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Pro und Kontra Hirntodkonzept

5. Februar 2013 in Deutschland, 29 Lesermeinungen
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Fuldaer Bischof Algermissen im Gespräch mit Ärzten - Paolo Bavastro, Facharzt in Stuttgart: Biologisch könne ein hirntoter Mensch nicht als eine Leiche angesehen werden, da es Beispiele für hirntote Frauen gebe, die ein Kind zur Welt gebracht hätten


Fulda (kath.net/bpf) In lebhafter Atmosphäre fand jüngst im Fuldaer Bonifatiushaus ein Akademieabend über die viel diskutierte Frage statt, ob der Hirntod eines Menschen definitiv als dessen Tod anzusehen sei. Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hatte über 70 Ärztinnen und Ärzte in seinem Bildungshaus zu Gast und zeigte sich mit der offenen, ehrlichen Aussprache sehr zufrieden. „Wir brauchen den Mut, die Menschen in diese schwierige Frage mit hineinzunehmen“, unterstrich der Fuldaer Oberhirte. Erst dann könne sich jeder frei für oder gegen eine Organspende entscheiden. Angesichts der im November eingeführten Neuregelung der Organspende mit einem Gesetz, nach dem die Krankenkassen alle fünf Jahre die Einstellung der Bürger zur Organspende abfragen sollten, seien der niedrige Kenntnisstand und das Nicht-wissen-Wollen vieler Menschen bedenklich und fahrlässig. Zwei renommierte Mediziner, Prof. Dr. Andreas Ferbert, Klinikdirektor der Klinik für Neurologie im Klinikum Kassel, und Dr. Paolo Bavastro, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Betriebsmedizin in Stuttgart, sowie der bekannte Moraltheologe und Sozialethiker Prof. Dr. Peter Schallenberg von der Theologischen Fakultät Paderborn stellten den Forschungsstand und die Problematik in Kurzreferaten vor, woran sich eine kontroverse Diskussion mit den Ärzten darüber anschloss, ob der Hirntod eines Menschen wirklich mit seinem Tod identisch sei.


Prof. Ferbert machte aus neurologischer Sicht deutlich, dass die Unterscheidung zwischen Hirn- und Herztod erst durch die moderne Intensivmedizin bedeutsam geworden sei. Beim Hirntodkonzept, wonach das unumkehrbare Erlöschen des Gesamthirns Kriterium für den Tod eines Menschen sei, handle es sich um eine medizinische Übereinkunft, die sich naturwissenschaftlich nicht beweisen lasse. Die Feststellung eines Hirntods erfolge mit Hilfe verschiedener Tests. „Das Hirntodkonzept setzt einen gesellschaftlichen und nicht bloß einen ärztlichen Konsens voraus“, gab er zu bedenken. Dr. Bavastro argumentierte von seiner langjährigen intensivmedizinischen Erfahrung her, dass ein Hirntoter ein tief bewusstloser Mensch sei, der künstlich beatmet werde und dessen körperliche Funktionen noch vorhanden seien. Biologisch könne ein solcher Mensch nicht als eine Leiche angesehen werden, da es Beispiele für hirntote Frauen gebe, die ein Kind zur Welt gebracht hätten. „Meiner Ansicht nach handelt es sich um schwerstkranke Sterbende“, so der Referent. Das Hirntodkriterium werde angewandt, damit Ärzte bei einer Organentnahme keine Tötung begingen. Bavastro forderte eine differenzierte Aufklärung über Hirntod und Transplantation, die die Argumente dafür und dagegen deutlich zeige.

Nach Auffassung von Moraltheologe Prof. Schallenberg identifiziere das Hirntodkonzept den Hirntod nicht mit dem Tod des Menschen, sondern deute den Zusammenbruch aller Gehirnfunktionen als zweifelsfreies Anzeichen für den bereits erfolgten Eintritt des Todes. Wenn es sich um einen unumkehrbaren Zustand akuten Sterbens handle, könne der Hirntod als Voraussetzung für eine Zustimmungslösung zur Organentnahme angesehen werden. Das Christentum gehe von einer Ewigkeit der Person aus, und so ergebe sich auch die Frage, ob ein Mensch, wenn er keine Empfindung im Diesseits mehr habe, dann bereits im Jenseits sei. „Können das die Mediziner feststellen?“, hinterfragte Schallenberg.

In der anschließenden Diskussion wurde einerseits zugunsten des Hirntodkriteriums von einem „abgestuften Absterbeprozess“ und von der Notwendigkeit eines würdigen Umgangs mit dem Organspender und seinen Angehörigen gesprochen, andererseits aber auch an eine umfassende und ehrliche Aufklärung über das Hirntodkriterium appelliert. Auch war die Rede von einem Opfer, das der Organspender aus Nächstenliebe zugunsten eines anderen Menschen bringe. Bischof Algermissen hatte zu Beginn des Abends betont: „Wenn wir ehrlich wahrnehmen, dass Organe Sterbenden bei Terminaldiagnose Hirntod entnommen werden, nicht erst nach Eintritt des Todes, für den der Hirntod als sicheres Zeichen nicht mehr taugt, dann zeigt sich umso deutlicher, was Organspende eigentlich ist: ein Geschenk jenseits aller Selbstverständlichkeit, eine ‚hochherzige Gabe’ (Papst Johannes Paul II.), die man niemandem abverlangen, höchstens bewundern kann.“ Der Einbruch bei der Bereitschaft zur Organspende sei indes erst durch zweifelhafte bis kriminelle Vergabepraktiken gekommen, so der Bischof. Einig waren sich die Diskussionsteilnehmer darin, dass der Grenzbereich „Hirntod“ erst durch die moderne Medizin geschaffen wurde und gesicherte Kriterien für eine freie Entscheidung zur oder gegen die Organspende benötigt.

Weiterführende Links:
Theologieprofessor Josef Schumacher im Interview:
Organspende: Hat ein Toter lebendige Organe?

Dr. med. Regina Breul, Silvia Matthies: Tot oder doch lebendig? Unzensierte Dokumentation über die Organspendeproblematik




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Lesermeinungen

 Weinberg 9. Februar 2013 
 

Organspende=ChristenPFLICHT

Die kirchliche Lehrmeinung in puncto Organspende ist eindeutig: sie ist ein Akt christlicher Nächstenliebe und somit Gebot für jeden gläubigen und papsttreuen Katholiken. Wer sie aus selbstsüchtigen oder irrationalen Gründen verweigert, steht
außerhalb der Kirche - extra omnes !
Offenbar sind sich die meisten Organspende-Verweigerer der Realität nicht bewusst, die da lautet: gespendet wird immer !! Wer seine Organe den leidenden Mitmenschen verweigert, spendet sie unausweichlich den Flammen
im Krematorium oder den Würmern und Mikroorganismen im Erdgrab.


0
 
 Agent 8. Februar 2013 

und noch einen

Vorweg: Ich teile nicht einfach jede Aussage, die auf den einzelnen Links zu finden ist.
http://www.j-lorber.de/tod/sterben/organspende.htm

Interessant bei folgendem Soiegelartikel, der Satz des Transplantationsmediziners am Schluss:
\"Ich halte ,Hirntod\' für ein unglückliches Wort, für mich sind Menschen wie Gaby Siegel irreversibel Sterbende. Aber mit dem Ablauf einer Organtransplantation habe ich kein Problem.\"
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-79051538.html


0
 
 Agent 8. Februar 2013 

Lassen wir Betroffene zu Wort kommen

So zB die oft als emotionale Laien abgetanen Angehörigen.
Weiterführende Links:
http://www.youtube.com/watch?v=YpSDBg84xf4&NR=1&feature=endscreen
http://www.initiative-kao.de/kao-aktuell.html
http://www.theologe.de/theologe17.htm
http://www.nexus-magazin.de/artikel/lesen/was-es-wirklich-bedeutet-organe-zu-spenden-ein-blick-auf-die-dunkle-seite/3?context=blog
http://www.youtube.com/watch?v=3suVKwzHd94

und die taz (sicher unverdächtig)
http://www.taz.de/!90130/
http://www.diagnose-hirntod.de/?p=219


0
 
 Adson_von_Melk 5. Februar 2013 

Der Zeitpunkt des Todes eines Menschen

muss festgestellt werden, unabhängig davon, ob es sich um einen Organspender handelt oder nicht.

Der irreversible Zusammenbruch der Hirnfunktionen scheint dafür ein plausibler Kandidat. Plausibler jedenfalls als frühere Kriterien wie der Herztod oder gar die rührende Zeremonie, wo ein toter Papst noch einmal mit dem Taufnamen angerufen wird, den ihm einst seine Mutter gab.

@ElGreco versichert aber, dass der Hirntod noch KEIN ausreichendes Kriterium ist, weil es Fälle gibt, wo als hirntot diagnostizierte Menschen wieder \"aufwachten\".

Sine ira et studio folgende Fragen:
Wer hat diese Patienten für hirntot erklärt? Aufgrund welcher Indikatoren? (EEG, MRT, ...) Wann war das (Stand der Wissenschaft)? Welche weitere Therapie?

Das sollte dann zu den Fragen weiterführen, 1. ob sich prüfbare und verlässliche Kriterien für den Todeszeitpunkt finden lassen
2. was das dann transplantations-medizinisch bedeutet.


0
 
 Konrad Georg 5. Februar 2013 
 

Der Tod ist der alles entscheidende Moment im Leben.

Bei der Versorgung von Unfallofern geht es um alles andere als um die Sorge, ob der Betreffende \"wohlversehen\" stirbt oder doch überlebt.


0
 
 Null8fünfzehn 5. Februar 2013 
 

Gegen den Mainstream

Liebe Leute, ist ja gut & schön gegen den Mainstream zu argumentieren. Aber deswegen ist es noch nicht katholisch. Dazu muss es auch noch wahr sein. Mir kommen diese komischen Theoretiker (\"der Mensch ist erst tot wenn die letzte Zelle verfault ist\") so vor wie Don Quijotes, die im 21.Jahrhundert feststellen, dass die Erde doch eine Scheibe ist.


2
 
 Null8fünfzehn 5. Februar 2013 
 

@willibald reichert

1.) \"Hinrtote können Kinder gebären! Das ist aber
nur möglich,weil die Funktionen, die das Kind
versorgen, noch in Takt sind.\"

Oh, dann sind die Inkubatoren der Früchen auch lebende Menschen und die Eprouvetten der IVF auch?
Nein, bitte nicht so weltfremd mit undurchdachten emotionalen Argumenten wie die Abtreibungsbefürworter!!

2.) \"Ich widerspreche Ihnen auch ganz eindeutig, daß Sie das Menschsein auf allein auf die Hirntätigkeit ab-
stellen.\"

Kann mich nicht erinnern, das jemals behauptet zu haben...


0
 
 girsberg74 5. Februar 2013 
 

@ Null8fünfzehn „Klarstellung
Der Hirntod ist die einzig rationale und medizinisch plausible Lösung der Frage“

Ich ahne in etwa, worauf Sie hinaus wollen, doch um welche Frage genau – bitte genau - handelt es sich?

Um mich verständlich zu machen: Es gibt in dem Umfeld eine Reihe von Fragen. Antworten darauf werden meist strikt gegeben, doch Widersprüche in den Antworten zur selben Frage lassen denken, dass nicht alles wahr sein kann.


1
 
 Null8fünfzehn 5. Februar 2013 
 

@ El Greco

Ja, ich bin bereit, meine Organe zu spenden.


2
 
 El Greco 5. Februar 2013 
 

08/15 bleibt 08/15

Nun haben Sie die Katze ja aus dem Sack gelassen. Da Sie ja den Hirntod ideologisch überzeugt vehement vertreten, werden Sie wohl auch ganz vorne in der Reihe stehen, falls dieses Kriterium bei Ihnen zur Anwendung kommen sollte. Vielen wird bei der Anwendung Ihrer Ideologie auf sich selber zumeist sehr mulmig. Und ihre philosophisch-metaphysischen Superthesen: \"einzig rational\" und \"medizinisch plausibel\" zeugen von philosophischer Ignoranz


3
 
 Null8fünfzehn 5. Februar 2013 
 

Klarstellung

Der Hirntod ist die einzig rationale und medizinisch plausible Lösung der Frage. Wenn man meint, dass der Mensch lebt bis die letzte Zelle ihre Funktion eingestellt hat dann weiß man nicht, dass Fingernägel und Haare noch Tage nach dem Tod weiterwachsen. Was jedem Arzt klar ist versuchen hier einige wunderliche, weltfremde Theoretiker künstlich anzuzweifeln.


4
 
 MarinaH 5. Februar 2013 
 

Ich weiss von einem Mann aus einem arabischen Land, der einen Termin für eine Lebertransplantation in CHINA hatte.
Ich fragte mich damals, wie man denn so genau den Tod des Spenders \"planen\" konnte.
Heute denke ist, dass es evtl. ein zu Tode Verurteilter und Hingerichteter gewesen sein könnte. Ob der Empfänger darüber groß nachgedacht hat dass Menschen hier als \"Ersatzteillager\" dienen?
Unabhängig davon ist die Transplantation dennoch schief gelaufen und der Mann ist verstorben.


2
 
  5. Februar 2013 
 

Beim Hirntodkonzept

handelt es sich um eine medizinische Übereinkunft, die sich naturwissenschaftlich nicht beweisen lässt. Dank an Hr. Prof. Ferbert für diese Klarstellung.

Der Begriff Hirntod ist bewußt gewählt und weißt darauf hin, daß etwas tot sei, obwohl es sich im streng medizin. Sinn nur um eine Prognose handeln kann und genausogut von Hirnorganversagen gesprochen werden könnte, das möglicherweise zum Tod führt.

Durch Erfüllung einiger Untersuchungskriterien, die wohlgemerkt von Land zu Land völlig unterschiedlich sind (in Schweden reicht die Durchführung einer Röntgenaufnahme des Schädels, in Österreich die Feststellung eines Hirnödems im MRT) kann einem Menschen bereits das Leben abgesprochen werden und lebenserhaltende Behandlung unterlassen werden, es sei denn, es ergibt sich die Möglichkeit dessen Organe weiterzuverwenden.

In den Niederlanden gibt es k e i n e Wachkomapatienten mehr.

In Belgien werden sogar zu euthanasierende Menschen als Organspender verwertet


2
 
 El Greco 5. Februar 2013 
 

08/15 - Propaganda

08/15 ist wohl bei Voltaire, Lenin und Goebbels zur Schule gegangen. Eine Falschinformation wird nicht dadurch richtiger, dass Sie diese ständig wiederholen. Und versuchen Sie den Lesern nicht einzureden, hier würden irgendwelche \"medizinische Laien\" einen fortdauernden vegetativen Zustand mit dem Hirntod verwechseln. Hat nichts mit \"Naivität\" und \"Uninformiertheit\" zu tun. Und seien Sie doch so ehrlich und geben direkt zu, dass Sie Befürworter des \"Hirntodes\" sind, bevor Sie wieder Nebelkerzen werfen.


3
 
 willibald reichert 5. Februar 2013 
 

null8fünfzehn

Hinrtote können Kinder gebären! Das ist aber
nur möglich,weil die Funktionen, die das Kind
versorgen, noch in Takt sind. Ich widerspreche
Ihnen auch ganz eindeutig, daß Sie das
Menschsein auf allein auf die Hirntätigkeit ab-
stellen. Daß der Mensch beim Hirntod plötzlich zur Sache wird, weil wirtschaftliche Interessen und gewissen-
lose Ärzte glauben, alles machen zu kön-
nen, was möglich ist. ist für mich Barbarei!
Es ist dabei daran zu erinnern, daß der
Transplantierte lebenslänglich Pharmaka
gegen Abstoßreaktionen des Körpers ein-
nehmen muß. Ein Milliardengeschäft für
die Produzenten!!! Warum wechselt eigent
lich das Personal dieser Kliniken so über-
durchschnittlich??


2
 
 Null8fünfzehn 5. Februar 2013 
 

Nochmals

Die Naivität, mit der manche schlecht informierte Katholiken in ein Schlachtfeld rennen das gar keines ist ist bemerkenswert.
Nochmals: Hier verwechseln medizinische Laien den \"persistent vegetative state\" mit dem Hirntod. Hirntote können nicht wieder \"lebendig\" werden. Nie. Außer Gott erweckt sie zum Leben: aber dann sind alle Toten lebendig!!!


2
 
  5. Februar 2013 
 

Die Relativierungstendenz deutscher Bischöfe

zu Organspende bei Hirntod ist bemerkenswert.
Wäre ich nicht Zeugin geworden, wie sich Bischof Fürst, vor einem Ärzteforum im letzten Jahr beeilte den anwesenden, überwiegend Krankenhausärzten zu versichern, daß die `Kirche` (gemeint war die katholische Kirche in Deutschland) keineswegs vorhabe dieses Hirntodkonzept in Frage stellen zu wollen, bestand noch Hoffnung, dies sei nun doch eine bischöfliche Einzelmeinung.
Der Hinweis auf überlebende Menschen, bei denen die angeblich so präzise Diagnose `Hirntod` gestellt worden war, fand kaum Interesse.
Die erstaunliche Äußerung, die angeblich von Bischof Algermissen stammt, daß Sterbende, die durch Organentnahme in den Tod befördert wurden, `hochherzige` Geber seien bedarf dringend der Hinterfragung.

Papst Benedikt hat sich sehr genau festgelegt:
Organspende ist nur
e x c a d a v e r e
möglich.


2
 
 Rolando 5. Februar 2013 
 

Pamir

So ist es, wie Sie schreiben. Der Automechaniker spricht von Ausschlachten,wenn er von verunfallten oder alten Autos Ersatzteile entnimmt. Vieleicht sollte die \"Organspende\" besser Ausschlachten genannt werden, damit die Leute hellhöriger werden?


3
 
 Null8fünfzehn 5. Februar 2013 
 

@SpatzInDerHand

Oh, dann sind die Inkubatoren der Früchen auch lebende Menschen und die Eprouvetten der IVF auch?
Nein, bitte nicht so weltfremd mit undurchdachten emotionalen Argumenten wie die Abtreibungsbefürworter!!


2
 
 ASchell 5. Februar 2013 
 

Die Frage, ob der Hirntodbegriff adäquat ist, ist eine rein philosophische Frage. Natürlich braucht man dennoch physiologisches Hintergrundwissen, um einen adäquaten Todesbegriff zu entwickeln. Ob das Hirntodkriterium angemessen ist, müssen Philosophen und Physiologen im Verbund entscheiden, da niemand hier eindeutig die Deutungshoheit besitzt.
Das zentrale Problem sind nicht Hirntodbegriff oder -kriterium, sondern menschliche und technische Fehlbarkeit bei der Feststellung, ob ein Mensch nach dem Hirntodkriterium tot ist oder nicht. Sprich: Die Tests bereiten die genannten Schwierigkeiten.
Es ist außerdem unstrittig, dass mit dem medizinischen Fortschritt bestimmte Begriffe inadäquat werden, weil neue Erkenntnisse stets diese Wirkung haben. Das ist aber ein Vorteil, kein Nachteil.


0
 
 Maxim 5. Februar 2013 
 

Null8fünfzehn,

Wir sind keine Null8fünfzehn - Denker!
Aber wir wissen, dass es ein sehr heikles Problem ist!
Nur noch kurz einige Beispiele: Ärztin ( Ehemann - Medizinprofessor!) kennt mindestens 12 bis 15 bereits als \"hirntot\" Erklärte, die wieder ein normales Leben führen. Ihnen wurden die Organe nicht entnommen, weil die Empfänger zu dem Zeitpunkt medizinisch nicht in der Lage waren, das Organ zu empfangen. - ansonsten hätte es kein Weiterleben mehr gegeben!
Warum müssen eigentlich Hirntote bei der Entnahme narkotisiert werden? Wissen Sie, wann der Todeszeitpunkt medizinisch festgelegt wird.? Nach der Entnahme!
In einem Großkrankenhaus hat man festgestellt, dass in der Transplantationsabteilung kein einziger Mitarbeiter bereit war, einen Organspendeausweis zu unterschreiben. In anderen wurden nach Bekannt werden die Auskünfte verweigert!! Noch eine Frage?


3
 
 SpatzInDerHand 5. Februar 2013 

Null8fünfzehn, nach meinem Verständnis können Tote auch keine Kinder auf die Welt bringen!


2
 
 El Greco 5. Februar 2013 
 

Von wegen Blödsinn

Da Hirntote gar nicht tot sind, müssen sie gar nicht lebendig werden. Es geht darum, dass als Hirntote diagnostizierte zu einem Leben zurückgehrt sind, dass mehr ist als ein blosses dahinvegetieren, also so eine Art pflanzlicher Existenz. Das hat weder etwas mit Wissenschaftsdilentatismus zu tun noch richtet es sich gegen Mediziner. Schallenberg ist übrigens kein Mediziner.


3
 
 Maxim 5. Februar 2013 
 

dringend empfohlen:

Auf jeden Fall den Artikel (links angegeben) lesen:
Theologieprofessor Josef Schumacher im Interview: Organspende: Hat ein Toter lebendige Organe?
Zitat:
\"Zudem wird der Transplantierte niemals wieder ein normales Leben führen können wie ein Gesunder.\"
Ergänzend-Beispiel Eine Frau sagte uns, dass ihr Mann eine Transplantation hatte und später sagte: Er würde niemals wieder diesen Weg gehen. Er hing 2 Jahre mit unsichtbaren Schläuchen an der Klinik; es war kein Leben. Er wusste, dass alles nur eine Frage der Zeit war.
Übrigens: Jede Operation gilt als gelungen, wenn der Pat. 2! Wochen überlebt.
Impuls: Eine Lebertransplantation kostet im Schnitt 120 000 bis 150000 €. Manche Klinik würde ohne Trans. nicht überleben können. Wer denkt da an Arges?


3
 
 Null8fünfzehn 5. Februar 2013 
 

Blödsinn

Hirntote können nicht wieder \"lebendig\" werden. Nie. Außer Gott erweckt sie zum Leben: aber dann sind alle Toten lebendig. Hier verwechseln medizinische Laien den \"persistent vegetative state\" mit dem Hirntod. Bitte nicht aus Wissenschaftsdiletantismus heraus wohlgesinnte Mediziner mit kruden Theorien vertreiben!


2
 
 SpatzInDerHand 5. Februar 2013 

Ich finde, dass Bischof Algermissen da noch nicht konsequent weiterdenkt.

Er sagt, Zitat: \"Wenn wir ehrlich wahrnehmen, dass Organe Sterbenden bei Terminaldiagnose Hirntod entnommen werden, nicht erst nach Eintritt des Todes, für den der Hirntod als sicheres Zeichen nicht mehr taugt, dann zeigt sich umso deutlicher, was Organspende eigentlich ist: ein Geschenk jenseits aller Selbstverständlichkeit, eine ‚hochherzige Gabe’ \".
Er müsste aber sagen: \"Wenn wir ehrlich wahrnehmen\", dass Organe nicht Toten, sondern Sterbenden entnommen werden, dann handelt es sich bei der Organentnahme um aktive Tötung eines Sterbenden. Genaugenommen um Mord.
Oder darf man etwa nach christlicher Ethik einem lebendigen Menschen die lebenswichtigen Organe entnehmen???


3
 
 Sodale 5. Februar 2013 

die harten Fakten..

sind möglicherweise der Öffentlichkeit zu schwer. Einerseits wird der Organverweigerer als Egoist mit fehlender Nächstenliebe tarifiert und andererseits hat jeder Mensch das sicherer GEfühl, dass seine Organe noch nicht tod sein dürfen um verwendet werden zu können - also muss an einem Lebenden entnommen werden. Dieser Gedanke gruselt die Menschen - noch ist die Scham ein schlechter Mensch zu sein wenn man einer Organspende nicht zustimmt, grösser als der Mut nein zu sagen.


0
 
 El Greco 5. Februar 2013 
 

Klarstellung II

Klingt auch irgendwie danach. Weil die Person X sowieso sterben wird, können ihre Einzelteile vorher noch gut verwertet werden.

Mein Fazit: Es wäre theologisch zu schauen, ob sich hinter all diesen Argumentationen für die Organentnahme bei Hirntoten nicht der Wunsch nach ewigen irdischen Leben verbirgt, der sowieso utopisch ist. Andererseits bestätigt mich die genannte Konferenz in der Einstellung, dass viele Vertreter der Kirche in dieser Frage unsichere Kantonisten sind. Es empfiehlt sich mehr empirisches Wissen und weniger Ideologie, Moraltheologen hin oder her


3
 
 El Greco 5. Februar 2013 
 

Klarstellung

Nicht alle \"Hirntoten\" sind Sterbende. Es gibt gut dokumentierte Fälle, die zeigen, wie so genannte Hirntote ins Leben zurückgekehrt sind. Sterbend sind sie nur insofern, wenn entsprechende Hilfeleistungen dritter nicht erfolgen. Das gilt aber auch z.B. bei Neugeborenen.

\"Nach Auffassung von Moraltheologe Prof. Schallenberg identifiziere das Hirntodkonzept den Hirntod nicht mit dem Tod des Menschen, sondern deute den Zusammenbruch aller Gehirnfunktionen als zweifelsfreies Anzeichen für den bereits erfolgten Eintritt des Todes. Wenn es sich um einen unumkehrbaren Zustand akuten Sterbens handle, könne der Hirntod als Voraussetzung für eine Zustimmungslösung zur Organentnahme angesehen werden.\"

Die Vernunft möge vor solcher Gespenstermetaphysik bewahrt werden: \"Zusammenbruch aller Gehirnfunktionen\" - Ist gerade bei den so genannten Hirntoten höchst fragwürdig; \"zweifelsfreies Anzeichen\" - wenn es doch so einfach wäre; \"unumkehrbarer Zustand akuten S


3
 

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