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Papstkritik zur Expo: Wo sind die 'Gesichter der Hungernden'?

1. Mai 2015 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Bei der Weltausstellung in Mailand zum Thema Ernährung sitzen mehr Länder denn je mit am Tisch - Doch die Kritik an einer weitgehenden Ausblendung des Hungers in der Welt verstummt nicht - Kathpress-Korrespondentenbericht von Christoph Schmidt


Mailand (kath.net/KAP) Es ist angerichtet. Die Welt hat sich am Freitag in Mailand zu Tisch begeben - die Expo 2015 ist eröffnet. "Den Planeten ernähren. Energie für das Leben" heißt das Motto. Ein Thema, das buchstäblich jeden angeht, jeden Tag. Bis zum 31. Oktober steht es im Mittelpunkt einer Weltausstellung der Rekorde. Fast 150 Staaten, mehr als je zuvor, sind auf der Schau vertreten. Kaum eine andere war und ist so umstritten wie diese. Nicht nur wegen der Kosten von 2,5 Milliarden Euro und der vielen Korruptionsskandale im Vorfeld. Wo es ums Essen geht, ist auch die Frage nach dem globalen Hunger nicht weit. Sie aber wird nach Ansicht der Kritiker auf dieser Expo kaum gestellt.

So sorgte Papst Franziskus bei der Eröffnungszeremonie beinahe für einen Eklat: Nachdem Italiens Politgrößen auf der Bühne inmitten satter Kornähren die Bedeutung des Ereignisses für das Land und die Welt beschworen und pflichtschuldig Ernährungssicherheit für alle Erdenbewohner angemahnt hatten, sprach Franziskus per Liveschaltung aus dem Vatikan Klartext. Diese Schau sei doch selbst Teil einer "Kultur des Überflusses, des Wegwerfens". Zur Solidarität mit den Armen und zu einer gerechten Entwicklung trage sie nicht bei. Jeder Besucher, der durch die "wunderbaren Pavillons" schlendere, dürfe die "Gesichter der Hungernden" nicht vergessen.


In den Gesichtern mancher Organisatoren waren in diesem Moment die Überraschung und Pikiertheit nicht zu übersehen. Dass die päpstliche Kritik sich derart deutlich gegen das Expo-Projekt selbst richten würde, hatten offenbar nur wenige erwartet.

Die Zahlen aber sind bekannt: 805 Millionen Menschen auf der Welt werden niemals satt. Hunderte Millionen essen zu viel oder leiden an massivem Übergewicht, viele bekommen Herzkrankheiten oder Krebs. Für die Produktion von einem Kilo Fleisch werden durchschnittlich 20.000 Liter Wasser verbraucht, während ein Kilo Getreide nur 1.000 Liter benötigt. In den vergangenen anderthalb Jahrzehnten produzierte die Menschheit ein Viertel der Nahrungsmenge seit Christi Geburt; ein Großteil wanderte umgehend in den Müll.

Von all diesen Gegensätzen ist auf der Expo auf den ersten Blick in der Tat wenig zu erkennen. Gewaltig, eindrucksvoll ist sie zweifellos. Wer die 1,7 Kilometer lange, fast durchgehend überdachte Achse hinunterläuft, fühlt sich anfangs wie in der Holzabteilung eines gigantischen Baumarkts. Ein Großteil der 54 Pavillons - ärmere Länder haben sich zu Clustern zusammengeschlossen - sind aus dem Naturstoff gebaut. Das soll Nachhaltigkeit signalisieren.

Wie jede Expo ist auch diese ein Architekturfest. Nie gesehene Formen futuristischer Baukunst locken den Besucher. Zwischen dem Geruch von frischem Holz wabern Küchendämpfe appetitlich durch diese Science-Fiction-Welt. Nahezu jedes Land bietet in seinem Pavillon Spezialitäten. Wer will, kann sich auf knapp zwei Kilometern einmal um den Planeten schlemmen. Präsentation und der Wunsch nach gelungener Eigendarstellung stehen im Vordergrund. Bei den meisten geht das Konzept auf.

Ein Erlebnis ist diese Expo allemal, wenn auch die Präsenz von Entwicklungsorganisationen wie "Save the Children" inmitten der Auftritte von Coca Cola, Ferrero oder Lindt das Bizarre dieser Weltausstellung nicht vergessen lässt. Dort erfährt der Interessierte, dass allein 200 Millionen Kinder auf diesem Planeten unterernährt sind.

Die unerwartete Papstschelte dürfte das Interesse am - verhältnismäßig - kleinen Pavillon des Vatikan nicht geschmälert haben. "Nicht nur vom Brot allein" ist sein Motto. Innen regt ein multimediales Angebot mit bewegten Bildern aus fünf Kontinenten zum Nachdenken über Völlerei und Hunger an. Dieser Pavillon, sagte sein Patron, der Präsident des päpstlichen Kulturrats Kardinal Gianfranco Ravasi, sei der einzige, wo es nichts zu kaufen gebe.

Copyright 2015 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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