun, mit Männern Gottes, mit Gesandten des Herrn, mit Personen, die einen riesengroßen moralischen Anspruch haben.

Ich bin fassungslos!!


3
 
 dominique 2. Februar 2010 
 

@camino ignis

in dieser krankhaft hypersexualisierten Gesellschaft

Richtig. Wenn Du das jetzt noch mit \"sexueller Frustration und Langeweile\" in Zusammenhang setzt, dann bist Du perfekt bei Michel Houellebecq gelandet. Die Menschen sind sexuell schrecklich gelangweilt.


1
 
 Gandalf 2. Februar 2010 

Antikatholischen Vorurteile

\"Liturge\" verbreitet hier (wieder einmal) ohne jeglichen Nachweis seine antikatholischen Vorurteile. Man darf spekulieren, warum er/sie das macht? Denn wie hier schon festgestellt wurde, es tangiert immer Männer und Burschen und dann wollen uns manche hier weismachen, dass es nicht mit Homos in Zusammenhang steht. Sorry, aber wer 1 + 1 zusammenzählen kann, weiß, was Sache ist.

Ein erster Schritt ist ganz einfach: Keine Weihe von Homosexuellen zum Priestertum wie auch vom Vatikan mehrfach gefordert. Man kann nur hoffen, dass sich in Zukunft auch (so manche) Orden wirklich an diese Anweisungen halten.


4
 
 dominique 2. Februar 2010 
 

@mystic

das alles hat nichts mit Zölibat zu tun, sondern mit Homosexualität

Jo, die homosexuellen Kleriker werden aussterben, da die Kirche stärker darauf achtet, homosexuelle Bewerber nicht mehr zum Priesteramt zuzulassen. Vielleicht sinkt auch aus anderen Gründen die Bewerberzahl von ganz alleine.


1
 
 camino ignis 2. Februar 2010 

Danke, Herr Lohmann!

Es zeigt sich indess immer mehr, dass diese nach dreissig Jahren aufgetischten Missbrauchsfälle ganz offensichtlich nur dazu benutzt werden sollen, um eine Zölibats- und Homosexuellendebatte vom Zaun zu brechen. Den Gegnern der Konsolidierung des genuin Katholischen steht offenbar das Wasser bis zum Hals, so dass sie ihren Kampf für eine liberale Zeitgeistkirche bis zur Selbstzerstörung zu führen bereit sind.

Und für den zweifelhaften Liturgen: Pädophilie gibt es in dieser krankhaft hypersexualisierten Gesellschaft allenthalben, unter Homo- wie Heterosexuellen, bei Menschen aller und keiner Glaubensrichtung und aller Berufsstände, oder glauben Sie, das Heer der Kinderpornohändler im Internet verdient sich seine Millionen allein bei katholischen Geistlichen?

Nicht die Morallehre der Kirche oder der Zölibat sind für den Anstieg von Pädophilie und andere sexuelle Perversionen haftbar zu machen, sondern ganz im Gegenteil: die von der Frankfurter Schule gepredigte sexuelle Revolution, jene Pervertierung der menschlichen Sexualität zur bloßen Lustmaximierung und die damit einhergehende Pornographisierung der Gesellschaft führen zu diesem enormen Anstieg des sexuellen Mißbrauchs. Da wo sich dieser libertäre Geist auch in der Kirche breit gemacht hat, ernten wir nun auch dessen bittere Früchte!


5
 
 wowi 2. Februar 2010 
 

Es ist weder

die Sexuallehre der Kirche, noch sind es irgendwelche Zölibatsstrukturen, die hier einen Missbrauch begünstigen. Auch scheint sexuelle Gewalt bei Kirchens zumindest prozentual nicht mehr vorzukommen als sonstwo in der Gesellschaft.

Was ich aber abscheulich finde, ist der Umgang der Kirche mit solchen Fällen.
Man redet von Opferschutz in den Leitlinien, aber es doch eher ein Täterschutz. Denn häufig sitzen an den entsprechenden Meldestellen, Priester, die ganz brüderlich natürlich, einen Mitbruder nicht in die sprichwörtliche Pfanne hauen, und den Opfern den schweren Weg zur Anzeige raten, obwohl das bestimmt noch einmal wesentlich mehr Überwindung kostet, als sich als Opfer bei der Kirche zu melden.

Wenn jemand von einer Straftat Kenntnis erhält, muss er diese anzeigen, dies fällt allzuoft bei der Kirche aus, sondern es wird versucht, mit Versetzungen der Täter zu reagieren und alles andere wird totgeschwiegen und die Menschen in der Umgebung werden nicht informiert. Und wenn dann doch mal jemand an die Öffentlichkeit geht, kommt der Staat und sagt verjährt.

Dies bedeutet zweierlei: Zum einen MUSS die Kirche ihre Praxis umstellen, d.h. bei Kenntnisnahme eines solchen Falles MUSS sofort die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden, egal ob unschuldig oder schuldig, das festzustellen unterliegt ja eben den Ermittlungsbehörden und zum zweiten MUSS der Staat endlich dafür sorgen, dass die Verjährungsfrist von sexuellem Missbrauch, die bisher bei 20 Jahren liegt, aufgehoben wird und solche Taten mit Mord gleichgestellt werden.


3
 
 mystic 2. Februar 2010 
 

Ich stellte nur die Frage, warum die meisten Opfer Buben sind, aber

diese Frage scheint hier nicht erlaubt zu sein.


2
 
 Calimero 2. Februar 2010 
 

@ Liturge

die Gründe:
Nein lieber Liturge, dass kann dir niemand erklären, ganz unmöglich, denn ...
\"Der liebe Gott lässt sich nicht in Karten schauen\".
Wir wissen nicht ob der liebe Gott die Missbrauchsopfer wegen etwaiger Verfehlungen abstrafen wollte. Ich folge der Windischgarstener Argumentationslinie.

Entschuldige meine sarkastische Antwort. Die Gründe sind in praktisch in jeder Zeitung nachzulesen und vielfach publiziert.


1
 
 mystic 2. Februar 2010 
 

das alles hat nichts mit Zölibat zu tun, sondern mit Homosexualität

Man soll keine homosexuelle als Priester weihen.

Schaut man die Mißbrauchsfälle an, geht es vorwiegend um Buben! Was hat das mit dem Zölibat zu tun.


5
 
 Janowitz 2. Februar 2010 

@Liturge:

Können Sie ihre Behauptung begründen ?

Wenn Sie zum Beispiel diesen Studienverweis hinzuziehen, sehen Sie, daß bei den in diesem Fall untersuchten amerikanischen Mißbrauchsskandalen nicht etwa die zölibatäre Lebensweise der Priester im Sinne der Vorstellung einer \"aufgestauten Libido\" ursächlich für die Vergehen an Kindern und Jugendlichen waren (ein jahrhundertealtes Vorurteil gegenüber katholischen Priestern),sondern unzureichende Ausschlussdiagnoseverfahren für latent Pädophile im Priesterseminar, anschliessende langjährige Vertuschung oder institutionelle Weiterreichung der Täterpersonen.
Mißbrauchshäufigkeiten von Leitungspersonen in anderen religiösen oder säkularen Institutionen konnte ich bisher noch nicht auftreiben.
http://www.iona.edu/academic/artsscience/orgs/pastoral/issues/volume39.pdf

www.iona.edu/academic/artsscience/orgs/pastoral/issues/volume39.pdf


3
 
 mystic 2. Februar 2010 
 

@Liturge: ich sage Dir warum: weil die höchste Mißbrauchquote bei sekularen

Schullehrern liegt, danach kommen die Protestanten, Orthodoxen, Buddhisten, und Katholiken.

Aber von keinen anderen macht man so ein großes Geschrei wegen der Mißbrauchsfälle bei den Katholiken. Warum, das mußt Du mir mal sagen.

Nachweislich wurden Knaben in einem Buddhistischen Kloster als Sexsklaven gehalten, verheiratete protestantische Pastoren begangen noch häufiger Sexuale Delikte am Minderjährigen als katholische Priester.

Und davon redet man nun nicht?


5
 
 Lawhoudini 2. Februar 2010 

Korrekturen

zunächst in eigener Sache: P. \"Wolfgang\" ist natürlich P. Klaus. Mein Fehler.

@Liturge: wo steht, dass Mißbrauchsfälle in der kath. Kirche häufiger als woanders vorkommen? Das glaube ich nicht. Interessanter wäre die Fragestellung, WARUM sie dort vorkommen. Hat das mit der Sexuallehre der kath. Kirche zu tun oder gerade mit deren Erosion durch angeblich \"kritische\" Christen? Dem Beitrag von Marcus ist hier nichts hinzuzufügen...


4
 
 Liturge 2. Februar 2010 

Bezüglich der Gründe sollte man nachdenken!

Kann mir jemand schlüssig erklären, warum Missbrauchsfälle im katholischen Bereich auffallend häufiger vorkommen, wie z.B. im evangelischen Zusammenhang?


3
 
 Marcus 2. Februar 2010 
 

Viele Jesuiten und andere Ordensleute

haben in ihrer jeweiligen Eigenschaft als Professoren für Moraltheologie u. a. die kirchliche Moral im deutschen Sprachraum praktisch zerstört. 1993 wurde die Enzyklika Veritatis Splendor von Jesuiten mit Geifer bekämpft. Humanae Vitae war immer ein besonderes Haßobjekt.
Hier hat übrigens auch Kardinal König viel Verantwortung auf sich geladen.

Ist es also ein Wunder, wenn manche ihr Tun dann auch pseudo-theologisch rechtfertigen?


5
 
 Lawhoudini 2. Februar 2010 

Ein wohltuender Zwischenton...

... in all der Zölibatshysterie! Dank sei Herrn Lohmann und dem AEK, dass er als erster in dieser von P. Wolfgang vielleicht gar bewußt verdrehten Debatte aufzeigt, wo das Problem liegt: ganz sicher nicht an der behaupteten Homophobie der Amtskirche, sondern an der bewußten Erosion der kirchlichen (und einzigartigen!) Sexuallehre! Ich kann nicht fassen, dass ein Gottesmann offenbar bewußt und aus allzu durchsichtigen Gründen von der \"Theologie des Leibes\" abrücken will.

Und, lieber Pater Wolfgang, schon mal in der Enzyklika \"Humanae Vitae\" geschmökert? Die Abkopplung der Sexualität von der Fortpflanzung als Unheilbringer ist Ihr Thema nicht?

Die Kirche, die er im Blick hat, ist die meine nicht! Und die \"schlauen Jungs\" (SJ) sollten überlegen, ob sie sich von so einem Faktenverdreher noch vertreten fühlen.


7
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jesuiten

  1. Jesuitenorden erinnert an Bekehrung Ignatius von Loyolas
  2. USA: Pro-Abtreibungspolitiker wird Jesuit
  3. Jesuitengeneral Sosa: Es gibt einen Kampf in der Kirche
  4. Jesuitengeneral: Satan ist nur eine ‚symbolische Realität’
  5. Und wieder ein Jesuiten-Skandal
  6. US-Jesuitenschule möchte weiterhin katholisch sein
  7. Die Bekenntnisse des heiligen Kirchenlehrers Petrus Canisius SJ
  8. Wucherpfennig: 'Ich habe nicht widerrufen'
  9. Vatikan bestätigt Wucherpfennig als Frankfurter Hochschulrektor
  10. Domradio: Kardinal Müller kritisiert Wucherpfennig-Kompromiss






Top-15

meist-gelesen

  1. Dossier: der Papst und der Missbrauch in der Kirche
  2. Der Versuch einer orchestrierten Hinrichtung des Papa emeritus
  3. Lügt der Papst emeritus? - Zur medialen Hetze gegen Benedikt XVI.
  4. Es war ein Versehen und nicht aus böser Absicht heraus!
  5. Mai 2022 - kath.net-Lesertreffen in Kroatien
  6. Kritik eines Experten: Bei ihrer Krisen-PR und Pressearbeit macht unsere Kirche fast alles falsch
  7. "Ich bin als Protestant auf der Seite von Benedikt!"
  8. Papst Benedikt und der Missbrauchs-Zeitgeist: Eine Verteidigung
  9. Kardinal Müller stellt sich auf die Seite von Papst em. Benedikt XVI.
  10. Martin Werlen - Der unbarmherzige Propst aus der Schweiz
  11. "Wieder eine Kirche Gottes und der Menschen zu werden, und nicht guter Partner des Staates!"
  12. Kirche der Barmherzigkeit? - Kardinal von Wien feuert Polizeiseelsorger nach Demo-Auftritt
  13. Kardinal Marx gibt Statement zum Gutachten – „Ich klebe nicht an meinem Amt“
  14. Voderholzer: Missbrauch ist nicht die Kirchenkrise-Wurzel – Gewaltiger Erosionsprozess des Glaubens
  15. Unabhängiger Betroffenenbeirat in der Erzdiözese München Freising greift Kardinal Marx an

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz