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Irakischer Bischof: In Erbil platzen die Kirchen aus allen Nähten

8. Juni 2014 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Weil viele Christen in den Norden des Landes abwandern, braucht es dort jetzt viel mehr kirchliche Infrastruktur


Erbil (kath.net/KIN) Die Abwanderung von Christen aus anderen Landesteilen in den Norden des Iraks stellt die Kirche vor große Herausforderungen. Dies berichtet der Erzbischof von Erbil, Bashar Matti Warda (Foto), gegenüber dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not“.

Die bessere Sicherheitslage in der Autonomen Region Kurdistan habe in den vergangenen Jahren bereits 12.000 christliche Familien aus Bagdad, Mossul und anderen irakischen Städten dazu veranlasst, sich in der Erzdiözese Erbil niederzulassen. „In Bagdad und andernorts wissen die Menschen noch immer nicht, ob sie abends wieder nach Hause zurückkehren werden, weil sie Bombenanschlägen, Morden und Entführungen zum Opfer fallen können“, beklagte Erzbischof Warda.


Für die katholische Kirche bedeute dies, dass beispielsweise in Bagdad und Mossul Kirchengemeinden geschlossen werden müssen, weil die Menschen abwandern, während in Erbil Zelte aufgestellt werden müssen, weil die Kirchen zu klein sind.

„Obwohl wir nicht die entsprechende Infrastruktur haben, um einem derartigen Anwachsen der katholischen Gemeinden zu begegnen, kommen die Leute weiterhin“, erzählt der Erzbischof. „Sie sind es von ihren Heimatpfarreien her gewöhnt, jeden Tag an Gebeten, Gottesdiensten oder Katechesen teilzunehmen. Das geben sie nicht auf. Wir müssen daher dringend neue Kirchen bauen und Räumlichkeiten für die Katechese und andere Aktivitäten des kirchlichen Lebens schaffen“.

Die Situation im Irak bezeichnete der Erzbischof als eine Mischung von „historischen, ökonomischen, sozialen, religiösen und politischen Problemen“, wobei die Lage zu komplex sei, um sie vollständig zu erfassen. „Wenn ich heute zu erklären versuche, was geschieht, kann die Wirklichkeit morgen schon ganz anders sein“, sagte er. Der Krieg habe die Gesellschaft gespalten und dazu geführt, dass „unbeendete Konflikte aus der Vergangenheit wieder aufgetaucht sind“. Die Tatsache, dass der Irak von Ländern umgeben sei, die ebenfalls unter vielen Konflikten zu leiden hätten, führe zudem dazu, dass der Irak „oft nicht seine eigenen Kriege führe“.

„Kirche in Not“ unterstützt mehrere Projekte in der Erzdiözese Erbil, so unter anderem den Bau der Kirche Unserer Lieben Frau von der Immerwährenden Hilfe“ in Ankawa, einem Stadtteil von Erbil, sowie mehrere katechetische Projekte.
KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk. Das Werk leistet weltweit geistliche und materielle Hilfe für Christen, die wegen ihres Glaubens bedroht oder verfolgt werden.

www.kircheinnot.at

www.kirche-in-not.de

www.kirche-in-not.ch

Foto: © Kirche in Not


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