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US-Kardinal droht mit Schließung von Krankenhäusern

28. Februar 2012 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Chicagos Kardinal Francis George hat mit einer Schließung katholischer Kliniken gedroht, sollte eine Klausel in der geplanten Gesundheitsreform nicht zurückgenommen werden.


Boston (kath.net/KNA) Chicagos Kardinal Francis George hat mit einer Schließung katholischer Kliniken gedroht, sollte eine Klausel in der geplanten Gesundheitsreform nicht zurückgenommen werden. Die Kirche stehe vor der Wahl, die Ausrichtung ihrer Sozial- und Bildungseinrichtungen an der katholischen Lehre aufzugeben, horrende Strafen zu zahlen, die Einrichtungen an nichtkatholische Träger zu verkaufen oder sie binnen zwei Jahren zu schließen, erklärte George laut einer Meldung des Informationsdienstes «CatholicCulture.org» (Montag). Das umstrittene Gesetz verpflichtet Arbeitgeber, ihren Beschäftigten Krankenversicherungen mit Kostenübernahme für Familienplanung anzubieten. Dagegen laufen die katholischen Bischöfe Sturm.


George sagte, die katholische Kirche werde «ihrer Einrichtungen beraubt». Gewissens- und Religionsfreiheit würden zu einer «Erinnerung an eine glücklichere Vergangenheit». Bislang habe die US-Regierung das individuelle Gewissen und die institutionelle Freiheit aller Glaubensrichtungen respektiert, so der Kardinal weiter. «Die Regierung nötigte sie nicht, etwas zu tun oder für etwas zu zahlen, was nach ihrem Glauben unmoralisch ist», sagte George. «Wir hatten geglaubt, dass das durch die US-Verfassung geschützt sei. Vielleicht waren wir darin töricht.»

Wenn die betreffende Regelung nicht zurückgezogen werde, könne die katholische Kirche gezwungen sein, ihre Gesundheitseinrichtungen, Universitäten und viele soziale Dienstleistungen aufzugeben, erklärte der Erzbischof von Chicago. Die Verpflichtung zur Kostenübernahme für Familienplanung bedeute für katholische Organisationen, «ihre Verbindung mit der Kirche, ihrer Moral- und Soziallehre und der Dienstaufsicht durch den Ortsbischof zu brechen». Dies sei «eine Form von Diebstahl» und verbiete der Kirche «eine institutionelle Stimme im öffentlichen Leben», sagte George.

In seiner ursprünglichen Fassung vom Januar sah das Gesetz die Verpflichtung für Arbeitgeber vor, Beschäftigten einen Versicherungsschutz anzubieten, der auch Verhütungsmittel einschließlich der «Pille danach» und Sterilisationen abdecken muss. Von dieser Pflicht ausgenommen sein sollten die Glaubensgemeinschaften selbst, nicht aber Einrichtungen in religiöser Trägerschaft. Einen Kompromissvorschlag des Weißen Hauses mit einer anderen Kostenverteilung wiesen die Bischöfe als Augenwischerei zurück. Inzwischen klagen mehrere US-Bundesstaaten gegen das Gesetz.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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