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Eine Reise zur Gewissenserforschung der Menschen

10. Juli 2013 in Chronik, 4 Lesermeinungen
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Es sind keine leeren Worte, die der »fast vom Ende der Welt« gerufene Bischof von Rom seit dem Augenblick seiner Wahl im Konklave wiederholt. Von Giovanni Maria Vian (Osservatore Romano)


Vatikan (kath.net/Osservatore Romano) Seit der überraschenden Ankündigung der Reise von Papst Franziskus nach Lampedusa war deren Bedeutung sehr gewichtig: es sind keine leeren Worte, die der »fast vom Ende der Welt« gerufene Bischof von Rom seit dem Augenblick seiner Wahl im Konklave wiederholt. Die erste Reise seines Pontifikats – gleichermaßen kurz wie bedeutungsträchtig – wollte in der Tat von jenem Aufnahmelager aus eine der geographischen und existenziellen Peripherien unserer Zeit erreichen, die beispielhaft »in der Nächstenliebe unter allen Kirchen« den ersten Platz einnehmen – wie er allen in Erinnerung rief, als er sich der Welt vorstellte.

Ein äußerst einfaches Reiseprogramm, das als Folge der x-ten bestürzenden Meldung über den Tod von Immigranten im Meer – die »wie ein Dorn in das Herz« von Papst Franziskus drang – zustande kam und das organisiert wurde, um zu beten, um ein ganz konkretes und sichtbares Zeichen der Nähe zu setzen und um »unsere Gewissen« wachzurütteln, aber auch um Dank zu sagen. Zu dieser vor aller Welt vollbrachten Tat der Buße als Zeichen der Solidarität mit den Ärmsten kamen auch nicht im Protokoll vorgesehene und spontane Worte des Dankes an jene hinzu, die diese Menschen seit Jahren aufnehmen und umarmen und ihnen auf diese stille und selbstlose Weise »ein Beispiel für« authentische »Solidarität« geben.


Von diesem Tor nach Europa aus, einem Kontinent, der sich allzu oft in seinem Wohlstand verliert, richtete der Bischof von Rom eine anspruchsvolle Reflexion über die Orientierungslosigkeit unserer Zeit an die Welt, die von den Fragen Gottes geleitet wurde, welche die Heilige Schrift der Juden und Christen einleiten: »Adam, wo bist du?« und »Kain, wo ist dein Bruder?« Biblische Fragestellungen, die bis an die Wurzel der Menschheit zurückgehen und die Papst Franziskus vor zahlreichen muslimischen Einwanderern wiederholte, denen er unmittelbar zuvor gewünscht hatte, dass die beginnende Fastenzeit des Ramadan geistliche Früchte tragen möge, in einem Freundschaftsangebot, das offenkundig über die Grenzen der kleinen Mittelmeerinsel hinausgeht.

Alte Fragen, die heute an Menschen gerichtet sind, die orientierungslos geworden sind, so betonte der Papst: »Viele von uns, ich schließe auch mich selbst mit ein, sind orientierungslos, wir geben nicht mehr acht auf die Welt, in der wir leben, wir pflegen, wir bewahren das nicht, was Gott für alle Menschen geschaffen hat und wir sind nicht einmal mehr dazu imstande, gegenseitig aufeinander achtzugeben«. Bis an den Punkt, dass Tausende und Abertausende von Menschen dazu gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen und dadurch in die Hände von Schleppern fallen, »derer, die die Armut der anderen ausnützen, jene Menschen, für die die Armut der anderen eine Einkommensquelle darstellt«, klagte der Bischof von Rom unter Anspielung auf die Worte an, die Gott an Kain gerichtet hatte: »Wo ist das Blut deines Bruders, das bis zu mir schreit?«

Aber niemand fühlt sich verantwortlich, sagte Papst Franziskus, »wir haben das Gefühl dafür verloren, was brüderliche Verantwortung ist«. Ja, die Wohlstandskultur »lässt uns in Seifenblasen leben, die schön sind, aber aus Nichts bestehen«: also in einer Illusion, die in der globalisierten heutigen Zeit zu einer »Globalisierung der Gleichgültigkeit« geführt hat, die uns selbst der Fähigkeit beraubt, angesichts der Toten zu weinen. So wiederholt sich das biblische Szenarium des verwundeten Mannes, der am Straßenrand zurückgelassen wird und dessen sich nur ein Samariter annimmt. Wie jene »kleine Welt« von Lampedusa, wo aber viele Menschen sind, die die Barmherzigkeit jenes Mensch gewordenen Gottes verkörpern, der sich gezwungen sah, vor der Verfolgung des Herodes zu fliehen.

Film 1: Ankunft in Lampedusa


Film 2: Hl. Messe - Teil 1


Film 3: Hl. Messe - Teil 2


Foto (c) Osservatore Romano


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