Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  2. Ein Signal des Himmels?
  3. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  4. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  5. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  6. Die Liturgie: das Gebet der Kirche und Atem des Geistes
  7. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  8. Fulda: Werbung für Christopher Street Day mit dem heiligen Bonifatius
  9. BILD-Kommentatorin Ruhs fordert „Festung Europa“: „Es geht nicht mehr anders“
  10. Erdbebengefahr bei Neapel: Italiens Kirche ruft zum Gebet auf
  11. Erschütterndes Beispiel für die Kultur des Todes: Seniorin wurde gegen ihren Willen euthanasiert
  12. Kardinal Burke ruft zu Einsatz für Ehe und Familie auf – bis zum Martyrium
  13. 'Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt; ich werde Dir den Weg zum Himmel zeigen'
  14. IRRE! - Moskauer Patriarch Kyrill legitimiert nun auch Atombombe
  15. „Größer als [australischer] Football: Die unstoppbare Wiederbelebung des Glaubens“

Eine Reise zur Gewissenserforschung der Menschen

10. Juli 2013 in Chronik, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Es sind keine leeren Worte, die der »fast vom Ende der Welt« gerufene Bischof von Rom seit dem Augenblick seiner Wahl im Konklave wiederholt. Von Giovanni Maria Vian (Osservatore Romano)


Vatikan (kath.net/Osservatore Romano) Seit der überraschenden Ankündigung der Reise von Papst Franziskus nach Lampedusa war deren Bedeutung sehr gewichtig: es sind keine leeren Worte, die der »fast vom Ende der Welt« gerufene Bischof von Rom seit dem Augenblick seiner Wahl im Konklave wiederholt. Die erste Reise seines Pontifikats – gleichermaßen kurz wie bedeutungsträchtig – wollte in der Tat von jenem Aufnahmelager aus eine der geographischen und existenziellen Peripherien unserer Zeit erreichen, die beispielhaft »in der Nächstenliebe unter allen Kirchen« den ersten Platz einnehmen – wie er allen in Erinnerung rief, als er sich der Welt vorstellte.

Ein äußerst einfaches Reiseprogramm, das als Folge der x-ten bestürzenden Meldung über den Tod von Immigranten im Meer – die »wie ein Dorn in das Herz« von Papst Franziskus drang – zustande kam und das organisiert wurde, um zu beten, um ein ganz konkretes und sichtbares Zeichen der Nähe zu setzen und um »unsere Gewissen« wachzurütteln, aber auch um Dank zu sagen. Zu dieser vor aller Welt vollbrachten Tat der Buße als Zeichen der Solidarität mit den Ärmsten kamen auch nicht im Protokoll vorgesehene und spontane Worte des Dankes an jene hinzu, die diese Menschen seit Jahren aufnehmen und umarmen und ihnen auf diese stille und selbstlose Weise »ein Beispiel für« authentische »Solidarität« geben.


Von diesem Tor nach Europa aus, einem Kontinent, der sich allzu oft in seinem Wohlstand verliert, richtete der Bischof von Rom eine anspruchsvolle Reflexion über die Orientierungslosigkeit unserer Zeit an die Welt, die von den Fragen Gottes geleitet wurde, welche die Heilige Schrift der Juden und Christen einleiten: »Adam, wo bist du?« und »Kain, wo ist dein Bruder?« Biblische Fragestellungen, die bis an die Wurzel der Menschheit zurückgehen und die Papst Franziskus vor zahlreichen muslimischen Einwanderern wiederholte, denen er unmittelbar zuvor gewünscht hatte, dass die beginnende Fastenzeit des Ramadan geistliche Früchte tragen möge, in einem Freundschaftsangebot, das offenkundig über die Grenzen der kleinen Mittelmeerinsel hinausgeht.

Alte Fragen, die heute an Menschen gerichtet sind, die orientierungslos geworden sind, so betonte der Papst: »Viele von uns, ich schließe auch mich selbst mit ein, sind orientierungslos, wir geben nicht mehr acht auf die Welt, in der wir leben, wir pflegen, wir bewahren das nicht, was Gott für alle Menschen geschaffen hat und wir sind nicht einmal mehr dazu imstande, gegenseitig aufeinander achtzugeben«. Bis an den Punkt, dass Tausende und Abertausende von Menschen dazu gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen und dadurch in die Hände von Schleppern fallen, »derer, die die Armut der anderen ausnützen, jene Menschen, für die die Armut der anderen eine Einkommensquelle darstellt«, klagte der Bischof von Rom unter Anspielung auf die Worte an, die Gott an Kain gerichtet hatte: »Wo ist das Blut deines Bruders, das bis zu mir schreit?«

Aber niemand fühlt sich verantwortlich, sagte Papst Franziskus, »wir haben das Gefühl dafür verloren, was brüderliche Verantwortung ist«. Ja, die Wohlstandskultur »lässt uns in Seifenblasen leben, die schön sind, aber aus Nichts bestehen«: also in einer Illusion, die in der globalisierten heutigen Zeit zu einer »Globalisierung der Gleichgültigkeit« geführt hat, die uns selbst der Fähigkeit beraubt, angesichts der Toten zu weinen. So wiederholt sich das biblische Szenarium des verwundeten Mannes, der am Straßenrand zurückgelassen wird und dessen sich nur ein Samariter annimmt. Wie jene »kleine Welt« von Lampedusa, wo aber viele Menschen sind, die die Barmherzigkeit jenes Mensch gewordenen Gottes verkörpern, der sich gezwungen sah, vor der Verfolgung des Herodes zu fliehen.

Film 1: Ankunft in Lampedusa


Film 2: Hl. Messe - Teil 1


Film 3: Hl. Messe - Teil 2


Foto (c) Osservatore Romano


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus

  1. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  2. Basiert 'Traditionis Custodes' von Franziskus auf einer Lüge?
  3. Gemelli-Chefarzt: Papst Franziskus wäre fast gestorben
  4. "Nicht glücklich": Papst bedauert Äußerung zu Russland
  5. Papst tauft Kind in der Gemelli-Klinik
  6. Papst im Kongo eingetroffen
  7. Papst übt schwere Kritik am deutsch-synodalen Weg und spricht von 'schädlicher Ideologie!
  8. Erneut keine Fasten-Exerzitien mit Papst und Kurie in den Bergen
  9. Papst mahnt "Gewissenserforschung" im Umgang mit Flüchtlingen an
  10. Vatikan: Papst stellt Live-Gottesdienste ein






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Ein Signal des Himmels?
  3. „Sehr geehrter Herr Erzbischof Koch, mit großer Verwunderung haben wir Ihr Statement zum CSD…“
  4. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  5. Leihmutter soll gezwungen werden, das Leben des herzkranken Babys zu beenden!
  6. ‚Dialogpredigt‘ und ‚meditativer Tanz’ während der Messe zum Magdalenenfest in München
  7. Der "rote Priester", der die Musikwelt revolutionierte
  8. Fulda: Werbung für Christopher Street Day mit dem heiligen Bonifatius
  9. Emeritierter Kurienkardinal Sarah: „Riten können nicht willkürlich abgeschafft werden“
  10. Heute, nicht morgen! Der heilige Expeditus – Patron gegen das Aufschieben
  11. „Größer als [australischer] Football: Die unstoppbare Wiederbelebung des Glaubens“
  12. Joan Leslie: Das Hollywood-Glaubenszeugnis einer echten Heldin
  13. Medjugorje: Mladifest startet mit Papstappell zur Rückkehr zu Christus
  14. 'Du hast mir den Weg nach Ars gezeigt; ich werde Dir den Weg zum Himmel zeigen'
  15. Erdbebengefahr bei Neapel: Italiens Kirche ruft zum Gebet auf

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz