Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. CSU-Söder garantiert für Bayern eine "freie Entfaltung" und attackiert die Kirchen
  2. 'Abtreibung ist Krieg gegen unschuldige, ungeborene Kinder'
  3. 'Einige sähen mich lieber tot'
  4. 'Sie sind das Werk des Teufels!' - Wen meinte Papst Franziskus?
  5. Genderkompatible Monstranz
  6. Vatikan führt "Grünen Pass" gegen Covid-19 ein
  7. „Die Feier des Gottesdienstes ist der zentrale Auftrag der Kirche“
  8. Ein 'Katholik aus dem Rheinland'
  9. „Wird bei der Taufe das Stirnchakra verschlossen?“
  10. Bischof Voderholzer erhält für seine Kritik am Synodalen Weg Unterstützung von Kardinal Kasper!
  11. Vorwürfe gegen Schönstatt-Gründer - Berliner Gericht lehnt Unterlassungsantrag ab
  12. Sie verlassen die Kirche im besten Alter
  13. DBK-Kopf Bätzing: „Die Themen, die das aufzeigen, liegen alle auf dem Tisch des Synodalen Weges“
  14. Impfpflicht für Messbesucher in kanadischer Erzdiözese
  15. Franziskus wünscht sich lebendige und kreative Kirche in Europa

Zustimmung und Kritik für das Nuklearabkommen mit dem Iran

16. Juli 2015 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Jüdische Organisationen sehen Israel in Gefahr. IGFM: Zu früh für Optimismus. Sächsische Israelfreunde: Deutsche Wirtschaft verhält sich wie im 3. Reich


Wien/Frankfurt am Main (kath.net/idea.de)
Menschenrechtsorganisationen und christliche Israelfreunde bewerten das Atomabkommen mit dem Iran unterschiedlich. Am 14. Juli hatten sich die fünf ständigen Vertreter des UN-Sicherheitsrats sowie Deutschland mit dem Iran auf eine Kontrolle seiner Atomanlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde verständigt. Die Übereinkunft könnte – falls der US-Kongress zustimmt – den seit 2005 schwelenden Streit des Landes mit der internationalen Staatengemeinschaft über sein Nuklearprogramm beenden. Im Gegenzug würde der Westen die Wirtschaftssanktionen sowie das Waffenembargo gegen den Iran schrittweise aufheben. Die Islamische Republik dürfte demnach weiterhin Nuklearmaterial zur Energiegewinnung und für Forschungszwecke herstellen.

Hoffnung auf eine Stärkung des Reformers Rohani

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM/Frankfurt am Main) äußerte sich zurückhaltend hinsichtlich einer möglichen Öffnung des Landes. „Viele hoffen jetzt, dass Präsident Hassan Rohani, der als Reformer gilt, durch das Abkommen gestärkt wird, und er willens und in der Lage ist, die Situation der Christen zu verbessern“, sagte IGFM-Referent Max Klingberg auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea.


Wünschenswert sei etwa ein Zustand wie unter dem früheren Präsidenten Mohamed Chatami, unter dem die Verfolgung von zum Christentum übergetretenen ehemaligen Muslimen deutlich geringer war als heute. Vergessen dürfe man aber nicht, dass auch Rohani Teil des konservativ-islamischen Regimes sei und der religiöse Führer Ayatollah Ali Chamenei jede Maßnahme des Präsidenten verhindern könne.

IGFM: Zu früh für Optimismus

Für Optimismus ist es nach Meinung Klingbergs noch zu früh: Die Nuklearverhandlungen hätten lange verdeckt, dass der Iran ein Folterstaat sei, der vor allem hinsichtlich seiner katastrophalen Menschenrechtslage schon viele Versprechen gebrochen habe. Auch die Zukunft des seit 2012 inhaftierten Pastors Saeed Abedini bleibe zunächst unklar: „Wir haben aber die Hoffnung, dass sein Schicksal Gegenstand der Verhandlungen war und das iranische Regime ihn nach einer Schamfrist freilässt.“ Abedini (35), der neben der iranischen auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, wurde 2012 im Iran wegen Übertritts vom Islam zum christlichen Glauben und evangelistischer Aktivitäten zu acht Jahren Gefängnis verurteilt und ist seitdem in Haft. Dort wurde er mehrfach von Wärtern und Mitgefangenen misshandelt.

Gesellschaft für bedrohte Völker erhofft sich Stärkung von Minderheitenrechten

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) sieht den Vertragsabschluss positiv. „Wenn der Iran durch das Abkommen aus seiner Isolation herauskommt, erwarten wir eine Demokratisierung und damit einhergehend eine Stärkung der Minderheitenrechte“, sagte der Generalsekretär Tilman Zülch. Davon profitierten besonders die Kurden und die Christen.

Sächsische Israelfreunde: Deutsche Wirtschaft verhält sich wie im 3. Reich

Die Sächsischen Israelfreunde kritisierten das Abkommen, weil es die Sicherheit Israels gefährde. Im Blick auf die deutsche Wirtschaft, die auf eine Einigung gedrungen hatte, sagte der Vorsitzende Wilfried Gotter (Rossau): „Immer wenn es gegen Israel und die Juden geht, ist die deutsche Wirtschaft mit dabei. Dies war zur Zeit des Dritten Reiches so, und jetzt stehen sie alle schon wieder mit scharrenden Füßen auf der Matte, um sich einmal mehr den ‚Markt‘ Iran zu sichern.“ Auch das Bekenntnis deutscher Politiker, die Sicherheit Israels sei Staatsräson, sei angesichts des Abkommens wenig wert: „Als Sächsische Israelfreunde schämen wir uns für unsere Politiker, beten aber für alle, dass sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“

Petition der Internationalen Christlichen Botschaft gegen das Nuklearabkommen

Die Internationale Christliche Botschaft Jerusalem (ICEJ) hatte im Juli mit einer Petition gegen eine mögliche Vereinbarung mobil gemacht. In dem Text, der von 30.000 Christen unterschrieben wurde, heißt es: „Wir, besorgte Bürger vieler verschiedener Nationen, sind zutiefst beunruhigt durch die Bedrohung, die ein atomwaffenfähiger Iran für den Nahen Osten und die ganze Welt darstellen würde. Er wäre eine unerträgliche Gefahr für seine Nachbarn und die Länder dieser Erde.“

Europäische Juden befürchten nukleares Wettrüsten im Nahen Osten

Auch jüdische Organisationen kritisierten das Abkommen. Der Vertrag sei nicht mehr als ein Stück Papier, sagte der Präsident des Jüdischen Weltkongresses Ronald Lauder (New York). Es gebe wenig Anlass, dem Iran im Blick auf die Umsetzung zu vertrauen. Der Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses, Moshe Kantor (Paris), beklagte ein „fatales Signal“, dass der Westen mit dem Vertrag an alle „Schurkenstaaten“ sende. Es sei zu befürchten, dass im Nahen Osten nun ein nukleares Wettrüsten einsetzen werde. Zustimmend äußerte sich hingegen der Vatikan, der von einem „wichtigen Ergebnis“ sprach.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Iran

  1. Nach 26 Jahren im Land: Iran verweigert Ordensfrau neues Visum
  2. Kardinal Sako warnt USA und Iran vor "katastrophalem Krieg"
  3. Iranischer Pastor verhaftet: Scharfer Protest von CDU/CSU
  4. Iran: Immer mehr finden zum Christentum
  5. Irakischer Patriarch Sako: Westen hat Mitschuld am Christenschwund
  6. Papst Franziskus empfing Irans Präsidenten Rohani
  7. Teheran will auf Kirchengrundstück Moschee errichten
  8. Kölner Erzbischof empört über den Iran
  9. Irans Präsident Ruhani hält sein Versprechen nicht
  10. Iran: Erstmals führt ein Christ die Fußball-Nationalmannschaft







Top-15

meist-gelesen

  1. CSU-Söder garantiert für Bayern eine "freie Entfaltung" und attackiert die Kirchen
  2. 'Sie sind das Werk des Teufels!' - Wen meinte Papst Franziskus?
  3. KOMMEN SIE MIT! Romreise zu Ostern 2022 mit Bischof Marian Eleganti
  4. Sie verlassen die Kirche im besten Alter
  5. Genderkompatible Monstranz
  6. „Wird bei der Taufe das Stirnchakra verschlossen?“
  7. 'Einige sähen mich lieber tot'
  8. „Willkommen bei Maria vom Sieg!“
  9. Mel Gibson: ‚Ich bin ein Sünder, aber ich kenne den Unterschied zwischen Hirten und Mietling’
  10. 4.500 Teilnehmer beim 17. Marsch für das Leben in Berlin
  11. 'Abtreibung ist Krieg gegen unschuldige, ungeborene Kinder'
  12. Vorwürfe gegen Schönstatt-Gründer - Berliner Gericht lehnt Unterlassungsantrag ab
  13. "Mit grosser Sorge verfolgen wir die Skandale um das kathol. Nachrichtenportal kath.ch"
  14. Eucharistischer Kongress: Großes Glaubenszeugnis einer protestantischen Pastorin, jetzt katholisch
  15. Elf Bischöfe, DBK und Nuntius unterstützten den Marsch für das Leben, doch dann kommt die Keule!

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz