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Nach Verhaftung wegen transkritischer Beiträge - Debatte um Meinungsfreiheit in Großbritannien

9. September 2025 in Chronik, 9 Lesermeinungen
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Die Mehrheit der Kommentare zur Verhaftung des Komikers Graham Linehan sieht das Vorgehen der Polizei beziehungsweise die herrschende Rechtslage kritisch. Premier Starmer bekennt sich zur langen Tradition der Meinungsfreiheit in seinem Land.


London (kath.net/jg)
Die Verhaftung des Komikers Graham Linehan am Flughafen London/Heathrow durch fünf bewaffnete Beamte und sein anschließendes Verhör (siehe Link) haben zu zahlreichen Reaktionen aus Politik und Medien geführt und die Debatte um die Meinungsfreiheit in Großbritannien intensiviert, berichtet die österreichische Tageszeitung Die Presse.

Linehan war am 1. September aus den USA kommend nach seiner Landung verhaftet worden, weil er im April dieses Jahres auf dem Kurznachrichtendienst X drei Beiträge veröffentlicht hat, in denen er die Transgender-Bewegung scharf kritisierte.

Der Komiker und Schriftsteller, der unter anderem an der Entwicklung von Serien wie „Father Ted“ und „The IT Crows“ beteiligt war, ist mittlerweile gegen Kaution wieder auf freiem Fuß und hat auf seinem Blog auf Substack seine Verhaftung und das anschließende Verhör beschrieben.


Linehans Verhaftung bracht eine neue Facette in die ohnehin bereits intensiv geführte Debatte um die Meinungsfreiheit in Großbritannien. Die meisten Kommentatoren sehen das Vorgehen der Behörden kritisch. Der britische Gesundheitsminister Wes Streeting von der Labour-Partei forderte, dass die Gesetze über Online-Kriminalität „in Augenschein genommen“ werden sollten. Er warnt vor einer zu scharfen Regelung. Wörtlich sagt er: „Wenn es um Redefreiheit geht, ist der Kontext entscheidend. Wir müssen als Gesetzgeber sehr vorsichtig vorgehen, wenn es um die Grenzen der Meinungsfreiheit geht.“

Premierminister Keir Starmer schaltete sich ebenfalls in die Debatte ein und forderte klare Prioritäten: „Ich habe von Anfang an deutlich gemacht, dass wir sicherstellen müssen, dass sich die Polizei auf die schwerwiegendsten Probleme konzentriert, auf die Themen, die für unsere Wahlkreise und alle Gemeinschaften am wichtigsten sind. Wir haben in diesem Land eine lange Tradition der Meinungsfreiheit. Darauf bin ich sehr stolz, und ich werde sie immer verteidigen.“

Selbst Mark Rowley, der Chef der Met Police, äußerte sich kritisch zur Verhaftung Linehans. Seine Beamten hätten zwar „berechtigten Grund“ zu der Annahme gehabt, dass der Komiker mit seinen Beiträgen gegen das Strafrecht verstoßen habe, sagte er, wies aber gleichzeitig darauf hin, dass es die herrschende Rechtslage für die Beamten nicht gerade einfach mache. Wörtlich sagte er: „Ich glaube nicht, dass wir toxische Debatten aus Kulturkämpfen polizeilich überwachen sollten, und die Beamten finden sich derzeit in einer unmöglichen Lage wieder.“ Mehr rechtliche Klarheit würde es der Polizei ermöglichen, „die Ressourcen, die wir der Verfolgung von Online-Äußerungen widmen, auf jene Fälle zu beschränken, die im wirklichen Leben echte Bedrohungen darstellen.“

Die britische Zeitung The Guardian berichtet, dass die Polizei von London derzeit Gespräche mit der Staatsanwaltschaft führt. Letztere wird darüber entscheiden, ob sie gegen Linehan Anklage erhebt.

Linehan plant laut Medienberichten, seinerseits die Met Police wegen seiner Verhaftung zu klagen. Derzeit muss er sich in einem anderen Fall vor Gericht verantworten. Ihm werden Belästigung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Er soll das Handy einer Trans-Aktivistin, die er zuvor über soziale Medien attackiert hatte, bei einer Begegnung absichtlich aus der Hand geschlagen und beschädigt haben. Linehan bekannte sich vor Gericht nicht schuldig.

 


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