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Englischer Arzt wegen Gebets entlassen

8. Oktober 2013 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
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Ärztlicher Direktor hatte ein Wort des Jesuitengründers verschickt


Walsall (kath.net/idea) Ein englischer Mediziner hat seine Arbeitsstelle verloren, weil er E-Mails mit einem christlichen Gebet an Kollegen verschickt hat. Der Ärztliche Direktor des Manor-Krankenhauses in Walsall (Mittelengland), David Drew, war bereits 2010 wegen „groben Fehlverhaltens und Widersetzlichkeit“ entlassen worden. Jetzt bestätigte ein Berufungsgericht die Entscheidung eines Arbeitsgerichts aus dem vorigen Jahr. Wie die Londoner Zeitung The Times weiter berichtet, hatte der 65 Jahre alte Kinderarzt eine makellose 37-jährige Karriere hinter sich. Im April 2009 hatte er ein Gebet des Begründers des Jesuitenordens, Ignatius von Loyola (1491-1556), zur Motivation an Kollegen geschickt: „Ewiges Wort, einziggeborener Sohn Gottes! Lehre mich die wahre Großmut. Lehre mich Dir dienen, wie Du es verdienst: Geben, ohne zu zählen, kämpfen, ohne der Wunden zu achten, arbeiten, ohne Ruhe zu suchen, mich hingeben, ohne Lohn zu erwarten. Mir genüge das frohe Wissen, Deinen heiligen Willen erfüllt zu haben.“

Arzt galt als Aufdecker von Missständen

Das Krankenhaus in Walsall gehört zum staatlichen Gesundheitsdienst NHS (National Health Service). Eine Untersuchungskommission wies Drew an, seinen Glauben für sich zu behalten. Laut einer Richtlinie des NHS gelten Missionierungsversuche von Ärzten oder Pflegepersonal als Belästigung oder Einschüchterung. Drew ist jedoch überzeugt, dass die Klagen über seine E-Mails nur als Vorwand dienten, um ihn als unbequemen Aufdecker von Missständen im NHS-Krankenhaus loszuwerden. Er habe die Verwaltung immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass sie durch massive finanzielle Kürzungen das Wohl und die Sicherheit der Patienten gefährde. In der Vergangenheit sind Christen wegen religiöser Äußerungen und Gebeten im NHS wiederholt auf Schwierigkeiten gestoßen.


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Lesermeinungen

 Bern2 9. Oktober 2013 
 

@Talita

Für einen Muslim sind die muslimischen Gebete die Kraftquelle seines Lebens, für einen gläubigen Marxisten die Schriften von Marx. Ich sehe da keinen großen Unterschied.

Ich halte es für in Ordnung, im Berufsleben einen religiösen Spruch als Mail-Signatur zu verwenden. Und natürlich kann man mit Kollegen über seinen Glauben sprechen, wenn das Verhältnis gut ist. Aber unaufgefordert Gebets-Mails zu verschicken, halte ich für zu aufdringlich, wenn das Verhältnis zu den Kollegen nicht eng ist. Und das war es offensichtlich nicht, sonst hätten sie anders reagiert.


0
 
 Talita 9. Oktober 2013 

Bekennermut

Wie im Artikel beschrieben, hat dieser Arzt eine tadellose Karriere hinter sich. Dazu hat er sich für die Aufdeckung von Missständen zugunsten der Patienten eingesetzt.

Wir werden immer wieder aufgerufen, unseren Glauben in der Welt zu bekunden. In meinen Augen hat er sogar noch mehr getan: Er hat den Urgrund seines beruflichen Erfolges, die Stütze seines Handelns offenbart und diese auch anderen anempfohlen. Davor habe ich großen Respekt. Dass er derartige Resonanz erntet, ist typisch Zeitgeist. Und es ist der Grund, warum viele andere nicht mehr den Mut haben, sich zu bekennen.
@Bern2: Dieses Gebet auf eine Stufe mit einer marxistischen Kampfparole zu setzen, finde ich doch etwas daneben. Abgesehen davon bin ich mir sicher, dass die Verbreitung einer solchen kaum jene Auswirkungen gehabt hätte! Und DAS ist genau der Punkt. Ich ziehe meinen Hut vor diesem Arzt!


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 Bern2 8. Oktober 2013 
 

Man weiß natürlich nicht, in welchem Verhältnis der Arzt zu den Adressaten der E-mail stand. Wenn aber kein enges Verhältnis bestand, muss ich sagen: Sowas zu schicken, ist ein bisschen "daneben". Ich für meinen Teil würde mich jedenfalls schönstens bedanken, wenn ich zur "Motivation" irgendwelche Kampfparolen von Marx oder Lenin oder irgendwelche muslimischen Gebete zugeschickt bekäme.

Die Aufdeckung bzw. Anprangerung von Missständen ehrt ihn natürlich. Und es ist natürlich auch möglich, dass das mit dieser E-mail tatsächlich nur ein Vorwand war, um einen unliebsamen Mahner loszuwerden.


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 girsberg74 8. Oktober 2013 
 

„Arzt galt als Aufdecker von Missständen“

Da haben wir es natürlich, es ist nie anders, wo „high knees“ das Feld bestimmen.


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