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Von gewaltbereiten Islamisten gehen dramatische Gefahren aus

8. Jänner 2015 in Deutschland, 21 Lesermeinungen
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Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestags, Wolfgang Bosbach (CDU), widersprach der Ansicht, dass Islamismus und Salafismus nichts mit dem Islam zu tun hätten.


Bonn (kath.net/KNA) Deutsche Politiker warnen nach dem blutigen Anschlag auf die Pariser Redaktion des Satiremagazins «Charlie Hebdo» vor einer überhitzten Islam-Debatte. Bundesinnenminister Thomas de Maiziere erklärte, unabhängig vom Hintergrund der Täter sei «eines völlig klar: Terroranschläge haben nichts mit dem Islam zu tun.» Der Minister warnte in der «Süddeutschen Zeitung» davor, nun Flüchtlinge und Asylsuchende unter Generalverdacht zu stellen. Damit würde man «populistischen Brandstiftern in die Hände spielen».

Der Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestags, Wolfgang Bosbach (CDU), widersprach der Ansicht, dass Islamismus und Salafismus nichts mit dem Islam zu tun hätten. Von gewaltbereiten Islamisten gingen dramatische Gefahren aus, sagte der Politiker im Deutschlandfunk. Er befürchte, dass der Anschlag in Paris «das politische Klima nicht nur in Frankreich, sondern auch bei uns anheizen und verschärfen könnte», so Bosbach weiter. Die überwältigende Mehrheit der Muslime sei aber friedlich und rechtstreu. Entscheidend sei nun ein Schulterschluss dieser gemäßigten Muslime.


Der Beauftragte für interreligiösen Dialog der «Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion» (DITIB), Bekir Alboga, erklärte, die «ausschlaggebende Mehrheit» der Muslime in Deutschland fühle sich «den Werten der Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und dieser Gesellschaft sehr eng verbunden.» Der Islam sei eine Religion der Barmherzigkeit, so Alboga bei n-tv: «Dementsprechend sollten sich die Muslime in Deutschland verhalten.» Islamfeindliche Reaktionen auf den Terrorakt seien der falsche Weg. DITIB hatte die Tat ebenso wie der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) bereits nach wenigen Stunden am Mittwoch verurteilt.

Unabhängig von dem Anschlag und den Debatten um Pegida wachsen in Deutschland negative Vorurteile gegenüber dem Islam. Das geht aus der am Donnerstag in Gütersloh veröffentlichten Sonderauswertung Islam aus dem Religionsmonitor 2013 der Bertelsmann Stiftung hervor. Nach einer repräsentativen Emnid-Umfrage im Auftrag der Stiftung vom November 2014 empfinden 57 Prozent der nicht-muslimischen Bundesbürger den Islam als Bedrohung, 2012 waren es 53 Prozent. 61 Prozent der Bundesbürger finden, der Islam passe nicht in die westliche Welt (2012: 52 Prozent).

Weder politische Orientierung, Bildungsniveau noch Sozialstatus beeinflussten das Islambild der Deutschen nennenswert, heißt es in der Sonderauswertung. Entscheidender seien Alter und persönlicher Kontakt zu Muslimen.

Die Islam-Expertin der Stiftung, Yasemin El-Menouar, führt das Negativ-Image auf die Minderheit von radikalen Islamisten zurück. Es bestehe die Gefahr einer breiten Islamfeindlichkeit. Dabei gebe es vieles, was Muslime und Nicht-Muslime verbinde. El-Menouar: «Daraus kann ein Wir-Gefühl wachsen.» Aber dafür bedürfe es einer stärkeren Wertschätzung der Muslime und ihrer Religion.

Spiegel-TV: Anschlag auf ´Charlie Hebdo´: Mindestens zwölf Tote


(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto: (C) CDU/CSU-Fraktion


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