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EKD-Vorsitzender: Meine Kritik an Präsident Bush war mißverständlich

5. Februar 2003 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Kirchenbeauftragte der FDP, Marita Sehn, übte heftige Kritik an Präses Manfred Kock


Berlin (kath.net/idea/red)
Die Kirchenbeauftragte der FDP, die Bundestagsabgeordnete Marita Sehn (Berlin), hat den EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Manfred Kock (Düsseldorf), scharf wegen seiner Äußerungen zu US-Präsident George W. Bush kritisiert. Kock hatte Bush wegen seiner Irak-Politik religiösen Fundamentalismus vorgeworfen. Frau Sehn sagte gegenüber idea in Washington, der Ratsvorsitzende wolle offenbar nicht sehen, daß Saddam Hussein der Übeltäter sei und nicht der amerikanische Präsident. Sie forderte eine Entschuldigung von Kock, wie es bereits ihr Fraktionskollege Werner Hoyer getan hatte. Es sei zwar in Ordnung, daß die Kirchen ihre Stimme für den Frieden erhöben, aber solche Vorwürfe wie die des Fundamentalismus seien für die ohnehin gespannten deutsch-amerikanischen Beziehungen “nicht hilfreich”, sagte Frau Sehn. Kock hat inzwischen eingeräumt, daß der Fundamentalismus-Vorwurf gegen Bush mißverständlich gewesen sei.

Am Rande einer Tagung von rund 25 Kirchenführern aus Europa, den USA und dem Nahen Osten erklärte Kock am 5. Februar vor Journalisten, daß er mit seinen Äußerungen eine Rede des US-Präsidenten bewerten wollte. “Darin hatte es den Anschein, als ob Gott die Amerikaner berufen hat, aktiv gegen alles Übel in der Welt zu kämpfen.” Aus den darauf folgenden Protesten habe er aber gelernt, “daß ein Wort wie ‚Fundamentalismus’ zu einer sachlichen Diskussion ungeeignet ist”. Der Ratsvorsitzende bat die Pressevertreter, ihm dieses “mißverständliche, ungeeignete und abgenutzte Wort nicht immer weiter vorzuwerfen”. Er halte es allerdings weiter für nötig, über das Verhältnis von Krieg und Religion in der Öffentlichkeit zu diskutieren.

Der Generalsekretär des Nationalen Kirchenrates der USA, Bob Edgar, sagte, daß es niemandem zustehe, über die Religiosität von Präsident Bush zu urteilen. Allerdings seien viele leitende Geistliche von Bushs eigener Kirche, den Vereinigten Methodisten, gegen einen Krieg im Irak. Edgar wörtlich: “Wir beten täglich für unseren Präsidenten, daß er auch an die betenden christlichen Kinder im Irak denkt, die denselben Glauben haben wie er.” Dem Nationalen Kirchenrat in den USA gehören mehr als 30 Kirchen mit rund 140.000 Gemeinden an. Die meisten evangelikalen Kirchen sind nicht Mitglied dieser christlichen Dachorganisation.



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