Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  2. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  3. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Voll in die Falle getappt
  6. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  7. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  8. Die große Täuschung
  9. George Orwell wohnt in Brüssel, aber nicht nur dort!
  10. Kinderschutz oder Staatskontrolle? Das Dilemma der Social-Media-Verbote
  11. Deutsches Formular für Geburtenanzeige: Welches Geschlecht hat die Mutter?
  12. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  15. Vatikan: Neue Statuten für die Marienforschung

Missbrauchsstudie belastet Ex-Generalvikar von Limburg

3. April 2014 in Deutschland, 29 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Viele Ehrungen, schlechte Noten - «Die Zeit»: Kaspar habe Gelder aus einem kirchlichen Fonds für Kunstkäufe genutzt und manche dieser Objekte in seiner Privatwohnung aufgestellt. Von Peter de Groot (KNA)


Rüdesheim/Limburg (kath.net/KNA) Franz Kaspar: Einst viel gelobt und mit Ehrungen überhäuft, stand der vormalige Generalvikar des Bistums Limburg doch stets auch im Ruf eines schwer durchschaubaren Strippenziehers. So wunderte es nicht, dass der kirchliche Prüfbericht zur millionenschweren Limburger Bischofsresidenz auch Kaspar kein gutes Zeugnis ausstellte.

Ebenfalls schlechte Noten hat Kaspar nun für das erste Jahrzehnt seiner Tätigkeit als Leiter der katholischen Behinderteneinrichtung Sankt Vincenzstift in Rüdesheim-Aulhausen und in der benachbarten katholischen Jugendhilfe Marienhausen erhalten. Die am Donnerstag in Rüdesheim präsentierten Ergebnisse einer telefonischen Erhebung in Sachen Gewalt und Missbrauch in der für die Zeit nach 1970 belasten ihn. Von 1970 bis 2006 war Kaspar Direktor des Vincenzstifts.

Gewalt und Missbrauchsvorfälle in der Zeit von 1945 bis 1970 hatte bereits eine im vergangenen September von dem Stift vorgelegte Studie belegt. Sie belastete vor allem Kaspars Vorgänger als Stiftungsdirektor, den Geistlichen Rudolf Müller, als Täter. Der hatte das Vincenzstift von 1958 bis zu seinem Suizid im Jahr 1970 geführt. Dass es unter seiner Ägide schlimme Verbrechen gab, war bekannt. Doch dass es auch unter Kaspar noch einige Vorfälle gab, ist erst jetzt einigermaßen sicher belegt. Personen, die nach 1970 in dem Stift oder in der Jugendhilfe Marienhausen «Vorfälle im Zusammenhang mit Gewalt in jeglicher Form» erlebt oder beobachtet hätten, konnten sich über eine Hotline melden. Geleitet wurde die Erhebung von der Professorin an der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege der Hochschule Ravensburg-Weingarten, Annerose Siebert.


Die Datenbasis ist vergleichsweise schmal, aber doch eindeutig. Insgesamt sieben Anrufe gingen in drei Monaten ein: vier ehemalige Heimbewohner, Angehörige und eine ehemalige Mitarbeiterin. Sie berichteten über körperliche, sexualisierte und psychische Gewalt.

Insgesamt lasse sich auf ein höheres Gewaltaufkommen zu Beginn der 1970er Jahre schließen, so Siebert. Für die Zeit bis Anfang der 1980er Jahre seien gravierende Vorkommnisse genannt worden. Auf Informationen über derartige Vorfälle habe Kaspar nach Ansicht der Anruferinnen und Anrufer nicht angemessen reagiert, sagte Siebert.

Der Geschäftsführer der Sankt Vincenzstift gGmbH, Caspar Sölling, ergänzte, man sei «traurig mit jedem, der sich gemeldet habe». Was damals geschehen sei, dürfe nie wieder passieren. Zu Franz Kaspar selbst wollte sich Sölling nicht äußern. Möglich, dass der Schatten des früheren Generalvikars zu lang ist. Schließlich leitete Kaspar von 1979 bis 2003 auch das in Wiesbaden ansässige Kommissariat der katholischen Bischöfe im Lande Hessen. Die kurz „Katholisches Büro“ genannte Einrichtung vertritt die Interessen der Kirche bei den politischen Stellen in der Landeshauptstadt.

Kaspar ist unter anderem Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland sowie des Hessischen Verdienstordens. Zudem wurde ihm mit dem «Brotteller» die höchste Auszeichnung des Deutschen Caritasverbandes zuteil, und auch der Titel eines «Honorarprofessors» an der Uni Frankfurt blieb ihm nicht vorenthalten. Mit Namen Benedikt Degen schließlich fand er Eingang in die neuere deutsche Literatur. So heißt in Martin Walsers 1996 erschienenem Roman «Finks Krieg» um eine politische Intrige mit kirchlichem Hintergrund der Leiter des Wiesbadener Katholischen Büros.

Wie die Wochenzeitung «Die Zeit» (Donnerstag) jetzt berichtet, nutzte Kaspar Gelder aus einem Fonds für das Vincenzstift, um Kunstkäufe zu tätigen. Einige der angekauften Objekte habe er in seiner Privatwohnung aufgestellt. Dass dies zutrifft, hatte Vincenzstift-Chef Sölling bereits vor längerem dem «Wiesbadener Kurier» bestätigt. Seit 2010 gehört das Vincenzstift, das seit 1991 auch das Jugendheim Marienhausen betreibt, zu der in Köln ansässigen Josefs-Gesellschaft. Aufsichtsratsvorsitzender dieses Trägers von bundesweit mehreren Einrichtungen für behinderte Menschen war 28 Jahre lang ebenfalls Franz Kaspar.

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bistum Limburg

  1. Möchte Herr Bätzing die Schweizer Gardisten gegen Giorgia Meloni ausrücken lassen?
  2. Wenn Jesus gar kein Thema mehr ist
  3. LGBT-Veranstaltung ‚Christopher-Street-Day’ in Limburg von BDKJ mitorganisiert
  4. Bätzing, Marx + Co: Desaster mit Ansage!
  5. Kein Grund zum Rücktritt?
  6. Kirchenkritischer Kabarettist Reichow beim Kreuzfest des Bistums Limburg
  7. Bistum Limburg unterstützt umstrittene 'Seenotrettung' mit 25.000 Euro
  8. Bistum Limburg ließ Vertuschungsstrategien bei Missbrauch rekonstruieren
  9. Marx-Bätzing-Kurs: Neuer Rekord an Kirchenaustritten in Deutschland!
  10. "Pfingstbotschaft" von Bätzing: Segnet Schwule!






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Voll in die Falle getappt
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  7. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  8. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  9. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  10. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  11. Meine Söhne, „seid heilig, Anbeter, Menschen des tiefen Gebets und lehrt das Volk, dasselbe zu tun!“
  12. Die große Täuschung
  13. Der deutsch-synodale Weg als reines Herrschaftsinstrument!
  14. Die Kirche – nicht nur – im deutschsprachigen Raum: «the big picture»
  15. Niederösterreich: Pfarrer während Messfeier verstorben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz